Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1902-03-07 · 10 (7.3.1902) · page 15

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
19 (1902)
Issue
10 (7.3.1902)
Date
1902-03-07
Page
– (sequence 15)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3020846-3021439-3021450--11594-3036140
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

6 entity mentions

Nr. 10 Vr. Bloch's Wochenschrifk. Seite 163 schenkt, 78 Kranke in die berühmtesten Curorte geschickt, allen bedürftigen Familien des IX. Bezirkes es ermöglicht, das Osterfest rituell zu begehen, alle armen jüdischen Wöchnerinnen des IX. und XlX. Bezirkes aufs Beste versorgt und 200 Schulkinder bekleidet. Den schönsten Erfolg erzielte der Verein durch Entsendung von 21 kränklichen Arbeiterinnen, Mädchen und Frauen, in drei Gebirgsorte, so daß die Errichtung eines Arbeiterinnen-Erholungsheims die zielbewußte Aufgabe des Vereins für die Zukunft werden wird. Unter den zahlreichen Sympathiekundgebungen für den Verein erwähnen wir besonders die Errichtung von drei neuen Ehren-Gedenkblättern für die Frauen Fanny Neustadt! seligen Angedenkens und Rosa Beer seligen Angedenkens, sowie Herrn Ernst Hirsch von Seiten ihrer trauernden Hinterbliebenen, sowie die neuerliche Errichtung einer Seelenlicht-Stiftung. Der „Frauenhort" verdient die regste Sympathie aller warmherzigen Spender, da er das Leben seiner Armen von der Geburt bis zum Tode in allen Phasen des bürgerlichen und religiösen Lebens durch seine Spenden erhellt und aufrichtet. Wien. Der Kaufmännische Unterstützungsverein „Osten" hält am 9. März 1902 um 5 Uhr Nachmittags im Saale des „Hotel Europe", II., Asperngaffe 2, seine XXV. ordentliche Generalversammlung ab. An diesem Tage vollendet der Verein „Osten" das fünfundzwanzigste Jahr seines Bestandes. Wien. (Verein zur Hebung der Gewerbe.) Am Samstag den 8. d. M.» halb 8 Uhr Abends, findet in Khuner's Restaurant, I., Adlergasse, eine Plenarversammlung mit folgender Tagesordnung statt: Freie D i s c u s s i o n e n, eingeleitet von unseren Mitgliedern Herren k. k. Baurath Wilhelm Stiaßny und Architekt Friedrich Schön. Wien. Der provisorische Ausschuß der „Vereinigung zionistischer Hochschüler" veranstaltet Samstag den 8. März, um 8 Uhr Abends, im Restaurant Khuner einen Discussions-Abend, an welchem Herr Martin Buber über die „Entwicklung des modernen Zionismus" referiren wird. Wien, (Verein für jüdische Geschichte und Literatur.) Dieser zwar noch junge, doch sich bereits allseitiger Sympathien erfreuende und zusehends erstarkende Verein bot Sonntag den 2. März seinen Vesnchern einen äußerst anregenden Abend. Im großen Festsaale des „Jüdischen Volksverein" II. Leopoldsgasse 49, hielt Herr Wolf Pappenheim einen Vortrag über „Rabbi Moses Sofer und seine Zeit". Der Saal war bis in das letzte Winkelchen von einem distinguirten Publicum gefüllt, das durch das Interesse an dem Thema, welches durch die populäre Persönlichkeit des Redners womöglich noch erhöht wurde, herbeigeströmt war, um den Ausführungen des Vortragenden zu lauschen. Herr Pappenheim, der bei seinem Erscheinen auf dem Podium mit minutenlangen Ovationen begrüßt wurde, griff bis in die früheste Jugend des Chaßam Sofer zurück; er erwähnte den Einfluß seiner Jugendbildner und Lehrer, der Rabbiner N. Adler und I. Hnrwitz, die bestimmend und gestaltend auf seinen späteren lichtvollen Lebensweg gewirkt. Mit meisterhaftem Geschick zeichnete er die Stufenleiter