Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 21 (1904)
- Issue
- 17 (22.4.1904)
- Date
- 1904-04-22
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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Nr. 17 Dr. Mocb's THUocbenscbrtTt. Seite 275 Regierung vorstellig werden, um für die Israeliten, welche Rußland bereisen wollen, gleiche Behandlung wie die Christen zu erwirken. Die russische Regierung beharre in ihrer judenfeindlichen Politik und gehe dabei soweit, daß sie den amerikanischen Paß nicht anerkennt, wenn derselbe an der Grenze von einem Juden vorgezeigt wird. „Das ist eine Beleidigung für die Vereinigten Staaten", sagte Repräsentant Goldfogle, und es ist wahrlich an der Zeit, daß die Bereinigten Staaten Maßregeln ergreifen, um mittelst Vertrags oder sonstwie gleiche Behandlung und gleichen Schutz für alle Amerikaner ohne Ansehen der Rasse und des Glaubens herbeizuführen. Die Administration in Washington hat uns allerdings sehr liebenswürdige Versprechungen gemacht, aber Taten wären mir lieber gewesen." Am Schlüsse seiner Rede verlangte Repräsentant Goldfogle ein energisches Eintreten zu gunsten desjenigen, was die amerikanischen Juden auf der andern Seite des Atlantischen Oceans zu erreichen suchen, um auf diese Weise die Schranken niederzureißen, „welche unglücklicherweise noch zwischen den Klassen bestehen infolge der Bigotterie, Intoleranz und schnöder Verfolgungssucht." Morrell (Rep., Pa.) erklärte später im Anschluß an die Goldfogle'sche Rede, daß der emporstrebende Neger hierzulande ebenso niederträchtig behandelt werde wie der Jude von dem russischen Bauer. Nicht nur im Süden der Vereinigten Staaten werde der Neger gar so schlecht behandelt, sondern auch im Norden greife das Vorurteil gegen die Farbigen immer weiter um sich. Washington, 4. April. Das Staatsdepartement hat vom amerikanischen Botschafter McCormik in St. Petersburg folgendes Kabeltelegramm erhalten: „Nachdem mir ein Gerücht über eine mögliche Demonstration gegen die Juden in Odessa zu Ohren gekommen, habe ich mich mit dem dortigen amerikanischen Konsul in Verbindung gesetzt und ihn gefragt, was an der Sache sei. Er hat mir folgendes geantwortet: „Gerüchte über antijüdische Demonstrationen sind in dieser Jahreszeit nicht ungewöhnlich. Infolge der Vorgänge am letzten Osterfest ist die jüdische Bevölkerung ungewöhnlich nervös; aber mit einem so energischen und humanen Mann wie Gouverneur Neidhart an der Spitze der Zivilverwaltung und Baron Kaulbars als Höchstkommandierenden der Truppen in dieser südlichen Provinz betrachte ich einen ernstlichen Ausbruch irgend einer Art als unmöglich. Während der jetzigen Woche haben die amtlichen Organe öffentliche Warnungen an das Publikum verbreitet, in denen den Massen mit Strafe gedroht wird, wenn sie sich irgend welche Ruhestörungen zu Schulden lassen kommen sollten." Vermischtes. Kranzablösungsspenden zu Gunsten der Chewra-Kadischa Wien, I., Seitenstettengasse 4 für arme kranke Glaubensgenossen. Anläßlich des Ablebens des sel. Herrn Bernhard Spitzer: Von Dr. Josef Stern R 20,—, Max und Emmy Stern R 20 —; zusammen K 40.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Herrn Alois P o l l a k: Von Julius Neumann L 20.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Herrn Johann E i ß l e r: Von S. Wärndorfer R 25.—, Alexander Scharf R oO.—; zusammen K 5 ,.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Herrn Eduard G r o a g: Von kaiserl. Rat Julius Stern R 20.—, Wilhelm Karpeles, Prag K 20.—; zusammen K 40.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Herrn Josua Friedländer: Von Adolf Friedländer L 40.—, Ignaz Friedländer R 20.—, Heinrich Friedländer K 30.—, Alfred Friedländer K 30.—, Dr. Maximilian Saxl K 50.—, Sign und Kohn K 40.—; zusammen K 210.—. Anläßlich des Ablebens der sel. Frau Hanni B r ö ß l e r: Von Henriette Kornfeld R 10.—. Anläßlich des Ablebens der sel. Frau Regine Singer: Von Wilhelm Abeles & Co. K 40. . Anläßlich des Ablebens des sel. Herrn Isidor K o l i s ch: Von Hermann Elias K 10.—, Mathilde Elias K 10.—, kaiserl. Rat Leopold Sachs K 30.