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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1898-10-14 · 41 (14.10.1898) · page 12

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
15 (1898)
Issue
41 (14.10.1898)
Date
1898-10-14
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 748 &x. Vloch's Wochrnfchrifi Nr. 41 Rom. Der Unterstaatssekretär der Finanzen, unser Glaubensgenosse Leone Wollenberg, war vor Kurzem in Camposanpierro der Gegenstand einer großen Demonstratio». Alle Bürgermeister des ganzen Districtes waren versammelt und holten Wallenberg in feierlichem Zuge mit Musikbegleitung und großem Bolkszulauf von der Station ab. Dann wurde ihm zu Ehren ein großes Banquett gegeben, dem auch die üblichen Reden nicht fehlten. Signore L u z a t t i ist einer wiederholten Einladung gefolgt und wird nach Angouleme zu einem Congreß der Bolksbeamten reisen, um dort sein System auseinanderzusetzen. Luzatti ist übrigens eben seiner Verdienste um diese Volksbanksache halber in Frankreich sehr populär und besitzt auch das Kreuz der Ehrenlegion. Washington. Unter der Theilnahme der Behörden, sowie in Gegenwart vieler der angesehensten Geistlichen aller Confessionen ist die neue Synagoge hier am Sonnabend den 17. September eingeweiht worden. Der Präsident Mac Kinley freilich nahm nicht Theil, sondern entschuldigte sein Nichterscheinen im letzten Moment, und gab zugleich seinem Bedauern Ausdruck, daß er durch Staatsgeschäste verhindert sei, bei der Einweihung des jüdischen Tempels anwesend zu sein, dessen Grundsteinlegung vor einem Jahre ihm noch als eine besonders eindrucksvolle Feier im Gedächtniß sei. Der neue Tempel ist eine Zierde der Stadt Washington, im maurischen Style erbaut, -'0 Fuß breit und 100 Fuß lang und bietet 1500 Personen bequem Platz, außerdem genügend Raum für die nothwendigen Schullocalitäten. VenniWes. Wien. ^Berzeichnißderin d e r Z e i t vom 16. August bis 10. O c t o b e r 1898 e in g e l au f e n e n Spenden zu dem aus Anlaß des 50 j ä h r i g e n Regierungsjubiläums Sr. Majestät des Kaisers von der Wiener israelitischen Cult u s g e mein de herzu st eilenden Ausbau des israelitischen Altersversorgungshauses durch ein Versorgungshaus in Verbindung mit einer K r a n k e n a b t h e i l u n g.) 1000 fl.: Herr Rudolf Ausp'tz; je 200 fl.: die Herren kaiserlicher Rath Friedrich Vogl und N. Schefftel;100 fl.: „A. B."; 20fl.: Herr Ludwig König; je 15 fl. Herr Albert Hohenberg und Frau Anna Hammel, endlich in kleineren Beträgen zusammen 9 fl. die Herren: Jacob Knopfmacher, Bernhard Stern und „J.M." Wie«. (Trauungen.) Am 16. October findet hier die Trauung des Fräulein Rosa Stein, Tochter des Herrn Dr. Adolf Stein, mit Herrn Dr. Emil Wolf statt. — Sonntag den 16. October findet im Tempel IX., Müllnergasse die Trauung des Hof- und Gerichtsadvocaten Herrn Dr. Hans S e e l enfreund mit Fräulein Dunia S ch u m e r statt. Wien, 11. October. Am 27. September d. I. fand auf Schloß Berghain bei Feldkirchen in Oberösterreich, die Vermählung des Fräulein Alma Reiß, Tochter des Landes- und Gerichtsadvocaten sowie hiesigen Vice-Bürgermeisters Dr. Eduard Reiß, mit dem kaiserlich russischen Collegien-Assessor Daniel v. P o l l i a k o w in Petersburg, Sohn des verstorbenen Geheimrathes Samuel v. P o l l i a k o w, statt. Die Mutter der Braut ist eine geborene Ehrenreich, Nichte des hochgeehrten Oberrabbiners in Rom, Sr. Ehrwürden Herrn Dr. Moses Ehrenreich. Wie«. Der Ingenieur der Böhmischen Montan-Gesellschaft, Herr Ludwig Heller, Sohn des Blindeninstituts-Directors Herrn S. Heller, hat sich mit Fräulein Olga Breitenfeld, Tochter des kais. Rathes Herrn Breitenfeld in Chrudim, verlobt. Wie«. Obercantor Bauer, Redacteur der „Oesterreichischungarischen Cantoren-Zeitung", II., Novaragasse 27, beginnt am 16. October seine Thätigkeit als Lehrer zur Ausbildung von Cantoren. Wie«. Samstag den 15. October veranstaltet in M. Guth's Restauration, II., Stefaniestraße 6, der Wohlthätigkeits-Berein „Stefaniebund" zur Bekleidung armer Schulkinder im II. Bezirk, einen Unterhaltungsabend, dessen Reinertrag den Zwecken des Vereines gewidmet ist. Wien. (Todesfall.) Herr Gottlieb H a a s e, gewesener Juwelier, ist Samstag den 8. d. M., nach kurze:» und schweren Leiden in seinem 81. Lebensjahre selig entschlafen. Wer den Verewigten gekannt hat, wird diesem streng rechtlichen, charaktervollem Manne, der dem Glauben seiner Väter mit großer Liebe und Innigkeit anhing, ein liebevolles Angedenken bewahren. Haase hatte sich nicht blos großes jüdisches Wissen, sondern auch umfassende allgemeine Bildung als unermüdlicher Autodidact angeeignet. Jeder idealen