Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1929 (29.6.1924)
- Date
- 1924-06-29
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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EW m lS-¥WWff=W>^%V3^^^ ff / Ss'ie ly Wien, Sonnig Lnd von 14 Uhr 30 Minuten bis 17 Uhr, an Feiertagen von 9 bis 18 Uhr. An Sonntagen findet kein Verkauf statt. * Fahrtbe-unstigungen für Schüler auf den Bundesbahnen. Die Genevaldirektion der BundeÄahnen hat folgende Bestimmung herauszegeben: Die Fahrtbegünstigungen -für Schüler (Schülermonatskarten zum Besuch der Eltern und Erzieher und halbe Fahrkarten auf Grund eines Ausweises) können noch acht Tage ivach Schluß des Winterbezw. Sommersemesters zur Heimfahrt und zu Beginn eines jeden Semesters für eine einmalige Hinfahrt zum Studienovte auf Grund des alten Ausweises in Anspruch genommen werden. In Hinkunft werden Schüler daher auf Grund der Legitimation des alten Schnljahres im Herbste zu Beginn des nächsten Schuljahres ohne Ausstellung einer neuen Legitimation eine einmalige Fahrt zum Schulorte mit halben Fahrpreisen antrcten können. * Herstellung »euer Briefmarken. Wie die Parlamentskorrespondenz erfährt, plant das Bundesministcrinrnh- Handel die Neuauflage von Briefmarken. Die neuen Briefmarken werden in einem kleineren Formal als d-'r Gr^enl der bisherigen Marken war, hergestellt werden. Dabei wird auf eine geschmaÄwlle Ausstattung Bedacht genommen werdeir. * Sachverständig enbestellung. Der Vorstandstcllvutreter der Genossenschaft der konzessionierten Altwarenhändler (Trödler), Herr Bezirksrat Artur Noch ne''. Word' um handelsgerichtlich beeideten Schatzmeister und Sachverständigen bestellt. ■J Eine Filmexpedition der „Spsche" abgängig. Bor etwa zwei Monaten hat die „Sascha"^Filmgesellschafi eine Expedition nach Aegypten entsendet, um im Tal der Könige von Luxor und in der Wüste Aufnahmen zu dem Film die „Sklavenkönigin" zu machen. Da seit mehreren Wochen von dem Führer und den Mitgliedern dieser Expedmon keinerlei Nachricht in Wien emgetroffen ist, hat sich die „Sascha" an die kompetenten Stellen in Kairo mit dem Ersuchen um Nachforschungen gewendet. Gestern kam von der dortigen Behörde die folgende AnÄvortdepesche in Wien an. Sofort angestellte Nächforschungen ergaben, daß Saschaexpedition durch Unfall in der Wüste zurückgehabten sein mutz, versuchen mit ihr in Verbindung zu kommen. * Schüsse gegen den flüchtenden Häftling. Gestern nachts hat sich im zweiten Bezirk eine aussehenerregende Szene abgespielt. Ein Mann, der eben verhaftet worden war, wollte dem ihn eskortierenden Kriminalbeamten entweichen und de- Beamte sab sich schließlich gezwungen, die Dienstwaffe m '.n: und Schüsse aus den Flüchtenden abzugeben, durch die der Mann leicht verletzt wurde. Der Mann namens Heinrich S P e r l hatte der Firma Max Schmidt Waren im Werte von 20 Millionen herausgelockt. * Mord und Selbstmordversuch in Meidling. Gestern nachts hat in der Tannbrückgasse 4 in Meidling der 22jährige Bäckergehilse Walter Millner seine Braut, die Schneiderin Marie Ditrich erschossen und hierauf sich durch einen Schuß in dem Kops lebensgefährlich verletzt. Die Ursache der Tat ist Eifersucht. * Grvtzseuer in der Automobilfabrik Laurin und Klement. Die Werkzeug- und MaschmenabteÄung der AuromobilsabrÄ Laurin und Klement in Juugbunzlau ist vorgestern vollständig nieder gebrannt. Der Schaden wird auf ungefähr 20- Millio ne n tschechische Kronen geschätzt. In