—, Rosa Figdor K 10,—; zusammen K 60.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Herrn Heinrich Teltscher: Von Ignaz Gewitsch K 20.—, Carl Hirsch K 40.-, Prof. Doktor S. Ehrmaim K 10.—, Rosa Porges K 2".—, Dicky Porges K 20.—, Ludwig und Dally Bunzl R 20.—, Jul. Zettel R 10.—; zusammen K 140.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Herrn Moriz M o r a w i tz: Von Anastasius Haas R 20.— . Anläßlich des Ablebens der sel. Frau Frieda Nagel: Von Josef und Therese Wortmann K 30. , Robert und Berta Wortmann R 30.—, Familie Josef Rosenthal K 20. —; zusammen K 80.-. Anläßlich des Ablebens des sel. Herrn Moriz Koppel: Von Josef Hohenberg K 2 —, <S. Kohn K 2.—; zusammen K 4.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Heren Moriz A u g u st i n: Von H. Stern K 20.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Herrn Gnsti Freund: Von Dr. E. Kalmus R 10.—. Anläßlich, des Ablebens des sel. Herrn Nathan S t i a ß n y: Von Herr und Frau Dr. Armin Tahler R 50.—, Herr und Frau E. K. R 50.—; zusammen R 100.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Herrn Dr. Moriz Landau: Von Dr. Sigmund Herzl R 20.—, Phobus Schmelkes und Frau R 10.—, Dr. E Münz R 5.—, Alfred Stern, Budapest R 50.—, Salo Landau R 20.—, Max Socholler R 20.—, Sigmund Kassel R 20.—, Isidor Braun, Brünn R 10 —; zusammen R 155.— . Spenden: Von Josef Ehrenreich, Brünn R 4.—, „Dankbarkeit" R 20.—; zusammen R 24.— . Wien. Der Kultusvorstand bringt hiermit zur Kenntnis, daß in Gemäßheit des § 91 des Statutes der israelitischen Kultusgemeinde Wien die Rechnungsabschlüsse über die Einnahmen und Ausgaben der Kultusgemeinde und sämtlicher unter Gemeindeverwaltung stehender Fonds und Anstalten für das Jahr 1903 vom 17. April ab durch 14 Tage im Sekretariate (I., Seitenstettengasse 4, II. Stock) zur Einsicht der Gemeindemitglieder aufliegen. Die Gemeindemitglieder sind berechtigt, innerhalb dieser Frist ihre Erinnerungen schriftlich einzubringen. Die öffentliche V o r st a n d s s i tz u n g zur Erledigung der Rechnungsabschlüsse wird auf Sonntag den 8. Mai d. I., vormittags 11 Uhr, (Sitzungssaal der israelitischen Kultusgemeinde, I., Seitenstettengasse 4, II. Stock) anberaumt. Wien. Die in der letzten Nummer der „Oest. Wochenschrift" erwähnte Denkschrift, welche der Präsident der israel. Kultusgemeinde Herr Dr. Alfred Stern seinerzeit der Regierung wegen der Eingriffe der antisemitischen Presse überreicht hat, ist in der Broschüre „Die Schmach des Jahrhunderts" vom Herrn I. W i l l h e i m e r enthalten und zum Preise von 1 Krone bei dem Herausgeber (II., Floßgasse 1, Tür 6) zu beziehen. Wien. („Oesterreichi sch - Israelitische Union.") Donnerstag den 28. April 1904, abends halb 8 Uhr, findet im Restaurant Guth, II., Stesaniestraße 14, die neunzehnte ordentliche Generalversammlung der „Oesterreichisch-Jsraelitischen Union" statt. Tagesordnung: 1. Mitteilungen des Vorstandes, 2. Rechenschaftsbericht, 3. Kassabericht, 4. Wahlen in den Vorstand, 5. Anträge und Interpellationen Wien. (Verein zur Hebung der Gewerbe in Wien.) Durch den plötzlich eingetretenen Trauersall im Hause unseres Präsidenten mußte die für den 23. d. M. bestimmte Generalversammlung des „Vereines zur Hebung der Gewerbe" vertagt werden. Dieselbe findet nun am Samstag den 30. d. M., 8 Uhr abends, in Khuner's Restaurant, I., Adlergasse 6, mit folgender Tagesordnung statt: 1. Jahresbericht. 2. Kassabericht. 3. Bericht der Revisoren. 4. Aenderung des 8 10 der Statuten. 5. Bortrag des Hof- und Gerichtsadvokaten Herrn Dr. Leo Munk: „Der Geschäftsmann und die Steuerbehörde." 6. Anträge und Interpellationen. Wien. (Mädchen- und Fraue n-V e r e i n LI Kur- Ob a u 1 i m.) An dem Schlußvortrag dieses Semesters, welcher am 16. d. M. stattsand, referierte Herr Dr. Sigm. Weiner in höchst interessanter Weise über das Thema „Der Nährwert unserer gebräuchlichsten Nahrungsmittel" und erntete für seine Ausführungen lebhaften Beifall. — Jene Mitglieder, welche ein Interesse an den Krankenbesuchen in den Spitälern haben, werden höflichst eingeladen, sich an den Sitzungen, welche an