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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1902-03-07 · 10 (7.3.1902) · page 16

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
19 (1902)
Issue
10 (7.3.1902)
Date
1902-03-07
Page
– (sequence 16)
Language
German
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Seite 164 Är. VloÄL's WoÜMNIÄrrtfr, Nr. 10 Bernstein, Benjamin Hoffmann, Berthold Kohn, Anton Kürt und Adolf Morawetz. Zn Revisoren wurden die Herren Adolf Orlik und Max Wagner gewählt. Bei der am 26. Februar d. I. vorgenommenen Coustituirung des Vorstandes wurden die um den Verein so verdienten und bewährten Herren wieder als Functionäre berufen, und zwar: Herr Moritz Rosenblatt als Obmann. Herr Adolf Schramek als Obmann-Stellvertreter, Herr Adolf Reich als Schriftführer, Herr Alexander Guttmann als Schriftführer-Stellvertreter, Herr Hermann Löwy als Caffier und Herr Friedrich Patzovsky als Controlor. Wien. Der Verein „Toniech Ewjouim“ (II., Herminengasse 6) hielt am 23. v. M. seine Generalversammlung ab. Vereinsobmann Obercantor M. Schorr begrüßte die zahlreich Erschienenen und beleuchtete in treffenden Zügen die Vereinsthätigkeit im abgelaufenen Jahre. Es wurden feit Jahresfrist nicht weniger als 2445 Personen mit sabbathlichem Freitisch und überdies eine ansehnliche Zahl Hilfesuchender mit namhaften Geldnnterstützungen bedacht. Redner appellirt, dem Vereine, in Anbetracht seines humanen Zweckes, ein höheres Jntereffe entgegenzubringen. (Lebhafter Beifall.) Nach Verlesung des Jahresberichtes durch Schriftführer Rosenfeld wurde dem Vorstande einhellig das Absolutorium ertheilt, Herr Professor S. Hofmann in Anerkennung seiner Verdienste um den Verein zum Ehrenobmann ernannt. (Beifall.) Es wurden sodann mehrere die Agenden des Vereines betreffende Anträge einer Discuffion unterzogen und schließlich zur Wahl des Vorstandes geschritten. In denselben erscheinen nach der am 27. v. M. stattgehabten Eonstituirung theils wieder-, theils neugewählt: Obercantor M. Schorr, Obmann; Sigm. Figdor. Obmannstellvertreter; Josias Goldschmidt, Caffier; Arnold Rosenfeld, Schriftführer; Markus Spiegel, Schriftführer-Stellvertreter; Michael Figdor, Controlor; S. Diamant, Geza Braun, I. A. Wasservogel', Jg. Klein, Ausschüffe, Moritz Felsenburg, Gustav Kohn, Revisoren. D. Skutezky. Wie«. (Humanitärer gemeinnütziger Verein „Die Brüder", Verein zur Bekleidung armer Schulkinder in der Brigittenau.) Unter dem Vorsitze des Obmannes Herrn Heinrich Weiner, fand am 17. Februar d. I. die ordentliche Generalversammlung dieses Vereines unter zahlreicher Betheiligung der Mitglieder statt. Der Obmann wies in seinem Berichte zunächst hin, daß der Verein im abgelaufenen Jahre durch die materielle Mitwirkung der Mitglieder und zahlreicher Gönner außerhalb des Bezirkes in der glücklichen Lage war, 140 Kinder mit vollständiger Winterkleidung zu versehen, eine Leistung, die der Verein seit seinem 10jährigen Bestände noch nicht erreicht hat; er gedachte ferner der bedeutenden Subvention seitens der löbl. Cnltusgemeinde und dankte allen Factorco, die an diesem edlen Werke mitgewirkt haben, in beredten, vom Herzen kommenden Worten. Nicht minder gedachte er der großen Leistungen des löblichen Brigittenauer Frauen- Wohlthätigkeitsvereines bei diesem Acte und dankte der ganzen jüdischen Lehrerschaft im Bezirke mit Herrn Josef Faltitschek an der Spitze, welche unermüdlich bestrebt war, die Tendenzen des Vereines im richtigen Sinne zu fördern. Er gedachte ferner in warmen Worten der großen Verdienste des Ehrenmitgliedes Herrn Josef Steiner um den Verein und bat die Versammlung, den Verein auch im kommenden Jahre kräftigst unterstützen zu wollen. Bei der hierauf vorgenommenen Wahl wurden die Herren S