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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1898-10-14 · 41 (14.10.1898) · page 13

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
15 (1898)
Issue
41 (14.10.1898)
Date
1898-10-14
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. 41 Dr. Vloch's Wochenschrift Seite 749 Es ist unwahr, daß, als am Abend des Bersöhnungstages der Commis Namens L. Toch, Herrn Lessner um Entschuldigung bat, daß er tagsüber nicht zu seinen Diensten stehen konnte, Herr Lessner, ohne auf ihn recht zu hören, brüsk sagte: „Schon gut, ich will nichts wissen, in acht'Tagen können Sie gehen." — Wahr ist vielmehr, daß, als der genannte Commis am Schlüsse des Bersöhnungsfestes sich bei Herrn Lessner wegen seines Ausbleibens entschuldigte, Letzterer die Entschuldigung, ohne ein Wort zu sprechen, hinnahm und den Commis Toch erst mehrere Tage später mit Rücksicht darauf, als derselbe seinen Anordnungen nicht Folge leistete und denselben beharrlich Widerstand entgegensetzte, entließ. Diese Entlassung stand mit dem Ausbleiben vom Dienste am Versöhnungstage in keinem Zusammenhänge und erfolgte im Hinblicke auf die Bestimmungen des Handelsgesetzes und ohne jede Kündigung. Ich zeichne hochachtungsvoll Doctor Jakob Engel, Hof- und Gerichts-Advocat in Wien, als Rechtsfreund der Firma D. Lessner." Wien. (Der Verein jüdischer Mädchen „Hadass a") eröffnet Sonntag den 16. d. M. um 4 Uhr Nachmittags die Reihe seiner regelmäßig alle 14 Tage stattfindenden Vortrags-Nachmittage im Sitzungssaale der israelitischen Cultusgemeinde, I., Seitenstettengasse 4. Den ersten Vortrag wird Herr Schriftsteller Armin Fried mann halten, welcher über das interessante Thema: „Aus Heinrich H e i n e's Werkstätte" sprechen wird. Gäste herzlich willkommen! Wien-Mariahilf. Herr Adolf Rosenbaum, Vorstand der Chewra-Kadischa der israelitischen Cultusgemeinde in Wien, hat auf seine Stelle als Vice-Präses des Humanitären Vereines „Nachlat Jeschurun" in einer dieswöchentlichen Vorstandssitzung resignirt. Troppau. Am 2. d. M. wurde der allgemein geachtete Herr Adolf Spitzer, welcher das 70. Lebensjahr erreichte, zu Grabe gebracht. Die außerordentlich große Theilnahme aller Schichten der Bevölkerung, sowie die Abordnungen des Vorstandes der israelitischen Cultusgemeinde, Chewra-Kadischa und des jüdisch literarischen Vereines, gaben Zeugniß von der Wertschätzung des Heimgegangenen, dessen Charakter stets tadellos war. Die Erde möge ihm leicht sein. Auspitz, 6. October. Bei der heutigen Wahl des Vorstandes der israelitischen Cultusgemeinde zu Auspitz wurden folgende Herren gewählt: Herr Ignaz A s ch k e n e s einstimmig zum Vorsteher, Herr Josef Knöpfmacher zum Vorstandstellvertreter, Herr Adolf Redlich zum Beirath. Preßdurg. (Ovation im israelitischen Alters versorgunghause Mari a-T heresiast r a ß e Nr. 50.) Der Verwaltungsausschuß dieser Wohnthätigkeitsanstalt hat seinem Ehrenpräses, dem Philanthropen Herrn Joel Wolf, am 4. d. M. eine besondere Ehrung bereitet. Er ließ aus eigenen Mitteln ein kunstvoll aus geführtes, fast lebensgroßes Porträt dieses um die Gründung und Erhaltung des Altenheims hochverdienten Mannes Herstellen, geschmackvoll umrahmen, im Speisezimmer des Altersversorgungshauses anbringen, und gestern wurde dasselbe in Gegenwart des Ehrenpräses, sowie der aus Wien, Budapest, Raab rc. herbeigeeilten Familienangehörigen in solenner Weise enthüllt. Der Verwaltungsausschußpräses Herr Primarius Dr. I. Fischer hielt bei dieser Gelegenheit eine äußerst wirkungsvolle Festrede, in welcher er die große humanitäre Bedeutung des Bersorgungshauses für die Preßburger Israeliten treffend beleuchtete und Herrn Joel Wolf als den eigentlichen Begründer desselben pries. Nach der Enthüllung des wohlgetroffenen Bildnisses würdigte Schriftführer Herr Hermann Steiner in Anlehnung an ein Wort des Propheten Joel, auf die Schwierigkeiten der Neugründung und Erhaltung eines solches Greisenhauses in Preßburg hinweisend, die große Wohlthätigkeit des Gefeierten, der, selbst ein Greis, für greise Glaubensbrüder vorgesorgt hat. Herr Max Wolf aus Raab dankte als Sohn namens der anwesenden Familienmitglieder für die seinem Vater bereitete ehrende Ueberraschung, worauf Oekonom Herr Rosenzweig das photographisch verkleinerte Porträt als Erinnerungszeichen vertheilte. Die zahlreichen anwesenden Freunde des Versorgungs- Hauses verließen in gehobener Stimmung den