Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2539 (18.3.1926)
- Date
- 1926-03-18
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 84% known words query
- IRI
…/2979076-2981549-2981626--25905-3013606- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
M. » ' fett, fttntfftffog “ Wtmv MseftMMMS weiche di« vevgrftete Wirtschaftsatnrolsphäre mit sich gebracht ' hatnicht aichwiegen. Kapitän und Mannschaft der Schiffe, die sich nun schon jahrelang in der größten Seenot befinden, sind am Ende ihrer Kräfte. Wenn nicht bald ein giinstigerer Wind einsetzt, werden sie den entfesselten Elementen unterliegen. Täglich Mt ein anderes Schiff und immer verzweifelter wird das Ringen derer, welche die großen Lecks in dem Schiffskörper mit Werg zu verstopfen suchen. _R ober 1 Schreier. Wien, 18. März. * Das Wetter. Die Lage hat sich etwas gebessert. Die Bor- .inssage lautet: Veränderlich.' * Erdbeben in Meinasien. Nach einer Agenturmeldung ans 'Konstvntinopcl sind in der Gegend von Tcnizli sAnolclion) heftige Erdstöße verspürt worden, wobei 160 Häuser zerstört wurden. Sicbztzhn Personen wurden gelötet, zahlreiche verletzt. * Selbstmord eines Lederhandlers. Der Lederbändler Moritz Boskowitz, Blumauergasse 28, hat sich gestern in seinem Geichäftslokal in der Großen Mohrengasse 5, durch Einatmen von Leuchtgas vergiftet. Er wurde bereits tot anfgefundcn. Das Motiv der Tat ist unbekannt. * Das Kind mit dem Froschkopf. Ans M a r z - N o h r b a ch im. Burgenland wird uns gemeldet: Bor einigen Tagen gebar im hiesigen Zigeunerlager di>c Zigeunerin Katharina Horvath ein Kind weiblichen Geschlechtes, welches einen froschähnlichen .Kopf hatte. Das Kind war nicht lebensfähig und ist gleich nach der Gcburt gestorben. *. Die ausgeraubte Villa. Der Prager Kaufmann Weiß nahm für seine in St. Gilgen befindliche Billa im Vorjahr ein vermeintliches Ehepaar für den Hausbesorge,Posten auf. Die beiden waren der 46jährige Anstreicher Josef H'i e b I und seine Lebensgcfährtin, die 11jährige Jda B i's ch o f,' die noch unter ihrem .Mädchennamen seit dem Jahre 1617 vom Bezirksgericht verfolgt wiw. Als Herr.Weißim Herbst St. Gilgen verlassen hatte, begann das Paar die Villa zit plündern nnd'allcs, was nicht nietnlnd nagelfest war, wegzuschteppen. In den letzten Tagen wurden di'e beiden verhaftet. Der Gesamtschaden wird ruf mehr als 8000 Schilling ^schätzt. ' * Ein ungetreuer Privatsekretär. Der 26jährige abgebaute Bankbeamte Matthias Schückinnz war als Privatiekrrwr beim Fabrikanten Alfred Solcher angestellt. Durch seine .Hände gingen große Summen und er kauf eine Zeit lang seinen Obliegenheiten klaglos nach. Schließlich begann er sich am Gelbe seines Chefs zu vergreifen und hat, soweit bisher festgestellt wurde, 11.000 bis 15.000 Schilling veruntreut Dos Gold hat Schücktanz zur Bezahlung alter, in der Zeit der Posten los igkei: genackten Schulden, zur Schaffung von Kleidern und zum Lriensuuierhalt teilweise veibraucht. An Sparkassebilchem und Kassenscheinen wurden noch Werte in der Höhe von etwa 6700 Schilling gef,irden. Schücktanz, der verhaftet wirrde, wurde gefte.ru dem Landcsgericht'e eingoliefert. * Ausbau dÄ Stadtbahnstationen. Die Direktion der Straßenbahnen hat aus der Stadtbahnst'ation Währing.'rstraßc durch Heranziehung eines Wartesaales eine neue Bahnsteigsperre errichtet, die allen Ansprüchen der Fahrgäste entspricht. Es werden nach diesem Vorbild auch die übrigen Hochbahpstationen umgebaut werden. Für die Tiüfbahnstationen wird versucht, ähnliche .Anlagen zu schaffon. * Verlängerung der Verkehrszeiten des Wintersportzuges nach Schladming und Ausiee. Wogen der günstigen Schneeverhältuisfe in den Mitterndorfer und Schladminger Wintersportgebieten witrd .der. bisher an Samstagen von Wien mach Schladming und Bad Anssee und an Sonntagen in der Gegenrichtung verkehrende Sportzng nicht, wie nn Fahrplan vorgesehen, schon am 13. d. eingestellt, sondern bis einschließlich Ostern weiter in Verkehr bleiben. Zu den Ofterfeilertagen erfolgt die Hinfahrt des Spordzilges fahrplanmäßig am Samstag, die Rückfahrt jevoch erst am- Ostermontag. * Palästinareise eines Berliner Gelehrten. Aus Kairo wird telegraphiert: Prof. Walter Schubarth, der Direktor der Papyri-Sammlungen der Berliner Museen, hat nach einer längeren Forschungsreise durch Aegypten, auf der er neue P apyri für die Berliner Museen erworben bat, eine Reffe nach Palästina angetreten. Auch diese Raffe wird wissenschaftlichen Forschungen gewidmet sein. * Die Höflichkeit des Präsidenten Coolidge. Präsident Coolidge ist ein besonders liebenswürdiger Herr, der niemals jemand gerne Vorwürfe macht. Dieser Tage liteß er seine erfte Stenographin kommen. Miß Pounder," begann er, „Sie sind wirklich eine aarrz entzückende Dame . . ." ,F), .Herr Präsident," stammelte die so überraschend Gelobte. „Ja wirklich, Sie sind ein gang charmanter Mensch. Jammer sind Sie so elegant und dezent gekleidet. Und Ummer ist Ihre Stimme leise nnd angenehm. Sie verstehen auch irgend welche Einwendungen stets mit so viel Takt zu machen." Die jmzge Dame konnte nicht röter werden. „Aber trotzdem," schloß Coolidge, „muß ich doch sagen, baß Ihre Interpunktion schr zu wünschen übrig läßt." Vereine. BortrSge «nd Versammlungen. Jüdisches JugendkorpS Britb hazufim. Heute um 7*8 Uhr abends im Caf6 Westerland, 7. Bez., Neubaugasse 36. Vortrag Dr. Paul Diamant: »Zionismus und Jugendbewegung". — I ü d i s ä, e r F r a n e n b u n d. Heute, V,8 Uhr abends im Zeremoniensaal des Tempels. 9. Bez.. Mnllner asie 21, Btbelvortrag Esther M t e | e 8. Gäste will tommen. Eintritt frei. Leopold ft ädter B o S h e i m, 3. Bez., Ztrkusgasie 48. 7 Uhr: Bürgerliches Recht. 8 Uhr: Goethe und Schiller. Brigittenau« r Volksheim. 30. Bez., Strom» straße 78. 7 Uhrr Stenographie; GesangSlMS. 8 Uhr, Astronomie. Der Klub radikaler Zionisten HAt heut« um 8 Uhr abends im s aale. 20. Bez, Kluelygaße 7, eine V e r s a m mluitg ab. Tagesordnung: Die Vorgänge in der Wiener KultuSgemeinde und d e Zionisten. Referenden r Gemeinderat Doktor P l a; ch k e s, Oberbaurat R. Stricker, Dr. I f r. Waldnr a n n Soziologische Gesellschaft. Heute um 7 Uhr abends findet in der SoztolouNcheu Gesell,chaft lHörsaal 33 der iuristrchen Jakul» tat an der Un versität) die Fortsetzung der Diskussion über den Bort'ag von Prot. Dr. Hans Ketten: „D a s