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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1899-05-12 · 19 (12.5.1899) · page 19

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
16 (1899)
Issue
19 (12.5.1899)
Date
1899-05-12
Page
– (sequence 19)
Language
German
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Nr. 19 Vr. Bloch's Wochenschrift. Seite 375 Von den englischen Revuen fällt uns auf der Artikel „Die Juden in Jerusalem" im „C v s m o p o l i t a n". Eine Reihe von schönen Illustrationen der Umgebungen und jüdischer Typen, die aus verschiedenen Ländern eingewandert sind, bieten einen schönen Beleg zu den Schilderungen der jüdischen Stätten und ihrer Einwohner. Auf den Artikel Dyches' im „Contemporary Review" über „die Einwanderung" hat Arnold White im New-Iorker „Harpers Weekly" geantwortet. Der einstige Agent des Baron Hirsch ist jetzt ein eifriger Verfechter der Prohibitiv-Politik gegenüber den fremden Juden. Ohne die sachlichen Ausführungen Dyches' zu widerlegen, greift White lediglich den Prime-Minister Lord Salisbury sehr, heftig an und macht ihm den Vorwurf, daß er die bereits vom Oberhaus angenommene Bill gegen die Einwanderung nur deshalb dem Unterhaus nicht vorlege, weil dies thun das hieße, „die jüdische Hochfinanz beleidigen." White gibt aber selbst zu: „Die Frage der Einwanderung mittelloser Fremder nach England ist aufrichtig gesagt, nur die Frage der Judeuemancipatio n". Er leugnet somit nicht, was ja allgemein bekannt ist, daß die Anti-Alien-Bill eine antisemitische Maßregel ist. Die Wochenbeilage zu den „Times", die „Literatur e" hat in ihrer Nummer vom 15. April die in diesem Blatte bereits besprochenen „Ghettolieder" des New-Porker Jargondichters Morris R o s e n f e l d außerordentlich lobend erwähnt und dem starken Talente eine große Zukunft vorhergesagt. Nene Schriften. Abrsham Singer, Bezirksrabbiner. Paris, B r a u n s ch w e i g, Arad. Ein Gährungsproceß im Schoße der jüdischen Reform vom Anfang bis gegen Ende des 19. Jahrhunderts. I. Das Pariser Synhcdrion über Mischehen zwischen Juden und Nichtjuden. Historisch dargestellt. Stuhlweißenbnrg, Ungarn, Ed. Singer'sche Buchhandlung, 1899. Hermann Kahan. HatMosesMaimonidesdem Krypto-Mohammedanismus gehuldigt? Nach geschichtlichen Quellen untersucht, mit wichtigen Anmerkungen, hebräischen Noten, nebst einem alphabetisch geordneten chronologischen Index der wichtigeren jüdischen Gelehrten aus Spanien und der Provence. Commissions-Verlag C. Boas Nachfolger, Berlin. Rabbiner Dr. Max Grunwald. Was ist uns Spinoza? Separat-Abdruck aus dem Vierteljahres-Berichte der österreichisch-israelitischen Humanitätsvereine 13 13, II. Jahrgang, II. Heft. Briefkasten. I. Kr. in K. Sie wundern sich, daß Herzl's Leibblatt bei den Herren D. Salz und Dr. Landau wiederholt mit Nachdruck die jüdischen Vornamen A b r a h a m und Saul Rafael citirt, hingegen den Dr. Max N o r d a u nur mit diesen Namen nennt, obwohl er in Wirklichkeit Meier Südfeld hieß. Es gehört wahrscheinlich zum „neuen Enrs", unbequeme Gegner durch Nennung ihrer jüdischen Vornamen zu verspotten. Dr. K. in Hermanmiestec. Wir halten es nicht für opportun, die Angelegenheit zum Anlaß einer Polemik zu benützen. Es ist besser, die Sache zu ignoriren. Ernst 8. Wenden Sie sich an Herrn Baurath Stiaßny. M. N. Die Wandlungen des „Figaro" sind kennzeichnend für die Wandlung die sich in dem öffentlichen Geiste Frankreichs vollzieht. Der „Figaro" trat Anfangs für Dreyfus ein, wurde dann durch die Haltung seiner Abonnenten zu einer radicalen Schwenkung veranlaßt, und hat nun schließlich durch die Veröffentlichung der Protokolle den wuchtigsten, schier entscheidenden Schlag gegen die Dreyfus-Gegner geführt. Dr. R. 8. In seinem Werke „Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft" sagt Kant: „Uebrigens werden die heiligen Bücher dieses (jüdischen) Volkes, wenngleich nicht zum Behufe der Religion, doch für die Gelehrsamkeit wohl für immer