der Ruhmesepoche R. Moses Sofer's, deren erste Sprosse mit der mährischen Gemeinde Straßnitz begann, welche ihn. der ursprünglich gar nickt die Absicht hatte, sich dem Rabbinerstande zu widmen, zu ihrem Oberhaupte wählte. Von hier auf den Rabbinatssitz der Gemeinde Mattersdorf berufen, verhalf er dieser durch seine gigantische Persönlichkeit zu europäischem Rufe. Er hielt auch dort eine große Jeschiwah, die sich später, zur Zeit als R. Moses Sofer in Preßburg im Zenith seines Ruhmes stand, zu ungeahnter Höhe und Blüthe entwickelte. In Preßburg war durch das. Ableben des scharfsinnigen Gaon R. Meschulem Tißmenitz der Rabbinatssitz vacant geworden. Die verwaiste Gemeinde hielt nach einem ihrer würdigen Seelenhirten Umschau und beschloß, das Los über vier der berühmtesten Rabbiner entscheiden zu lassen; es gelangten in die Urne die Namen der dem Chaßam Sofer an Jahren weit überlegenen Rabbiner Baruch Fränkel- Leipnik, R. Scholaum Charif-Lakenbach, R. Akiba Eger-Posen, der nachmalige Schwiegervater des Moses Sofer und endlich auch dessen Name. Und dieser wurde aus der Urne gezogen und die Preßburger Gemeinde erwählte ihn mit ungewöhnlicher Begeisterung. Als er von seiner Wahl in Kenntniß gesetzt wurde, verwahrte er sich anfangs dagegen mit deni Hinweise, daß er nicht würdig wäre, der Nachfolger eines so großen Mannes zu sein. Doch nahm er das Preßburger Oberrabbinat an und würde schon dadurch zur geistigen Führerschaft in Israel prädestinirt worden sein, 'wenn er es auch nicht durch seine gewaltige Individualität gewesen wäre. Die Gehaltsclausel seines Rabbinatsbriefes dreht sich hauptsächlich um den Punkt der Erhaltungsfähigkeit einer bestimmten Anzahl von Bachurim seitens der Gemeinde. Die Anzahl der Bachurim, die gleichzeitig zu seinen Füßen saßen, bewegte sich von 300—800; im Ganzen dürfte er in Preßburg etwa 6000 Schüler gehabt haben. Salomon Rothschild, der zu seinen wärmsten Verehrern zählte, ließ ihm die Würde eines Landrabbiners anbieten, die er jedoch mit der Motivirung zurückwies, daß man nicht wissen könne, wer sein Nachfolger sein werde und man daher die Gesammtjndenheit des Landes nicht einem Einzelnen überantworten dürfe. — Herr Pappeuheim sprach in der ihm eigenen geistvollen Weise volle anderthalb Stunden, doch blieb er den zweiten Theil seines Vortrages, betreffend die Zeitfragen, die in der Epoche M. Sofers die jüdische Welt in Athem hielten, schuldig und dürfte es bei einer späteren Gelegenheit nacht agen. Nicht endenwollender Applaus lohnte den Vortragenden. Der nächste Vortrag findet Sonntag, den 9. März statt; Thema: „Cultur und Judenthum"; Referent Herr Cand. Med. A. Feuerring. Wien. Der Humanitätsverein für die westlichen Bezirke Wiens, Mariahilf und Neubau, veranstaltet den 13. März 1902, halb 8 Uhr Abends, im Raimnnd-Theater eine Wohlthütigkeits- Vorstelluug, deren Reinerträgniß dem Freitisch-Fonde zufließen soll. Zur Aufführung gelangt Ernst Wilhelm's neues Stück: „Der große Theophil", Schwank in drei Acten, unter Mitwirkung des Herrn Alexander Girardi. Preise der Plätze inclusive Garderobe: Parterre: Orchester-Fauteuils, 1. bis 4. Reihe, X 7.—; erstes Parquet, 1. bis 7. Reihe, K 6.20; zweites Parquet, 8. bis 13. Reihe, X 4.20; Parterre, 1. bis 10. R'ihe. X 2.—. Erste Galerie: Proscmiumslogeu X 50.—; Logen K 30.—; Sitze, 1. Reihe, X 6.20; Sitze, 2. bis 5. Reihe. X 4.20; Sitze, 6. bis 9. Reihe, K 2.40; Sitze, 10. bis 14. Reihe, X 1.60. Zweite Galerie: Logen X 18 —; Sitze, 1. Reihe, X 3.20; Sitze, 2. bis 5. Reihe. X 1.40; Sitze. 