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Wiener Morgenzeitung · 1927-02-26 · Heft 2873 (26.2.1927) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 2873 (26.2.1927)
Date
1927-02-26
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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. 'Seite 6 Men, Samstag Wiener Mvrgenzeitnng 28. tzevkimr 1W7 Rr. SM Bühne und Kunst. «ne Ansprache Karl Schönherrr. Im Deutschen Volkscheater. Aus Anlaß von Karl Schönherrs 60. Geburtstag farä» gestern als Festvorstellung eine Aufführung von „Glaube und Heim üt" statt. Nach Beendigung der Vorstellung war Schönherr, der auf der Bühne Platz genommen hatte, Gegenstand zahlreicher Ehrungen. — Zum Schluß ergriff Karl Schönherr selbst das Wort und las eine launige Ansprache vor, in der er ungefähr folgendes ausführte: Er habe sich anfangs gesträubt, in dtzin angenehmen Ehrensessel auf der Bühn-' Platz zu nehmen, habe sich aber doch dazu entschlossen, denn so widerborstig sei er nicht, wenn es darum gehe, ihm Liebes zu erweisen. Heute zeigten ihm alle ein gutes Gesicht, die ihn sonst weniger «mögen, heute habe er hier oben das Gefühl: „Es kann dir nichts g'schehn". Er müsse seiner Mutter däfür danken, daß sie ihn im Winter geboren habe, denn wenn sein' Geburtstag in die Höchsommermonate fiele, würde man ihn nicht im Theater feiern können. Schönherr sagte ferner: ,Zn Wien war ich ein ,Zugraster^. Je frostiger es mich hier anwehte, umso strahlender ging mir die Heimat auf. Ich danke der Großstadt: Sie lehrte mich das Heimweh. Me meine Heimatsdramen sind in Wien entstanden." -- lieber den glanzenden Verlauf des Festabends werden wir morgen näher berichten. .Schloß Wetterliein." Modernes Theater. Es rieselt im Gemäuer des Schlosses Wetterstein. M'an hört die Sandkörner hinter den auf Glanz hergerichteten Tapeten Herunterrvllen, man riecht den Modergeruch aus allen Winkeln der feudalen Salons. .So rasch verraucht ist die Dämonie nnd die Verruchtheit einer Erottk, die beit Bourgeois erschreckte oder lächeln machte, wenn er sie für unwirklich hielt! Heute geht jcker Literat, .der nur etwas auf 'sich hält, mit einer Lulu in . der Westentasche, spazieren oder er holt sich sie von jedem besseren 5-Uhr-Tee. Schade! Das Leben hat Frank Wedekind demaskiert. Vielleicht, daß eine, Ueberspitzung ins Groteske, die B'^^mdsche Komödie für Unser Theater gerettet hätte, eine Stilisierung ins.Phantastische, Einmalige. Die Transpoiueru.^g ins Sudermann- Bürgerliche, mit einem Wort ins: Schauspiel —* kann nicht zum Guten ausschlagen. Frau- Höllering persuchte in Holzschnittmanier, ihrem Gesichtsstil entsprechend, zu zeichnen; sie blieb darin stecken. Herrn Falkenhausen als Herrn von Wetterstern blick es versagt, über einen Bastard hinauszukommen. In den zwei ersten Akten blaß, konventionell, fand Frau: Eddie Peppler in der Sterbeszene jenes mystische Dämmern, das uns so vieles in Wedekinds und Effies Seele begreiflich, macht. Sie rettete gemeinsam mit Direktor Ludwig Körner, dessen Weltentferntßeit in einzelnen Augenblicken tragische.Höhen erreichte, den Abend. Schließlich gilt schon ein matter Wedekind mehr als alle Zirkusprinzessinnen, die im Gartm Eden oder als Menschen ohne Erd« nackt herumlaufen. Den anderen Mitwirkenden sei die Strafe des Genanntfems diesmal erlassen. Oskar Rosenfeld. »Glück la der Liebe- oder