Festsaal; die Pfleglinge aber wurden mit einer Extrajause bewirthet. Raab. Wieder hat ein braves Mitglied der strengreligiösen, auf dem Gebiete des ganzen hebräischen Wissens bewanderten alten Garde das Zeitliche gesegnet: Moses Gutmann, der Vater des Raaber Herrn Stadt-Oberphysikus Dr. Leopold Gutmann, sowie des Teschener Religionsprofeffors Joachim Gutmann. Er war 43 Jahre lang Vorbeter und Schächter bei der vereinigten Raab- und Raab-Szigeter israelitischen Cultusgemeinde, während welcher Zeit er wegen seiner Herzensgute, Bescheidenheit und Religiosität, sowohl bei den Fortsckrittlichen als auch bei den Orthodoxen in großer Ehre stand. Zahlreiche Leidtragende erwiesen ihm die letzte Ehre. Die dem theueren Verblichenen nachgerufenen Worte Sr. Ehrwürden des Herrn Oberrabbiners Dr. Moritz Schwarz charakterisirten den Dahingeschiedenen durch den biblischen Satz: »Vehoisch Mosche anov ad meod«, wie auch dadurch, daß er zutreffend das Simchas- Thorasest variirte: „Mosche Gutmann hatte Zeit seines Lebens jeden Tag „Simchas-Thora", d. h. eine Freude an der Thora — — — —". Friede seiner Asche! Budapest. (R e m i n i s c e n z e n an eine Ghettoschul e.) Wir erhalten folgende Zuschrift: „Herr Redacteur! Der in Ihrer geschätzten Wochenschrift Nr. 3!) erschienene Artikel „Reminiscenzen an eine Ghettoschule" hat auch in mir, als Proßnitzer, jene Erinnerungen an die Vergangenheit wachgerufen, welche der Artikelschreiber in solch' getreuer Weise schildert. Nur eine Hauptperson, welche vor Dr. Schmiedel wirkte, eine Zierde des Judenthums war und welche für die fortschrittlichen Berhältniffe in Proßnitz bahnbrechend wirkte, hat der geehrte Herr Artikelschreiber vergessen; es war dies Rabbiner H. B. F a s s e l, nachheriger Oberrabbiner in Groß- Kanizsa. Falls Sie es für gut finden, so bitte ich vorstehende Zeilen als Ergänzung in Ihrer geschätzten Wochenschrift Raum zu geben. Mit besonderer Hochachümg Abel B e r n a t." Berlin, 4. October. (Zur Rabb in erwähl.) Die Rabbiner-Wahlkommission hat die Herren Rabbiner Kopsstein- Beuthen, Goldschmidt-Königshütte und Blumenthal-Ratibor zu Gastpredigten nach Berlin eingeladen. Die Liste der Einznladenden ist damit noch nicht abgeschlossen. Ans ihr stehen weiter die Herren Cohn-Basel und Carlebach-Lübeck. Posen. Sonntag den 16. October findet hier im Tempel der israelitischen Brüdergemeinde die Trauung von Fräulein Martha Bloch, Tochter des Herrn Rabbiner Philipp Bloch, mit Herrn Dr. Julius R o t h h o l z aus Berlin statt. Feuilleton. Drr Letzte. Erzählung von S. K o h n. Verfasser von „Gabriel". (Fortsetzung.) Abraham Duppau war einen Moment zur Leblosigkeit erstarrt. Der Umschwung, der mit märchenhafter Plötzlichkeit in geradezu wunderbar erscheinender Weise, wie eine Segensfluth himmlischer Wonne über ihn herabströmte, ließ ihn nicht nur sein neuestes Begegniß, sondern auch alle Begebenheiten der letzten Monate wie ein Traumgebilde erscheinen; aber als Lea von Neuem an seine Brust stürzend, in überirdischer Seligkeit ausrief: „Abraham! Was sagst Du zu dem wunderbar herrlichen Gotte?! Er kann furchtbar züchtigen, aber auch seine Huld ist unergründlich!" da zuckte er empor und sprach: „Also ist's kein Traum, ist's lebendige, schöne Wahrheit?" und in überströmendem Dankgefühle fügte er die Worte hinzu, welche der Jude nach der Vorschrift der talmudischen Lehre bei Empfang einer glückbringenden Nachricht zu sprechen hat. „Gelobt seist Du Allgütiger, Gnadenspendender!" Die Mitglieder des Gerichtshofes waren von dieser Nachricht in allerunangenehmster Weise betroffen. In unleugbarer, in keinerlei Art zu vertuschender Weise war nun der Beweis erbracht, daß ein und derselbe Gerichtshof in verhältnißmäßig kurzen Zeiträumen drei empörende Fehler begangen, in einer Weise, daß demselben von nun ab jede Urteilsfähigkeit abgesprochen werden mußte, die Richtigkeit aller seiner Rechtssprüche im höchsten Grade fraglich erschien. Der harte, namentlich im letzten Falle allzuverdiente Vorwurf in der Behandlung eines Strafprocesses, wo es sich um die höchsten irdischen Güter: Leben und Ehre, wo es sich um den qualvollen Tod eines Menschen und um das Glück und die Zukunft einer zahlreichen Familie handelte, mußte von der berufenen Behörde ui. somehr verschärft werden, als Sonnenfels das E'er Criminalgericht nachdrücklichst vor Uebereilung gewarnt, die Unzulänglichkeit des

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