Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1929 (29.6.1924)
- Date
- 1924-06-29
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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?, W9 Men, Sonntag / Es wich von der Bauleitung behauptet, daß', die BWverWa'ltun-g nichts tut, um die Fertigstellung der Ar- Mten zu beschleunigen. Me Baulestung der städtischen Straßenbahnen, die die Elektrifizierung durchführt, hat die Bundes'bahndirekt'wn wiederholt ersucht, die notwendigen Vorarbeiten am Bahnhofe Michelbemrn durchführen zu lasten, damit auch dort an den Bau geschritten werden könne. Dies ist bis jetzt nicht geschehen. Die Inbetriebsetzung der neuen -Strecke dürste infolge der verschiedenen Hindernisse nicht mehr in diesem Jahre, sondern erst im ^mmenden Frühjahr erfolgen. Las Grubenunglück bei Gloggnitz. Zentralisation der Hilfsaktionen für die Hinterbliebenen. Die Situation in Gloggnitz hat sich nicht geändert. Auch die in den ^Kanzleiräunren der Harter Kohlenwerke uniergebvachten sechAzehn Leichen wurden auf.den Friedhof geschafft und aufgebahrt. Gestern wunderten fortgesetzt zahlreiche Menschen zum Anfbahrungsort, um die Leichen zu besichtigen. Auch der im Spital von Reunkirchen verstorbene Bergarbeiter wurde nach Gloggnitz zur Aufbahrung gebracht. Die Sammelaktion für die Hinterbliebenen hat bereits eine ziemlich große Summe ergeben. Der Bundespräsident Dr. Hainifch hat aus seinen Privatmitteln den Betrag von zwei Millionen Kronen an den Bürgermeister von Gloggnitz überwiesen. Me wir erfahren, ist die Zentralisierung aller Hilfsaktionen für die unglücklichen Hinterbliebenen der Opsen der Grubenkatastrophe g e p l a n t. Handelsminister Dr. Schürst hat sich an sämtliche hervorragende Persönlichkeiten des Wirtschaftslebens des Landes mit der Bitte gewendet, beizutragen, daß die furchtbare' Notlage der Hinterbliebenen gelindert werde. Bereits am Montag vormittags findet eine Sitzung statt, in der die Einzelheiten der Durchführung dar Zentralisierung der Hilfsaktion svörtert werden sollen. Gestövn.fand wie gewöhnlich die Lohncruszahl'U.ng statt, hei der die Hinterbliebenen der Opfer den, vollen Wochenlöhn erhielten. Zum 'heutigen Leiche nbegängnis werden die Arbeiter aus dem ganzen Viertel unterm Wiener Wald nach Gloggnitz kommen. SJte Südbahn wird zahlreiche Separatzüge führen, ryn den Verkehr klaglos abtzuwickeln. Es wurden auch umfangreiche S >i cherh eit sv orke hrungen .getroffen, um Zwistherffälle beim Leichenbegängnis M wqchütAn Ein größeres (Äendarmerieaufgebot wird für dte MstechtevhcrltMg der Ordnung sorgen.' Las Wüter. , ’ - Mfiern MhMWatzs ging über Men ein Gewitter nieder, das mit HagÄ und Sturm begle-itet >war nutz durch die kÄrstsale WrwdstärDe, »die zeitweise herrschte, mannigfachen Schaden an Häusern des Stadtgebietes der-, ursachte mch auch! im Freien iBefc Den Schreberhütten Bäume entwurzelte, ohne daß jehoch ein Unglück geschah. Die Fvuovwchr tmtzte in nicht weniger als acht Fällen ei-ntzveijen «M> Schien beheben. Für Heute ist rasch abnehmende Bewölkung cmgMMgt, De morgen wieder Verschlechterung des Wetters. Mitteilungen aus dem Publikum. Anlässlich der Vermählung k des Herrn D 6% S 8 H Q r b ft t (Wien) mit Fräulein 11S I We S Ir el C b (jägerndorf) entbietet Wiener Morgenzeitung. SCHWEIZERHAUS Caffi-Restaurant im Prater 416 TffGLKH mUf SZSf Orchesterkönzert W® Kn 0% Das beste Pilsner Bier in Wien, auch vorzügl. Wiener Biere sowie köstliche Weine / Kalte und warme Speisen diKafenele©yiH JEN© M RESTAURANT!E2 S. BSILET VORZÜGLICHE POLNISCHE KÜCHE AllabencBllcSi milchige KUche mit Ausnahme von Fieitae und Samstag Wien, II. Hammer-Purgstallgasse 4 Große Okkajion in herrlichen Somm e rk 1 p i H p r n modmpaiäs\ Kostümen und Mänteln VHKAISERSTRÄS5ElÜ*413iijiÄ TELEPHON 32-4-62 383 50°|o ermäßigte Preise Ausländer Exporteure G kaufen am vorteilhaftesten - 588 ummimäntel erstklassige Gummierung Und Ausführung bei RECaMAN, GummimänteSfabrlk Wien, III-, Heumarkt 7, Beatrixgasse 26. 