Fm« Aerbezlrl tonal Sortrott Operettenpromiere im Johann-Strauß-Theater. Ein französischer Lustispielstoff, durch eine Laune des Schicksals oder durch ein glückliches Gesundensein auf die Operettenbühne geraten, muß nicht unbedingt seinen Duft verlieren. Julius Horst, ein bewährter Schwankdichter, der die Spürnase für den Humor unsterblicher Situationen besitzt, und Peter Herz, dem die Verse wie Manna vom Himmel herunterfallen, produzierten ein launiges Buch, und wenn die Figuren doch nicht recht,, wie es einem französischen Schwank geziemt, durcheinanderwirbelten, so liegt dies an der Technik der Operette, die Ruhepunkte verlangt, sozusagen Handlungspausen, in denen die vorangegangenen Gefühlsinhalte rezeptgemäß zu Liedern, Tänzen, Duetten. und Chören verdichtet werden. Die alte Geschichte der Loslösung des Bräutigams von seiner Freundin vor der Landung in den Ehohasen wird hier geschickt abgewandelt, mit Varianten garniert und durch eine Girlschar aus der. Sphäre der Revue modernisiert. Alles klappt: die Verse, die Abgänge und Auftritte' und die Drehtür. Man amüsiert sich. Bor allem über Frau Werbezirk. Sie besitzt etwas Unpersönliches. Ihre Art, Belangloses in eine Gefühlshöhe zu heben, in der niemand es vermutet, hat etwas Tragisches an sich. Der Vortrag eines Couplets läßt alle Schablonengreuel dieses Genres vergessen nnd wenn sie einen Foxtrott markiert, kann man melancholisch werden. Wan verstand sie nicht und lachte traditionsmäßig. Gisg Kolbe als Kokottchen faszinierte durch ihren Charme, ihre Tanzbeine machen die banalste Situation geistreich. Der Humor der Herren Vrod. Jmhoff und Straßberg hielt sich in urbanen Hren, zen. Die Verpflichtung, komisch zu sein, erfüllten sie mit' der Gewissenhaftigkeit ausgedienter Beamten. Michael Krausz, der Komponist, hatte diesmal seine geliebte Musikhaus ETROPHON I. Graden 20 l. Magiers. I Tal. 89-4-2* Otfisiello Niederlage von Tbe Grämophoüe-Go Ltdv London (Grattola). — Gramophones, Plätten, Tan«, Oper, Revue» ns#. — Größte Leistungsfähigkeit. — Täglicher Postversand — Kataloge und Prospekte gratis und . franko. — Sinnige Niederlage von £ ff>*d&aa4BS. M*€■■*!• Pußtaheimat verlassen und den Sprung aufs Boulevard- Pflaster gdwagt> der ihm nicht übel glückte. Man war zuhause, lächelte in Erinnerungen und prüfte sein Gedächtnis. Ja, einige summten schon die Schläger seiner nächsten Operette. Die Stimmung war ausgezeichnet, die Drolerien des lustigen Buches wurden viel belacht, viele Nummern da capo . verlangt. Die geschmackvollen. Bühnenbilder taten ihre Wirkung. Und unter dey Girls gab es eine Schwarze und eine Blo.nde von einer, Schönheit, die für die Erziehung zur körperlichen Rhythmik die beste Propaganda machten. Der stürmische Beifall des Publikums war verständlich. Unverständlich nur das. Polizeivcrbpt. für Jugendliche unter 16 Jahren. Die können ebensoviel nacktes Fleisch bei jedem besseren Tanzkränzchen finden. Aus den Theater». Dntgtheater. Morgen, nachmittags' drei' Uhr, „Volp0ne". Abends, halb acht Uhr, „Der Diktator" Akademietheater. Morgen, nachmittags drei Uhr, ,„D a.s.grobe tz'em d". Abends, halb acht.Uhr, .gelangt wegen Erkrankung des Herrn Hennings statt der angekundigten Vorstellung („Cyprienne") das Lustspiel „Mädel von heute" zur Aufführung. Operntheater. Morgen, halb acht Uhr, „Turan* dot"; Kalaf: Paul Marion von der Staatsoper in Dresden a. G. Volksoper.' Heute, halb sechs Uhr, „Götterdämmerung". Morgen nachmittags „Wenn ich König wäre". Abends ,/Orpheus in der Unterwelt". K ammerspiele. Die beiden letzten Vorstellungen der „A-B-C-Rev ue" Mit Hans Moser, Hermann Leopold!