der Fabrik sind über 900 . Arbeiter beschäftigt. * Die Todesuhr. Die astronomische Uhr im Ha mp ton Court Palast, die Heinrich dem Achten gehörte, führt den Namen die Todesuhr, weil von ihr erzählt wird, daß sie stehen bleibt, bevor der Tod eines Bewohners des Palastes eintritt. Die „Todesuhr" hat die Richtigkeit ihrer Benennung dieser Tage bestätigt. Sie blieb plötzlich seit vielen Jahren zicm ersten Male stehen und wenige Stunden danach starb eine alte Dame, die im Hampton Court Palast wohnte. Am nächsten Tage^ wurde die 'Uhr wieder in Gang gebracht und die Sachverständigen konnten keinen Grund dafür finden, daß sie plötzlich zu gehen aufgchört hatte. Wie in Londoner Blättern berichtet wird, ist. so weit man sich zurückerinnert, die Uhr zweimal vorher stehen geblieben, und immer starb wenige Stunden danach ein Insasse des Palastes. * Operation an einem kranken Lowe». Nach einer Magdeburger Meldung des .Lokalanzeigers" wurde gestern im Tierpark zu Stellingen eine interessante Operation an einem Löwen ausqeführt. Der Löwe hatte eine Geschwulst zwischen den beiden Au.qcn, die in kurzer Zeit bis zur Größe einer Kokosnuß anwuchs und ihn heftig peinigte. Man entschloß sich, ihm Erleichterung zu schaffen. Ein starkes Tau wurde dem Tiere um den Hals, ein anderes um die Vorderbeine gelegt und daran der. Löwe von den außerhalb des Käfigs stehenden Wärtern an das Gäter gezogen. Dann trat der Tierarzt in Tätigkeit. Nachdem die Öperationsstelle mit einem Desinfektionsmittel betupft worden war, führte er .einen einzigen, 18 Zentimeter langen Schnitt mit einem haarscharfen Messer und der Löwe war von dem Auswuchs befreit. -Noch längere Zeit, nachdem die Wunde gereinigt und die Fesseln entfernt waren.' blickte der Löwe ganz veÄutzt seine Umgebung an, um schließlich seine gewohnten Spaziergänge im Käfig wieder auszunshmen. So oft der Löwe aber den Tierarzt sieht, begrüßt er ihn mit unverkennbaren Freudenbezeugungen. * Eine bemerkenswerte Transplantation führte Doktor William Reinhoff vom-John Hopkins-Lazarett in Baltimore aus. Einem Mann, namens Hamilton, war bei einem Füchrstuhlunglück der Fuß zerquetscht worden, und bald daraus war in der Ferse Tuberkulöse ausgetreten. Nachdem Dr. Reinhoff die Ferse amputiert und ore kranken Teile ausgeschält hatte, schnitt er am anderen Bein des Patienten die Wade aus und nähte den gesunden Teil der Ferse in die Wunde. Als nach vier Wochen' die Ferse an dem Wadenfleisch festgewachsen war, öffnete der Arzt die Wmtde und schnitt die Ferse mit einem Teil des angewachsenen Wadenfleisches heraus.. Der Arzt meint, naA einiger Zeit werde nur noch eine Narbe den Mann an seinen Unfall erinnern. * Die schwimmende Universität. Aus New-Aork wird uns geschrieben: In der amerikanischen Presse wird schon seit langem bittere Mage darüber geführt, daß der neuartige amerikanische Nationalismus, der in einem überhebenden „Amerika über alles" ausklingt, zu einer krassen Unwissenheit der Intelligenz und vor allem der studierenden Jugend über alle Vorgänge und Kulturbestrebungen außerhalb Amerikas geführt hat. Diese Klagen regten vir Hochschulreife zu der Idee an. für September dieses Jahres emen Dampfer zu chartern, der als eine schwimmende Universität eingerichtet werden soll. .450 Studenten werden auf diesem Schiff Japan, China, Indien, die Türkei. Griechenland, Italien, Algier, Tunis. Spanien, Deutschland, Holland, die skandinavischen Länder Frankreich und