Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2539 (18.3.1926)
- Date
- 1926-03-18
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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G6ke 6 Dien, DonnerSlag Keren Hajessod zu verdanken, der für die AnftcUung einer Fischerfamilie durchschnittlich eine Kredithikfc von 3V Pftrnb gewahrt hat. Sie Hai bisher an 110 Fischer instand gesetzt, in Palästina ihren Lebensunterhalt zu finden. Eine größere Anzahl Arbeitsloser wurde mit Hilfe von Darlehen des Keren Hajesiod im Betrage von 5500 Pfund aus den Städten in die alten Kolonien gebracht, wo sie auf verschiedene Weife Arbeit gefunden haben. Die Darlehen des äteren Hajesiod wurden zur Errichtung von Baracken und zum Ankauf von Zugtieren und Geräten benützt. So wird in Palästina die Arbeitslosigkeit mit den derschiedensten Mitteln bekämpft, so daß Raum (leibt für eine stets neue Einwanderung arbeitender Elemente. Voraussetzung freilich i st, daß der Keren H a sie s s o d seine Ueberweisungen nach Palästina in der erforderlichen Höhe ausführen kann, die sogar-die im Budget festgesetzte hohe Summe von 50.000 Pfund monatlich übersteigen, . fine fentlse Windhose. Ein seltsames Naturereignis. Aus Berlin wird gemeldet: Gestern, kurz nach Mitternacht, trat plötzlich zwischen den Feldern bei der- Ortschaft M a r s ch w i tz und dem Walde von M u ck e r a u eine ungeheure, anscheinend bis in den H i rnmel reichende Feuersäule auf, die sich unter anhaltendem Donnergetöse wie ein Riesenkorkzieher drohend rasch nach Osten fortbewegte. Aus dem Friedhof in Marschwitz wurden mehrere starke Bäume, die von einem Manne nicht umfaßt werden konnten, samt den Wurzeln aus der Erde gedreht und umgewvrfen. Dann nahm die Windhose den Weg nach dem Dovse, deckte das Ziegeldach des Gutes ab und bewegte sich auf eine Spinnerei zu. Bon den dort besindlichen Wohnhäusern wurden die Dächer abgerisien und mit unheimlicher und mit unheimlicher Geschwindigkeit in die Höhe gewirbelt. Hier hat die Windhose sodann ihre Kraft verloren und löste sich wieder auf. Wlederanfnnhme der Verfahrens gegen Frau Lederer. Aus Budapest wird gemeldet: Die Kurie hat heute das Urteil der Tafel in der Mordangelegenheit der Frau L ederer als gesetzwidrig erklärt und aufgehoben. Das Strafgericht hatte bekanntlich Frau Lederer wegen Anstiftung zum Alorde an dem Selchermeister Kubelka zum Tode durchden Strang verurteilt. Die Tasel hat als zweite Instanz Frau Lederer nur der Mithilfe am Morde schuldig befunden und zu lebenslänglichem Kerker verurteilt. Gegen dieses Urteil meldete die Staatsanwaltschaft die Nichtigkeitsbeschwerde an. Der stellvertretende Oberstaatswalt Ink eh wies in der heutigen Verhandlung darauf 'hin, daß die zweite Instanz, wenn sie das Verbrechen der Frau Lederer nur als Mithilfe am Morde qualifiziere, die Angeklagte nicht zu lebenslänglicher, sondern höchstens zu Elfjähriger Gefängnisstrafe hätte verurteilen dürfen. Im übrigen aber stehe es fest, daß Frau Lederer ihren Galten zum Morde angestiftet Hobe. Die Kurie kasiierte das Urteil der zweiten Instanz und fordert in ihrem Beschluß die Tafel zur Wiederaufnahme des Verfahrens aus. In 'der Begründung wird das Urteil der zweiten Instanz als gesetzwidrig erklärt, da es nicht zu erklären weiß, warum Frau Lederer nur als Mithelferin und nicht, wie