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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1896-04-17 · 16 (17.4.1896) · page 15

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
13 (1896)
Issue
16 (17.4.1896)
Date
1896-04-17
Page
– (sequence 15)
Language
German
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mmmammm Nr. 3 6 Dr. Vloch's Wochenschrift Seite 323 Wien. Das Curatorium der Dr. Ntoriz Rappaport- Stiftung hat den Preis für die beste Schrift über den Einfluß Spinoza's auf deutsche Dichter und Denker einer Arbeit zuerkannt, welche die Preisrichter einstimmig als des Preises würdig allerkannten. Verfasser der Arbeit ist, wie sich nach Eröffnung des Couverts zeigte, Herr Dr. Max Grunwald, gegenwärtig Prediger in Hamburg. Wien. (E r z h e r z v g K a r l L u d w i g i n I e r us a l e m) besuchte die Synagoge der Sephardim und besichtigte die Klagemauer der Inden, 'wobei ihm die Aeltesterl der Judengemeinde die Honneurs machten, denen der hohe Gast feinen Dank ausdrückte. Wien. (A u szei ch n u n g eine s j ü d i s ch e n G r o ßh a u d l e r s.) Seine Majestät der Koilig hat dem Stichs weißenbilrger Großhändler Ignaz Herzog das Ritterkreuz des Franz Josef-Ordens verliehen. Wien. (Dem ungarisch-israelitischen öffentlich c u Lanc) ess 0 nd) wurden in der zweiten Hälfte des Monats März 60.200 fl. gespendet. Derselbe hat bereits die Hohe von 339.400 fl. erreicht. Wien (P r o s e s s v r M a u t h u e r - S t i f t u n g.) Frau Professor Rebekka M a u t h n e r hat, um das Andenken ihres verstorbenen Gatten, des Augenarztes Professor Mauthuer all der Poliklinik, zu verewigen, eine Bettstiftung am Spitale der genannten Anstalt in's Leben gerufen, die den Namen „Professor Ludwig Mauthner-Stistuug" führen wird. Ottakring. Am Sonntag den 12. d. M. fand in unserem Gotteshaufe iin Beiseiir eines zahlreichen, höchst distinguirten Publicums aus Militärculd Civilkreisen, darunter Herr Fabriksdirector v. Zirotitz aus Witkowitz, Vertreter der Familie Fischer, Fürth ans Strakonitz u. v. A., die feierliche Trauung des Herrn Julius Schmelz mit Fräulein Jda Buchbinder statt. Nach Abslnguug des Matowu durch den Tempelchvr mit Harmvniumbegleitung, trug Herr Obercantvr Schlesinger das Mi-addir in erheberrdster Weise vor, rvoraus Herr Rabbiner Dr. Deutsch die innige und sinnige Trauungsrede hielt lind mit den üblichen sieben Schtußsegenssprüchen schloß die solenne Cerenrvnie. Das Brautpaar wurde von allen Seiten begrüßt und beglückwünscht. Sonntag den 19. April feiert Herr Ludwig B ll chb i u d e r im engeren Familienkreise feine silberne Hochzeit mit seiner Gattin Julie. Die allgemeine Achtung, welcher die Familie Buchbinder sich erfreut, zeigte sich in der sympathischen Theilnahnle aller Gesellschaftskreise bei Vermählung ihrer Tochter. Wien. (Spenden.) Bon Herrn Stern, I., Fleischmarkt Nr. 2, sind uns ftir die armen M. Sonnenfeld fl. 1 und Rosenfeld sl. 1 zugekoinmen. Wien. 14. März. (Wiener B et-H amidr asch.) Herr Rabbiner Dr. Gelbhaus wird seine bibelexegetischen Vorträge iln Svmmersemester, welches am 20. d. M. beginnt, jeden Montag und Mittwoch von 5 bis 6 Uhr Nachmittags abhalten. Wien. (Goldene H o ch z e i t.) In Klausenburg feierte cun 14. d. M. der Fabriksbesitzer Ni. Wertheim die goldene Hochzeit. Dessen Firma ist 30 Jahre protvkvllirt, als Chef feines Hauses genießt er große Hochachtung wegen seiner Reellität und als Wvhlthäter in der Umgebung. Er ist nicht mcr ein Abkömmling des einstigen k. k. Hoffactors Simon Wertheim, sondern auch der Onkel des ungarischen Abgeordneten Ignaz Helft) und der Vater des bekannten Schriftstellers A. Wertheim. Er ist auch der Gründer der israelitischen Cnltusgemeinde in Klausenburg. Wien. S o u n e n t h a l gaftirt mit großem Erfolge in Berlin. Ueber seinen Walleustein schreibt der „Berliner Localanzeiger" : Im Neuen Theater bot Herr Adolph Souuenthal Mittwoch eine feiner besten schauspielerischen Schöpfungen: er spielte den Wallenstein in Schitler's „W allen ste in's Tod". Der historische Wallenstein war ein sehr bedächtiger und langsam handelnder Zauderer und der Held der Dichtung ist es nicht minder. Und es ist wohl viel richtiger, die Gestalt so zu geben, wie sie der Dichter hingestellt hat, als einen großen, imponirenden Feldherrn zu zeichnen, welcher nur schöne Worte spricht, statt zu handeln. Und warum hat die Auffassung des Herrn Sonne nthal ihre volle Berechtigung, abgesehen davon, daß, wenn sich auch Manches gegen sie einwenden ließe, die deutsche Bühne gegenwärtig keinen Schauspieler besitzt, der den Wallenstein künstlerisch so vollkommen verkörpern könnte, wie es durch Svnnenthal geschieht. Tie