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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1894-01-19 · 3 (19.1.1894) · page 14

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
11 (1894)
Issue
3 (19.1.1894)
Date
1894-01-19
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 54 VeKerretchifche WochenfchrM Nr, 3 Wien, im Jänner 1894. Herr Moritz S. Herzog aus Tyrnau, Hausrabbiner und Religionslehrer im Hause M. Bondi und einer der hervorragendsten Schüler des Preßburger Oberrabbiners B. Schreiber, wurde mit Acclamation zum Bezirksrabbiner in Deva (Siebenbürgen) gewählt. L—r. Wien, 16. Jänner 1894. (Paulus Meyer.) Der wegen Verleumdung und Majestätsbeleidigung verurtheilte Paulus Meyer, der Freund und Mitarbeiter des Herrn Dr. Deckert, wird zur Abbüßung seiner Kerkerstrafe heute in die Strafanstalt Stein überführt werden. Nach vollendeter Strafhaft wird Paulus Meyer der deutschen Gerichtsbehörde überstellt werden, wo ein neuer Strasproceß gegen ihn anhängig ist. Wien, 15. Jänner. Samstag den 13. d. M. hielt Herr Julius Braun im Seitenstettentempel eine Ansprache an die Schuljugend, die nach Form und Ausführung lobend bemerkt zu werden verdient. Dem Redner wird die schwierige Aufgabe gestellt, den Schulkindern eine umfassende Darstellung über das Leben und Wirken des verewigten Predigers Herrn Dr. Ad. Jellinek zu bieten und löste er dieselbe in anerkennenswerther Weise. — Im Rahmen der gewöhnlichen Betrachtung und Angesichts der zarten Kinder verzichtete Herr Braun aus schwunghafte Wort- und Satzbildung, befleißigte sich vielmehr, in einfacher, dem kindlichen Fassungsvermögen naheliegender Weise, den bedeutungsvollen Wirkungskreis des verewigten Seelsorgers als dankbarer Sohn, guter Vater. Wohlthäter der Armen, Freund der Kinder, Beschützer der Waisen, liebevoller Jugendlehrer, treuer Sohn Oesterreichs und als Priester unserer Gemeinde zu zeichnen und es gelang ihm, durch seinen schlichten, aber mustergiltigen Vortrag sowohl die Jugend, wie das zahlreich anwesende ältere Publicum zu fesseln. Es wäre erwünscht, Herrn Braun öfter auf diesem anregenden Wirkungsgebiete zu begegnen. 8. Wien. (Theologischer Verein.) Am verflossenen Samstag hielt im Vereinslocale (II., Tempelgasse 3) der Präsident des theologischen Vereines, Herr Drd. A. Freund einen Vortrag über jüdische Siege! aus mittelalterlichen Urkunden in Oesterreich. Nächsten Samstag halb 11 Uhr Vormittags hält derselbe eine Vorlesung über „Österreichische Judenrichter im Mittelalter. — Herr Bernhard Kohn (Clavierfabrikant) hat dem theologischen Vereine in überaus hochherziger Weise den Betrag von 100 Kronen zugewendet. Die Herren S. Heit (Fabrikant) und S. Horowitz, Präses der israelitischen Cultusgemeinde in Lemberg sind mit dem Beitrage von 50 Kronen dem Vereine als Gründer beigetreten. Wien-Simmering. Am 18. v. M. hielt der Betverein des XI. Wiener Gemeindebezirkes im Saale des magistratischen Bezirksamtes unter Vorsitz des k. Rathes Herr Friedrich Bogel seine lll. ordentliche Generalversammlung ab. Vom Wiener Cultusvorstand war der Gemeinderath und Bicepräses des Cultusvorstandes Herr Gustav Simon