das Straf-- tzericht erwiesen habe, als Anstiftevin zum Morde anzusehen sei. Der Beischluß der Kurie erregt in allen Iuvistzn- 'trei-sen das größte Aussehen. ' Sepsöndete Löwen. Ein in seiner Art nicht häufig vorkommender Pfau- ^ungsakt ereignete sich in Breslau. Die Pfändung betraf den europäischen Fakir To Rhama, der jetzt in BreÄau ein vierwöchiges Gastspiel absolviert. Cr hatte der Firma Hagenbeck in .Hamburg, von wo er seine Versuchstiere zu hypnotischen Zwecken bezog,.eine ausgeklagte Forderung in 'der'Höhe von 7000 Mark zu begleichen. Da er nicht zcchlte, schritt der Gläubiger zur Zwangsvollstreckung Mo beauftragte einen Gerichtsvollzieher mit der Mntreibung der Schuld. Aber auch diesem erklärte To Rhama, daß er nicht zahlen könne. Ms Wertobjekte -waren lediglich zwei Löwen, ein 'Krokodil, einige giftige Schlangen und ein A di e r vorhanden, die der Gerichtsvollzieher Mießlich für gepfändet erklärte. Mit Pfändungssiegeln versah er indessen die Tiere aus leicht verständlichem Grunde nicht. Ta Rhama intervenierte bei Gericht mit der Begründung, .daß die „Pfandstücke" zu seinem Erwerbe notwendig und daher unpfändbar seien. Nach eingehender Prüfung der Sachlage gab dann das Gericht die nicht alltäglichen ^Pfandstücke" frei. ~ ‘ Schönheit nnf Anten. In Amevicka wird, tvi-e uns aus New-Uovk berichtet wich, im Somnter das erste S chö nh ei t s h o sp it al eröffnet rverden, das heißt die erste Klinik, in der nur k os-- -netische und hautplastische Operationen voxgenommen werden sollen. Ein Dutzend der geschicktesten und modernsten Chirurgen wird dort tätig sein. Eine besondere Abteilung ist für Frauen vorgesehen, die über keine großen Mittel verfügen und die Regulierungen ihres Gesichtes für nur geringes, in Raten abzuzahlendes Entgelt sich machen lassen können. Auch einige Fr ei Plätze sind vorhanden. Gine reiche Amerikanerin hat die Freiplätze und die ermäßigte Abteilung gestiftet, da sie selber mit bestem Erfolg durch die Gesichtschiruvgie von einer entstellenden Bgße zmd anderer; Schönheitsfehlern befreit Wochen ist. _gR.lwaei.j Möbelfabrik JACQUES WALLIS Wien, /., Wollzeile 21 Wohnungseinrichtungen bis zum feinsten Genre, reichhaltiges Lager in fünf Stockwerken Hundert Fahre Meuer Stadttempel heißt das Sonderheft der Zeitschrift „Menoreh“ mit Beiträgen von Prof. Dr. S. Ehrmann, Prof. Dr. Max Elster, Dr. N. Rosenmann, Ludwig August Frankl, Josef Wertheimer, Dr. Moritz Rosenfeid, Betti Paoh, Dr. H. P. Chajes, Dr. Max Grunwald, Dr. Jakob Bronner, Leopold Kompert, Paul Wertheimer, Dr. Alexander Krlstianpoller 30 Bilder auf Kunstdruck und im Text Broschiert S 2.50 Gebunden 5 5.— Buchhandlung R. L&wfi, Wien Rotenturmstraße 22 Kaufmann und Angestellte. Der Krieg und die Nachkriegszeit haben eine völlige Umwertung der meisten Begriffe $tr Folge gehabt. Was ehedem als Zeichen höchsten Glückes galt, wurde von der Springflut der Verhältnisse einfach hinweggespült und die Erde ' bekam ein neues Antlitz. Könige und Fürsten wurden depossediert, Staaten und Völker verschwanden, andere wieder erstanden neu. was Wunder da, wenn auch die Berhältnisie der Menschen zu einander, im Privaten und geschäftlichen Leben eine grundlegende Umgestaltung erfuhren. Die Aenderungen im Familienleben wurden vielfach besprochen und teils mit Recht, teils mit Unrecht bellagt. Die Verhältnisse