-und dem übrigen vollständigen Programm, welche heute,-Samstag, und . morgen (Sonntag) Hll Uhr nachts stattfinden, wurden um e>ine neue Einlage der Tänzerin Dolly De llison bereichert. Johann Strauß-Theater. Sonntag nachmittags gelangt bei ermäßigten Preisen zum 1010. Male „Ein Walzertraum" zur Aufführung. Täglich.-.halb achr Uhr abends, „Glück inoer Lie b e" mit Gisela Werbezirk. ‘ Modernes Thea 1 er. Im Rahmen der Nachtvorstellungen finden. heute und morgen Ausführungen' von' „Lord Spleen, „Die Peitsche und „Der Herr von Nummer 13* statt. Beginn Kll Uhr nachts. Sonntag, nachmittags drei Uhr, findet eine -Veranstaltung der Literarischen Bühne statt. Zur Aufführung gelängt- Anton Tschechows Schauspiel „Der N ir s ch garten. Apöllotheater. Di« große* Revue „Der Zug nach dem Western' wird nur.poch heute, morgen nachmittags und abeydS-.und Montags äüfMührt. Die heutiM/Borstellung.beginnt ausnahmsweise üD HW? acht Uhr. Heute, um 11 Uhr nachts, ^Die luftige Barrete-Prüfung". DaS „Journal der Liebe" erlebte im Bürgerchsater eine lebhaft begrüßte Neuauflage. Das amüsante Tagebuch eines kleinen Mädels, daS zuletzt große Karriere macht, zog wieder in fast zwei Dutzend Revuckildexn voll hübscher Melodien ' und anmutiger Tanzbeine vorüber. Einige Modernisierungen und eine Modeschau bereichern fetzt oaS Merkchen der'Firma Grünöaum-FarkaS- E g o n - N eü m a n n. Die Damen Brosig, Zampa, Toegel sowie die Herren Glawatsch, Swoboda, Fritz Heller, Schöpfer, Herrnseld und Stratzmeyer verhalfen dem Stück zu neuem verdienten Erfolg. aS. ' Revue, in der Rolandbühne. In der Rolandvühne wird ab Montag; . den 28. Februar das musikalische Genre eine neue Pflegestätte finden. In evftet Linie fallen die chorlose Operette und die satirische Revue im Repertoire Platz finden. Als erste dieser Neuheiten gelangt Karl Mays Revue „Komm mit Pupperl" zur Aufführung. Der Name „Artistenprüfung". Im Apollotheaver wuvte unter dem Titel .„Artistenprüfung der Wiener Bühnenkünstler" für Samstag, 11 Uhr nachts, eine Faschingsveranstaltung angekündigt. Die Jnrernationale Artistenorganisati-on fühlt sich nun durch diese Ankündigung der Wiener Bühnenkünstler verletzt. Dazu erklärt die Direktion des Apollotheaters: „Die Prüfung der Wiener Bühnenkünstler, die Samstag, den 26. d., im Apollo-Thearer, 11 Uhr nachts, stattjindet. ist eine lustige Faschingsveranstaltmig, di«, mit der' seriösen Artistenprüfung der Internationalen Arristenorganisation nichts zu tun hat und liegt es den Unternehmern dieser Vorstellung ferne, den Ernst ober das R«nommmee der Wiener. Arnsten irgendwie verletzen zu wollen. Deshalb wurde der Titel der Veranstaltung in Variete-Prüfung der Wiener'.Bühnen-Künstler umgeändert. Paul Zsolnav beim Bundespräfidenten. Der Bundes- . Präsident Dp. Michael Hainisch hat am A. d. M. die terren Zfolnay und Direktor Felix Costa des Paul solnaY-BerlaaeS empfangen und ließ M von ihnen Über die bisherige.Tätigkeit dos Berlages und über befielt Pläne berichten. Der Bundespräsident, dem die genannten Herren eine Anzahl von Pnvlikationen des Berlages überreichten, äußerte sich über