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Wiener Morgenzeitung · 1927-02-26 · Heft 2873 (26.2.1927) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 2873 (26.2.1927)
Date
1927-02-26
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 3878 Wie«, GamStaz ES gibt auch «noch eins ganze Anzahl von frefottÖMsm skniffen, durch die man den Geruch der Metalle besonders deutlich tvahruehmbar machen kann. Go braucht man z. B.!>as Metall nur etwaanzuwärmen — jbfort wird der Geruch deutlicher. Auch längeres Reiben zwischen den Frngem ruft ihn hervor. Die Gelehrten haben sich mm schon seit langem den Kopf zerbrochen, woher dieser Geruch denn eigentlich rührt. Früher war man der Ansicht, daß der auf der Haut.ja stets in geringen Mengen vorhandene Schtveiß mit den Metallen Verbindungen eingehe, die riechen. Neuerdings nimmt man vielfach an, daß mich die Metalle feinste Teilchen irbstoßen, die auf unsere Geruchsorgane wirken. Ein Vergleich mit beit Blumen liegt nahe, bei denen ja der Geruch gleichfalls dadurch zustande kommt, daß gewisse Stoffe abgestoßen werden, di« sich in unendlich geringer Menge undin imendlich feiner Verteilung in der Lust verbreiten. Dev zukünftigen Forschung bleibt es Vorbehalten, das heute noch nicht geklärte Rätsel des Metallgeruchs zu lösen. Dr. Albert Neuburger. Wie«. 26. Februar. Das Wetter. Das warme Wetter hat auch geistern noch angeH-aldeu und die Vorhersage spricht von einem Andauern des FöhnS, der die Lawinengefahr in Bergen wedbevhin bedrohlich erscheinen läßt. Todesfall. Frau Salomea Ebner, geb. Läufer, ist Donnerstag nach längerer Krankheit verstorben. In ver Verblichenen verliert der bekannte Wiener Rechtsanwalt Dr. Benjamin B. Ebner, die geliebte Gattin, drei unversorgte Kruder, darunter B. Ebner, Mitglied der Studentenverbindung Makkaväa, die Mutter, sowie unser Gesinnungsgenosse Rechtsanwalt Dr. Hermann 'Ebner seine Schwägerin. Die Verblichene war stets eine treue Jüdin, sehr religiös und woh^ tätig. Das Leichenbegängnis findet am Sonntag, den 27. Februar l. I., um halb 12 Uhr auf dem Zentralfrtedhose, 3. Tor (israelitische Abteilung) statt. Tödlicher Autounkall. Güstern abends wunde in der NußldorferstvaßL vor dam Hmvse 9h\ 26 ein Knabe beim Ueibevsetzen ver Fechtbahn von einem Autmaxi ersaßt u.nv übeirfahren. Bewußtlos wurde er in das Haus getragen, doch konu'be der FnspeMonsarzt der berufenen Nettuugsgesellfchast nur mehr den Ein'twk't des Todes fest stellen. Das unglückliche Kind ist der 7i^hrige VoNsschülar Alexander Priska, Markdgasse S. Die TNutshandlung zur Feststellung der VeafchuldenSfrage ist eingeleibet. Ein Kasseneinbruch. Gestern früh wurde 'bei der in der Wollzeile -etablierten Firma Friedrich Schönau ein Einbruch entdeckt. Di« Einbrecher dürften sich abends vor Torschluß in das Haus eingeschlossvn haben. Vom Dach« des Hanfes halben sie sich augenscheinlich M'ÄdelS einer Strick lei tor bis zu der: im HoftrcM« gelogenen Räumen der Firma hinabgülassem, sind dann durch ein Fenster eingedrungen und haben zwei eiserneKassv n erbrochen. In einsr der Kassen fanden sie die Schlüße! zu einer dritten Kasse, die sie ebenfalls öffneten. Sie erbeuteten zirka 900 S. und einige Banknoten zu 1000 tfch. Kr. Mittels der Strickleiter haben sie sich dann vormuÄich in den Hof hrrwügelassen und sind, durch vas Haustor entwichen. Die Erhebungen stM) eingeleitet. Autounfall einer Tochter der Exkaiserin Zita. . Die Madrider Blätter melden aus San Sebastian: Eiy von L o u r d e 8 kommonbeS Auibomobil, rn 'Lein sich eine der Töchter der Exkaiserin Zita sowie Daran GanluS un-d Oberst Senifes aus dem Gefolge der