vertreten. Der Lchristführer Herr Dr. O r n st e i n verlas den Jahresbericht und der Vereinscassier Herr Leopold Weiß den Cassabestand und ernteten beide Herren als auch der Präscsstellvertreter Herr Siegmund K a u d e r s für ihre besondere Thätigkeit allgemeine Anerkennung. Bei der hierauf vorgenommenen Wahl wurden die Herren Jacob Lunzer und Ignaz Tauber neu, Herr Simon Spiegel wiedergewählt. Der Vicepräses Herr Gustav Simon sprach seine volle Freude über das Emporblühen des noch so jungen Vereines aus, mahnte zur Einigkeit und Frieden, wodurch der Verein gefördert wird. Schließlich dankte der k. Rath Herr Friedrich Vogel dem Herrn Gustav Simon für sein Erscheinen, sowie allen anwesenden Vereinsmitgliedern und spricht seine Genugthuung aus, daß trotz finanzieller Calamität des Vereines derselbe so manchen Wohlthätigkeitsact geübt, wobei jedes Mitglied nach Kräften beigetragen. Mit dreimaligem Hoch auf Se. Majestät wurde die Generalversammlung geschloffen. M. Blau. Wien, 15. Jänner. Der „Humanitätsverein" im X. Bezirke, derzeit geleitet von den Herren D. Weiß, N. Schidrowitz, N. Lichtenstein u. A., hält alljährlich eine Gedenkfeier ab nach den im Laufe des Vereinsjahres verstorbenen Mitgliedern. Die diesjährige Feier fand am 14. d. M. im schwarzdecorirten Bethause vor zahlreicher Zuhörerschaft, darunter viele Gäste aus anderen Stadtbezirken, statt. Der dortige Prediger, Herr D. Löwy, sprach gedankenreich und mit Schwung. Der Trauertag könnte diesmal ein Freudentag sein, den Hinwegschreiten ließ Gott den Tod über die Pforten des Vereines im abgelaufenen Vereinsjahr, „und kein einziger seiner Mannen fehlt". Doch der „Humanitätsverein" wäre solcher nicht, wenn er Gefühle und Theilnahme nicht auch dem weiteren jüdischen und allgemeinen Menschenkreise zuwenden würde, und so soll diese Traucrfeier gewidmet sein den großen Todten der Wiener israelitischen Cultusgemeinde: Baron Moriz Königswarter, Rabbi Salomon Spitzer und Dr. Adolf Jellinek. — Prediger Löwy schloß mit einem Gebete um Trostspende für unseren gefeierten Oberrabbiner Dr. M. Güdemann, der soeben in Trauer versetzt ist. Es folgte Psalm 17, vom dortigen Cantor klangvoll und schön melodisch vorgetragen. Die Feier machte einen vorzüglichen Eindruck. ll.1V. 8. Wien, Samstag, den 14. Jänner 1894, wurde der zu Besuch weilende Oberrabbiner A. G r ü n b a u m zu Poprad, im poln.-jüd. Tempel, Leopoldsgasse, mit einem Vortrage beehrt. Derselbe war sehr geistvoll und befriedigte die Zuhörer aller Schattirungen. Die wichtigen Interessen des Judenthums im Allgemeinen, wie auch die dieses Tempels im Besonderen, wurden berührt, und die Rede verfehlte nicht, einen sichtlichen Eindruck hervorzurufen. Auch der exegetische Theil fand allgemeine Anerkennung. J. J. Proßnitz. A,n 14. d. M. fand im hiesigen Tempel die Trauung von Frl. Mathilde S ch reibe r, Tochter der Kaffeehausbesitzerin Frau Rosa Schreib!r. mit Herrn Max Wasserdrilling ans Boskowib statt. Die Trauung vollzog Rabbiner Dr. Hoff! Lemberg. (H a n d e l s k a m m e r w a h l e n.) Bei der vorige Woche erfolgten Constituirung der Handelskammer Lembergs wurden gewählt: Herr'Adolf Byk zum Präsidenten und Kaufmann Ro'senthal zum provisorischen Vorsitzenden. Prag. Das Leichenbegängniß des Fabriksbesitzers Samuel E n ge l m a n n in Carolinenthal fand unter überaus zahlreicher Betheiligung statt. Die Leiche war im Carolinenthaler Tempel aufgebahrt, welcher von Tranergästen gefüllt war; unter denselben befanden sich Statthaltereirath Re hak, Bezirkssecretär Z a k r e j s, Pfarrer V o r c j t, Oberrabbiner Dr. E h r e n fel d mit seinem Stellvertreter Dr. Tauber und die Rabbiner Feldprediger Dr. Kisch und Dr. K a m i n k a, Obmannstellvertreter der Prager Cultnsgemeinde-Repräsentanz Dr. Bend i e n e r, zahlreiche Mitglieder der Carolinenthaler Stadtvertretung. die Caroliuenthaler Cultnsgemeinde-Repräsentanz tu corpore, Deputationen der Prager Bürgercorps, des israelitischen Nächstenliebevereines, sowie zahlreicher gemeinnütziger und humanitärer Vereine u. A. An der Bahre und am offenem Grabe auf dem neuen israelitischen Friedhofe in Aurinowes hielten die Rabbiner Dr. Hirsch aus Carolinenthal, Doctor Thorsch aus Schlau und Koch aus Aurinowes ergreifende Leichenreden, in welchen sie die Verdienste und die edlen Eigenschaften des Dahingeschiedenen würdigten. Prag, 10. Jänner. Am 8. Jänner fand die Trauung des wegen seiner Reellität und Solidität bestrenommirten Kanfniannes und Großhändlers Herrn Emanuel Schwenqer aus Bilin im Hotel Roubitschek (Stein) zu Prag statt. Welcher Achtung und Beliebtheit sich dieser Mann erfreuen muß, mag der überaus zahlreiche Besuch von Freunden, Bekannten und Gönnern zeigen, die dem Tauungsacte — vollzogen von Sr. Ehrwürden Herrn Rabbiner Ignatz Ts ch a s su i ans Svetla — beiwohnten. L. Prag, 15. Jänner. Gestern haben wir einen der letzten Kreisrabbiner Böhmens in die Erde gebettet. Der Berauner Kreisrabbiuer Moses Schiffmann war einer der wackersten, gelehrtesten und bescheidensten dieser einst vielangefeindeten jüdischen Machthaber. Oberrabbiner Dr. Ehrenfeld, Rabbiner Dr. Tauber aus Prag. Lehrer Königsberg aus Beneschau und Zinner aus Beraun widmeten dem im hohen Greisenalter heimgegangen Gelehrten, der noch unter Moses Sofer s. A. in Preßburg seine Studien absolvirte, warme Nachrufe. Sämmtliche Prager Rabbiner folgten dem Trauerwagen. Die am hiesigen Tempel vacante Stelle wird nun definitiv besetzt werden. In seiner letzten Sitzung hat der Vorstand des Vereines für geregelten Gottesdienst, verstärkt durch angesehene Vereinsmitglieder, beschlossen, den seit den hohen Feiertagen am Tempel fungirenden Dr. Kaminka der demnächst zu berufenden Generalversammlung als Prediger vorzuschlagen. Im Vereine „Afike- Jehuda" hält Samstag den 20. d. M. Herr Dr. Kisch dem Ehrenwitgliede dieses Vereines Dr. Jellinek einen Nachruf. Luk bei Buchau (Böhmen). Am 28. December 1893 verschied nach kurzem Krankenlager der hier auf Ferien weilende Herr M. U. C. Fritz Hirsch, die einzige Hoffnung seiner Eltern. Dieser unerwartete Todesfall cUv.'ckte allgemeine und ungeheuchelte Theilnahme, was sich am deutlichsten bei dem Be-" gräbniffe am 31. December 1893 zeigte. Der Freiwillige Feuer-

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