das Gehörte sehr befriedigt und gab der. Hoffnung Ausdrucks daß der jm Inlands sowie fm Deutschen Reiche so geschähe Paul Zsolnay-Berlag - seine kulturelle Aufgabe auch weiterhin voll erfüllen möge. Der russtsche Geiger Leontd Birsen auS der Meister-, schule Hubahs gibt am 14. März im Kleinen Könzertyausfaal einen Biounabend. .Am Klavier Helene Bonvi. Ein französisches Rlchard-Wagner-Stück. Richard Wagner soll nun selbst auf. der Bühn« .erscheinen., die .er so lange durch seine Werke beherrscht. Wie ln'der „Cdmoedva" mttgeteilt wird, hat die Pariser Theatergesellschaft „Pan-Flöie" einftlmmig ein vieraktige.s Stuck.jn.Versen.zur Aufführung angenommen. das «Richard Wagner" betitelt ist. Schöpfer dieses. Werkes ist der Geiger Edmond Va'stiS e, der auch eine Musik dazu geschaffen hat. DaS Srück soll noch in. dieser Saison bei einer Wohltätigkeitsvorstellung das Licht der Rampen Erblicken. . 206.000 Dollar für eine» greprbrandt. Aus N ew Y ork wirs gemeldet: Hier veranstaltete die American Am Galery ein-. Auktion von 87 Bildern der Sammlung. Siillmann. di« mSge-samt,716.900 Dollar embvachte..Ungefähr. 1800 Personen füllten den Auktionsraum. . Gin Rembrandtgemäide „Mutter im Lehnstuhl" erzielte den höchsten Preis der Versteigerung, 206.000 Dollar- Gerichtssaal. -er Ausn»g«»»lall la der rabarftkatze. Jni Hause'Teckorstraße 8b ist am 21. Oktober 1924, nachmittags 5 Uhr, der 64jährig2 Kaufmann Saul Ellenberg im Schvcht des Aufizttges tödlich verunglückt. Als SchuDtragende wurden die Hotelmitbesitz-erin und Hausveritvalterin Paula Wieninger, der Hausibeis-orger und Monteur Albert M i k u l e z und dessen Gattin Marie zur Verantwortung gezogen. Frau Wieninger und Marie Mikulez sind bereits in der ersten Verhandlung im Soimner von der Anklage f r e i g e.s p r o ch -e n worden, gegen Albert Mikulez wurde geistern vor einem Schöffensenat die Schluhver-. Handlung durchgcführt. Der 'v-erunglückte Saul .Ellenberg wollte damals den Fahrstuhl vom M-zzanin aus benützen. Die Hausgehilfin des Hausbesorgers, Anna Honstcek, öffmte die Ein-gangslür und wollte das elektrische Licht aufdrehen. Ellenbcrg aber, der es eilig hatte, woüte rasch den Fahrstuhl betreten, -der aber gar nicht an Ort und Stelle, sondern zjiver Stockiverke höher war, und fiel in den ssck.s Meter tiefen Aufzugsschacht hinab. , Durch den Sturz erlitt Elleniberg mchrfache Knochenbriüche und starb nach zehn Tagen. Nach dem Gutachten der Sachürrstän-digen fällt der Unglücksfall , dem Hausbesorger Mikulez zur Last. Da sich die Hausbesorgerwahnung im Mezzanin befindet und den Hausbasorgerleuten es unbequem erschien, zur Bedienung des Fahrstuhls immer ein halbes Stockwerk hinunterzu-. g hen, hat Mikulez die E i n st e i g st e I l e .vom. Parterre in das Mezzanin verlegt. Paula Wieninger bestreitet, hievon Kenntnis gehabd und die Verlegung bewilligt zu haben. Da Mikulez von Beruf Monteur ist, hat ihm die Gefährlichkeit der von vhm vorgenommenen Aen'derung des Einstiges ganz besonders auffallen müssen. In.der Verhandlung erklärte sich der angetlagte 'Hausbesorger nicht schuldig.' Die Verlegung der Einsteigstelle vom Parterre in das' Mezzanin sei nicht von ihm, sondern von dem seinerzeitigen Hausbesitzer Dr. Gel nay verfüg t worden. Die Bedienung des Aufzuges mußte er der Honsicsk Werlassen, weil ihm die spätere Hausbeisitzerin, Frau .Wieninger, keinen