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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1904-01-08 · 2 (8.1.1904) · page 12

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
21 (1904)
Issue
2 (8.1.1904)
Date
1904-01-08
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 28 Dr. Wlocb's Mocbenscbritt. oTgmaiafciintihmNm PW’^'iraiffT Nr. 2 jungen Leute, wenn sie in kleinen Orten sich niederlassen, am häufigsten ihrer Glaubensgemeinschaft durch Mischehen entfremdet werden. Wie wenig Reformbcstrebungen damit zu thun haben, mag ja aus der Thatsache hervorgehen, daß völlig dem Judenthum cntftemdet sind die Familien des durch seine Besteigung des Mont Pete berühmt gewordenen Geologen Angelo Heilprin und die des ehemaligen Bürgerineisters von San Francisco Adolf Sutro. Heilprin ist der Sohn des bekannten Schriftstellers Michael Heilprin und Enkel des Pinchas Mendel Heilprin, der die Streitschrift Tescliubotli bei Anscbe Awen gegen die Braunschiveiger Rabbinerversammlung geschrieben hat; trotzdem war sein Sohn Michael so sehr dem Judenthum entfremdet, daß er sich jede religiöse Ceremonie bei seiner Beerdigung verbat. Sutro war der Neffe des bekannten Anti-Reform-Polemikers, des 1869 verstorbenen Rabbiners Abraham Sutro in Münster, dessen Sohn, ein Justizrath, wie mir erzählt wurde, seine Tochter in seinem eigenen Hause von einem katholischen Priester trauen ließ. In dieselbe Kategorie gehören die Fälle von Heimann Tiktin, dem Sohne des Breslauer Rabbiners Gedaljah Tiktin, welcher seine Opposition gegen Reformbestrebungen bis aus das Beibehaltcn der Schupitza ausdehnte. Der Sohn aber hat sich, um Professor an einem rumänischen Lyceum zu werden, taufen lassen. Ein ähnlicher Fall ist der des verstorbenen Michael Bernays, Sohnes des Hamburger „Chacham", den die Anti-Reformbestrebungen seines Vaters auch nicht vor der Taufe bewahrt haben, und ferner der Fall des Wiener Professors Adolf Mussafia, der der Sohn eines Rabbiners von Spalato war, welcher die Kabbalah gegen Luzzatto vertheidigte und, wenn ich nicht irre, eine Broschüre gegen I. S. Reggio schrieb, weil dieser das Bartscheeren am Cholhamoed gestatten wollte. Schließlich sind die niederträchtigsten Verleumder des Judenthums, die Apostaten Abuer-Alsonso, Geronimo da Santa Fa Pfefferkorn, Brenz, Heß, Brimanus und Paulus Meyer, aus orthodoxen Talmudschulen ohne jede reformistische Häutung direct zum Taufbecken geschritten. Anderseits sind die Söhne von Samuel Holdheim und Leopold Stein als Juden gestorben; der Sohn des Mitbegründers der Berliner Reformgemeinde, Aron Bernstein, ist als Jude Rector Magnificus der Universität Halle gewesen und die Söhne von Abraham Geiger und Ludwig Philippson sind eifrige Arbeiter für das jüdische Gemeinwesen. Ergebenst G. Deutsch. Vermischtes. KrauzablösuugSspendcn zu Gunsten der Chewra-Kadischa in Wien Seitenstettengasse 4 für arme kranke Glaubensgenossen. Anläßlich des Ablebens des sei. Herrn Moriz Alter: Von Dr. Dunkelblau, VIII., Buchfeldgasse 18, K 10.—; „L. L." K 20.—; zusammen K 30.—. Anläßlich des Ablebens der sel. Frau Marie F e i l: Von Tberese Knöpfclmacher, I.. Wallsischgasse 1, I\ 5. Anläßlich des Ablebens der sel. Tora N e u ni a n n: Von Emanuel Klappholz, I., Universitätsstraße i<>, K 2.—; Josef Fränkel, I., Universitätsstraße 4, K 2.—; Hermann Kestcl in Bielitz, K 5.—; Jacob Neumann in Chabovka K 2. , zusammen K II.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Herrn A. D. Mayer: Von Dr. Hermann Dcutich, XX., Wallensteinstraße 32. X 10.—. Wien. (Ausstellung von Schülerarbeiten.) Der T h e r e s i e n - K r e u z e r v e r e i n war in diesetn Jahre, das erstemal seit Decennien, verhindert, anläßlich der Betheilung seiner Zöglinge mit Winterkleidung eine interne Schulfeier und die dainü verbundene Ausstellung von Arbeiten — sowohl der Mädchen der Arbeitsschule, als der Knaben der Handfertigkeitsunterrichtsanstalt — abzuhalten. Die Kinder haben diesmal die ihnen bestimmten Spenden zugeschickt erhalten, ihre Arbeiten aber werden zur öffentlichen Besichtigung in den Tagen vom 11. bis 14. Jänner im Schulgebäude des Vereines, 1!., Untere Augartenstraße 35, in den Stunden von 3 bis 5 Uhr bercitgehalten und ladet die Vereinsleitung alle Gönner und Freunde der unterstützungsbedürftigen Schuljugend ein, diese Ausstellung zu besuchen. Wien. Der Mädchen- und Frauenverein „Bikur Chaulim" veranstaltet Sonntag den 10. d. M im Sitzungssaal der israelitischen Cultusgemeinde, I., Seitenstettengasse 4, II., einen Vortrags-Nachmittag, an welchem Herr Docent Dr. Josef Pollak über „Hygiene des Ohres" sprechen wird. Beginn 4 Uhr. Gäste, Damen und Herren, herzlichst willkommen. Wien. (Vortragscyklus aus jüdischer