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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1903-09-25 · 39 (25.9.1903) · page 10

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
20 (1903)
Issue
39 (25.9.1903)
Date
1903-09-25
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Sette «26 Dr. Mocb's Mocbenscbrttt^ Nr. 39 Behufs Ermöglichung der ungestörten Abhaltung des Jugendgottesdienstes im Brigittenauer Bethause, welcher bisher Mangels einer Heizanlage während der Wintermonate unterbleiben mußte, hat das Vertreter-Collegium einen Betrag von circa K 1700.— zur Anschaffung von Gasöfen votirt. Ueber Referat des Secretärs kais. Rath Dr. Lieben wird die nachträgliche Genehmigung ertheilt. Die Auszahlung der erhöhten Subvention pro 1903 an den Tempel- und Schulverein VI., Stumpergaffe, wird genehmigt. Herr Vertreter Baurath Wilhelm Stiaßny referirt über die Neuherstellung von Fußböden in den Zimmern und Corridoren des Spitales der israelitischen Cultusgemeinde. Diese Arbeiten, welche einen Kostenbetrag von circa X 8000 erforderten, wurden seitens der Behörde als unaufschiebbar bezeichnet und mußten während der Sommermonate zur Durchführung gelangen. Des Ferneren ergab sich die Nothwendigkeit weiterer Adaptirungsarbeiten mit einem Kostenaufwande von circa X 7000, welche gleichfalls noch vor Eintreten des Herbstes vollendet sein mußten. Die vom Referenten beantragte nachträgliche Genehmigung wird ertheilt. Desgleichen wird der Bewilligung folgender Nachtragscredite zugestimmt: süc elektrische Beleuchtung des Spitales (alter und neuer Tract) K 4000; für Herstellung von Grüften auf der israelitischen Abtheilung des Centralfriedhofes X 5000; ferner Beträge für rituelle Verköstigung jüdischer Soldaten während des Paffahfestes und hoher Feiertage; endlich für Prämien zur Brandschadenversicherung und für Waffermehrverbrauch. Im Sinne der Anträge der Commission für Cultus-Angelegenheiten und des Vertreter'Collegiums, sowie auf Grund der Aeußerung der Bezirkscommiffion für den II. und XX. Bezirk wird das Ansuchen des Vereines »Schomre Hadath* um Genehmigung der Errichtung eines ständigen Bethauses im II. Bezirke, Obere Donaustraße 12, mangels eines Bedürfnisses und mit Rücksicht auf die localen Verhältnisse abschlägig beschieden. Namens des Vertreter-Collegiums beantragt Slcretär kais. Rath Dr. Lieben, dem Kindergarten in der Brigittenau auch für das Schuljahr 1903/1904 eine Subvention in der Höhe von K 2000 zu bewilligen. Die Herren Cultusvorsteher Eltbogen und Vertreter Dr. Steiner, wie auch Vertreter Theodor Ritter von T a u s s i g heben die besonders segensreichen Wirkungen dieser Institution für die arme jüdische Bevölkerung der Brigittenau hervor. Der Präsident bemerkt, daß insbesondere Herr Cultusvorsteh-r Eltbogen dem Kindergarten regstes Jntereffe entgegenbringe, wofür ihm Dank gebühre, und ersucht der Präsident Herrn Eltbogen, auch weiterhin seine Fürsorge dieser löblichen Institution zu widmen. Der Bericht der Leiterin wird mit Befriedigung zur Kenntniß genommen und sohin die beantragte Subvention einstimmig bewilligt. Entsprechend dem Referate des Herrn Vertreters Baurath Theodor Ritter von Goldschmidt werden an 17 Parteien periodische Unterstützungen (Monats- und Quartalsgaben) für die Zeit vom 1. Juli bis Ende December 1903 im Gesammtbetrage von circa K 1700 bewilligt. Herr Bice-Präsident Dr. K o h n berichtet, daß für die diesjährigen hohen Feiertage seitens der Cultusgemeinde außer im Musikvereinssaale auch im großen Saale des Hotel Post ein temporäres Betlocal eingerichtet wurde. Ein großer Theil der Sitze wird Unbemittelten unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Der Präsident bemerkt bei diesem Anlässe, daß diesjährig vor Erthellung von Genehmigungen temporärer Betlocale die Aeußerungen des nächstgelegenen Bethausvereines und der betreffenden Bezirkscommiffion eingeholt und denselben zumeist Rechnung getragen wurde. In einem Falle — hinsichtlich des Ansuchens des innerösterreichischen Districts-Comites des Verbandes »Zion* — habe sich der Präsident jedoch veranlaßt gesehen, entgegen den ablehnenden Aeußerungen die Zustimmung zur Abhaltung von Betversammlungen in den Verbandslocalitäten ex prae8idio zu erlheilen. Vor Schluß der Sitzung erwähnt der Präsident, daß in Angelegenheit der erfolgten Constituirung der Bezirkscommiffionen und mehrerer von einzelnen derselben an den Vorstand gelangten Eingaben formalen und meritalen Inhalts er dem Secretär- Stellvertreter Dr. Adler die Erstattung eines Berichtes übertragen habe, welcher demnächst den Gegenstand der Berathung durch das Bertreter-Collegium bilden, beziehungsweise zur Vorlage an den Vorstand gelangen werde. Nach Erledigung von Personalien spricht der Präsident unter lebhafter Zustimmung der Anwesenden dem Vorstande ein herzliches n-iv nw aus und schließt die Sitzung. Tempelfpenden: Im Ge mein debethau sei., Seitenstettengasse4: Von Herrn Jacob Nessel X 10.