Eigeuthümlichkeiten der Schiller'schen Gestalt, das Visionäre, der feste, unerschütterliche und schwärmerische Glaube an die astrologische Constellativn der Gestirne, verbunden mit reslectiver Bedächtigkeit und schlagfertiger, fast listiger Schlauheit des Menschenkenners, treten in dem Spiel Sonnenthal's am stärksten hervor. Die Erzählung von dem wunderbaren Erlebniß mit Octavio und der große Monolog, in denk sich Walleustein znm gänzlichen Abfall vom Kaiser entschließt, waren unübertreffliche Meisterlelstungen der Bühnenkunst. Sonnenthal spielte diese Scenen mit schlichter, ergreifender Wahrheit, wie überhaupt seine ganze Darstellung des Wallenstein weit weniger ftylisirt ist, als seine anderen Rollen, und sich weit mehr jener Art nähert, die man als realistische Kunst bezeichnet. Und so trug auch jene Scene, in der sich in Wallenstein zum ersten Male eine wärmere Empfinditilg regt, in der er ein kluger Feldherr ltnb ein fühlender Mensch zugleich ist, die Abschiedsscene mit Max, den Stempel voller künstlerischer Wahrheit. Das Publicum zeigte sich auch von der meisterhaften Leistung hingerissen und zeichnete den Gast selbst bei offener Scene durch Beifall aus. Adolph S v n n e n t h a l tritt am 20. d. Nt. nach feinem Urlaube zum ersten Male wieder im Hofburgtheater ans. 'An diesem Abende wird „Der Hüttenbesitzer" gegeben. Wien, 12. April 1896. Freitag Abends und Samstag Früh voriger Woche versammelten sich im Bethause „LiwiaS Chen" überaus zahlreiche Andächtige, um den herz- und gemüthbewegenden Vorträgen des bestbekannten jugendlichen Cautvrs Joses R o s e n b l a t t zu lauschen. Wir haben über diesen jüngsten Chasan der Welt, von seiner erstaunlichen musikalischen Begabung, seinem stupenden Gedächtnis und seinem hinreißenden Vortrag, welcher nichts des Eingelernten und Abgerichteten zeigt, der sich in den Wirrgängen der orientalischen Melodik mit einer kaum begreiflichen Leichtigkeit bewegt bereits irr Nr. 32, Jahrgang 1894, ausführlich berichtet. Dieser Chasan, sowie sein Bruder, ein junges Bürschchen, welches ihni assistirt, haben seitdem bedeutende Fortschritte gemacht. In dieser eigenartigen Kunst orientalischen Gesangsvortrages sind diese beiden Knaben einzig in ihrer Art. Selten wohl hat man Gelegenheit, einen mit allen Vorzügen ans gestatteten Chasan zu hören, und war es daher gerechtfertigt, wenn das Bethaus sich als zu. klein erwies. Thränen sah man in den Augen vieler Anwesender glänzen, die, von Rührmig übermannt, ihren Gefühlen Ausdruck geben mußten. Unter den Besuchern bemerkte man die Herren: Rabbiner Tr. Gelbha n s, Dr. I. S. B l o ch, die k. k. Polizeiräthe kaiserlicher Rath F r a n k l und Sink a r t, Bethausvorstand Dr. M a r c u s Spitze r, Obercantvr A b r. Kl ä g e r, die Chordirigenten L o w i t und Z e l l n i g, Musik - Director O s e r, Ezechiel P v l l a k, die Vorstandsmitglieder des Vereines „Liwias Chen" Emil Jelinek, Anton L v e w, I v s e s M ä r z, Joses Reich und S. T r i g e r mir vielen Mitgliedern und Gästen, ebenso zahlreiche Damen. Wien. Aru 6. d. M. starb Herr Joachim H o ch s e l d im 77. Lebensjahre. Derselbe hatte in Lemberg viele Jahre hindurch zahlreiche hervorragende Ehrenstellen inne und erfreute sich vermöge seiner ausgezeichneten Eigenschaften der allgemeinen Achtung. Irr Folge Krankheit zog er sich im Jahre 1873 vom öffentlichen Leben zurück und lebte seither in Odessa und Wien. Todesfälle. Nach langem und schwerem Leiden verschied Samstag Morgens in seiner Wohnung, III., Hintere Zollamtsstraße Nr. 13, der Beamte des Großhandlungshauses Guttmann, Herr Samuel S ch l e i s s e r, im 60. Lebensjahre. Das Haus Guttmann verliert an Herrn S ch l e i s s e r einen langjährigen Beamten von musterhafter Pflichttreue und Gewissenhaftigkeit, seine Familie einen zärtlichen Gatten und Vater. Das Leichenbegängniß fand vorigen Montag statt. — In Krön st a d t ist am 2. d. Nt. der bei der dortigen israelitischen Cnltusgemeinde seit 40 Jahren als Rabbi- Stellvertreter und Schulleiter verdienstvoll wirkende Herr Sigmund S t e i n h a r t gestorben. Die Criltusgemeinde hat eine besondere Traueranzeige über diesen ihren schweren Verlust ausgegeben. Wien. (3) e r K r a n k e n - V e r e i n „M a z m i a c h Jesehn a“ i n W i e n) versendet seinen neunundzwanzigsten Jahresbericht, welchem eine lvbenswerthe, ersprießliche Vereinsthätigkeit zu entnehmen ist. Die Caffagebahrung für das Geschäftsjahr 1893 weift an Einnahmen 3400 fl., an 'Ausgaben 230<> sl. aus. Das Vereinsvermögen von über 1 l.ooo fl. an Werth- : papieren befindet sich tm Depot bei der O österreichisch Ungacijchen Bank.

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