Lohn zahlte, so daß er genötigt war, als Installateur außer Haus zu arbeiten. Nach kurzer Vevhandlung verkündete der'Vorsitzende 'den Freispruch des angeklagten Hausbesorgers, wobei er ausslührte, daß er zur Vcdrenung 'des Aufzuges keine zu.untaugliche Person angestellt' und Äuch sonst die pflöck,«tgemäße Obsorge nicht verletzt-'' habe. rer 17 jährige Mrdcr. Der Oberste Gerichtshof hatte gestern das Urteil des Wiener Schwurgerichtes zu überprüfen, mit welchem der 47jährige Bäckerlehrling Josef Oliva wegen Meuchelmordes und Uebertretung des Diebstahls zu 12 Jahren schweren Kerke.r s verurteilt worden war. Der.jugend- , liche Angeklgate, welcher als trotziger und rachsüchtiger Mensch geschildert wurde, war bei der Bäckermeisterin Hpusler in Meidling als Lehrling bedienstet gewesen. Er war sehr fleißig, aber auch eitel und ließ sich daher verleiten, kleine Geldbeträge, die er bei Kund e ne inkassiert hatte, zu unterschlagen. Ms man ihm darauf- . kam> wurde er - verwarnt. Dies erbitterte ihn derart, daß er Rachepläne gegen die Meisterin und den Geschäfts- . führer und seine Kollegen, schmiedete, die er ermorden wollte. Als nun durch das im Betriebe bedienstete Dienstmädchen Marie F r i e d l der Bäckermeisterin noch ein weiterer Betrug des jungen Burschen mitgeteilt wurd^ verschlechterte sich die Lage des jungen Burschen. Man sprach mit ihm nicht nrehr, was-den Jungen insbesondere von seiten der Friedl besonders kränkte, zu welcher er eine erotische Neigung gefaßt zu haben schien. Am . 17. Juli 1936 schlich er sich nun in die Schlaftammor der Hausgehilfin und . versetzte ihr mehrere Hackenhiebe auf den Kopf, stahl dann noch acht Schilling und fuhr mit der Franz-Josefs-Bahn nach Gmünd. Dort wprde er verhaftet. Vor dem Schwurgerichte war der Angeklagte geständig und er wurde zu 12. Jahren schweren Kerkers verurteilt. Die gestern zur Beratung gelangte Nichtigkeitshe- . schwerde stützte sich darauf, daß der Gerichtshof eine Frage - auf vorübergehende Sinnesverrückung nicht gestellt habe- Den Geschworenen hätte durch die Stellung dieser Frage Gelegenheit geboten werden müssen, sich zu äußern, da sie und nicht die Psychiater über Schuld oder Nichtschuld zu entscheiden Haben. Nachdern der Generalprokurator die Abweisung der Nichtigkeitsbeschwerde beantragt hatte, da kein Umstand zutage getreten sei, aus dem auf'eine vor-, .übergehende Sinnesverrückung geschlossen werden könmo, verwarf der Gerichtshof die Nichtigkeitsbeschwerde als unbegründet. ftmmmxet eines Dien,! mg mies, Ein Herr forderte den beim Westbahnhof martenden Dienstmann Franz B e sfalda auf, eine Kiste im lKeiviclite von 90 Kilogramm mit seinem Handivagen in den 9. Bezirk zu stl-affen. Der Dtenstmann verlangte hlefür acht Schilling. TieS schien dem Herrn zu viel uyd ermachte hlevon dem nächsten Wachmann Mitteilung, der gegen den Dienstmann die Anzeige erstattete. Den Transport führte dann eine Speditionsfirma aus, die lediglich zwei Schilling dafür rechnete. Bei der Verhandlung vor dem Bezirtsgericht Fünfhaus verantivortete sich der Angeklagte damtt, daß der Transport ihn eine Stunde Zeit gerostet hätte, so daß er auch oen anderweitigen Bervi-- ' müsse. Laut der ein Betrag von .... .„ .. wurde unter Zubilligung von Milderungsgründen zu drei Schilling Geldstrafe verurteilt.

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