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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1901-12-06 · 49 (6.12.1901) · page 13

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
18 (1901)
Issue
49 (6.12.1901)
Date
1901-12-06
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. 49 Dr. Vlorh's Wochenschrift. Sette 813 Wiedmann mit vielen Gemeinderäthen und den Oberbeamten der Stadtgemeinde,' Stadträthe, Abgeordnete, k. k. Beamte rc. rc.. denn Alle aufzuzählen, ist nicht möglich. Ebenso oder noch größer war die Zahl der brieflichen und telegraphischen Glückwünsche, die nach vielen Hunderten zählten und alle in herzlicher, die volle Sympathie für den Brautvater bekundenden Weise abgefaßt waren. Um nur einige hervorzuheben, gratnlirten der Hochwürdigfte Bischof Dr. v. R e p t a, der Bürgermeister Baron K o ch a n o w s k i, die Hofrälhe Dr. v. Zicglauer und Dr. Kleinwächter und viele Andere. Der Beglückwünschte, der ein ganzes Leben voll der schwersten Arbeit hinter sich hat. mag mit diesem Zeichen der allgemeinen Achtung zufrieden sem, noch mehr aber dürfen wir Juden es sein, dag in dieser Zeit der antisemitischen Hochflnth einer unserer Brüder so rückhaltlose Anerkennung findet, nicht blos bei Juden, sondern auch bei den vorurteilslosen Glaubensgenossen Derjenigen, welche den Menschen nicht nach seinem inneren Gehalt und seinem ehrlichen Streben, sondern nach seiner confessionellen Zugehörigkeit und nach seiner Geburt beurtheilen. Agram. (Der Verein zur Beköstigung armer Schulkinder der Stadt Agram) beging am 19. Nov. l. I. eine dreifache. Feier. Die Jnstallirung der Schuttlrche in den Räumen des Souterrains der prachtvollen neuen Volksschule, welche Räume Dankder Munificenz unteres allverehrten Bürgermeisters Adolf von Mosinsky und anderer Wohllhäter eigens für die Zwecke des Vereines auf das Praktischeste und Schönste adaplirt wurden; es galt ferner den lujährigen Bestand dieses Humanitären Vereines festlich zu begehen und schließlich dem Initiator unserer Schulkirche, Prasioeuten des Vereines, Herrn k. Eomniercialrath Eomund Kolmar, in Würdigung seiner Veidienste uni diesen Verein eine Ovation zu vereilcu. Der Verein zur Ausspeisung armer Schutkinder, über Initiative des genannten Wohltäters ans kleinsten Anfängen yervorgegaugeu, steht heute Dank der intensiven Tyäligkeit K o l m a r's auf fe,ler Basis, geilleßt allgemein Sympathien und bildet ein nnvergängliches Denkmal seines Gründers, der es verstanden hal> nicht nur den materiellen Bestand des Vereines zu sichern, sondern auch einen Stab von Mitarbeitern heranzuziehen, dle in seinem Sinne alle Details dieses complstirten Wohlthätigkeits-Apparates zur Geltung bringen. Der Verein begann 1891 mit einem durch Herrn Kolmar gesammelten Gründungsfond von fl. 2387- 1l und besitzt heute ein Vermögen von K 29.839.0t*, verteilte im ersten Jahre circa 10.000, Heuer bereits 55.121 Portionen an arme Schulkinder. Nach dem Ableben des ersten Veremspräsidenten, des hochangesehenen Bischofs Franz Gasparre, wurde Herr k. Eomniercialrath Kolmar .einstimmig zum Präsidenten gewählt. Dem Jubiläum wohnten die besten Kreise unserer Hauptstadt bei, mit der Protecterm, der Gemahlin des Bürgermeisters, Frau Jutta von Moöiusky, an der Spitze, Nach Verlesung des