Kaiserin befanden. stürzte bei einer Brücke auf spanischem Gebiet um, wobei Baron Gan'lus leicht verletzt würde und Oberst Senifel einen Bruch des Schlüsselbeines «Milt. Sie wurden nach dem Spitar von Irun gebracht. In dem dem gelstürgten Auto nachfolgendem befanden sich die Exkaiserin und ihr Sohn Otto. Störungen des Rundfprmchempfanges durch Hochfrequenz- Apparate. Da die Klagen über Störungen des Rundspruchempfangeö durch den Betrieb elektromedizinifcher Apparate (zum Beispiel Massageapparate) immer mehr zunehmen, wird täglich an die Besitzer solcher Apparate vas Ersuchen gerichtet, die störenden Apparate womöglich nur außerhalb der Wiener Sendezeiten zu gebrauchen. Auf diese Weise können ohne weiteren Kostenaufwand die überaus lästigen Störungen benachbarter Teilnehmer vermieden werden. Mit Rücksicht darauf, daß die wirtschaftliche unh kulturellle Bedeutung des Rundspmches in den weitesten Bevölkerungsschi-chten volle Würdigung findet, ist wohl zu erwarten, daß die Besitzer der störenden Apparate dem an sie gerichteten Ersuchen der „Ravag", so weit als möglich Folge leisten. Musikalisch« Banditen. A :s R ewh orkwird berichtet: Sech? maMerte Ba di len,; ereu ^üh et it '- als les n e eM.. i.lie ha ec erklärten gelang es, in die im Herzen des Geschäftsviertels von Chicago gelegenen Burauräumliä)keiten einer vottrehmen Musikverlagssirma einzudringen und, das ganze Geschäft auSzurauben. Die Bureaus liegen im Mittelstock eines Wolkenkratzers. Nach den Geschäftsstunden überwaltiaten die Banditen den Wächter und zwangen ihn, vrer Stunden hinduvcli seine gewöhnlichen Runden zu machen und die an verschiedenen Orten angebrachten Kontrolluhren zu markieren, während vier andere sich mit seidenen Dandichuben an der Kasse mit Werkzeugen und Nitroglhzenn zu schaffen mochten. Inzwischen bewachte der seMe Bandit im Musimudto die Musiklehrerin Mrs. Ballantine, ihren Sohn Robert und den ebenfalls dort anwesenden Sänger Mr. Vergeh. „Ist diese Dame deine Mutter?" sprach der Bandit den kleinen Robert mit schmeichelnden Worten an. Auf die bejahende Antwort erklärte der Bandit: „Nun gut, ich würde auch nicht zum Einbrecher geworden sein, wenn meine Mutter noch lkwte. Tritt nicht rn meine Futzstapfen, Kleiner, es ist schlecht und gefährlich." Da bemerkte Mr. Vergeh nach elnstündiger Konversation zum Banditen: „Ich würde Sie gern meinen Freund nennen, tvenn wir uns unter anderen Umständen getroffen Hütten." Der Bandit: „Mag schon sein, ich bewunderte immer die Tonkunst, ich würde selbst ein großer Musiker geworden sein, wenn ich in meinem Leben mehr Glück geväbt hätte. Ich höre gern große Tonkünftler. Aber um fid) der MusiNiebhaberei hingeben zu Annen, mutz man vorerst Geld haben." Inzwischen hatten die anderen Banditen ihr Werk vollbracht, und gewannen mit einer Beute ""u mooo Dollar das Weite. Wiener Morgen-ettrmg 08. GeVruar 1907 *!! JÜDISCHE WEIT | * Lle trße Liste der Kriegs- und Pogromopser aus Rußland. 47.000 Waisen. Einen Begriff von den Verheerungen in den jüdischen Familien, die der Krieg, die Pögroine, der Bürgerkrieg und die Hungersnot in Rußland verursacht haben, erhält man aus der Tatsache, daß in der ersten soeben vom Departement für Kinderversovgung der Sowjetregierung veröffentlichten Liste 47.000 Waisenkinder registriert erscheinen. Diese zwanzig Bände umfassenden Listen wurden auch dem Eharbiner JnformationSvnreau der amerikanischen jüdischen EinwanderechilfSgesellschast „HiaS" übersendet. Die Listen enthalten Namen und Alter der Kinder und der Anstalt oder der Privatpersonen, bei denen die unglücklichen Kinder untergebracht sind. Die Kommission