im Erwerbsleben haben sich derart geändert, daß rnan daran nicht achtlos vorüber gchen kann. Wir denken dabei vor allem an das Verhältnis des wirtschaftlich Abhängigen zu seinem Brotgeber, des Angestellten zu feinem Chef, eine Relation, in der schließlich die meisten Menschen stehen. Nehmen wir das VerhÄtnis zwischen Chef und Angestellten vor dem Krieg als normales an und vergleichen wir es mit der Lage der Angestelltenschaft und der Unternehmer in der Kriegszeit, in der Inflationszeit und heute. Vor dem Krieg galt als oberster Grundsatz: „Leben und Leben lassen". Wohl foar der Chef der gefürchtete Mann, dem zu gefallen der Angestellte immer bestrebt war, doch war die Lage auf dem Arbeitsmarkt eine derartige, daß ein Angestellter ohne besondere Schwierigkeiten feine Kondition wechseln konnte, wenn die Arbeitsverhältnisie in einem Unternehmen für ihn unleidlich geworden waren. In der Vorkriegszeit konnte sich eben der Chef seine Angestellten und der Angestellte seinen Chef möglichst nach ihren: Geschmack aussuchen. In diese, an dem Mahstab der späteren Verhältnisse gemesiene ideale Lage platzte, wie ein Blitz aus heiterem Himmel, die Kriegsbombe. Der Krieg machte sich im Gsschüftslcben sofort durch einen empfindlichen Personalmangel bemerkbar. Ein Angestellter, der; vom Militärdienst frei war, bekam Seltenheitswert und der Chef mußte ihm alle Fordemngen, wollte er nicht auf vine geschulte Kraft verzichten, konzedieren. Im übrigen war er darauf angewiesen, werbliche Hilfskräfte heranzuziehen, die sich im allegmeinen recht gut bewährten und die wegen ihrer Billigkeit heute noch in zahlreichen Betrieben eingestellt, sind. - iJn der Kriegszeit verkehrte sich das Verhältnis von Chef zu . Angestelltem ins Gegenteil, denn die Nachfrage überstieg um lein Beträchtliches das Angebot. So kam es, daß der Chef in eine gewisse Abhängigkeit zu seinen Angestellten geriet. ' Aehnlich blieben die Berhältnisie in den ersten Nach- . kriegsjahven, in der Zeit der heillosen Inflation» des Hastens und Raffens, des Verdienens, Nochverdienens und Nöchmehrverbienens. Das Heer der Angestellten, die aus dein Kriege zurückkamen, sah sich plötzlich mitten in diesem Goldstrom und jeder, der nur halbwegs konnte, machte kräftig Tempi. Viele kauften sich selbst ein Boot und wurden ihr eigener Steuermann. D e anderen wurden als Bedienungsmannschaft von den großen Glückskapitäns für ihre mächtigen Schraubendmnpfeie angeheuert und die Fahrt ging bei guter Brise in unheimlichem Tempo der GoMüste zu. (Das GM> würde, ehe sie es merkten, zwischen ihren Fingern zu Papier.) Chef und Angestellte waren frohgemut und trachteten einander so, wenig wie möglich im Wege zu stchen. Der Chef arbeitete für sich, die Angestellten arbeiteten ebenfalls für sich und auch für den Chef. Dieser ließ sie ruhig gewähren, ja in einzelnen Fällen, wie beispielLwe'.se in den Banken, gaben diese Chefs ihren Angestellten die Möglichkeiten leicht zu verdienen an die Hand. Das Verhältnis zwilschen Unternehmer und Angestellten war also für beide Teile durchaus zufriedenstellend. ' Plötzlich drehte sich der Wind und die Jnflationsbrkse verwandelte sich rasch in einen Deflationswind, der die Schiffe mit großer Wucht in ihren Auetzangshafen der soliden Geschäftsführung zurücktritt. Zuerst ivaren es die Leinen, weniger