6. bis 12. Reibe, X -.70. Vormerkung nehmen entgegen: Die Tagescaffa des Raimund-Theaters; Herr Dr.'Carl Löwy, VII., Mariahilferstraße 96, und Herr Herrman König, VII.. Seidengaffe 28 (Telephon Nr. 195). Wien. Am 24. Februar fand im Ronacher-Saale das vom Israelitischen Frauen Wohlthätigskeitsverein für die Bezirke IV und V arrangirte Kränzchen, deffen Reinerträgniß zur Bekleidung armer Schulkinder und zur Unterstützung armer Wöchnerinnen dienen soll, statt. Der Vorstand war durch die Frauen Charlotte Lichtblau, Nina Hahn, Karoline Hofmann, Rosa Spitz und Eugenie Walter vertreten uno das Junge Damen- und Herren-Comits that, unterstützt von der Kapelle Drescher und Prof. Rabensteiner, sein Bestes, so daß bis in den frühen Morgen hinein flott getanzt wurde und auf ein ansehnliches Erträgniß für die Hilfsbedürftigen gerechnet werden kann. — Der Verein hat ferner auf die an Ihre k. u. k. Hoheiten den Herrn Erzherzog und Frau Erzherzogin Rainer überreichte Adreffe nachstehende telegraphische Danksagung erhalten: „Ihre k. u. k. Hoheiten die durchlauchtigsten Herr Erzherzog und Frau Erzherzogin Rainer beauftragen mich, Höchstihren wärmsten Dank für freundliche Glückwünsche auszuspreche». Obersthofmeister Rosenberg, GM." Wien. Der humanitäre Verein „Marpe Lanefesch" erhielt das nachstehende Danktelegramm: „Ihre k. u. k. Hoheiten die durchlauchtigsten H:rr Erzherzog und Frau Erzherzogin Rainer beauftragen mich, Höchstihren wärmsten Dank für freundliche Glückwünsche und Adreffe auszudrücken. Obersthofmeister Graf Rosenbera, GM." Wien. (Allgemeiner K ra n ken-U n t e r stützungsverein „M enschenliebe", Wien IX.) Das von diesem Vereine am 26. Februar im „Bayerischen Hof" veranstaltete Costümkränzchen war ein in allen Tdeileu vollkommen gelungenes. Der Besuch war ein massenhafter und die Unterhaltung war eine intime familiäre, so daß ein Jeder, der das Fest besuchte, das Gefühl hatte, als sei er ein Mitglied dieser großen jüdischen Familie, die hier anwesend war. Das Reinerträgniß war ein ziemlich ansehnliches und kommt armen Mitgliedern und armen Wöchnerinnen zugute. Besonderer Dank gebührt dem Herrn Lucian Brunner, der durch eine munificente Spende die Jntereffen des Vereines förderte. Dank allen Besuchern und allen Denen, die Karten genommen haben, ohne das Fest zu besuchen. Sie mögen die Gewißheit entgegennehmeu, daß das Geld nur für rein humane jüdische Zwecke verwendet wird. Wien. (Leopold st ädter Kranke n-U n t e r stützungsverein „N ä ch st e n t i e v e".) Am 20. Februar d. I. fand in den Saallocalitäten „Zum goldenen Widder" II.. Taborstraße 36, unter dem Vorsitze des Obmannes Herrn Moritz Rosenblatt die XXI. ordentliche Generalversammlung statt, welche von den Mitgliedern äußerst zahlreich besnckt war. Der Rechenschaflsberfcht, erstattet von dem bewährten Schrlftführer Herrn Adolf Reich, wurde zur Kenntniß genommen und das Absolutorimn einstimmig ertheilt und dem Vorstand für seine Thätigkeit der Dank der Versammlung ausgesprochen. Die Aufnahmegebühr für neueintretende Mitglieder wurde von 4 auf 6 Kronen erhöht. Bei den vorgenommenen Ergänzungswahlen wurden die Herren: Rudolf Freiwirth, Moriz Kammermann, Hermann Löwy, Adolf Schrämet und Leopold Sonntag als Ausschußmitglieder wiedergewählt. Neu gewählt in den Ausschuß wurden die Herren: Josef

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.