Rechenschafls- und Eassaberichles, in welchen überall der großen Verdienste des Präsidenten Kolmar gedacht wurde, erhob sich Reichsraths- und Landtagsabgeordneter Professor Dr. F. Spevre, der Vicepräsident des Vereines, um anläßlich des 10jährigen Vereinsjubiläums speciell den Wohllhäter des Vereines, Herrn Kolmar, zu feiern, der weder materielle noch physische Opfer gescheut und all' seine Kräfte in den Dienst seiner humattuareu Schöpfung stellte, welche ihm das Gedeihen und Aufblühen verdankt; als sichtbares Zeichen der hohen Anerkennung für die Verdienste des Herrn Präsidenten Edmund Kolmar hat der Verein die Büste des Gefeierten durch den bewährten Künstler Bildhauer Rudolf Valdec anfertlgen und in den Räumen der Schulkirche aufstellen lassen. In diesem Augenblicke fiel die Hülle und die Broncebüste mit den wohlgetroffeneu Zügen Edmund K o l m a r's zeigte sich den Anwesenden, welche in ein brausendes Zuno! auf den Vereinspräsidenten ausbrachen. Mit einer herzlichen Danksagung des Präsidenten Edmund Kolmar schloß die festliche Versammlung und endete die schöne Feier, die dem allgemein beliebten, für alle Humanitären Bestrebungen eintretenden Heren Commercialrath Edmund Kolmar einen neuen Beweis lieferte, wie sehr seine Mitbürger ihn schätzen und bei jeder Gelegenheit sein Interesse anerkennen. London. (Ueber die Juden von Neuseeland) berichtete Dr. Bernard MyerS in einem am 21. o. M. im Londoner Maccabäerclub gehaltenen Bortrage eine Reche intereifanter Details: Die Zahl der Juden von Neuseeland beläuft sich auf etwa 1500 bet einer Gesammtvevölkerung von über 900.000. Trotz ihrer geringen Zahl von kaum 1*/, pro Mllle haben die Juden in Neuseeland von jeher eine ganz hervorragende Rolle gespielt. Bei allen erdenklichen Sports, wie Schwimmen, Fechten, Rudern, Turnen, sowie beim Cricket-, Fußball- und anderen Spielen stellen die Juden ihre namhaften Matadore. Aber auch auf der ernsteren politischen Acetla haben die Juden bedeutende Kämpfer und Sieger hervorgevracht. So war Julius Bogel Premierminister und die Herren Schrimskl und Louisson sitzen im gesetzgebenden Rath von Neuseeland, während Mr. Hallenstein emen Sitz im australischen Parlament hat. Zahlreich sind die jüdischen Bürgermeister in Neuseeland gewesen, von denen Mr. Äthers die Herren Louis Ehrensried, Henry Jsaacs und P. A. Philipps besonders hervorhebt. Bezeichnend ist die große Zahl der Juden in den Handelskammern: Bon den 5 Mitgliedern, welche Neuseeland zu dem allgemeinen Cougreß der britischen Handelskammern delegirt hat, waren zwei jüdischen Glaubens. An der Spitze der bedeutendsten commerciellen und industriellen Unternehmungen des Landes stehen Juden und die vom Redner zur Illustration seiner diesbezüglichen Angaben angeführten Namen, wie Hallenstein, Ehrenftiev, Heymann und Nathan beweisen überdies, daß diese hervorragenden Juden meistens deutschen, zum Theil vielleicht gar russischen Ursprungs sind. In religiöser Beziehung stehen die australischen Juden etwa auf demselben Niveau, wie ihre Glaubensgenossen in England. Nur der hebräische Unterricht läßt sehr viel zu wünschen übrig. Vermischtes. Wien. (Oesterreichifch-Jsraelitische Union.) Die Bureaux der „O Österreichisch-Israelitischen Union" befinden sich seil 6. November d. I. in Wien, I., Dorotheergasse 12. 