Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1929 (29.6.1924)
- Date
- 1924-06-29
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Pr* i fe 1929 Men, Ssnnlng »Agamemnons Tod" als Lanzdrama. - Aus H a m b u r q wird uns berichtet: Mit -grbßÄn Interesse sah man in künstlerisch orientierten Kreisen dem Versuche Labans entgegen, einen heroischen Stoff, wie ihn die Kebensgefchichte Agarstemnons bietet, für ein TanKrama zu verwenden und durch' die Intensität der Bewegung zu einer gefühlsmäßigen Charakteristik zu-gelangen.'Die reiche Phantasie Labans hat wiederum Vorbildliches geleistet. Das rein stoffliche verdichtet sich auf den Höhepunkten zu starken GejühMallungen, deren Ausdeutung ein Solist als Vortänzer und seine Gruppe, bieten. Durch ein spezifisch ihr angehöriges. charakteristisches Bewegungsthema erhält jede Gruppe ihren bestimmten-tänzerischen Umriß in der Komposition. Die' Durchführung, und. Gegenführung der Motive, ihre Verknüpfung und Lösung 'ermöglichen einen Ausdrucksreichtum: und eine Differenzierung der tänzerischen Sprache, die den dramatischen Konflikt aus der Sphäre des Körpers in bas Reich des Geistigen heben. Laban und die Mitwirkenden' wurden sehr gefeiert. Vom New-Wrler Wischen KnnWrater. Ein Gespräch mit Jakob Mestel. ' Am 5. Juli wird das New-York er jüdische Kunsitheater ein Gastspiel am Wiener Carl- Thea t e-v eröffnen. Wir haben über diese bemerkenswerte jüdische Äühne und ihre Künstlerischen Erfolge in unserem Blatte wiederholt berichtet. Der jüngst verstorbene große Berliner Schauspieler Emanuel Reicher hat sich anläßlich feines vorjährigen Wiener Gastspieles über die Bedeutung dieses Theaters und seines berühmten Direktors Morris Schwarz in der „Wiener Morgenzeitung" ausführlich geäußert. Das Mische Kunsttheater ist auf einer Gastspielreise durch Europa begriffen und spielt gegenwärtig in Paris. Der Dramaturg dieser Bühne, Herr Jakob Mestel, ist bereits in Wien eingetroffen. Einer unserer-Mitarbeiter nahm Gelegenheit, mit Herrn Mestel über die künstlerische Wirksamkeit des jüdischen Kunsttheaters in New-Pork und übet das Repertoire zu sprechen, mit welchem dieses Ensemble vor die Wiener Oeffentlichkeit zu treten 'gedenkt. Herr Mestel äußerte sich ungefähr, wie folgt: „Unser. Ensemble wurde nach dem Muster der Stanis-lavski'-Bühne herangebildet. Wir haben als. wichM WststLrische Aufgabe des jMfchen Theaters erkannt, nicht, 'nitt' das Drama zu pflegen, (wobei unumwunden zugestantwn werden muß', daß die Ausbeute an jüdischen Bühnen- Wersten bisnun noch recht gering ist), sondern das Mische - Publikum durch - künstlerisch wertvolle Äufsührnu-gen in jüdi-' scher Sprache mW den besten Werken der Weltliteratur vertraut M machen, -In der verflossenen 'Spielzeit begannen U ftMZ. b i Zewi". Es wqt ein unMvöhnlicher Erfolg. Durch zehn Wochen würde das Stück' täglich gespielt. Wir setzten es trotz der großen Zugkraft ab, weil wir das ununterbrochene SPiÄen des nämlichen Stückes ' als künstlerische Schädigung des Ensembles erachteten, und nahmen das Zugstück nur dann in das Repertoire aus, wenn eine Novität schlecht abschnitt, wie dies etwa mit Leiwcks „Bettler" der Fäll war. Größtes Aufsehen machte die Aufführung von ILeonid Andrejews sieben Gehängten". Die Dramatisierung -dieser berühmten Novell«: des russischen Dichters ist bekanntlich von'drei russischen Autoren in drei Verschiedenen Bearbeitimgen erfolgt. Wir haben keine dieser drei Bearbeitungen unverändert benützt; sondern die Misch-mwerikanischrn Schriftfiellev Entj n . und Katz. haben unter BeMendung. dieser drei Vorlagen eine, mene Bühnenjeimichtung verfaßt, die außerordenttich wirksam jist und den Intentionen des Dichters am nächsten kommt. Ungewöhnliche Publiku-mAvirkung halte an: unserer Bühne, im letzten Jahre Ossyp Dymows „Brot". Wir unternahmen^ dann den Versuch, iGoldfaden in .-das Repertoire aufzunchmen. .Mr glauben an eine Rengiftsau.ee Gold-, fadaus und die Mivkuug, welche wir mit seinem' Volksstück ,Me Heiden Kune Lämel" erzielten, bestärkt uns m diesem Glauben. .. ' Eine ganz unerwartete Wirkung erzielten -wir' mit Ernst Tollers „Hinkemann". Das Stück wurde an unserer Bühne unter dem Titel „DaS blutige Gelächter" -aufgeführt. Direktor Schwarz und jB-aratow alternierten in der . Darstellung der Hauptrollen. Gavatow ist ja dem Wiener Publikum von.seiner Wirksamkeit an der Wienerjüdischen Volksbühne in guter Erinnerung. Der Künstler weilt gegenwärtig in Europa und dürfte nach.Beendigung seiner Karls- . Lader Kur an unserem .Wie-ner- Gastspiel teiln eh men. - ft' ' Unser Theater, welches.gegen 1100'Zuschauer faßt, wird, in der künftigen SpreWt'.,eine..richtige Arbeite rbühne' werden. 180 New - Norker Arbeitervereine haben si chft.bereänigt' und d as Lheatep,wird" i n . tl; 1' Eigen tum übergehen. Sehrbewährt hat sich eine in 'Europa unblekannte Emtichtung: An allen Sonntag- Vormittagen der'Spi-elzett finden in 'imMm^.SM-Yo.rktt.. Theäter b ei freiem Eintritt Vorträge üud Diskussionen über die Stücke unse'res Repertoires statt. Welche Stellung unsere Bühne innerhalb des New-Iorker Dh-oaterbetriebes eiUnimMt, tzcht darausher«, vor, daß die englisch e Bühne .wiedecholt unsere Jnf-zettieruntzeu übernommen hat', DiMor Schwgrz spielte bann auch an-der fremden Bühne die Hauptrolle in englischer Sprache. , - „In Wien gedenken wir folgende. Stüche zu spielest: 'Von SctMm Aleichenu „Lowje, der Milchige", ferner „Das große Los" und .„Schwer, ein-Jude zu 's ein". Von Oevez? Hirschbein bringen wir „Des. Schmie. -- des Töchter" und verworfene n Winkel". te-ÜSSE .aSÄit «Ale.., Versteigerungs-Einteilung Vom 1. Juli an Pretiosen nur von Dienstag bis Freitag Jeden Di Silber und Chlnasilber.;- jeden Ml Brillanten- und Perlenscinu uok im Eranz-Saäl. _ TüaliohGebrauohsgegenetände lm Ludwigstortf-, RSsslertind Kolpwrat-Saal; jeden Dl schöne Wäsche, Kleider, Perserteppiche, Nähmaschinen,' Fahrräder. Mlttwooh den 9. Juli Photoapparate, Opferngläser, Trieder, Mikroskope, Reisszeuge, Sohreltma- 80hlnen lm Ludwigstorff-Saäl. Jeden DI im Hooh-Saa|, - jeden Sa im DeohauiSaal: Kunstgsverba, Gemälde, Reproduktionen, Antiquitäten; Teppiche. — Jeden Dl u. Fr. im Qlashof: Möbel, Luster, Beleuchtungskörper, Bäder, Hausgeräte. Jeden Do: Schönet Mobiliar: moderne Qeihalde,Perserteppiche, Lüsten Klaviere, Pianino, Arbeiten des KunstgeWerbes lm Franz-Josef-Saale. Fr. den 4. Juli Musikinstrumente und Musikaßen> Fr. den 11. Juli -;Waffen, Reit- und Sattelzeugc, Pelze, änertausrlistungen, Oeweihe und Fahrräder im Ludwigstorff-Sädl, Bücher im Emieper-saal jeden Mi. bis Fr., ausserdem jeden Mo. Bücher äustor Katalog im Oeohäu- Saal. : .■ i. ,....... Briefmarken jeden Diu. Fr, den 4. Juli, VI. MaTiahilferstr. 