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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1902-03-07 · 10 (7.3.1902) · page 14

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
19 (1902)
Issue
10 (7.3.1902)
Date
1902-03-07
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Sette 162 Dr. Bloch's WochMschrrfk. Nr. 10 israelitischen Freitischvereines, Vorstandsmitglied des Kreuzervereines, des Vereines „B'nai Brith" und zahlreicher auswärtiger Vereine. An der Bahre des Verstorbenen trauert dessen Gattin Frau Therese Hofmann und zehn Kinder, sechs Töchter und vier Söhne. Aus Nah und Fern wird der tieftrauernden Familie die wärmste Theilnahme ob des Verlustes ihres Oberhauptes entgegengebracht. Wir aber rufen ihm im. Sinne unserer Weisen nach: „Chawal al d’abdin w lo mischtakchin.!“ PH. L Niarienbad, den 24. Februar 1902. Sonntag den 23. d. M. fand der letzte jener schönen Vortragsabende statt, die in diesem Winter unsere Gemeindemitglieder mit ihren Familien stets fast vollzählig zur Pflege .edler Geselligkeit vereinen. Die bisher veranstalteten Abende waren der Behandlung ernster jüdischer Themen gewidmet. Den Reigen der Vorträge eröffnete am 23. November Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. Ph. Goldberger mit einem gleichermaßen populären, wie inhaltsreichen Essay: „Volksideale und Jdealvolk". — Am 15. December folgte Herr Dr. Ruff aus Karlsbad der an ihn ergangenen Einladung und bot eine gemüthstiefe Darstellung jüdischer Sitten und Bräuche in seinem Vortrage „Leid und Freud' im jüdischen Hause." — Am 29. December würdigte unser Vorsteher-Stellvertreter Herr Alois Kohn, Redacteuc der „Marienbader Zeitung", anknüpfend an die Denkmalenthüllung in Paris „Heinrich Heine" als deutschen Dichter, den wir mit Recht den unfern nennen können. — Am 26. Jänner gab uns unser Gemeindemitglied Herr Jur.-Dr. Josef Steiner eine Uebersicht über „Rechtsverhältnisse der Juden mit besonderer Berücksichtigung des Privatrechtes", die lebhaftem Interesse begegnete. — Am 23. Februar endlich folgte der erwähnte Vortrags- und Unterhaltungsabend, an welchem besonders die weibliche Jugend zu Worte kam; es wurdendeclamatorische und scenische Vorträge, sowie musikalische Darbietungen der zahlreichen Zuhörerschaft zu Gehör gebracht. — An den Vorträgen waren betheiligt: Frau Cantor Goldenberg, deren geradezu elassisches Clavierspiel besondere Erwähnung verdient. Ferner Fräuleins Fantes Hermine, Hecht Louise, Kraus Hedwig, Kraus Bertha, Lang Anna. Pichl Sophie, Schneider Louise, Steiner Elsa, Stern Louise und Herr Cantor Goldenberg. — Hierauf las Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. Goldberger nach einer kurzen literar-historischen Einleitung eine Auswahl von „Juda, Gesänge von Börries Frh. v. Münchhausen", die durch die ihnen eigene kraftvolle Sprache, ebenso wie durch die durchdachte Recitation tiefe Wirkung hervorbrachten. Auch das Verdienst des jüdischen Buch-Illustrators Lilien wurde ins gebührende Licht gesetzt und ad oculos demonstrirt. Nachdem zum Schluffe durch Vorführung eines Phonographen die Stimmung sich recht gemächlich gestaltet hatte, trat der Tanz in seine Rechte und hielt die Anwesenden noch bis lange nach Mitternacht beisammen. Die Leitung dieses Abends lag in den bewährten Händen des Herrn Redacteurs Alois Kohn, während um die Veranstaltung der früheren Abende der derzeit abwesende Gemeindevorsteher Herr Emil Baruch sich eifrig bemüht hatte. Berlin. Der Monatsbericht der Alliance Jsraßlite Universelle vom Jänner 1902 enthält über einige Alliance-Schulen intereffante Einzelheiten. Das Central-Comit«, welches im Jänner 1901 den Handwerksschulen untersagt hat, französischen Unterricht in den Fortbildungscursen einzuführen, genehmigte in der Jerusalemer Handwerkerschule die Einführung der englischen Sprache in den Abendcursen. Maßgebend war die Erwägung, daß die Lehrlinge in Egypten am meisten Aussicht haben, ihr Brot zu finden, und dort die Kenntniß der englischen Sprache unerläßlich ist. Bezüglich der Schulen in Constantinopel wird mitgetheilt, daß deutscher Unterricht in den Schulen von Balata und Hazkany eingeführt worden ist, nachdem solcher schon in der Knabenschule und in der Mädchenschule von Galata bestand. In der dortigen Goldschmiedschule ist die deutsche Sprache als Unterrichtssprache eingeführt. Berlin. Löbliche Redaction! Im allgemeinen jüdischen Jntereffe, vornehmlich aber im Interesse Jerusalems ersuche ich Sie höflichst, dieser Zuschrift in Ihrem geschätzten