Geschichte und Volkskunde.) Am Mittwoch den 13. Jänner, präcise halb 8 Uhr Abends, findet im Festsaale des Oesterr. Jngenieur- und Architektenvereines, 1., Eschenbachgasse 9, ein Vortrag von Herrn Dr. Armand K a m i n k a: „Josef Nassi, Herzog von Naxos", statt. Eintritt frei. Wien. (T r a u u n g.) Sonntag den 10. Jänner um 2 Uhr findet im Tempel der Seitenstettengasse die Trauung des Fräuleins Olga R o s e n f e l d, Tochter des Communal- und Religionslehrers Herrn Adolf Rosenfeld, mit Herrn Dr. R. F a e r b e r, Prediger in Witkowitz, statt. Wien. (V e r l o b u n g.) Fräulein Paula L ö w y, Tochter des Herrn Philipp L ö w y, Firma Löwy & Faltin, hat sich mit Herrn Moritz Kraus, Disponent der Firma Emanuel Robitschek, verlobt. Wien. Die 28. ordentliche Generalversammlung des Israelitischen Tempelvereiues für den X. Gemeindebezirk Wiens wird Montag den 11. Jänner 1904, präcise 8 Uhr Abends, in Oczeret's Restauration, X., Keplergaffe 7, abgehalten. Wien. (Volksschul- und Religionslehrer Ignaz Blau.) Vor einigen Tagen ist in Hernals der städtische Lehrer i. P. und Religionslehrer der Wiener isralitischeu Cultusgemeinde Ignaz Blau im 76. Lebensjahre gestorben. Ignaz Blau war der dien stälteste städtische Lehrer in Hernals und wirkte auch seit Jahrzehnten als Religionslehrer der Wiener israelitischen Cultusgemeinde. Vor seinem Eintritt in den städtischen Lehrdienst war Ignaz Blau Inhaber einer mit Oeffentlichkeitsrecht ausgestatteten sechsclassigen Volks- und Rcligionsschule in der Ottakringerstraße. Im Jahre 1873 wurde Ignaz Blau von der damaligen Gemeinde in Hernals angestellt und wurde nach Einbeziehung der Vororte von der Commune Wien für die städtische Volksschule in der Calvarienberggasse übernommen; gleichzeitig wurde er auch als Gewerbeschullehrer und als Religion sichrer bestellt. In dieser dreifachen Lehrstellung wirkte Ignaz Blau bis zu seiner kurz vor seinem 70. Lebensjahre erfolgten Pensionirung. Gelegentlich seines 70. Geburtstages veranstaltete ein Comite von ehemaligen Schülern und Collegen Blau's eine Feier, bei welcher dem Jubilar besondere Ehrungen seitens der Lehrerschaft, der Schulbehörde und der Wiener israelitischen Cultusgemeinde zutheil wurden. Die „Oesterr. Wochenschrift" hat seinerzeit über diese Feier berichtet. Zu dem Leichenbegängnisse am 25. v. M. hatte sich eine außerordentliche große Zahl von Theilnehmern, darunter Collegen und Schüler des Verblichenen, Vertreter der Cultusgemeinde, die Schulinspectoren für den israelitischen Religionsunterricht Professor Dr. Kanitz und Dr. L a n g f e l d e r u. A. eingefunden. Rabbiner Dr. Bach und Schulinspector Dr. Langfelder hielten dem Verblichenen einen überaus warmen Nachruf. Dr. Langfelder wies insbesondere auf die Verdienste Blau's im israelitischen Religionsunterrichte hin; die Wiener israelitische Cultusgemeinde werde diesem aufopfernden und verdienstvollen Religionslehrer stets ein ehrendes Andenken bewahren. In der in den letzten Tagen stattgehabten Religion sichrerer» nferenz hielt Schnlinspector Professor Dr. Kanitz dem Verblichenen gleichfalls einen ehrenden Nachruf. Hervoraehoben sei noch, daß Ignaz Blau auch das älteste Mitglied der Chewra-Kadischa im Bezirke war. Wien. Allgemeine Theilnahme erregt das Hinscheiden des Herrn Bernhard Kanitz. welcher nicht blos wegen seines humanitären Wirkens und seiner Religiosität allgemeine Achtung genoß, sondern auch infolge seiner Thätigkeit in leitenden Stellungen verschiedener hervorragender Vereine aufrichtig geschätzt war. Er bekleidete durch 27 Jahre die Stelle eines Obmannes des Vereines „Ovmls Odeseä", er saß viele Jahre im Vorstand der „Oesterr. Israel. Union" und entfaltete eine eifrige Thätigkeit in der Chewra-Kadischa. Er war mit vielem Wissen ausgerüstet, besaß auch viele hebräische Kenntnisse und war bis zum letzten Athemzug ein treuer Sohn des Judenthums. Nikolsburg. (E h r u n g.) Dem verdienstvollen, langjährigen Cultusvorsteher Herrn Philipp Kohn, der durch mehr als 30 Jahre in uneigennützigster Weise seine Dienste der Cultusgemeinde widmete, wurde anläßlich des 70. Geburtstages am 19. December 1903, obwohl der Jubilar sich jede Ehrung verbeten, in spontaner Weise eine Ovation gebracht. Herr Rabbiner Josef Knöpfmacher erschien mit der Cultusvertretung in der Wohnung des Jubilars und richtete an diesen einige Worte, die große Bescheidenheit und Selbstlosigkeit des Jubilars hervorhebend, worauf der Cultusvorsteher-Stellvertretcr Herr Gustav Pisk beim Ueberreichen des Diplomes der Ernennung zum Ehrenmitgliede in anerkennenden Worten die Verdienste des Jubilars um unsere Gemeinde hervorhob. Der Chewra-Kadischa-Vorstand, geführt

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