widerstandsfähigen Fahrzeuge, die an irgend einer Klippe zerschellten. Die Insassen wurden hinausgeschleudert und suchten Unterkunft auf den noch stolzen großen Schiffen. Sie' rnußte ihnen in den meisten Fällen versagt werden, denn auch die größten Schiffe waren nicht mchr seetüchtig. Rur die Flagge wehte noch stolz am Mast. Mt einem Schlage änderte sich das Verhältnis zwischen Chef und Angestellten. „An die Pumpen" hieß es, und jeder arbeitete nach Leibeskräften, damit nicht ein anderer komme, den die Natur mit kräftigeren Armen versetzen hat, und ihn vwdränge. Die Schüvachen und Untüchigen _18. März 199S at,»f i wurden über Bord geworfen. Die Gewalt bekam wieder ausschließlich der Schifftherr in die Hand und er machke vor seinem Recht ausgiebigsten Gebrauch. So kam es, daß der Chef mit einem Male wieder der gefürchtete Man» wurde; stand chm doch di-e Gewalt über Leben und Tod seiner Untev gebenen zu, ohne daß es eine TwfKr? Instanz gab, an die man hätte appellieren können. Selbst dtt Kollegen drangen' oft darauf, daß untüchtige Leute als unnützer Ballast entfernt wurden, um nicht selbst Schaden zu erleiden. Der Selbste cchaltungstrieb hatte den rücksichtslosesten Vernichtungskrieg zur Folge. Ein Wettrennen der Angestellten um bte Gunst des Chefs und der mächtigeren Vorgesetzten begann, das zu den widrigsten Auswüchsen der Liebedienerei, der Knechtseligkeit und des Angeberwe'ens führte. Die Angestellten haben längst freiwillig aus ihre in der Konjunkturperiode ertrotzten, gewiß berechtigten, sltzialen Errungenschaften verzichtet. Keinem fällt es mehr ent, sich auf den Justame ntstaidpunkt des Achtstundentages zu stellen oder für geleistete Mehrarbeit Ueherstundenhonorar zu verlangen. Jeder will nur arbeiten, arbeiten chne Rast, denn er fürchtet, daß ihnr der Chef, wenn er ihn zehn Minuten ohne Arbeit sicht, den blauen Bogen schickt. Krank sein hat überhaupt aufgchört, die Macht der Verhältnisse hat dekretiert: „Es gibt keine Krankheiten mehr." ,M:enn ich einige Tage fern bleibe, sv muß mich doch ein anderer vertreten und der Chef könnte darauf kommen, daß dieser zu seinen Agenden ■ auch ganz gut meine verschen könnte," denkt sich jeder und kommt mit dem Aufgebot seiner letzten Kräfte ins Amt, um sich ja nur unentbehrlich zu zeigen. Wenn es schon gar nicht mchr weiter geht, dann muß man einige Tage zu Hause bleiben, aber man wartet nicht den Tag der gänzlichen Genesung ab, sondern geht, nur halbwegs hergestellt, wieder ins Bureau, um nicht den Anschein eines kränklichen, wenig widerstandsfähigen, und deshalb auch minder arbeitsfähigen Menschen zu erwecken. Welcher Angestellte würde es heute noch ivagen, die ihm gesetzlich zustehenden Konsequenzen aus einer verspäteten Gehaltsauszahlung zu ziehen, wo doch heute pünktliche Gehaltsregulierung bei den meisten Firmen schon zur Seltenheit gewoiden ist. Remunerationen und Anschaffungsbeiträge werden, wenn überhaupt, im mehr in langfristigen Raten gezahlt. Die Kolloktivv er träge, die Mindestgehälter normieren, sind in den meisten Branchen von selbst außer Kraft getreten. Keinem Menschen fällt cs mehr ein, sich ans sie zu berufen. Es werden heute lächerlich kleine Gehälter gezahlt und gerne . genommen, weil sie immer noch bessere Lebensmöglichkeiten schaffen, als die armselige Arbeitslosenunterstützung. Lieber wenig als