aufbehalten und geachtet bleiben; weil die Geschichte keines Volkes mit einigem Anscheine von Glaubwürdigkeit auf Epochen der Vorzeit in die alle uns bekannte Profangeschichte gestellt werden kann, so weit zuriickdatirt ist, als diese (sogar bis zum Anfänge der Welt) und so die große_Leere, welche jene übrig lassen muß, doch wodurch ansgefüllt wird." I. F. Sie täuschen sich. Herr G r e g o r i g läßt sich die nicht wiederzugebenden Titulaturen des Lehrerblattes ruhig gefallen und — klagt nicht. Das heißt, er klagt nicht vor Gericht, im Stillen wird er es wohl thun, denn er hat diesmal allen Grund zur Wiederholung seines berühmt gewordenen Dictums: „Was müssen sich selbst die Kinder denken, wenn sie solche Sachen vom Vater ihres Lehrers hören". D. 8—g. Sagen Sie dem Herrn, der Unterschied sei einfach der: Corrnpte, elende Menschen sind in der That in jedem Parteilager zu finden. Aber mir bei den Antisemiten avancircn sie p Führern. Selma H. Der Grundsatz, die Frau schweige in kirchlichen Sachen, wird jetzt von den clericalen Hetzern negirt. Diese animiren die Frauen zum lautesten Reden. H. R-g. Ihre Vermuthung, das; Mechaniker Schneider a l s d a s S t r ä f l i ch st e a n K o p e tz k n den U m st a n d betrachtet, daß er kein I n d e i st, dürfte s ch o n r i ch t i g s e i n. H. F. Es zeigt in der That von einer Art Selbstbekenntniß, daß Ver gan i m seinem Blatte unter anderen Vorschlägen zur Bekämpfung der Roheit auch die Prügelstrafe begeistert anführt. A. F. Die Kunstkritik der antisemitischen Blätter gebt nicht von der Frage aus: was bringt das Werk? sondern: welche Eonfession hat der Autor. Historikus. R o b e s p i e r r e sagt in seinen „ Disco urs politi^ues" : „Für den Gesetzgeber ist alles das die Wahrheit, was sich als nützlich für die Welt und als gut in der Praxis bewährt". Remo. Der Herr M a s a v d e k beschimpft im „Kikeriki" nicht nur Schönerer, denen Freund er einst war, sondern auch regelmäßig den Journalistenverein „Concordia" dem er noch heute angehört. M. N. Nach Herder ist „die Geschichte geschrieben, damit nach allen Unordnungen der Mensch endlich lerne, daß die Wohlfahrt seines Geschlechtes nicht auf Willkür, sondern auf einem im wesentlichen Naturgesetz Vernunft nnd Billigkeit beruhe". Mn unsere geehrten Abonnenten. Wir ersuchen diejenigen unserer geehrten Abonnenten, welche zu Beginn der Sommersaison aufs Land gehen, nm rechtzeitige Mittheilung ihrer Adresse, nnd zwar unter Beifügung ihrer bisherigen Adresse, damit in der pünktlichen Zusendung des Blattes keine Unterbrechung eintrete: Hochachtungsvoll Die Administration der „Oesterreichischen Wochenschrift". Zur gefälligen Beachtung. Wir ersuchen diejenigen unserer Abonnenten, welche noch mit der Abvnnrmsntsgrbühr inr Rückstände sind, die zur Einhebung derselben von uns versendeten Postausträge gefälligst tzonvriren zu wollen. Die Administration. l. 8. Soidstein’sche Heirats-Ausstattungs-Stiftung. Der Vorstand der israelitischen Cultusgemeinde in Wien bringt hiemit zur Kenntniss, dass die Zinsen der L. G. Goldstein’sehen Stiftung zur Ausstattung armer israelitischer Mädchen im Betrage von ö. W. fl. 280.— zu verleihen kommen. Die Bewerberinnen haben naehzuweisen dass sie 1. arme Waisen (vater- oder mutterlos) 2. streng sittlich sind und 3. sich im Brautstande befinden. Verwandte des seligen Stüters, des Herrn L. G. Goldstein, geb. zu Altstadt in Böhmen (ehern. Taborer Kreises) oder seiner Gattin Katharina, geborene Landauer, bis zum 3. Grade, erhalten den Vorzug und muss der diesfällige Nachweis dem Gesuche beiliegen. Bewerberinnen, die vor dem 4. August 1899 sich verehelichen, haben auf die Stillung keinen Anspruch. Die Gesuche werden in der Kanzlei der israelitischen Cultusgemeinde (I., Seitenstettengasse 4, 1. Stock, woselbst auch Gesuchsblanquete unentgelich zu beheben sind, i n den Amtsstunden vcn 9 12 Uhr Vormiltag bis 31a BÄ3I da Ja entgegengenommen.

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