Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 21 (1904)
- Issue
- 15 (8.4.1904)
- Date
- 1904-04-08
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 15 Dr. Llocb's Mocdenscbrttr. Seite 243 der Mangelhaftigkeit unserer Inden-Gesetzgebung gesucht werden muß, einer Mangelhaftigkeit, die von der höchsten Regierung zugestanden wird und sie veranlaßt hat. die Vorbereitungen zu einer Revision der die jüdische Bevölkerung des Reiches betreffenden beschr änkenden Gesetzgebung in Angriff zu nehmen. Die Unklarhe't dieser Gesetzgebung, die selbst bei den höchsten Staatsbehörden widersprechende Deutungen verursacht, beeinflußte notwendigerweise auch die Einheitlichkeit und Rechtinäßigkeit der einschlägigen Verfügungen der örtlichen, namentlich der untergeordneten Behörden, höchst ungünstig. Bei dieser Sachlage wäre es nicht ganz billig, alle die schweren Folgen einer unrechtmäßigen Ansiedlung der Juden an Orten, die außerhalb der für ihren Aufenthalt bestimmten Zone liegen, die betreffenden Juden tragen zu lassen, namentlich in gegenwärtiger Zeit, wo die schwere Lage der allsgewiesenen Juden noch vielfach verschlimmert wird durch die Kriegsereignisse im fernen Osten, welche die Mobilisierung gewisser Militärbezirke und die Einberufung der Reserven, unter denen sich auch Mitglieder ausgewiesener Familien befinden können, veranlaßt haben. Aus diesen Gründen und in dem Bestreben, alles zu vermeiden, was in dieser schweren Zeit den regelmäßigen Gang des inneren Lebens des Reiches stören und die Unzufriedenheit der Bevölkerung erregen könnte, halte ich es für notwendig sofort, zeitweilig, bis zur Wiederherstellung des Friedens, von den Juden, die nach Ansicht der administrativen Behörden sich unrechtmäßiger Weise in ihren» jetzigen Wohnorte aufhalten, die Ausweisung derjenigen einzustellen, die den Wohnort rechtmäßig bezogen hatten, aber nachträglich ihr Wohnrecht verloren haben, sowie ferner derjenigen Juden, die schon längere Zeit in ihrem gegenwärtigen Wohnorte wohnen und dabei eine Familie und Haushaltung besitzen. Hiervon habe ich die Ehre Euer Exzellenz zu benachrichtigen behufs entsprechender Verfügung, mit dem Bemerken, daß als . unerläßliche Bedingung für die Anwendung der gegenwärtigen Verfügung die Gewißheit der administratlven Behörde betrachtet werden muß, daß der Jude, der in einem für ihn verbotenen Wohnorte belassen werden soll, weder für die öffentliche Ordnung schädlich ist, noch in der Bevölkerung, in deren Mitte er sich aufhält, Unzufriedenheit erregt. Der Minister der inneren Angelegenheiten, gez.: Staatssekretär P l e h w e. Dieser interessante Erlaß ist vielleicht durch die Ungeheuerlichkeit mitveranlaßt worden, daß die Familien den jüdischen Aerzten, die sich im Dienste ihres Vaterlandes auf den Kriegsschauplatz begeben hatten, ausgewiesen worden waren. vermischtes. Kranzablösungsspenden zu Gunsten der Chewra - Kadischa Wien, I-, Seitenstettengasse 4 für arme kranke Glaubensgenossen. Anläßlich des Ablebens des sel. Herrn Alois P o l l a k: Von Gustav Pollak X 30.-, Carl Lang. K 40.— Zusammen X 70.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Herrn Dr. Salomon Weiutraub: Von Edmund Weiner K 10.-, I. P. 20.—. Zusammen X 30—. Anläßlich des Ablebens der sel. Fr. Jda Sinnreich: Von Hedwig Sinnreich X 10.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Herrn Eduard G r o a g: Von Bernhard Pollak X 30.—, Otto Popper und Frau X20.—, Z Nemes & Co. X 10.—, Frau Epstein X 2.—. Zusammen X 62.-. Anläßlich des Ablebens des sel. Herrn D. H. Benies: Von Dr. Heinrich Benies X 20.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Herrn Johann I o k l: Von Adolf Jokl X 20.—. Anläßlich des Ablebens des sel. HerruJosuaFriedländer: Von Leo und Bettina Kalmus X 25.—, Rosa Kowanitz X 10.— , I. Marbach X 5.—, Adolf G. X 20.—, Oskar Berl X 25.-, E. Naumann X 40.—. Zusammen X 125.-. Anläßlich des Ablebens der sel. Fr. Hanni B r ö ß l e r: Von Prof. I. Brößler X 10.—, Heinrich Brößler X!0.—, Prof. Dr. Bern. Alexander X 10. — . Zusammen X 30.—. Anläßlich des Ablebens des sel. M. Mittler: Von Max Rosenberg X 3.—, Dr. Tauber X 10.—. Zusammen X 13.—. Anläßlich des Ablebens der sel. Fr. Regine Singer: Von Dr. St. X 20. -, Isidor Hirschl X 10.-, Wilhelm Eisenschütz X 10.—, Rosa Freiberg X 10.—. Zusammen X 50.—. Anläßlich des Ablebens der sel. Fr. Amalie Steiner: Von S. Heit X 10 —. Anläßlich des Ablebens des sel. Herrn Wilhelm K o h n : Von Familie Wilhelm Kohn X 10.