Problemder Listenwahl" statt Das einleitende Referat hält diesmal Staatskanzler a.D. Dr. Karl Renner. Weiters fttn zum Worte gemeldet Dr. Franz Kodier und Dr. Oskar T r e b 1 t f ch. Berichtigung. ES ist unwahr, daß die neuesten Modelle in Herren- und Damenschuhen nur tn der S.adt zu -aben wären,, wahr ist vielmehr, daß Sie auch nn Schuhhaus Dorn, 3. Bez, Taborstrabe 8 a, zu mäßigen Preisen Schuhe bekommen. E Reisebureau der Hamburg-Amerika-Linie. Verkauf von Schiffs-, Eisenbahn- und Schlaiwagenkarten für In- und Ausland, Flugscheine Auskünfte über Hotels, fachmännische Veranstaltungen von Ä^-MaftS. und Verein Sfahrren Geldwechsel. Bureaustunden MMtmrochen von 9 bis b Uhr nachmittags (GamStag oo» S bi» 2 Uhr), Wien, 1. Bez, Kärntnerstraße 38. Kunst, Bühne. Buch. »Ser fröhliche Weinbergs Raimund-Theater. Dieses richtiggehende Lustspiel'von .Karl Znckmayr — preisgekrönt, viel belacht, wütend 'bekämpft — trägt sich auf dem Relengelände des Rheins zu. An einem sonnigen Herbsttag voll Liebesverheißlmgen, in einer tvarmen Mondnacht mH reichlichster Liobeserfüllung und an dem darauffolgenden Morgen mit vier Brautpaaren. Es ist ein amüsantes Spiel der Sinne, unbekümmert eindeutig, aber nicht zotig. Der drastische Bajuvare Ludwig Thoma ha.t dem Rheinländer Zuckmayr die Feder geführt. Die Tauglichkeit, dom Nchenmenschen anderen Geschlechts vollwertige Liebesfreuden zu bereiten, wird hier als wichtigste Lebensmaxim anerkannt. Ein angejährter, vtziiwitweter, sehr gut erhaltener Winzer sicht darauf, daß der Heiratswevber seiner Tochter zunächst au ihr die Tauglichkeit zur Ehe erßveise. „Bring' mein Klärchen in die Wochen und 3>u kriegst sie." Er .kriegt sie nicht. Klärchen hat es 8er Wirtschafterin ihres Vaters, der riegelsamen Annemarie ins Ohr geflüstert, warum nicht (die beiden Mädchen lachen kräftig, das Publikum lacht mit), und außerdem liebt sie den tüchtigen cheinländischen Schifferjuugen. Nach einem Abend voll Weinseligkeit, Sangcsfreude lind Rauflust findet sich im Weinberg des Herrn ber Vater mit der Annemarie, der Schiffer mit Klärchen, der abgeblitzte Bräutigam ntrt einem tauglichen Evfatzobjekt und ein Weinagent mit einer höheren Tochter.' Das süffige Stück untechält vortrefflich, ist aber keines- «vegs eine literarische Tat. Ist auch gar nicht nötig. Gutes „Theater", eine Folge kräftiger, kurzweiliger Szenen und gesundem Humor bedeuten auch etwas.- Ansonsten ist von den üblichen Lustfpiel-figuren gut Gebrauch gemacht. Man begegnet einem Preußen, urwüchsigen Bauerndirnen, einer StMgans, jüdischen Weinagenten, dem Faktotum von der Polizei und allerlei Wirtsvoll. Karlheinz Martin hat frisch zügegriffen und einen lebendigen Abend geformt. Den rhein-! ländischen Winzer spielt Herr Ziegler prachtvoll (man weiß noch von seinem „Büxl" her, wie gut er das Idiom beherrscht). " Zwei kernige rustikal-anmutige Mädchen sind das Klärchen ' der Frau Kotigen und die Annemarie der Frau Markus. Herr Sima, der Urösterreicher, versteht sich zwar nicht auf das Preußische, 4var aber doch außerordentlich ergötzlich, nicht minder Herr Brandt als Schrfferjunge. Alle-Episoden ausgezeichnet besetzt und die Szenerie rat Weinberg wunderschön. Ein gwßer Heiterkeitserfolg. O. A. Aus den Theatem. B u rgtheater. Morgen. 