Bärnkopf, Leopold Beckmann, Josef Faltitschek, Jakob Goldner. Heinrich Glaser, Ingenieur Edm. Hirsch, Cafetier Ignaz Körner, S. Liebe!, David Pollatschek, S. Straffer, Salomon Schwarz und Heinrich Weiner in den Vorstand gewählt. Budapest. Sonntag den 16. Februar wurde hier unter imposanter Theilnahme aller Schichten der hiesigen jüdischen Bevölkerung Herr Ignaz Kohn, der Vater unseres hochverehrten Rabbiners und Predigers Dr. Saumel Kohn, zur ewigen Ruhe geleitet. Der Verblichene, dem die gütige Vorsehung ein hohes Greisenalter beschieden, — er wurde im Jahre 1813 geboren — war der Sohn des hochgelehrten und berühmten Rabbi G ö tz K o h n - S ch w e r i n, der als BLcs-Bodroger Comitatsrabbiner in Baja seinen Sitz ha te und dem sein Enkel, unser Rabbiner Dr. Kohn in einer vor Kurzem erschienenen gediegenen Biographie ein würdiges Denkmal gesetzt. Sein Sohn Ignaz Schwerin, der Freitag den 14. v. M. in ein besseres Jenseits sanft hinüberschlummerte, war selbst ein großer jüdischer Gelehrter, hatte aber dabei schöne weltliche Bildung und stets Sinn und Verständniß für wissenschaftliche Zeitfragen und politische. Bewegungen. Am Freiheitskampfe im Jahre 1848/9 nahm er activen Antheil. Seit 36 Jahren lebte er im Hause seines berühmten einzigen Sohnes Rabbiner Dr. Samuel Kohn, vom Sohne, von der Schwiegertochter, von Enkeln und Urenkeln gehegt und gepflegt, wie ein Patriarch von Ehrfurcht und Liebe umgeben. Gemäß dem letztwilligen Wunsche des Verstorbenen, der Zeit seines Lebens von streng conservativer Observanz war, wurden ihm die letzten Ehren nach alter Sitte auf die allereinfachste Weise erwiesen. Dennoch war die imposante Betheiligung an feiner Bestattung schon an und für sich von überwältigender Großartigkeft. Den einfachen, ungehobelten Sarg, in dem die irdischen Ucberreste des Verblichenen in seinen von ihm selbst vorber«teten Sterbekleidern ruhten, umstand eine zahllose Menge, die zum größten Theile aus den Deputationen verschiedener Körperschaften bestand. Auch aus der Provinz waren viele seiner Freunde und Verehrer herbeigeeilt, um ihm die letzte Ehre zu erweisen. An seiner Bahre hielt im Trauerhause Rabbiner Dr. M. Kayserling einen ergreifenden Nachmf. Am Grabe sprach der tieftrauernde Sohn einige, vom Schmerz tiefbewegte, alle Anwesenden zu Thränen rührende Worte des Abschiedes. An Kranzablösungs-Spenden liefen ungefähr 2000 Kronen für wohlthätige Zwecke ein, darunter sind nahezu 1000 Kronen als Stiftung für den Waisenfond des ungarischen israelitischen Landesvereines bestimmt. Ll. Wien. (Lese- und Redehalle jüdischer Hochschüler.) Samstag den 22. v M. fand in Wendlinger's Restaurant, IX. Seegaffe die XVI. ordentliche Plenarversammlung der „Lese- und Redehalle jüdischer Hochschüler" unter dem Vorsitz des Präses Herrn stuck. meck. Ignatz Zollschan statt. Die Einleitung bildete die Verlesung des Jahresberichtes, aus dem hervorgeht, daß die Lesehalle auch im Berichtsjahre sich der besonderen Gunst aller Wiener jüdischen Kreise erfreute, sowie auch in materieller Hinsicht genügende Unterstützung fand. In erster Linie verdienen zwei Umstände hervorgehoben zu werden, welche im abgelaufenen Jahre das Ansehen des Vereines in besonderem Maße gehoben haben. Es sind dies der Ball, der am 22. Jänner d. I. im Ronachersaale stattfand und sich zu einem der glanzvollsten dieser Saison gestaltete, und andererseits die Gründung einer literarischen Section, die schon in der kurzen Zeit ihres Bestandes höchst beachtenswerthe Erfolge aufweist. Das Reinerträgniß des Balles wurde zum Theile dem Stammcapital des Vereines zugeführt, das im Berichtsjahre die Höhe von 4)35 Kronen erreichte, zum anderen Theile wurde das Erträgniß wohlthätigen Zwecken gewidmet. Auch im heurigen Jahre haben hervorragende