—. I m Gemein debethause XV., T u r n e r g a s s e 22: Von Herrn Israel Blumenschein X 4.— , von Herrn Simon Kohn X 14.—, von Herrn Samuel Silberstein X 1.—, von Herrn Heinrich Nein X 2.—, von Herrn Emanuel Fleischmann K 4.—, von Herrn I. Epstein X 4.—, von Herrn Bernhard Kurzweil X 2.—, von Herrn Ludwig Spitzer X 16.—, von Herrn Friedrich Schick X 2. von Herrn Simon Hecht X 6.—, von Herrn Michael Färber X 20.—, von Herrn Jakob Fuchs X 2.—, von Herrn Alexander Markus X 1.—, von Herrn Jonas Samek X 12—, von Herrn Alexander Schächter X 2.— , von Herrn Director Alexander Hecht X 6.—, von Herrn Adolf Sachs X 1.—, von Herrn Wilhelm Trebitsch X 3.-, von Herrn Hermann Berliner X 2.- , von Herrn Salomon Bauer X 2.—, von Herrn Benno Hirsch X 16.—, von Herrn Ignaz Zwicker X 8.—, von .Herrn Simon Kirsch X 2.—, von Herrn Bernhard Brückner X 1.-, von Herrn Alex. Markus X l.—, von Herrn Eduard Rechnitzer X 80.—. von Herrn Samuel Silberstern X 1.—, von Herrn Moriz Kurzweil X 4.—. von Herrn Jakob Duschinsky X 8.—, von Herrn Julius Fritz X 10.—, von Herrn Dr. Max Grunwald X 20.-, von Herrn Director Alex. Hecht X 4.—, von Herrn Philipp Kohn X 4.—, von Herrn Moriz Stärk X 6.—, von Herrn N. Schwager X 4.—. von Herrn David Braun X 20.—, von Herrn Jakob Herzog X 20.—, von Herrn Bernhard Bandler X 10.—. Im Gemeindebethause XVI., Hubergasse 8: Von Herrn Adler X 24.—, von Herrn Moriz Auspitz X 10.—, von Herrn Adolf Buch X 10.—, von Herrn Alexander Goldblatt X 8.—, von Herrn Sig. Kohn X 8.—, von Herrn Jakob Kohn X 10.—, von Herrn Salomon Kohn X 7.—, von Herrn Jonas Weiß X 16.—, von Herrn Samuel Weiß X 20.—, von Herrn Robert Weiß X 14.—, von Herrn Alois Winterstein X 6.—, von Herrn Ignaz Zucker X 10.—, von Herrn H. Stärk X 18.—. Berthold-Auerbach-Verein (Israelitischer Jünglings- Verein). Um das Selbstbewußtsein der Jugend zu heben und für die hohe Mission des Judenthums zu begeistern, wurde vor 9 I ihren der Verein gegründet. Seit October 1902 fanden zwei Generalversammlungen statt, in welchen Statuten und die finanzielle Lage berathen wurde. Zur Erreichung des in § 1 ausgedrückken Zieles, die Allgemeinbildung der Mitglieder zu heben, ihr Interesse und Verständniß für jüdische Geschichte und Literatur zu fördern, sowie eine gemüthvolle Geselligkeit zu pflegen, wurde ein Lehrplan aufgestellt, der, wie nachfolgt, zur Ausführung kam. Herr Kirchenrath Dr. Kroner (Ehrenpräsident) hielt, nachdem er eine Uebersicht über die gesammte jüdische Literatur gegeben hatte, wöchentlich eine Vorlesung über Jesaia mit Kritik der christlichen Uebersetzung. Herr Profeffor Skrauv hielt 5 Vorlesungen über Geschichte der dramatischen Kunst in Deutschland. Herr Cantor Tennenbaum unterrichtete die Gesangsabtheilung (4 stimmig). Außer diesen UnterrichtSeursen fanden Familienabende und Vorträge statt und sprach Herr Rabbiner Dr. Kahn, Eßlingen, über Judenemancipation in Deutschland, sowie anläßlich des Todes von Profeffor Lazarus über die Bedeutung des Verstorbenen für das Judenthum. Herr Kirchenrath Dr. Kroner hielt 2 Vorträge über Berthold Auerbachs Geistesleben. All diese Abende wurden durch Chorgesänge der Gesangsabtheilung weihevoll eröffnet (Lieder von Mozart, Mendelssohn, Silcher rc.). Recitationen der Mitglieder und Sologesänge verbanden Lehrreiches mit Unterhaltendem. Sämmtliche Abende sowie die Curse während ihrer ganzen Dauer waren gut besucht. Die selbstlose Mithilfe der vorbenannten Herren, besonders die Arbeitslust des Herrn Kirchenrathes Dr. Kroner und die Lehrfähigkeit des Dirigenten Herrn Cantor Tennenbaum verdienen allgemeine Anerkennung, umsomehr, als der Mitgliederstand ein sehr wechselnder ist. Für Schulgelder rc. wurden aus der Vereinscaffe an besonders gut begabte Kinder armer Eltern hohe Beträge bezahlt. Es ist zu wünschen, daß sich die Sympathie der jüdischen Bevölkerung ungetheilt dem Vereine zuwendet und daß auch die Söhne der Reichen unter dem Wahlspruch »Judenthum und Idealismus* Mitarbeiten an der Wohlfahrt des Vaterlandes und der Gesammtheit. Der Vorstand.

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