7 Uhr abends, ,D i « Räuber". (Theatergemeinde Serie E.) Akademietvea rer. Morgen. V,8 Uhr abends, „Die Welt, indermanstch langweilt". O p e r n t h e a t e r Morgen, 7 IBjt äbends, .Cavalleria rus t i c a n a". Redontensaal. Morgen, %S Uhr abends, „T an z b i l d e r". Volksoper. Morgen .0 ö « 6 r a I d’amonr* In teilweiser Neubesetzung. Nadwabonnenten genießen gegen Vorweisung der letzter Postquittung eine 25proze«tige Ermäßig u n g für alle Plätze von 4.60 S. aufwärts. - Raimund-Theater. Samstag und Sonntag, yi4 Uhr nachmittags, .Schneewittchen". 3 ohaNn» Strauß-Theater. Svnntag »achmlttngS .D i e F l e d e r m a u S." Roland-Bühne. Sonntag den 39. d. im Rahmen einer Nachmittagsvorstellung E r st a » f f ü h r u n g von Rudolf Rohrbachers Volksstück .'S l e tz t e M a l" mit Musik von Heinrich Strecker. Renaissancebühne. Freitag wird der Schwank .Der A n t o >v i l d l t n g" mit Haust Niese wieder Mfaufgeführt. ModerneSTHeater. Die Uraufführung btt Komödie ,D 1 e O t t o m a n e" hon Adolf Deutichdorf mu» infolge Erkrankung des Herrn Lessen auf die nächste Woche verschoben werden. R o n a ch e r - O p e r e t t e n t h e a t e r. DaS Deuttche. VolkStheater gastiert Sonntag. V,4 Uhr nachmittags, mit einer Aufführrurg von .DerPfarrervonKirchfeld". An—flis ,^Dibuk" mif der Jerusalemer Bühne. Aus Jerusalem wird uns berichtet: Vorige Woche fand im hiesigen hebräischen Theater die Erstaufführung von Au—skis „Dibuk" Itatt. Das Interesse fitv das populäre Stück war überaus groß. Das Haus lvar ausverkauft. l\ j j i s chk i! n, David Nell in, Bendtivich und andere führende Persönlichkeiten waren gleichfalls anwesend. Die Aufführung hatte einen schr starken Evfolg. Das Datum der L'Aiglon-Premiere im Burgcheater. Wie aus dem Burgtheater nlitgeteilt wird, fiübet die Premiere von Rost and 8 ,I'Ai!glon" endgiilti^ Donnerstag den 25. d. statt. Frau Rolandist von ihrem Unfall >o weit hergchellt, daß sie schon in den nächsten Tagen an den Proben teilnehmen kann. Somit sind die Gerüchte vo>l der völligen Absetzung des Stückes nicht stichhältig. Kleine Knnstnachrichten. In Karlsruhe wurde mit einer gewissen tradttionellen Verpflichtung Siegfried Wagners vor einem Jahrzehnt entstandenesOyernwerk„Friedensengel" aufgoführt. Der Konwonist hat wiederum den Text seW vevsaßt. Das Werk ändert nichts in denk Urteil, das man über Siegfried Wagners Tonkunst sich auf Grund einer aarrzen Zahl seiner Werke.gebildet hat. Es ist blasse, aber innnechin respektable Epigonenarbeit. — Die größte und bedeutendste Saümllni^ r öm i s ch er R e p u b l i k m ü n z e n, die aus einer fast lückenlosen Folge von Silber und geprägtem Kupfer, beginnend, mit dem Jahre 268 v. Dr. bis zum Ende der römischen Republik, bestcht, nämlich die Kollektion Otto Hagen, wurde von der Stadt Hannover für das städtische Muienm erworben. — «Brülle Ch ina!" heißt ein Agilationsstück, welches jetzt in Moskau aespielt wird und die politischen Verhältnisse in China zum Gegenstand hat. In naturalistischer Ausmachung wird unter anderem die Hinrichtung unschuldiger Chillesen vorgeführi und die propagandistische W'- 'nng der Schreüensshene durch bas Platzen von Papierbonwen ü ».'r den Köpfen der Zuschauer vevstärtz. 