Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 20 (1903)
- Issue
- 42 (16.10.1903)
- Date
- 1903-10-16
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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Seite 678 Dr. Dwcv's Mocvenscbrltt. Nr. 42 Entschluß ankündigte, den Abend im Beremshanse der Niederlassung zuzubringen. „Annette? Nein! Eine Jungfer wäre nur im Wege, und Fräulein Braun wird mich aus dem Heimwege an einen Wagen dringen. »Bergiß nicht, Dir denselben Kutscher für die Rückfahrt zu bestellen, der Dich jetzt hinbringt. Hast Du eine Idee, wohin bie|e Person Dich führen will?" »Sie sagte, ich möge um acht Uhr bei ihr fein/ Edith fühlte einen entschiedenen Widerwillen dagegen, auf Einzelheiten einzugehen. »Ich nehme an, es wird sehr langweilig sein", sagte sie gleichgiltig, »aber sie war sehr höflich und ich versprach es ihr/ »Du könntest telephoniren", schlug Frau Brand vor. »Nein, ich habe versprochen/ Eoity hatte durchaus keine Lust, die Wendunterhaltung aufzugeben. »Sofind Sie wirklich gekommen!" Frl. Braun's Begrüßungslächeln war voll Herzlichkeit. »Ich hatte gefürchtet, daß die Erfahrung dieses Vormittags Ihnen genügen werde/ »Nein, ich bin sehr begierig, zu sehen — was ist es, ein Theaterstück?" (Fortsetzung folgt.) Literatur. Gesellschaft für jüdische Volkskunde in Hamburg. D Das soeben erschienene XU. Heft der von M. Grunwald herausgegebenen „Mittheilungen der' Gesellschaft" (UI 124 Seiten) enthält den I. Theil der Schrift des Herausgebers, Hamburgs beutsche Juden bis zur Auflösung der Dreigemeinden 1811". Das Werk behandelt mit Betonung des culturgefchichtlrchen Gesichtspunktes die Geschichte der deutschen Juden m Hamburg fett oen ältesten Anfängen bis zum Beginn oes 14. Jahrhunderts, zum Theil darüber hinaus, in folgenden Capueln: Das Zeitalter der Glückel von Hameln. Die Steuerkraft der Gemeinde. „Der Judentumult 1730" und was ihm voranging. Das Leben in der Gemeinde. Die sociale Stellung. Berus und geistiges Leben. „Der Hamburger - Amulettenstreit". Moralische Strejf-- lichter. Hamburgs Juden in Bildniß und Carricatur. Hamburger, Wandsbecker und AUonaer Drucke. Die Friedhöfe. — Das gesammte Werk, umfaßt 35—40 Bogen mit 39 Abbildungen und erscheint zum Subseriptionspreis von Mk. 10 bei A. Jansen, Hamburg, Kaiser Wilhelmstr. 16. Aus dem Inhalt des Xll. Heftes sind besonders die Ergänzungen zu Ehrenberg's Aussätzen über die Entstehung großer Vermögen sowie die erste actenmäßige Darstellung des berühmten Streites zwischen Eybenschütz und Emden, eines Nachspieles der durch Sabbathai Zebi hervorgerufenen Bewegung, zu erwähnen. Die Sammlungen der Gesellschaft in dem verflossenen Halbjahr haben einen erheblichen Zuwachs erfahren. Ebenso schreitet das Unternehmen, jüdische Denkmäler, Bolkstypeu u. s. w. photographisch aufnehmen zu lassen, stettg vorwärts. Der jährliche Mitgliedsbeitrag ist auf Mk. 3 30 festgesetzt. Zuschriften nimmt Herr Dr. Max Grunwald, Wien, XV., Turnergaffe entgegen. Neue Bücher. Prof. Dr. Wilhelm Bacher. 26. Jahresbericht der Landes - Rabbinerschule in Budapest für daß Schuljahr 1902—1903. Borangeht: Aus dem Wörterbuche Tanchum Jeruschalmi's. Nebst einem Anhänge über den sprachlichen Charakter des Maimüni'schen Mischne-Thora. Budapest 1003. Simon Joses Rügenwald. Humor aus dem jüdischen Leben, in Versen wiedergegeben. Zur Unterhaltung für Jung und Alt. Verlag von I. Kauffmann, Frankfurt a. M., 1903. Im »Jüdischen Buch- und Kunstverlag" in Brünn soeben erschienen: Dr. Aron Sandler: Anthropologie und Zionismus. Dr. I. B. Sapir. Der Zionismus. Eine populärwissenschaftliche Darlegung des Wesens und der Geschichte der zionistischen Bewegung. Autoriiirte Uebersetzung von A. Benjamin. (Das Werk ist von der Commission der Wilnaer Zionisten mit dem Preise von S. I. Welikowsky gekrönt worden. Dr.TheodorZloeisti. JüdischerVolkskalendegr für das Jahr 5664 (1903/04), II. Jahrgang. Preis L 1.