für Kinderversorgung bittet alles aufzuwenden, um die in Amerika oder anderswo lebenden Verwandten ausfindig zu machen, die vielleicht in der Lage wären, das Schicksal der Waisenkinder zu erleichtern das Eharbiner Bureau bemerkt, daß -die Zahl der jüdischen Waisenkinder in dieser Liste zu groß ist, als daß die Namen avgedruckt werden könnten. DaS Zentralbureau des „HiaS" 426, Lafahette-Street, Newhork, oder das Eharbiner Jnformationsvureau für Emigranten, 20 Arttlleriski-Street, Eharbin, China, ist bereit, wenn die Anfragen die Stadt, wo die Kinder gewohnt haben, und andere zweckdienliche Daten enthalten, die gewünschten Auskünfte zu erteilen. zionistisches Lebe« in Argentinien. Vor einiger Zeit fand in Buenos Aires unter Vorsitz des Präsidenten der LandeSorganisatio» Dr. I. Nissenson daS zehnjährige Jubiläum der zionistischen Organisation in Argentinien in Anwesenheit von 70 Delegierten aus allen Teilen des Landes statt. Dem Berichte ist zu entnehmen, daß diese LandeSorganisatto» eine außerordentlich rege und erfolgreiche zionistische Arbeit leistet, ' die ihr die Möglichkeit gab, zum letzten Kongreß zwei Delegierte zu entsenden. Die gefaßten Beschlüsse fordern eine Verstärkung der Tättgrreit für den N a t i o n ä l f o n d s und den Keren Hajessod, Schaffung von hebräischen Schulen und Kindergärten, sowie Bibliotheken mit zionistischer und hebräischer Literatur, in allen jüdischen Zentren von Argentinien. Don besonderer Bedeutung ist der Beschluß wegen Schaf-: fung von regeren Handelsbeziehungen zwischen A r g e n t i n i e n u n d P a l ä st i n q, Gründung einer argenttnisch-palästinensischen Handelskammer und die Berananstaltung von Ausstellungen palästinensischer Produkte in Argentinien, sowie der Beteiligung der jüdisch en Kolon ist e n in Ligen Linien an Ehrlichen Ausstellung in Tel Awi-w. Es wurde auch die Einberufung eines zionistischen Jugendkongresses nach Buenos Aires, beschlossen. Dr. I. Msienson und der Delegierte am letzten zionistischen Kongreß N. Gesang wurden wieder ins Präsidium ver Landesorganisation gewählt. Ae Hielte Synagoge -entschland». Renovierung des Rasch,i-Tempels 1» Darms. In der „Wormser Wochenschau" lesen wir: Das BethauS der jüdischen Gemeinde zu Worms ist, wie die Gemeinde selber, daS älteste im Reich. CS ist in dem Zeitalter des großen Dombaues 1034 mit seiner Männerabteilung und 1213 mit seiner Frauenabteilung entstanden. „Wormser Juden, fromme Juden" lautet ein alter Spruch bereits im Mittelalter. Und so soll auch eine fromme Jüdin, Jehudith, laut alten Pergamenten dieses fast tausendjährige Gotteshaus vom Grunde auf und mit ihrem Gute einst erbaut haben. Aehnlich wurde vor etwa fünfzig Jahren auch die nachbarliche, neue Shnagoge von einer frommen Judenftau dotiert. Der sagen- und zeitumwltterte Bau, ein Zeitgenosse unseres Domes also, war namentlich auch durch die Erinnerung an den großen und gelehrten Raschi (<Sdjftomo ben Jsak), geboren 1040 in Trotzes in der Champagne und 1105 gestorben, den volkstitmichsten unterl den Bibel- und Talmudauslegern des Mittelalters, immer schon das Besuchs- und Besichtigungsziel vieler, auch nichtjüdischer Fremden. Er lehrte hier an der jüdischen Schule und sein Schulraum mit feinem Stein- und Lehrstuhl wird in der Nische seiner sogenannten Kapelle heute noch gezeigt. Durch eine malerische Neuherrichtung hat dieses altehvwürdige Gotteshaus nun eine sehr stimmungsvolle Ausschmückung erfahren. Der säulengetragene Männerbau zeigt sich in festlichem Blaugelb, wochrend der Frauenbau in Grün-Diolett gehalten ist. Auch die uralten mit dem Reichsadler geschmückten Messing-DeckeNleuchter, die