Regung stand er sympathisch und voll Interesse gegenüber. Er war ein liebevoller Gatte und erzog den einzigen Sohn, den geachteten, beliebten Arzt Dr. Heinrich Haase, in seinen eigenen Grundsätzen. Die allgemeine Theilnahme, welche das Hinscheiden des vortrefflichen, bescheidenen, schlichten Mannes hervorruft, möge der schwergeprüften Witwe, dem trauernden Sohne und dessen tiefbetrübter Gattin lindernden Trost in ihrem Schmerze gewähren. Wien. (Todesfall.) Am 5. October ist hier die hochgeehrte Frau Therese Eltbogen im Alter von 71 Jahren gestorben. Sie war die Mutter der Herren Hermann, Moriz und Wilhelm Eltbogen und der Frauen Julie Karpfen, Caroline Groß, Louise Engel, Charlotte Weiden und Friederike Schick. Wien. Die Beerdigung der Waisenhaus-Directrice Frau Bruck fand Mittwoch unter allgemeiner Theilnahme statt. Am offenen Grabe hielt der erste Vice-Präsident der israelitischen Cultusgemeinde, Herr Dr. Alfred Stern, der Entschlafenen folgenden Nachruf: „Im Namen des Vorstandes unserer Cultusgemeinde, im Namen und Aufträge des Vorstandes des Waisenvereines, im Namen der Schutzdamen des israelitischen Mädchenwaisenhanses sage ich der dahingeschiedenen Directrice dieses Institutes ein letztes Lebewohl, ein letztes Wort des Dankes, der aus unser Aller Herzen kommenden vollsten Anerkennung für all' das, was sie durch fast ein Menschenalter» durch 25 Jahre, unserem Institute war. Soll ich hier an diesem Sarge schildern, wie sie der im Laufe der Jahre immer größer und bedeutender werdenden, an sie herautretende Aufgabe gerecht wurde! Soll ich hier schildern, wie sie als Lehrerin, Erzieherin, auch als unermüdlich thätige Hauswirthin an dem Institute wirkte, dessen Seele sie war, wie sie der moralischen und geistigen Entwicklung, auch dem physischen Wohle und Gedeihen der ihrer Obhut anvertrauten Waisenkinder die rührendste Sorgfalt, eine wahrhaft mütterliche Liebe und Treue entgegenbrachte, wie sie mit Verstand, Herz und Sinn, mit dem vollem Einsatz ihrer hochbegabten Persönlichkeit in ihren: edlen, schönen, aber auch schweren und verantwortungsvollem Berufe nachging! Ja diese Selbstentäußerung, dieser volle Einsatz der Persönlichkeit, diese Hingabe an den Beruf — selbst unter schweren Leiden und Qualen bis an ihre letzten Lebenstage, die treue Hingabe, vermöge deren die sie umgebende kleine Welt ihre Welt war, all' ihr Hoffen und Streben, ihr Denken und Fühlen umschloß, das ist es, was wir an der Entschlafenen stets in so hohem Grade anerkannten und zu würdigen wußten. Und diese Hingebung, gewidmet Waisenkindern, Kindern, denen das Beste, was der Herr Kindern bietet, das Elternhaus, entzogen ist, in die Herzen dieser Kinder, die sonst führerlos auf dieser weiten Gotteserde umherirren würden, den Keim des Guten legen, sie zur Gottesfurcht und Tugend, zum Festhalten an ihrer Religion, ihrem Glauben, zur Treue an ihren Glaubens- und Stammesgenossen zu Fleiß und Tüchtigkeit erziehen, deren sie in dem ihnen bevorstehenden Kampfe im Leben mehr als Andere bedürfen —, das war Dein Leben und Wirken, das ist es, was Dir unsere ewig unvergeßliche Dankbarkeit sichert, den Dank des Vorstandes der Gemeinde, den Dank des Vereins-Vorstandes, den Dank der Schutzdamen, den Dank, den heißen, thräncnreicheu Dank der Waisen, denen Du eine zweite Mutter warst und deren Gebete in dieser Stunde Dich an Gottes Thron geleiten. — Dein Andenken ist und bleibe gesegnet! Wie«. (Todesfall.) Am 6. October wurde am Centralfriedhofe unter zahlreicher Betheiligung Herr Sigmund B r e i n e r, Hotelier in Gleichenberg und Abbazia, zu Grabe getragen. Der Verstorbene hat sich im Curorte Gleichenberg, wo er seit dem Jahre 1879 domicilirte, hervorragende Verdienste erworben bei der Gründung des unter der Leitung der Wiener israelitischen Cultusgemeinde bestehenden jüdischen Hospitals, sowie insbesondere bei der Gründung eines jüdischen Friedhofes und bei der in aufopfernder und selbstloser Weise besorgten Geschäfte der Chewra-Kadischa. Herr Sigmund Bremer hinterläßt eine Witwe mit acht Kindern. Wien. (Ordensverleihung). Der Kaiser hat dem Electro-Ober-Jngenieur erster Classe Moses Burstyn das Ritterkreuz des Franz Josefs-Ordens verliehen. Wien. (Die Firma D. Lessner und der V e r s ö h n u u g s t a g.) Wir erhalten nachstehende Zuschrift: „Verehrliche Redaction! Unter Bezugnahme auf die in Nummer 40 Ihres Blattes vom 7. October 1898 unter der Aufschrift: „Die Firma D. Lessner und der Bersöhnungstag" erschienene Notiz, ersuche ich als Rechtsfreund der Firma D. Lessner, gemäß § 19 Preßgesetz, um Aufnahme folgender Berichtigung:

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