England besuchen. Während der Fahrt werden Einsübrungsvortrage über die Geschichte der zu besuchenden Länder und nach erfolgtem Besuch Vorlesungen über die gewonnenen Eindrücke gehalten werden. Auf diese Weise sollen die Studenten alle Einrichtungen, Sitten und Gebräuche der die einzelnen Länder bewohnenden Völkerschaften kennen lernen. Wiid dieser erste Versuch gelingen, soll die „Schwimmende Universität" zu einem ständigen Brldungsmittel der cuncrikon'Jhen studierenden Jugend gemacht werden- Wiener Morgenzeriung. Aktiver Dolnifftes Staatsbudget. ‘ Warschau, 28.' Juni. (P. T. A.) Das Staatsbudget, das im. Jahve 1922 rmt emom Defizit von 266 Millionen Zloty, im Jahve 1923 mit sinem Defizit von 597.Millionen abschloß, und auch im Jänner und Februar dieses Jahres ein Defizit aufwies, ha.t nn März ein U c b c x* * geipicht der Einnahmen über die Aus-- g a he n im Betrage von acht Millionen Zloty, im April von 15 Millionen Zloty zu veyzieichneu. Nach dem neuen Zolltarif werden die EmfichrMe sürLeder, Sohlen, Schrchwevk, ZünbhUzer, Eisen, StM, HMprodukte, Papier, Wasche und vonfektiomerte Mire ermäßigt werden. (Nachfolgende Notizen bis zu der Rubrik „Vereine" sind entgeltlich.) * Die Sommerfrische kostet Millionen sowie viel Zeit und Mühe. Ohne viel Scherereien uich Unbequemlichkeiten erholen Sie sich bei einem Aufenthalt im Schweizerhaus ^Prater), Die beste. Wiener Gesellschaft unterhält sich da im Freien bei vorzüglicher warmer und kalter Küche. Erstklassige Getränke. Täglich Konzert des berühmten Deutschmeister-Orchesters Wacek. Abwechselnd dirigiert vom jungen und alten Wacek *7 Sonderangebot des' Warenhauses Brüder Schiffmann, 2. Bez., Taborstraße 48. Prima Regenmäntel "175.000 K., französische Wasch Voile pro Meter 17.900 K.. Model-Voll- Etamine, große Auswahl aparter Muster, pro Meter 39.000 K., Eponge für Kleider und Kostüme Pro Meter 39.000 K., Schweizer. Etamine in allen Farben Pro Meter 39.000 K., Covercoats, 130 Ztm. breit, Pro Meter 98.000 K. Reichhaltiges Lager, in Damen- und Herrenwäsche, Leinenwaren, Vorhängen, Teppichen usw. zu bekannt billigen Preisen bei vorzüglicher Qualität. Ein Besuch überzeugt. * Bei Otto Kaserer am Konstaniinhügel (Prater) findet der Gesunde und der Kranke Unterhaltung, Erholung und Genesung. Suchen Sie Dergluft, Sonnenbad oder kühlsten Schatten. Waldaussicht oder Wasseraussicht, Kaffeehausgetränke oder Restaurant mit vorzüglicher warmer oder kalter Küche, alles finden Sie hier, einige Schritte von der Elektrischen (Linie L. M, H.- H2, Endstation). Treffpunkt der besten Wiener Gesellschaft. Die' künstlerische Sensation des Tages ist hier das weltberühmte russische Studentenchor- und Balalaika-Orchester, welches nach siegreichem Zuge durch ganz Europa jetzt täglich am Konstaniinhügel konzertiert.- Für Liebhaber klassischer und moderner Wiener Musik sorgt die beliebte Wiener Kapelle W. Ganglbevger. Bei schlechtem Wetter gedeckte, elegante, bequeme Räumlichkeiten. . * Die Firma Boriher, 6. Bez.. Mariahilferstraße 105,» tem uns mit, daß sie den Lesern der „W ienerMorgenzeitung" Möbel aller Art und in jeder Preislage gegen bequeme Zahlung zu Kassapreisen abgibt. Schekelzahler haben besondere Preisnachlässe. * Aus Teilzahlung Luxus- und Stvapazschuhe, Strümpfe, Socken. Schuhhaus Habermann, 1. Bez.,'Rauhensteingasse 10, Mezzanin. Tel. 77-6-36. * Eine herrliche Wohnung können Sie sich leicht erwerben, wenn Sie Möbel in feinster Ausführung und