73. f Technische Auktionen Mi, den 9. Juli Autos, Bestandteile, Maschinen, Werkzeuge, Motore, Altmaterial, VIII. Feldgasse 6. Täglich Schaustellung von 1 Uhr an H Vom-l, Juli ah bis auk: weiteres Montag und Samstag keine BH- Pretiosenversteigerungen ' (9i und „Nachrichtenblättern“ Näheres in den ^Mitteilungen sieben. G.eHä ngie.n",..'Ibsens. ,/G esp.enster", Görkis „Nach t a-sst-l" und GoMs, ,/D.ie: Klein bürg er" vor-, führen. - Vor Beginn unseres Gastspieles werden wir im Rahmen einer- -Mätinee,. und zwar Freitag den 4. Juli, vor' geladenem Publikum „TÄvjeft der Milchige" spielen und zu dieser Bor-, stellung. auch die Wiener Schauspieler zu Gast bitten." Aus den Lheatem. ' Burgtheateti Morgen, 7 Uhr abends, ,Meh dem d e r l ü g t". S ch ö n b r u n n e r. S ch ft oß> t h e. a t e r. Morgen und Dienstag, 7,8 Uhr abends, „Di e Kittd er". V o lk so per. Heute zum ersten Male Joh ann. S t r ä u ß'' komische Oper „Der lustige Krieg". Montag „Zar und Zimmer mann". . Jm-D h e a t e r i n. d e.r. J o s e ftstI d t wird DienstaL Im T h e tz i e r a n d e r W i e n - tritt Lea S e t d l Dienstag den 1. Juli ihr Gastspiel als G r äfti n.M a r i z a an. I o h a n « S trau ßy.SB h e at e r. Morgen gehtzum 35. Male.„D e 8> Königs N a ch h a rin" in Szene. . Neues Wftener-St ad.ttheater. Der rmt«F. . der Leitung ° Karl Kneip i n g.e r 8 stehende W i e n tx?V o lk 8 st ü ck z y k l n s wird 'am-Dienstag .den 1. Juli um; 7»8. Uhr obends mit ,,G e b 1 ft d c t c M e n s ch e n" von , Viktor Lean eröffnet. Das Wechselrepertoir bringt am Mttivoch „S u m p f", Donnerstag - „D e r H->e r t g.o t t S t ö t'e r", , Freitag „Im w e i ß e n R 8 s s e ft", SamÄag „D i e.!sp a n isch e^F l i e g e" und Sonntag „Bruder Martin". A p o l l o t h e a t e r. Mit Ende. beS Monates beschließt das. Apöllotheüter seine Spielzeist Bis zu diesem TeMin all» i abendlich „D i e K ö n i g i n - v o n M o nft m a r t r e". . Metropoltheater. Mit 'der Uraufführung dep Operette „Wenn d e r H o l u n d e r blüht" von Paul K n e p l e r und I. M. W e l l e m i n S k y, Musik von Paul K «e vft er, wirb die heurige Operetteusaison am 1.' Juli um 7,8 Uhr chends eröffnet. . Pom Schönbrunner Schloßtheater. Das Schonbrunmr Schloßcheater wivd nicht, wie ursprünglich verlautete, den ganzen -Sommer, geöffnet sein, sondern' im Monat August' .Ferien halten. Als nächste Pvenrieve geht: Samstag den 5. Juli „Unsere klei n e Fr a u" von Hopwood. deutsch von Pogson, in SAen-e. Dann .: folgt. Gustav D.i.e d s. :.„-2X6 — 8". — Das Burgtheat e r selbst schließt .die 'Spielzeit mit 1: Juli. Mit Ende dieser Spielzeit scheiden. Hans . Th im-igupd- Otto Schmölz aus dem Ve>r>bande dieser' Bühne. .-' /; i( - . Modernes TWatrr. Offen'bachs entzückendes 8M.. „Pari s er Leb'en" ging-an-dieser Bühne zum 25. Malein Szene. Sehr erfreulich^ daß auch ein wirkliches Kunstwerk Serienerfolge.-erzielt, Das Publikum zollte den Wiwirkenden, Vor -allem dem humorvollen Herrn Jensen, - stürmischen Beifall. - -- - ' . .. Prager.Kmistnachrlchlen. Im Saal Mastes ist französische Plastik: und.Graphik äusgestellt.! — Am 24. d. wurde die, Ausstellung Gvard Mun ch, und die Sönderausstellung des deutschen..expressionistischen-Satirikers George Grosz eröffnet.. — -.Die, Galerie -Nnbesch bringt Zeichnungen und Oel»: gemalderM - heimischen Künstlers Emil H oft a r e k,... Gin neues jüdisches Theater in Berlin. Die bisher in-!dem Fol-ies Capriees gastierende jüdische ftLheatertruPpe', -ie j -bis jetzt 'Operetten und Volksstücke spielte, hat. sich verparkt und zu einer Schauspieltrnppe umgowandelt. Die Initiative hierzu gab der auf der deutschen Bühne bekanüte Schauspieler Älexander G r a n a ch. Mitglied des''Staats-Schauspielhauses,: der auch' die' Ausbildung der Truppeüberwacht.' Bekanntlich ging dieser "Künstler aus dem' Ostjudentüm hervor. Die erste Vorstellung wird am Sonntag den 28. d. im Wallner-Theater .gegeben. Aufgosührt-wird - Schalom Asch* „Gott der .Rache" mit Alexander' Gr a u ach in der Hauptrolle. -stndft.