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'^(^IKarl Schweighofergasse) Preise voa K 130.000 Nt Industrie für Regen- KeineTäusclmngareklame f gffl«ll WSSbiESi mgntetfebrlkation Wien, V. Rechte WlenxeUs 93,1 Stock, Haileatolle Pllgrambrfleke Der Nicht eingetroffene Weltuntergang. Wie die BMrester Blätter melden, hat sich unter dem Einflüsse der zahlreichen Wetterkatastvophen der letzten Wochen unter der BevÄkermtg der Bukarest umgebenden Dörfer der GI a u b e festgesetzt, daß der W «k t u n t e rgang unmittelbar bevorstehe. Man spwch mit tzvoßev. Bestimmtheit davon, daß verflossenen Dienstag «der Mittwoch die Welt infolge eines Fmervegen's untertzehen werde. Dienstag früh k-le ideten sich die -D0rfhewvhner, hckuptsächllch -die Bäuerinnen, festlich an Wd begaben sich in die Kirchen, wo sie unter inbrünstigen iGebeten die -weite Nachmittagsstuude erwarteten, für welche Zeit der Begi nrr des Feu er rege ns angesagt war. Da sich'der Feuerregen au diesem Tage nicht einshellte, wurde Wittwoch derselbe Vorgang wiederholt. Nachdem aber an diesem Dage nur ein gewaltiger Wolkenbruch zu verzeichnen war, beruhigten sich die Gemüter und die Bevölkerung nahmdie Feldarbeiten wieder auf. ' — 22. Juni 1924 _ ' Seite 9 Marren, Manetteu, Mdhölzche«! Die Oesterreicher Pasten wirklich eine stattliche Menge Rauch in die -Lust; wenn man die -Ziaihlen Liest, welche das Bundesamt Kr Statistik im letzten Heft Her „Statistischen Wchrichten" über den TaibaVveribmuch im Jahre 1928 veröstmAcht, so muß Main sich als leidLnschastlicher Raucher freuen und als leideuschastlicher Nichtraucher wundern, wie viele SargnÄgel die alpenlaudistche Menschheit benötigt, um ihrem -Mkotingennß zu frönen, durch. den sie so wacker für den Staatssäckel front. Im -Jahre 1923 wurden mehr als 189 Millionen -Zigarren und fast drei Milliarden Zigaretten, ferner 53.009 Zentner Rauchtabak und 2000 Zentner Schnupftabak erzeugt. Dabei -ist zu bemerken, daß die EPmgung des Jahres 1922 in Zigarren und Zigaretten weit-höher war, nur der R-auchtalbak 'hat im Jahre -1923, wie imau so sagt, einen Aufschwung genommen, auch im Verkauf. -Dev Verischleißevlös für Zigarren beträgt im Jahre 1923 196 Millionen, für Rauchtabak fast 60 Millionen, für-Zigaretten 'dagegen nicht weniger als 1,1 Milliarden Kronen. Der Schnupftalhak, einst eine so belliöbte Form des Mkotingenusses, konnte es jedoch iim aibgelaufenen Jahre nur auf 2 Millionen Kronen Grilös bringen. -Das DaMschnupsen ist eben ganz aus der Mode gekommen, wcchrscheiMch weil da8 Kokainsch'nupifein >ihm den Rang abgeilausen hat, das allerdings -echeblich teurer stt. Im ganzen geben die Oesterreicher dem Staate dafür, daß er ihnen erlaubt, den Genuß des Nikotins zu haben, fast 2 Billionen Kronen -zu lösen, davon entfallen auf Zigaretten mehr als die HAfte, dann kommt gleich der Rauchtabak mit -fast ein Drittel und hierauf die Zigarre mit 10 Prozent der Msatzsumme. Was wird M uns geraucht? Die Statistik kann sich nicht mit der bloßen Antwort begnugsn, sondern sie stellt gewisienhast fest, daH man nach allgeimeiuem und nach Spez-ialtarif raucht. Deutlicher gesagt, mehr oder Wender teuer. Unter den Zigaretten behauptet die Sportzigavette wie