zu kulanten Preisen kaufen. Besichtigen Sie vor Einkauf das reichhaltige Lager der bestrenommierten MöbeMrma I. Wühl, 4. Bez., Schleifmühlgasse 3. * DaS SchnhhauS Dorn, 2. Bez., Taborftraße 8 a,^at die Verkaufsstelle der berühmten Schweizer Marke „Ball y" im 2. Bezirk, übernommen und dadurch sein bekannt großes Lager in feinsten, handrahmengenähten Schützen dnrch eine neue Spezialität vergrößert. Sachte, ßortrifae und Versammlungen. Lese- und Redeballe jüdischer Ho chs ch ü l e r. Morgen, 8 Ubr abends im Vereinslokale, 9. Bez., Türkenstraße 9, Vortrag des Herrn Dr. Paul Diamant: „Politische und ökonomische Grundlagen des Palästinaufbauwerkes". Zionistische Gäste willkommen. Heute, V41 Ubr vormittags, Besuch der Jüdischen Museums, 2. Bez., Malzgasse 16. Führung: Dr. Paul Diamant. — Jüdischer Frauenbund, Wien, 9. Bez., Lichtensteinstraße 11/13. Mittwoch den 2. Juli um . 6 Uhr abends spricht Frau Dr. Hadassah Vogelbaum über ihre Eindrücke in Palästina. Gäste willkommen. Effettenlottttie des Verbandes der jüdischen Kriegsinvalide», -Mtwen und -Waisen. Der Verband der jüdischen s'.riegsinvaliden, -Witwe« und -Waisen teilt mit, daß er infolge der. schwachen Absatzes genötigt ist, in Uebereinstimmnng mit der Generaldirektion der Staatslotterien, den Ziehungstermin seiner Lotterie auf den 16. September, 3 U h r na chmittagS zu verschieben. Der Verband appelliert nochmals au die Oeffeutlichkeit und bittet, seine. Aktion durch Abnahme von Losen zu fördern. - Elisabeth-Heim. Im Elisabeth-Heim, 2. Dez., üMjj* gaffe 7, finden in der F rauengewerbeschule für .Weißnähen und Kleidermachen, die Einschreibungen am 30. Juni, 1. Md 2. Juli statt. Talmud-Thora-Schule km 10. Bezirk. Heute Sonntag, 6 Uhr nachmittags, im Bechansverein Ausche Emes, 10. Bez., Favorstenstraße 113, konstituierende Generalversammlung der Talmud-ThoravereineS. im 10. Bezirk. Referent Herr Rabb. Mayersohn. Alle Juden des Bezirkes sind willkommen. Der Bund jüdischer Elter« im 2. Wiener Gemeindebezirk, Taborstraße 72, veranstaltet morgen Montag im SitzMgSsaal der Bezirksvertretnng Leopoldstadt (2. Bez., Karmelitergaffe S) eine Elternversanlmlung, in welcher Herr Rabbiner Dr. Max Grunwald einen Vortrag über „DaS jüdische Kind und der jüdische Gesang" halten wird. Raturhistorisches Museum. Dienstag den 1. Juli. 6 Uhr abends, hält Herr Dr. T. I. A r n e, Direktor an den prähistorischen Sammlungen deS Statens Historiska Museum in Stockholm, im Vortragssaale des Naturhistorischen Museums in Wien, 1. Bez., Burgring 7, einen Bortrag über „Die jüngere Steinzeit in China". Radiokonzert der Sendestation „Radio-Hekaphon". Programm für Mittwoch den 2. Juli von 1h5 Uhr bis r/,6 Uhr nachmittags: Deutsche Oper und Lied. Quartett Silving. (Mttwirkend Mia Rücker und RoSzi Haas, Gesang): 1. Weber, „Oberon"-Onverture; 2. d'Albert, „Tiefland"; 3. BrahmS, „Wiegenlied"; 4. Wagner. „CharfreitagSzauber" und „Blumenmädchen" auS „Parsival"; 5. Weber, „Freischütz"; 6. Korngold, Pierrotlied anS „Die tote Stadt"; 7. Kienzl, „Selig find.. aus „Der Evangelimann"; 8. Mv'art. ..