gar nichts, denken sich die Armen, lvenn sie die Bestimmungen ihrer Organisation durchbrechen und die Arbeitslöhne unterbieten, und man kann es ihnen gar nicht verargen. Freilich wird dies auch von gewissenlosen Unternehmern, die nttchrlich mehr zahlen könnten, oft weidlich ausgenützt. Manchmal kann aber der Unternehmer beim besten Willen nicht mehr zahlen und muß sich ohne Angestellten begnügen. In diesem Falle ist weder diesem, noch dem Unternehmer Genüge getan. Deshalb ist mit kleineren Gehälter« beiden Teilen geholfen und so kommt es, daß in der letzte« Zeit in zahlreichen Unternehmungen mit Einwilligung, ja selbst manchmal auf Verlangen der Angestellten, die keinen > anderen Ausweg mchr hahen, ganz gewaltige Gchastsredukjionen vorgenommen wurden. Nach außen hin bilden Chef und Angestellte eine Ei«-- i heitssront, beide verteidigen mit der größten Zähigkeit und. j Energie ihre Firma gegen Angriffe, die von außen kommen, j Das Solidaritätsgefühl zwischen Angestellten und Unternehmer war nie so süuck ausgeprägt, wie heute. Der Zusammengehovigkeitssinu, der in der Kriegs- und Nachkriegszeit fast völlig geschwunden war, ist durch die gemeinsame Not, die Zusammenhalten erfordert, wieder erstarkt. Chef und Angestellte ziehen mit äußerster Kvastanstrengung an demselben Strang und jeder sagt sich: ,-Es geht auch um dein Wohl oder Wehe." Der. Angestellte wacht Peinlichst genau darüber, daß keine ungünstige Nachricht über die Firma in die Oeffentlichkoit dringt. Am besten aber kommt dieses echöhte Solidaritätsgefühl den Behörden und vornehmlich den Steuerbehörden gegenüber zunr Ausdruck. Wenn man von Steuern spricht, so Mutz mau.in erster Linie an den städtischen Steuergewaltigen Breitner denken. Man kann dabei nicht genug aus den. Umstand Hinweisen, daß es gerade die Angestelltenschaft' ist, die in de« meisten Fällen gegen die Uebevsteuevung durch das Rathaus Sturm läuft. Es tritt der Fall ein, daß, so Paradox es auch klingeu mag, eine zum größten Teil sozialdemokratisch organisierte Angestelltenschaft gegen die sozialdemokratische Gemeindeverwaltung remonstriert, weil diese durch Uebersteuerung der kapitalistischen Unternehmer die Existenz der Angestellten zu untergraben droht. Der Angestellte fürchtet den Zeitpunkt, in dem sein Unternehmer fahnenflüchtig wird und das sinkende Schiff verläßt - undeshalb schützt er ihn mit allen ihm zu Gebote stehenden Mitteln, selbst gegen seine eigenen Parteiinteresien. Manchmal führt dieses Zusammengehörigkeitsgefühl sogar sö weit, daß Angestellte sich, nur um ihrem Chef zu nützen, zu Unlauterkeiten Hinreißen lassen. Erst vor wenigen Tagen wurde ei» Angestellter rm Gerichtssaal verhaftet, weil er im Interesse seines Chefs eine falsche Zeugenaussage machte. Dem Manne, der nur sich und die Seinigev dadurch vor Brotlosigkeit retten wollte, müßte der Rechtfertigungsgrund des nnwiderstehlHen Zwanges zugebilligt werden. Solche Beispiele zeiyenHanz deutlich, daß das heutige Verhältnis zwischen dem Chef, der unendlich schwer um feine Existenz ringt und diesen Kampf vielfach nur im Interesse, seiner Angestelltenschaft führt, zn seinen Untergebenen,, ein ungesundes ist, Für sich selbst würden die Unternehmer in vielen Falle« genug zum Lehen haben. Das erhöhte Solidaritäjsgefühl, daH zweftellos ein Vorteil ist, kan« die «ngcheW» MKteile^