mit den alten Handschriften und Thorarollen zu den Schätzen des BethaustS gehören, leuchten im neuen Goldglanze und die rote und so unendlich rührende, ewige Lampe brennt mit dämmerigem Rotlicht »och vor dem Allerheiligsten, wie vor tausend Jahren. Auch hier reden die Steine. Hmrnrgabe der Mischna-Kodex der Kaufmannsammlnn». Zu den wertvollsten Stücken der Bibliothek des vor Jahren verstorbenen jüdischen Gelehrten und Forschers David. Kaufmann. in Budapest gehört das Faksimile des Mischnakodex. Bekanntlich ist die große Bibliothek seinerzeit als Widmung der Witwe des Gelehrten in den Besitz der ungarischen Akademie der Mssenschaften. üoergcgangen. Bor einigen Tagen wandte sich die Straßburger Msienschastlichc Gesellschaft an die ungarische Akademie mit dem Ersuchen um Ueoerlassung des Kodex behufs Kopierung und Herausgabe des seltenen Werkes. Dem Ersuchen wurde stattgegeben und man kann mit der baldigen Drucklegung des Mischnakodex rechnen. vereine. Bortriige «nd Bersamm»nngrn. Volkshochschule Leovoldstadt (Vottsheim), 2. Bez., Zirkusg-asse 48. 7 Uhr: Ing. Wilhelm Hei mann: „Wien als LustverkehrSzentrum" Mit Lichtbildern. Eintritt frei. Außerdem zahlreiche neue Kurse des Sommerhalbjahres. — Zionistische Sektion Brigittenau. Heute, 8 Uhr abends, im Bereinslokale, 20. Bez.. Jägerstraße 80, Vortrag Dr. Kristianpoller: „Die sozialpolitische u. kulturelle Geschichte des zweiten jüdischen Reiches^. — Jüdisches Zentrum der Soziale» Hilfsgemeinschast Anitta Müller, 2. Bez., Untere Augartenstraße 35. Heute, halb 8 Uhr abends, Schlußfeier des 1. Semesters. Vortrag Obermbbiner Pros. Dr. Z. P. ChajeI: „Die älteste Jmdengemeinde Europas". Eintritt nur gegen Einladungen. Infolge der Schlußfeier entfällt heule der hebräische Bortrag; morgen nachmittag «Jüdische Kunst". — Kurs für hebräische Stenographie. Der Kurs für hebräische Stenographie unter Leitung des Herrn Preminger beginnt heute, 7 Uhr abends, im Sektionsheim, 2. Bez» ZirküSgasse 83. Einschreibungen erfolgen dortselbst oder an Wochentagen von 10 bis 12 Uhr im Kultura-Mt des zionisttschen Landeskomitee, 1. Bez., Kürntnerstraße 28. — Verband der Zkonisten-Revisionisten Oesterreichs. Sonntag um halb 11 Mr vorm, im Bevbandsheim,, 1. Bez„ Schottenring 13 (Cafe Müller), Versammlung. TggeSordnung: „Die NationalratSwahlen und die österreichischen Juden". Zionistische Gäste wMommen. — Jüdischer Jugendvund „Bnth ha Zofim". (Zentralheim, 2. Bez., Rembrandtstrahe 16.) Heut«, halb 8 Uhr abends, gemeinsame Tagung aller Zosim-Assaroth. Referat« über das Thema: „Neue Weg« und Ziele der jüdischen Jugend". Referenten: Dr. Paul I, Diamant, Josef Babad und Samuel Stanger. — Jüdischer Kulturkrets, 3. Bez., Praterstraße 11 (Bürger-Cafe). Sonntag, den 27. d. M., um 4 Uhr nachmittags, lieft Schriftsteller Moses L iw schütz aus eigenen Schriften. — Jugendverein „Crez-Jsrael". Morgen, _ Sonntag, halb 8 Uhr abends, im Vortragssaale der Zionistischen Be« zittSjektion Leopoldstadt, S. Bez., ZirkuSgasie 38. 8. Literarischer Abend, Eh. N. Bialik gewidmet. Zionistische Jugend* gruppe Leovoldstadt, S .Bez., ZirkuSgasie 88. Heute, um 3 Uhr nachm., Sichah. Um halb 7. Uhr Hebräisch für Anfänger. Morgen, um 3 Uhr nachm., hebr. Sichah, 7- Uhr freie Zusammenkunft. Montag, um 8 Uhr, GeschichtSkurS. -7 Hita Moadon iw«, S. Bez., ZirkuSgasie SS. Heut«, %8 Uhr, Bortrag Dr A Birnbaum: „Der Wertbegrift in der BolkSwirtschaftSlehre". — Toynbehalle. 