feit je den eristen Platz mit 861 Millionär Stück im Berischleiß und über einer Milliarde in der Erzeugung. Dann folgt die trotz der unaulfhöÄichen Verschlechterung der Qualität in der Beliebthe-it nicht -auszurottende AegM-ische mit zirka 660 Mllio-nen Stück; um ungefähr 90 Millionen Stück weniger Memphiszigarckten gingen im albgelaustnen Jahre in die Luft (iwovunter nicht immer EMosionbeim Anrauchm zu vevstchm ist). In weitem Abstand folgt die DvantajMar-Me, deren- Name währscheinlich im ZusalMMeHcmg mit den dabei gemachten Erfahrungen und der ärst'totenischen Theorie von Furcht nnd Mitleid eine gewisse Mschireckung der Käufer bedeuten < mag, mit 310 Millionen Stück. Von dm Zigarren steht die neben dem SteWanZtmm und dem Hmvigen in die^ Wiener Legende gekommene Virginia Mit 50 Millionen an evster Stelle; 37 -Millionen gemischte Ausländer (nur Zigarren, nicht Fremide, nach denen sich Wien so schni und für die es so wenig übrig -hat) AGe-ten dm Genuß der österreiichüschen Mvnfchhett im verflossenen Jahve; es hanidelt sich um die unter dem-Namen ,-Kurze" in den unteren RangMastm der Beamtenschaft so bMebte 'und für das PM'ikum, welches das Unglück hat, -in ein Alurt kommen zu müssen, so gefährliche Zigarre. Porto Mo und Kuba, welch letztere offiziell den -tänendm Ditel 'Kuba- Povtoviko stiihrE, halben zusammen nicht die Bevbvauchiszahl der ,Kurzen" erreicht. - Aus all dem ist ersichMch, daß der Oesterreicher gern billigraucht; um-bei dm Ta-Hachsn zu Weibm, er würde gew Mig rauchen, wenn es die Tabcckvegie ihm vergönnte; so ist er eben genötigt, das anr wenigsten teuere vanr Dsueven zu rauchen. Ob der beneidenAwerte Oesterreicher Mt rcvUchi, das ist eine andere Frage. Zum RMchm braucht man ZüniWlzer und auch über deren Verbrauch orientieren uns die „Statistischen' Nachvichtan". Es-wich feistgeMt, daß der Jnlandsvechrastch an MUdhöhern beträchtlich Mt; das scheint daran zu liegen, daß die -MnWlzer so schlecht sind und uran es vochicht, entweder Femrzsnge oder, -nur um derr Zünd- Mlzern auMweichsn, zwei dürre Hölzer-aneinander zu reiben, um sich -seine Zigarre. antznMnden. Im Jahre . 1921 Haben wir Oesterreicher noch 360 Millionen ZündhMchachteln mit 28,6 MMardm Zündhölzern verbucht, M Jahve' 1922 nur 338 Mllionen Zü'ndlholtzschachteln mit 21 Milliachen Zündhölzchm und im Jahve 1923 bloß noch 263 Mlliouen Schachteln mit 16 Milliarden ZündeM. >Um nun bei der StatPilk - zu bleiben: 8 Milliarden Ugvrven -und Zigaretten tmt#» verbraucht und dazu 17 Mlliavde-n ZündWzer. Uso funktioniert nur selbes sechste Zündholz. ES ist wahrscheinlich, daß die Statistik, wie -so oft, auch diesmal irrt; es fimWoniert nur jedes zehnte Zündholz. SchlieMch wird noch festgestellt, daß der Zündholizexport nach dem AuSlalnd stetig gewachsen ist; warum auch nicht, 'das AlMand soll auch dm Wert österveichilscher Produktion kennen lernen! Änd in England Md Frankreich hat man -ja für GsbuldspiÄe besondere Vorliebe. Wien, 29. Juni. * EffenLahiffahrkartenvetkuif. Die Oeffeutlichkeit wiA anläßlih des bevorstehenden erhöhten Neiseverkebrs (Schulschlug Urlaubsantritt und -dergleichen) neuerlich Msmerffam gemacht, daß im Gebäude der Generaldirektion der Oesterreichischen Bundesbahnen iu Wien, 1. Bez., Schwarzenbergplatz Rr. 3, Parterre, an eigeiis errichteten Vorverkaufskassen Fahrkarten zu allen Zügen nach den JnlandSstatiouen erhältlich sind. Die Karten werden für den Reisetag selbst und in dreitätigem Vorverkauf ausgeaeben, wodurch dem Publikum LaS Anstellen an den Bahnhosskassen erspart wirb. Die Fahrkartenausgabe erfolgt an .WMtagm in der ZKt von S Lis 16 Mx