18. Mv; M8 Gerichtssaal. La» Urteil im Prozeß L« Me» Ein Monat Arrest. Der Prctzeß gegen den ehemaligen HauptmMN D« Bk^PUH^ ber beschuldigt war, in verschiedenen ZeAungsarttkeln das HovMp Ministerium und hohe Militärsunktionäre beleidigt zu haben, gestern nach dreitägiger Dauer, beendet worben. Ditz Göschworne^i beantworteten die Hauptfrage ans Beleidigung b«R' Heeres Ministeriums durch Artikel in der Zeitschrift Republikanischer Schutz" mft neun ja gegen drei nein und die weiteren fünf Hauptfragen auf Ehrenbeleidigung von fünf Funktionären des Heeresministermms mit elf Stimmen ja gegen eine Stimme nein. Die sieben Zusatzfragen aus erbrachten Wahrheitsbeweis wurden mit neun bis -Ms Stimmen vernein t. Auf Grund dieses Verdiktes verurteilte der Gerichtshof den Angeklagten Karl Du Rieux zu ei> n e m Monat Arrest und zur Verössentlichung des Urteiles in der Zeitschrift ,Republikanischer Schutz". Bei der Strasbemeffung wurde als mildernd das (Geständnis, die Verbitterung «nd die neuraschewffche Veranlagung des Angeklagten angeüonmren. Ms erschwerend die Vorstrafen, die Wiederholung der Angrfffe und der Umftartb, daß mehrere Personen beleidigt wurden. Der Verurteilte hielt sich Bedenkzeit offen. Ist ßhebrnch ei» Beweis der «nSberwkadlichen Abneigung gegen die Gattin? Mit dieser Frage hatte sich das Oberlandesgericht als Berufungsgericht zu beschäftigen. Das ZivMandesgericht hatte nämlich die Trennung der nach evangelffchem Ritus geschlossenen ©f>e von Franz und Helene St., die einverständlich beantragt worden war, Folge gegeben. Im Berufungsverfahren machte Frau St. überraschenderweilfe geltend, daß sie chr E t n v e r st ä n d n i s z u r ü ck >z i e h e, denn sie habe eingesehen, daß die Fortdauer der Ehe einer Auslösung vorzuziehen sei. Das Oberlandesgericht hatte nun zunächst die juristisch intereffante Frage zu entscheiden, ob es auf vitzse zweite Erklärung bei seiner Entscheidung Rücksicht zu nehmen ha'be oder ob das Urteil auf die zuerst gemachten Angäben zu gründen sei. Bor der ersten Instanz hatten die Eheleute'als Trennungsgvund unübetwi übliche Abneigung angegeben und der Gatte hatte dafür den gewiß seltenen Beweis angeboten, daß diese Abneigung sich schon daraus ergebe, daß er zu einer Bureaukollegm in n a h e n B e z? e h u n g e n g e st a n d e n sei. Bemerkenswert wav die Stellungnahme des Ehebcmdsverteidigers Dr. S ti egl itz, der erklärte, daß „Seitensprünge" durchaus n i chtsäls unüb erwi ndli'che Abneigung gegen den! anderen Chegatjen änzüsehen seitzn. Selbst wenn ein Ehebruch erwiesen ist, könnten daraus nicht solche Schlüffe gezogen werden. Es müßten die' besondere Beschaffenheit des Manms in Betracht1 gezogen Werdens die'manches aufkläre. Das Oberlandesgericht hat sich jedoch , dieser Beweisführung nicht augeschlossen, und die Berufung ab.gewiesen. Wicht-g.war in den Gründen, daß das Gericht die Zurückziehung des Einverständnisses zur Ehetrennung nicht zur Kenntnis nahm. Im Bemfungsverfähren müßte an der einverstaMichen Trennung auch dann