20. Bez.. Denisgasie 33. teute, 7 Uhr abends, Konzert. — Lese, urch Redehalle jüdischer ochschüler, 9. Bez., Türkenstraße S. Alle Mitgueder werden zur Plenarversammlung des Sommersemesters eingeladen. Beginn heute halb 8 Uyr abends. — Wiener Bet-Hamidrasch» 2. Bez., Detnpelgasie 3. Heute, 8 Uhr nachm., Lektor Dr. S. Rubin: „Urim und Tummlm. . r . Urania-Vortrag über Spinoza. Aöorgen, Sonntag, abends halb 8 Uhr, findet in der Urania (Asperirplatz), ein ^Vortrag von Dr. Max Grunwald über ,/Spinozas Einfluß" statt. Die zahllosen jüdischen Familien, die seit 35 Jahren, die weit über die Grenzen Oesterreichs berühmten Schmiedl'schen Mazzoth bezogen haben, werden sicherlich mit Freude die Mitteilung begrüßen, daß diese älteste Wiener Mazzothfabrik auch beuer im Betrieb ist und ihrem altbewährten Ruf in noch erhöhtem Maße gerecht wird. Der neue Eigentümer, Nathan B r 0 d e tz k y, hat in der F l 0 r id sd 0 vfe r' F ab r ik, Mengergasse 19, die modernsten technischen Verbesserungen durchgeführt und zuwege gebracht, daß der ganze Prozeß der Erzeugung der Mazzoth von dem Moment, da das Mehl zum Teig geformt bis es als schmackhaftes Osterbrot in Rollen gepackt an die Kunden abgelsesert werden kann, in der denkbar kürzesten Zeit vollzogen Ist. Herr Brodetzkh hat durch die Einstellung neuer Maschinen eine Oekonomie. in der Produktion der Mazzoth erzielt, die die Qualität erhöht und im Preise dem Komsumenten allein zugute kommt. Ausschlaggebend für den guten Ruf der Schmiedstschen Mazzoth ist die bekannte peinliche Sorgfalt, mit welcher in dieser Fabrik den strengsten yygienlschen Anforderungen Rechnung getragen wird. Herr Brodetzky wacht unerbittlich darüber, daß die Geschirre alle Viertelstunde gewechselt werden und die Arbeiterinnen, die mit dem Teig und den fertigen Mazzoth in Berührung kommen, ihrer Verpflichtung, Hände und Kleidung stets rein zu halten, auf das Genaueste Nachkommen. Das wichtigste bei der Herstellung von Mäzzoch ist und bleibt jedoch die Verläßlichkeit in.. Bezug auf Kaschruch. Um auch den Anforderungen der strenggläubigen Juden gerecht zu werden, übt das Wiener RaMnat mit rigorosester Genauigkeit die Aufsicht über die Herstellung der Schmiedlschen Mazzoth, sowie auch dqs zur Erzeugung benützte Pesiachmchl in der Gisela-Mühle aus Budapest und der Aufsicht und Kontrolle des Rabbinates in Waiden hergestellt wurde. Alle diese Umstände bieten die sichere Gewähr, daß die Schmledl'schen Mazzoth unter der Leitung des neuen Besitzers Brodetzkh ihren berechtigten vorzüglichen Ruf auch in diesem Jahre vollauf rechtfertigen werden. Redoutv des Jüdischen Hilssve reines Prater. Am 19. Februar l. I. fand im Kolonnädensaäl des Voltsgartens die diesjährige Redouts des Jüdischen Hilfsvereines Prater statt. Um daS Gelingen dieser Redoute haben sich besonders verdient gemacht: die Ehrenmitglieder Herr und Frau Leopold Frankl samt ihrer Nichte Frl. Jvsefine Schwartz, ferner der Obmann des Vereines Herr und Frau Salo Natovicz und Familie Buchwald. Vereinsmitglied Hans Röderich, Besitzer des Cafe Abbazia, in welchem unser Verein seinen Sitz hat, hat ww immer, so auch anläßlich dieses diesjährigen Balles seinen Verein werktätigst unterstützt. Die Ballkapelle Wolfsthal sorgte für glänzende Tarumustk. Unter den Anwesende:: bemerkte man: die Herren Winter, Obmann der Jüdischen Fleischhauervereinigung, Siam. Kornmehl, Aug. Schnabel, Jakob Klügler samt. Frau und Herr:: Täuber, Herrn Bodek, Sportklub „Makkabi", ferner den Prokuristen der Firma Steuer u:w Friedländer Herrn Pick samt Gemahlin und Herrn Krckel. Der Verein „Esra" hatte sich deputativ vertrete:: lassen. Der Abend verlief in animiefteftov Stimmung. — Am 17. März findet im Cafe Mnkler,? " >. Stmverstraße, ein Purimfest statt. .

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