—. Dr. Alfred Nossig. Die Bilanz des Zionismus. Kritik und Reform. Vortrag, gehalten zu Basel während des VI. Zlonisten-Congresses im August 1903. Verlag von B. W e p f & C o. (vorm. Louis I e n k e). Basel 1903. Kriefkaften. L. Der antisemitische Reichstagsabgeordnete in Berlin Pfarrer K r ö s e l hat auf seine Pfarre verzichtet. Seine arische Sittenstrenge hat seine Pfarrgemeinde genirt. K. „Warszawski Dnewnik" ist ein offtciöses russisches Organ, das bisher eine durchaus judenfeindliche Haltung einnahm und die Auswanderung der Juden aus Rußland für zweckmäßig erklärte. Wenn dieses Organ nunmehr dafür eintritt, den Juden ein Gebiet in Rußland unter autonomer Selbstverwaltung zu überweisen, so scheint thatsächlich eine Wendung in der russischen Judenpolltik sich vorzuberelten. Das Blatt bedauert, daß der beste Thell der Judenschaft, der am meisten productive, jener, der am meisten befähigt ist, dem Staate Positives und Werthvolles zu geben, aus Rußland auswandert. „Wrr werden einen Theil unserer Unterthanen, denen wir große Kräfte für die Lebensfähigkeit des russischen Reiches entnehmen könnten, an England abgeben. England aber wird die Juden benützen, um Erfolge zu erzielen, die zu erzielen wir uns als unfähig erwiesen haben. Warum aber sollen wir England ein Geschenk machen?" Indessen muß man abwarlen, ob es der russischen Negierung mit ihrer Slnnesänoerung ernst ist. Mich. Horowitz in K. Gewünschte Broschüre ist uns unbekannt. M. Der Ezar duldet kein Blutvergießen — außerhalb der Grenzen des russischen Reiches; er ist der „Friedensczar" für die Balkanvölker, und für die eigenen Unterthanen? „Germauicus." Trösten Sie sich! Das Französisch des Herrn Bielohlawek ist nicht seltsamer als das Deutsch einzelner deutschnationaler Wortführer und Reichsboten. fiaiÜAV (I 7A kurz, schöner Ton, sofort zq verkaufen. VI. Bez., \MVI%F Iß» iVj Gumpendorferstrasse 99,1. Öt., Th. 14, Stein BP. Charlotte Kuffner sche Familien-Stistung. Am 23. Thebet d. I. (11. Jänner 1904) gelangen bei der israelitischen Eultusgememde Wien die Erträgnisse der obgenannten Stiftung per Krouen vsä.— an arme Verwandte der am 23. Decemver lv96 in Wien verstorbenen Frau Charlotte Kuffner zur Verleihung, wobei insbesondere mit der genanntenStifterin verwandte arme Witwen zu berücksichtigen sind.i Die mit dem legalen Nachweise dieser Verwandtschaft und der Armuth belegten Gesuche sind bis 10. November 1903 im Einreichungsprotokolle der israelitischen Cultusgemeinde, I., Seitenstettengasse 4, I. Stock zu überreichen. Gesuchsblanquette werden daselbst unentgeltlich ausgefolgt. Auszüge aus den Geburts-, Trauungs- und Todtenmatrikeu der israelitischen Cultusgemeinde sind als Gesuchsbelege nicht erforderlich und genügt die genaue Angabe der betreffenden Daten. Auf mit den geforderten Belegen nicht versehene oder verspätet eingebrachte Gesuche wird keine Rücksicht genommen. Wien, 10. Oktober 1903. Das Curatorium. der Charlotte Kuffner'schen Familien-Stistung. Dr. Max Friedländer'sche Heirats-Ausftattungs- Stiftung für ein armes Waisenmädchen. Der Vorstand der israelitischen Cultusgemeinde Wien bringt zür Kenntniß, daß aus den Zinsen der genannten Stiftung ein Stiftplatz h Kronen 120.— an arme verwaiste Mädchen jüdischer Confessio« als Brautausstattungsbeiträge zu verleihen sind. Die Bewerberinnen haben ihre mit einem Geburts- und Armuthszeugniffe, einem Stttenzeugniffe, ferner dem Nachweise, daß sie verwaist sind und sich im Brautstande befinden, versehenen Gesuche bis 10. November 1903 im Einreichungsprotokolle der israelitischen Cultusgemeinde, I., Seiten' stettengasse 4, I« Stock, während der Amtsstunden von 9—12 Uhr