«ins Theka t er chv.L'i ch stl e gegründet,: toteren: Set« ftlng -der..CYoMrektor'- deS7Hessischen ÄudeSs-heaters. Kapell-- meister Sander, ühermmmt, . ' - - - .Das jüdische Kstnstltttheater in Moskau aufgelöst. Das- Moskauer jüdische Künstlertheater, das während der letzten Zwei Jahre unter der Führung der jüdischen Kulturliqa in MMgu. . juck M.MMWLG .E. Ls.-iFn-nt 19Z4 f'inanzieMtt - Gründet! -a u ftgftftö st werden. Unter ihnen Künstler ersten Ranges, sind nun zu Untätigkeit verurteilt (I. L. &) m-n ■t—/ Der fixe Manager. Ein Amerikaner, Harrh MondoDft hat eine, zehn Monate währende Weltreise mrtevnrmrmen, imr die schönsten und exotischesten Tänze -der Welt zu soimnebn« und als Varieteenmnm-ern zu. verwenden. Er ist der Vertreter eines.. großen anrtrikamschen VavietäbühttentVÜstes, dir. Ceith-Theater. das über 300 Barieteebühnen in dem Vereins ten Staaten und in Mna-da -besitzt. Er reffte durch Ehiuir,' Korea, die Philippinen, -über.Java, Birma, Siam mrd Ostafien.' Ueverall ließ er sich Tänze vorführen und suchte hel> vorra-gende Tänzer und Tänzerinnen sowie berühmte Tanzgruppen für seine Programme.zu gewinnen. Der Tanzweltreiseude hat 500 orient-Äffche Tänzer und Tanzgmppen engagiert und hofft, damit 160 Mmmem seines diesjährigen- Pro-! grawtns zu decken. Musikalische Notizen. Die Stadt Aussig kn BöhnMhat beschlossen, ein Richard Wagn-e r-Denk mal zu! errichten. — Robert Heger, der Münchener Kapellmeister und Komponist, hat die Partitur eines abendfüllenden Chorwerkes vollendet, da.s den Titel „Ein Friedenslted"' trägt. — Die Uraufführung findet in München im Rahmen der Konzerte der Musikalischen Akademie statt.; ' 1800 Krone» als Abfindung für zwklling Ein sechs Jahre dmiernder Kampf um Me ruemenramm. x "Die Hausgehilfin Dherese K. war im 'Jahre 1608 -zu. dchn^ Reffenden Nissim M., einem Serben, in Beziehungen ALtreten, und entsprossen diesem BerhUtnisdie am 4. Februar 1910! geborenen Zwillinge. Nach Kriegsausbruch wurde dev Kindes-! Vater interniert und kehrte dann krank zu seiner Lchensgefährtin: zurück, die für ihn sorgte. Er. fand nun eine reiche Frau!' und die Kindesmutter wurde zu einem ihr vom Vertreter des''- M. aufgedrä-ngten Mbfindungsver-gleich veranlaßt uich unter-! zeichnete ein Schriftstück, wonach der MÄesvatev -für feine beiden unehelichen-Zwillinge als einmalige A'b.ferfti-! gun-g den Betrag von 1800 Kronen erlegte, wogegen bie; Mutter im eigenen Namen, wie auch namens chrer Kinder auf sämtliche weitere Ansprüche gegen den Kindesvater verzichtete, auch für den Fall, als sich die EMkommensverhAtNisse des-Köndesvaters bessern sollten. Dieser Vergleich wurde vormmrdschaMch genehmigt. Das Geschäft des Herrn M. florierte,^. er erwarb -zwei Häuser/ ein Automobil undlebt |t ig^lntzendeni Im Jahre-1618, als der ^Geldwert zu finken begann, brächte' nun die HausgchWr namens der Zwillinge beim! Bezirksge^ richte Leopoldstadt eine MmentationsAagje ein, dre jedoch mit! Rücksicht auf beit vormundschaftlich genehmigten MftndungsverDrch in allen Instanzen rechtskräftig