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Herrn Josef Schanzer: Von Josef Unger X 5.-. Anläßlich des Ablebens des sel. Herrn B. H. Bienenstock: Von Dr. Ziegler X 4.— Anläßlich des Ablebens des sel Herrn Heinrich T e l t s ch e r: Von S. Heit X 10.—, Albert Winterberg X 20.—, Dr. Wilhelm Hersch und Frau X 50. , Ignaz Frank X 20.-, Dr. Leopold Kohn X 10.—, Dr. Th. Schiffmann X 10.—, Hermann Adler X 10. — . Heinrich Burian X 20. — , Ludwig und Willy Bunzl X 20.- . Josef Eisenstädter X 20.— , Sigmund Blau X 20.—, E. Raumann X30. , Sig. Löwy. X 10.- , Dr. Heinrich Graf X -0.—, Charlotte Hirsch X '20 —. Dr. Gustav Kohn X 10.—, Dr. I. Stiedry X 20.—. N. N. X 10.—, Julius Herz und Frau X 20.—, Siegfried Beer und Frau X 20—, Gustav Wottitz X 20. , Wilhelm Bachrach X 20.—, zur Erinnerung an Frau Lotti Bauer, geb. Wengraf X 10—. Zusammen X 420.—. Wien. (Israelitische Kultusgemeinde Wien.) Oeffentliche Plenarsitzung des Vorstandes der israelitischen Kultusgemeinde (I., Seitenstettengasse 4, II. Stock) Sonntag den 10. April 1904, 10 Uhr vormittags. Wien. (Vorträge aus jüdischer Geschichte.) Montag den 11. April 1904, 7 Uhr abends, im Festsaale des Niederösterreichischen Gewerbevereines, I., Eschenbachgasse Nr. 11, Herr Dr. Max Grunwald: „Geschichte der Juden in Deutschland und Oesterreich". (Fortsetzung und Schluß.) Mit Vorführung von Lichtbildern. Der Eintritt ist frei. Wien. (A u s z e i ch n u n g.) Dem Toiletteseisenfabrikanten k. u. k. Hoflieferanten Gottlieb T a u s s i g wurde der Titel eines k. u. k. Kammerlieferanten verliehen. Wien. Die Palästina-Ausstellung, die ursprünglich am 31. März geschlossen werden sollte, ist wegen des andanernd regelmäßigen Besuches derselben bis zum 15. April verlängert worden. Mit neu eingetroffenen Sendungen (Holz-Schnitzereien sowie Teppichen) bereichert, präsentiert sich dieselbe in vollständig neuer Dekoration noch großartiger als bisher. Für Korporationen re. empfiehlt es sich, die Ausstellung in der Mittags-, resp. Abendstunde zu besuchen, da es nur in dieser Zeit möglich ist, die einzelnen Objekte eingehend zu besichtigen. Wien. (Lese- und Rede halle jüdischer H o ch s ch ü l e r.) Der Berliner Redakteur und Schriftsteller Otto G l o g a u-Nikolsburg hält Samstag den 9. d. M. in den Räumen der Halle, IX., Grüne Thorgasse 34, einen Bortrag eigener Dichtungen aus seinem Buche: „—-und lechzen nach dem Weibe." Gäste herzlichst willkommen! Beginn präzise V48 Uhr abends. Wien. Herr Moses P i ck hat zum Andenken seines am 25. Nissan (24. April) hier in Wien verstorbenen Sohnes, des Advokaten Dr. Ludwig Pick, X 5.— zur Uebergabe an einen Schüler, der sich dem Studium der heiligen Schrift widmet gespendet. Es könnte manchem armen Kinde eine Wohltat erwiesen werden, wenn dieses Beispiel Nachahmung fände. Wien. (Todesfall.) Viele Teilnahme erregt der unerwartete Tod, welchen der Wiener Advokat Dr. Moritz Landau in Berlin gefunden hat. Der erst 37jährige Mann, ein begabter Advokat von liebenswürdigem Wesen, war ein Sohn des allgemein bekannten Banqniers Herrn Salo Landau, und befand sich in überaus günstigen Verhältnissen. Seine etwa vor einem Jahre eingegangene Ehe, die ihm einen Sprößling gebracht hat, war eine außerordentlich glückliche. Seine sehr günstige Vermögenslage, zu welcher sich ansehnliche Einnahmen seiner Kanzlei gesellten, ermöglichten ihm eine seine Lebensführung, bei der er Geschmack und Mäßigung bewährte. Der schmucke, immer mit besonderer Sorgfalt gekleidete Mann, der sich durch seine vornehme Gesinnung und seine Herzensgüte vieler Beliebtheit erfreute, machte den Eindruck eines zufriedenen und dabei ernst strebenden Menschen. In dieser Situation eines Glücklichen wurde Dr. Landau unerwartet hinweggerafft. Er unternahm eine Reise nach Berlin, dort ergab sich die Notwendigkeit, daß sofort eine Operation an ihm vorgenommen werde. Sie wurde vollzogen und führte seinen Tod herbei. Wien. (Dr. G u st a v Freund.) Vom Trauerhause in der Schottengasse aus fand am 3. d. M. um halb II Uhr Vormittags das Leichenbegängnis des Hof- und Gerichtsadvokaten Dr. Gustav Freund statt. Außer den Familienmitgliedern waren anwesend: Der Präsident des Journalisten- und Schriftstellervereines „Concordia" Edgar von Spiegel mit dem Vizepräsidenten Balduin Groller und mehreren Mitgliedern des Vereines, der Präsident des Fachschriftstellerverbances Adolf Lichtblau, Baronin Charlotte Königswarter, der