Schriftsteller für den Verein Vorträge in den Räumen der Universität abgehalten, u. zw. die Herren Mathias Acher, Dr. Marco Brociner, Dr. I. I. David, Heinrich Jork-Steiner, C. Karlweis, Prof. Dr. Leon Kellner, Dr. Münzer und Dr. Richard Rappaport. Auf dem Gebiete des Sectionswesens entwickelte der Verein eine reiche Thätigkeit. denn es bestanden im heurigen Jahre je eine Section für italienisches und deutsches Fechten, eine literarische, Schach- und Gesangßsection. Für die Mediciner des Vereines hielt Herr Dr. Bader mehrere Vorbereitungscurse zu den Rigorosen. Eine Neuheit an dem Jahresberichte bilden einige bisher ungedruckte Beiträge von jüdischen Autoren, darunter von Dr. Martin Buber, Julius Bauer, Berthold Feiwel, Anselm Lutwak, Dr. Paul Werthcimer und Stefan Zweig. Im Verlaufe der Versammlung entstanden lebhafte Debatten über einige Veränderungen der Statutcn, sowie .über verschiedene interne Angelegenheiten. Dem abtretenden Ausschüsse wurde das Absolutorium per Acclamation ertheilt und der Dank für die mühevolle Thätigkeit votirt, worauf die Wahlen für den kommenden Semester vorgenommen wurden. Der neue Ausschuß besteht aus folgenden Herren: Präses Med. Otto Glogau; I. Vicepräses. Jur. Josef Marco; II. Vicepräses Phil. Adolf Jampoller und den Ausschußmitgliedern Med. Ambos, Techn. Goldberg. Jur. Katz, Jur. Pordes, Jur. Schmid, Jur. Schwarz und Phil. Weiß. Der neugewählte Präses Med. Glogau hielt hierauf eine kurze Ansprache an die Mitglieder, in welcher er besonders betonte, daß der Verein auch fernerhin, unbeirrt von allen politischen Strömungen, sein höchstes Ziel darin finden werde, den jüdischen Hochschülern ein neutrales, geistiges Centrum zu sein, wo neben jüdischer Kunst und Wissenschaft auch die modernen Kunst- und Literaturbestrebungen Gegenstand der eiftigsten Pflege sein werden. Floridsdorf. Der verdienstvolle Vicepräses unserer Cultusgemeinde Herr Emanuel Grünwald feiert am 11. März mit seiner Gattin, Frau Henriette Grünwald, Präsidentin des hiesigen Frauen-Wohlthätigkeitsvereines, das Fest der silbernen Hochzeit. Aus diesem Anlasse spendete das Jubelpaar ein Sefer Thora mit prachtvollem Silberschmucke. Außerdem bedachte Herr Grünwald die hiesigen Wohlthätigkeitsvereine mit namhaften Spenden. Die hiesige Gemeinderepräsentanz und Corporationen planen für das Jubelpaar, welches sich allseits der größten Liebe und Achtung erfreut, große Ovationen. Freitag, am 7. d. M., findet aus Anlaß des Einführens des gespendeten Sefer Thora in die Bundeslade um 746 Uhr Abends ein Festgottesdienst statt. -ZW? E. B. Proßnih. Der Dr. Brecher-Siechenhausstiftung wurden anläßlich des Neubaues eines Siechenheims fünfzehntausend Ziegel von der Repräsentanz der christlichen Stadtgemeinde gewidmet. Dieses Zeichen guten nachbarlichen Einvernehmens verdient mit gebührender Anerkennung registrirt zu werden. Bisenz. Die dieswöchentliche Purim-Veranstaltung dürfte alle bisherigen weit übertreffen. Das eifrige Counts hat eine treffliche Schauspielertruppe engagirt, welche, unterstützt von hiesigen Dilettanten, auf das Purimfest bezügliche Declamationen und Gesänge zum Vortrag bringen wird. Auf den Vortrags-Abend folgt ein Tanz-Kränzchen bei Olmützer Militärmusik. Um das Zustandekommen des Abends machten sich besonders verdient der allverehrte und allbeliebte Herr Rabbiner Se. Ehrwürden Dr. Josef Hoff, der thätige Chewra-Präsident Herr Hermann Frankl, der Polizei- und Tempelcommiffär Herr Simon Jokl und die Damen: Fräulein Czerny, Fräulein Malotta und Frau Duschak. Teltsch. Für den Tempelbau sind dem israelitischen Cultusvorstande weitere Spenden zugekommen von: Brüder Willheim, Schelletau K 50; S. Allina, Zlabings X 4; Alois Strauß,

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