^miberflöte" 29. Jikn-r 1924 . Nr. I960 Lhne und Kunst Der bekannte Wiener Künstler Viktor Tischler, fov 4 11 Der bekannte Wiener Künstler Viktor Tischler, fov in einer Monographie Rößlers gewürdigt wird, und dessen Werke gegenwärtig in der Ausstellung des „Hagonbilnd" tiefstem Interesse begegnen, zeichnete das Porträt Erika Wagners (JosefstäSter Theater) auf Stein. Die. Originallithographie, die wir reproduzieren, ist auf Japanpapier, signiert vom Künstler und von der porträtierten Schauspielerin, in einer numerierten Auflage von 60 Mzügen.im Verlag Kunsthandlung Würthle erschienen. . „Weh dem, der lügt." Neuinszenierung iht Deutschen Bollstheater. ' Eine abgerundete und im ganzen erfreuliche Aufführung, für die die zahlreichen Jungen und Jüngsten der Zrchörerschast mit reichem Beifall dankten. Der füvwitzigL. Küchenjunge farid durch Herrn Wanieks Munterkeit und Frische die richtige Vertretung, doch fehlte bei der Wendung ins Ernsthafte die notwendige seelische Resonanz. Fräulein Dan egge r (Kostüm und Haartracht war diesmal nicht sonderlich glücklich gewählt) wußte von den Schätzen ihrer Rolle nur wenig zu heben. Köstlich Herr Klitsch als stammelnder'Idiot ui^ Herr S ch r e i b e r als strammer Rheingvaf. Wenn auch dem Jammerneffen Atalus ein gewisses Recht auf Unbeholfenheit zugebilligt werden muß, mochte man mitunter doch finden, daß Herr S o I ta u dieses Recht mißbrauchte. Herr Ku ts ch era (Bischof) brachte die edlen Langatmigkeiten seiner Rolle mit gewohnter Würde zur Geltung. Die Bühnenbilder schr hübsch, namentlich m den Waldszenen. : K. M. „War Fraae« trSameu..? (Kammerspiele.) Die Frage, was Frauen träumen, hat Prof. Siegnnrnd Freud für unsere Generation mit großer Gewissenhaftigkeit beantwortet, nicht aber flir die Herren Karl Farkas und Dr. Robert Kätscher, die in ihrer aktuellen Revue scheinbar für ein Sondevvotum plaidieren, da es . sich um die Wienerin handelt. Zwar räumen die beiden freigebigen Autoren den schönen, nach Wien zuständigen Sünderinnen das Recht auf Lippenstift und Puderdose, aus Handspiegel und Parfüm ein, aber ihre Träume lenken sie nur in lau temperierte Stätten des Genusses, nach dem Modesalon, .nach dem Hotel Bristol,, nach Kritzendorf und in ein sagenhaftes-Havanna, wo sich die braune Farmerin damit begnügt, chre Sehnsucht dem blütenfchweren Rachtwind anzuvcrtrauen. Um aber ihr Gewissen gegenüber der Revue als Kunstfovm zu erleichtern, versuchten sie mit aktuellen Anspielungen, billigen Börsenuyd Bankwitzen den Mangel an Tricks und unerwarteten szenischen Ue'berraschungen wettzumachen,, uyd landen dabei immer in der Zone des verbrauchten Operettenkitsches. Doktor Robert Kätscher aber, ein routinierter Entlehner und Auempfinder gangbarer: Melodiegutes, ist dann in seiner Musik am erfolgreichsten, wenn er sich offen zur Herkunft seiner Einfälle bekennt. Die Darstellung hat der Revue den Erfolg zu sichern geüvußt, welchen die Autoren mit unzulänglichen Mitteln anstrebten. Man konnte eine Reihe schöner Frauen bewundern. Die in Wien sehr beliebte Maria L e y als Sprech- und Tanzkünstlerin, den blonden temperamentvollen Racker Else Lichtenberg, den bezaubernden, Tva-umengel Gerda Maurus, den ganz jungen, gar nicht schüchternen, tanzlivstigen Backfisch Mercy Mills, den neuen Stern des BuvgtheaterS Hilde W a g e n c r uub nicht zuletzt die zwei tollen Hampelfrauen Audey Jackson und Maysie Travers die einen Mornrng Blues ga:^ verführerisch.. hinlegten. Die Manuergävde hatte in Herrn Robert Nästetberger die tänzerische Sondernummer, in .Herrn Ernst Wurmser den vielseitigen Eharakterschanspieler und in.Herrn Karl Farkas den Ivitzigen'Koüferencier. Realistische Typen schufen Emmy Schleinitz als DlumerOerkLuferi» und Fritz Puch stein als'Zeitungsausträger, Beifall und Blumen gab es in sommerlicher Fülle. - - V. t i