1L Stock. (Telephon Nr. 1855.) Bortrags-Cyklus 1901/1902. Samstag den 14. December 1901. 8 Uhr Abends, im Festsaale des Kaufmännischen Vereines, I., Johannesgasse: Bortrag des Herrn Dr. Ernst Tuch, Secretär des Vereines zur Förderung der Bobencullur unter den Juden Deutschlands, aus Berlin: .Das Massenelend der Juden in Galizien und die Bestrebungen zu ihrer Rettung". Samstag den 11. Jänner 1902. 8 Uhr Abends: Bortrag Sr. Eyrwürden des Herrn Rabbiners Dr. Max Grunwald aus Hamburg: „Kaufmännische Ehre". Samstag den 25. Jänner 1902, 8 Uhr Abends: Vortrag des Herrn Dr. Heinrich Meyer-Cohn aus Berlin: „Unsere Pflichten und Rechte". Samstag den 15. Februar 1902, 8 Uhr Abends: Vortrag des Biceprästoenten der „Oesterrelchifch-Jsraelttischen Union" Herrn Slegmurd Mayer: „Die ökonomische Enlwicktung des Wiener Judentums". Samstag den 1. März 1902, 8 Uhr Abends : Bortrag Sr. Ehrwürden des Herrn Oberradbiners Dr. M. G ü bemann: „Bileam". Nach den Borträgen: Gesellige Zusammenkunsl im Restaurant Khuner, 1., Adlergasse 6. Wien. (Spenden.) Aus Rio de Janeiro erhalten wir zu Gunsten oer abgebiannten Glaubensgenossen in Neubidschow sür den Betrag von Kronen 122.—. den Gegenwerth von 105 MilreiS Brasil. Währung, das Resultat einer von Herrn G. R. emgeletteten Sammlung, an welcher sich folgende Herren beteiligten: Herr G. R. mit M. R. 50.—, Herr Hugo Ornstein mit M. R. 20.—, Herr Heinrich Wledemanu mit M. R. 10.—, Herr Lud. Heinsfurrer mit M. R. 10.—, Anonym mit M. R. 10.—, Herr Friedrich Porges mit M. R. 5.—. Wien. (D i e Trauung) des Herrn Egon P o k o r n y mit Fräulein islsa Breit findet Sonntag den 8. December im Tempel der Seitenstettengaffe statt. Wien. Der „Verein zur Ausspeisung armer israelitischer Schulkinder für den XVI. und XVII. Bezirk" veranstaltet Samstag den 14. December o. I. in Gichwandner's Saallocalitäten. XVII., Hauptstraße 41 eine Wohlthätigkeits-Akademie, verbunden mtl Tuuzkränzchen. In Anbetracht des eminent humanen Zweckes haben bedeutende Kunstkräfte ihre Mitwirkung zugesagt, dieser humane Berem, der im XVI. Bezirke eine Notywendrgkeit ist. speist täglich 75 Kinder aus und wirkt seit seinem dreijährigen Bestände, wahrhaft segensreich. Dieser Verein verdient auch allenthaloen Unterstützung. Wien. Sonntag, am 1. December, fand im israelitischen Bethause il. Gr. Schiffgasse die Trauung des Fräulein Hermme Hofbauer, Tochter des Herrn Beruh. H o s b a u e r, Präsidenten der „Freien Bereinigung für die Interessen der Orthodoxest in Niederösterreich", mit dem Fabrikanten Herrn Jfidor Felsenburg unter zahlreicher Belhelligung aller Gesellschaftskreise des Wiener Judenlhums statt. Unter den Anwesenden bemerkte man die Herren: Professor Gärtner, Gemeinderath Dr. Mittler, Commercialraiy Schiff, kaiserl. Rath H e i d e r, Landesgerichlsrath Dr. K o h n, mehrere Rabbinen, Obercantor Güttin a n n, die Borsteher Dr. Alfred Berger und Dr. Marcus Spitzer, mehrere Repräsentanten der Kaufmannschaft und ausländischer Häuser, zahlreiche Borsteher der verschiedenen Bethäuser und Wohtthängkeitsvereine. Die Trauung nahmen Rabbiner S. Fürst und der Rabbiner Tiegermann aus Neuhäusel vor. Die cantoralen Functionen hat Obercantor Wittmann in trefflicher Weise versehen.

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