sestgchalten werden^ wenn ein Gatte dieses Einver-' stündnis rückgängig macht. Der „Sakon^ Gern«. . Die AMW Mhere Kranken,- pflegeriü Frida Gern e r hatte, wie im Sommer vorigen Jahres' Mgestellt wurde, in der ColloredMffe tu Wäbring ürnen Salon! unterhalten, der als Anstalt für Massage ängepriesen wurde. Gestern hatte sie sich vor dem Schöflensenat unter Vorsitz des Oberlandesgerichtsrates Dr. Wilhelm wegen Verbrechens, der Verführung zur Unzucht und wegen Kuppele, m veranworten. . Gleichzeitig mit ihr waren' ihr geschitzdener Gatte Ferdinand Gerner sowie die Krankenpflegerin Auguste Adri:gan angeklagt. Frida Gerper.wuche zu einem Jahr schweren Kerkers verurteilt,- die übri'gen bedinat zu einem Monat strengem Arrests mit zweijähriger BewcShrungHr'st, während Ferdinand Gerner mit der Begründung fteigesprochen wuchs, daß durch das Beweisverfahren nicht die volle Uebexzeugnng vcm se-ruer Schuld gewonnen werden konnte. Keine Valorisierung 8« M«dMe«Mlage. Der Verfaffungs-! aerichtShof unter Vorsitz des Präsidenten Dr. B i t 1 o r e l l l puf vlizierte gestern das Urteil m einer Klage, welche der erblindete \ Tübaktraftkant Otto Hex selb auf Valorisierung der Zulagen^ für silbernen Tapferkeitsmedaillen, die er erhalten hatte, angestrengt! hatte. Die Klage wurde a b g e w i e s e n, da ein gesetzlicher An-, fpruch ans die Medaillenzulage nicht bestcht und weder durch Gesetz! noch den Frredensvertrag von 2 a i n t-G e r m ain die Uckerj nähme dieser Bechflichtuna der alten Monarchie durch die Republik! vorgeschen ist. Die freiwillige Zchlung ist ein Billigffeitsakt, m dem! keine Anerkennung erblickt werden kann. Uebrrgens wäre die Ba-, lorisierung nach bürgerlichem Rechte bei einem öffentlich-rechti lichen Anspruch mangels einer speziellen gesetzüchm Vestmmumtzi MMläsiig. RadioprogramM. Hncke DomMsdag dm 18. MSrz. 11 Uhr: BormMagSmuftk. — 16 Uhr 15 Min : NachmittagStonzett ^Helleres Komponisten- A-B-C" Hetzte Folge"). - 17 Uhr 1b Mi», r Märchen der Weltl teratur. XX Z,geunermärchen. Gesprochen von Anno Höllering und. Grete Dort». —. 18 Ubr 10 Min. t Mitteilungen aus den BündrStheütern — 18 Uhr 2b Min r BottragSzyklnS „Goethe". IV. Der Klaffiztst. Univ.-Dorent Dr. Hein» Stndermann. — 19 Ubr 10 Min.r Esperantokur». — IS Uh' 40 Min. r Englisch für Anfängen — 20 Uhr 15 Min.r Konrettakademie. Mitwirkerd : StaaiSopem^ängerin Maria Gerhardt, Opemsänkängerin Käthe Schwarz. Dr. Felix Rosenthal (Klavier) Rudolf Wtcher (Violine). Erich Mell r (StaatSover). LlSzt-Wagner r ta,aphrafe über,J oldenS LiebeStod"; Ole Olfon, PaptllonSr ). A. Mozart: Ar e: «Laß. o Freund, un» standhaft scheiden* (mit obl Violine, Anita Ast); Franz Schubettr Der Hitt am Felien (mit obl. Klarinette; Johann Löv»), Maria Gyhartr j Pietro Bianchini: Romanze; W. A. Morart: Menuett (Rudols Wicher); R. Schumann: Lotosblume. Talismane, An» den östliche«, Rosen, FrühlinaSuacht (Käthe Schwa ,); W. A. Mozart;! ^Utz Ture»; Savellnifoff, Elfentanz. — A)Ubr 30 Mht.r > Bör'ies bon Münchhausen-Abend. Börrie» von MünchhMm, i geb. 20. m z 187t) Au» de» Dichter» LebenSwerL Gesprochen I von Julius Ka sten «nd Käthe Ehr«. Etule««de mäimi gpx. HgnA Nüchjesn, k