Blatte Raum geben zu wollen. Wie so oft, wird auch jetzt wieder von Jerusalem ein Aufruf in Mengen verbreitet und mit ihm die Post überschwemmt, in dem „um den Edelsinn allergnädigst ersucht wird*. Es handelt sich um ein Sonderunternehmen der Juden aus Galizien, Bukowina und Umgegend, die sich in Jerusalem ansässig gemacht haben. Unter der Angabe,- daß der jüdische Begräbnißplatz überfüllt sei und daß man einen neuen kaufen müsse, senden sie Bettelbriefe an jede erreichbare jüdische Adresse und heischen Gaben, da gerade die galizischen Juden noch von ihrem früheren Baterlande her die Einträglichkeit dieses Geschäftes kennen. Man beabsichtigt offenbar, mit einem allgemein aschkenasischen Aufruf, der von Herrn Chajim Sonnenfeld und Oberrabbiner Galant unterzeichnet ist, den eigenen verwechselt zu sehen. Erschwerend fällt noch ins Gewicht, daß sie diese Briefe nicht mit der Post des türkischen Reiches, sondern mit der russischen Concurrenzpost, die aus politischen Gründen in Jerusalem unterhalten wird, versenden. Vor Allem aber muß hervorgehobeu werden, daß dieflm mit 17 großen Stempeln unterfertigten und von Rabbiner (?) M. Rubin, L. Heilperin, M. B. Neides, für Chewratk osse chesed weemeth Jerusalem Unterzeichneten Bettelschriftstück die Unterschriften der Herren Oberrabbiner Chacham Baschi Schaul Eljaschar und des Rabbiners Galant fehlen. So lange diese und andere Unterschriften von irgendwie bekannten Persönlichkeiten fehlen, kann vor dem Aufruf nur gewarnt werden. Jedenfalls soll man ihn nicht mit dem Aufrufe der Aschkenasim virwechseln. Hochachtungsvoll Doctor Heinrich Loewe._ Kranzablvsungsspenden zu Gunsten der „Chewra-Kadischa" in Wien, I., Seitenstertengaffe 4, für arme kranke Glaubensgenoffen. Anläßlich des Ablebens der seligen Frau RosaHildesh eim e r: Von Herrn Hofrath Prof. Wilhelm Winternitz, I., Wipplingerstraße 28, L 50; von Frau Prof. Rebeca Mauthner, 1., Kolowratring 6, L 50; von Frau Clara Berger und Herrn Dr. Alfred Berger, I., Judenplatz 8, L 50; von Herrn Doctor Max Meisels in Genf, L 50; von Herrn Aron Bondy, 11., Kleine Sperlgaffe 1, L 20; von Madame Alexandri Cohen in Paris, K 40. Zusammen K 260. Wien. Die C he wr a - Ka d i s ch a, Verein für fromme und wohlthätige Werke, Wien, veranstaltet im Sinne des § 20 der Vereiusstatuten Samstag den 15. März um 6. Uhr Abends im Bethause Innere Stadt (Seitenstettengasse) eine Gedächtniß- Andacht für die im abgelaufenen Jahre verstorbenen Vereins- Mitglieder. Wien. (Israelitische Allianz zu Wien.) Von Seiten der Israelitischen Allianz zu Wien werden wir ersucht, Folgendes bekanntzugeben: Seit einiger Zeit gehen Leute in Wien und vermuthlich auch in anderen Städten mit Spmden- Sammelbüchern zu Gunsten der bedrückten rumänischen Glaubensgenossen herum; die Sammelbücher sind angeblich von einem Verein „Schomer Israel" in Bukarest ausgestellt und tragen eine Stampiglie dieses Vereines in hebräischer, deutscher und rumänischer Sprache. Nach eingezogenen zuverlässigen Erkundigungen hat der unter erwähntem Namen in Bukarest bestehende Verein Niemand beauftragt, Spenden zu sammeln, so daß man es in diesem Falle mit einem Betrüge zu thun hat, durch welchen das Mitleid mit unseren in der That unter einer immer grausamer werdenden Gesetzgebung der furchtbarsten Noth preisgegebenen Glaubensgenossen in Rumänien nicht ohne Erfolg ausgebeutet werde. Die Israelitische Allianz nimmt Spenden für die von ihr seit dem Jahre 1900 ununterbrochen geleitete rumänische Hilfsaction jederzeit mit Dank entgegen. Wien. (Geschäftsjubiläum.) Dienstag den 4. März feierte der bekannte. und beliebte Restaurateur M. G u t h (II., Stefaniestraße 6) sein dreißigjähriges Geschäftsjubiläum, gleichzeitig mit seinem sechzigjährigen Geburtstag. Wien. (Verlobung.) Der Chesadministrator des „Wiener Salonblatt" Herr Theodor Hirsch hat sich mit Fräulein Jda K ä u f l e r, Tochter des Herrn Adolf Käufler aus Littau, verlobt. Wien. (Verein „Frauenhor t".) Der Verein „Frauenhort" im IX. Bezirke versendet soeben seinen neunten Jahresbericht. Der Verein, an dessen Spitze bekanntlich die Damen Rosa Ziffer er, Regine Köpfte in und Johanna Fröhlich stehen, hat es durch sein rastloses Bemühen möglich gemacht, auch im abgelaufenen Jahre 29,000 Kronen an unsere armen und kranken Glaubensgenossen zu vertheilen und in fast tausend Recherchen das verschämteste und versteckteste Elend in affen 20 Bezirken aufzufinden. So wurden an 1400 Bedürftigebe-

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