äbgewiefen wurde. Jm' Dezembev 1082 klagte. die Mutter als Vormünderin hev.sft Zwillinge neuerlich äüf Alimentation. Das Bezirksgevicht' Leopoldsladt Wies auch Äese Mage ob, doch das LMdesgevicht gab der Berufung Folge, hob das Arteil auf und Vevwws die Sache neulich an die erste Instanz. Das Äerufungsgericht führte -kn der Bsgjvündung aus, daß der geschloffene Vergleich. den Anspruch auf den notw endigen et halt!, der Kinder nicht beeinträchtigen dürfe. -i- > In der.neuerlichen^ Verhandlung beim Bezirksgerichte Leopoldstadt. wurde ffftgeftellt, daß die unehelichen Zwillinge - .im Buvgenland bei einer Schwester chver Mutter m sehr arm-! lichen Verhältnissen leben und daß die Wegemutter, die selbst sechs Kinder hat, die Pfleglinge nicht mehr bei sich behalten will. Trotzdem wu-rde auch diesmall die Klage mitfolgender Begründung abgewiesen: -Nur we-nrv die Mutter der Zwillinge infolge Alters' oder Kvankhett avbeitsEfähig und ihr die Möglichkeit des. Bevdienens genommen wäre, könnte bchauptet werden, daß den Kindern trotz Existenz ihrer Mutter der. not- . -wendige -Unterhält maNgjle. . / Der neuerlichen Berufung gegen dieses littet* gab das; Laichesgevicht unter'Vorsitz des Hofrates Dr. Lichtblau ftattjf . Das iLandesgevicht verwies die Sache neuerlich an das'' Bezirksgericht Leopoldstadt zurück. In der Begründung ftihrte'' Hofrat Dr. Lichtblau an, die vom Erstrichker vertretene ' :Auffassung fei indiskutabel, es genüge keineswegs, daß' - die -Kindesmutter avr- Lüben sei, vielmehr war als erwiesen anl zunehmen, -daß sie mit ihrem Lohn als Hausgehilfin unmöglich zwei Kinder allein echalten könne. Da der Erstrichter Beweis' -über das Vermögest des Beklagten untevlaffen habe, «mßte die ' Sache Für Erhebung dieser Umstände <m' das Gvstgevicht zurückverwiesen werden. Rach der Urteilsverkündigung gab der Vorsitzende feiner Entrüstung über das Verhalten des Kindes- Vaters, daß er als empörend bezeichnete, ßlusdruck. -- ft ' Eine Autofahrt ohne Führerschein, mtt imbeMchtetevk Wese« und falschen Polizeinummern. Der Eisendreher Ludw-W -Melz brachte beim ZivMandesaerW gegen den Mechaniker^- Alois Hanusch und gegendessen Bruder, den Besitzer-einer-. Autoreparaturwevfftätte, Franz Hannsch. eiick Klage'auf '' satz von-83,600M).K. ^ein, darunter M Milltomn- -an- SchnverzensgM und AI Millionen für dauernde lkörperliche' Berun taltungi weil er bei einer Autofahrt, zu der ihn dwft. Erstbeklagte einluv, -. -nächst der Spinnerin am Kreuz durch. - einen Zusammenstoß mit einem Fuhrwerk Ms dem Wagen geschleUdevt und schwer verletzt worden svi. Der Klagevertveter'Dr. Angel begründete das. Verschulden -des 'ErsGeklatzten daünit,.daß er ohne Führerschein das Auw kenkde.ft'das unbv-. leuchtet war - und keine iPolrzeinummer hatte. Wlois HamMft, habe die Nummern, eines seinein Bruder gehörigen mobffs zu der Fahrt benützt. Ein Wachmann habe ihm m*. ■ fohlen, stehen zu bleiben, er schaltete sedoch die höchste. Ge>< - Wvindigksit ein und infolge tzi-chch rasenden Tempos seftder.' - Zusammenstoß erfolgt. Er sei dechickb vom Stwflandeszu vier Monaten Arrest verurteilt - worden, welche'Stre Berüsiln-gswege äüf zwei 'Monate cherabgesetzi wurde. Zeuge gab an. A-lois' Hanusch habe die Führerprüfu-ng dechM nicht WgÄegt, Heil er bei dieser Prüfung jedenfalls durchge-> falleu wäre. Zur Vorladung von Sachverständigen über vgS Ausmaß der Invalidität des Klägers, wu-rist die Bechan-dlung hett-agt.. - ' - '