Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1081 (1.2.1922)
- Date
- 1922-02-01
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Verpflichtung <zm Erirailtuing aller Wien-er Woihnhäntser übernehmen (könne. Sie wind aiber doicili in die Lage versetzt wenden, in vielen lebemswidhitigen Reparaturen, «die eine 'adlzu große Belastung der Mieter ergeben würden, einzoiigreifeii. Dieses Eingreifen wind sich auf Kleinwohnnngen zu besahräini<er;> haben. Auch in Fällen, Ln* denen das Staitdtbauamt es als zweckmäßig craidhtet, derabHcrungsreife Häuser wieder instand zu setzen und man den Mietern dieser Häuser unmöglich die daraus entspringende Last auf erlegen könne, wende die Gemeinde cingreifen müssen. Die Vorlage gelangt Freitag in den Stadt- Sonat uind wird aim Montag den. „Wiener, Landtag beschäftigen . _____ Vr ' Ubi bene . . . , Bas Wiener Organ der Großdeutschen läßt sich gnädig herbei, uns sittlich so inferioren. Juden eine Belehrung über die vaterländischen Gefühle der deutschbewußten Manen zu erteilen. Wir lesen da-mit großem Interesse: »Die Deutschen in Oesterreich fühlen sich überall heimatberechtigt, wo deutsch gesprochen und deutsch gefühlt wird. In Berlin so gut wie * in Wien oder in Straßburg, in Bozen oder in K a 11 o w i t z. Nirgends ist da für sie Ausland, sondern teure, unvergeßliche Heimaterde, wenn , auch willkürlich gezogene, vorübergehende Grenzen äußere Trenmmgslinien in die große deutsche Volksgemeinschaft eihgegraben haben/*' Nur im Deutschen Reiche und /in | Deutsch Österreich fühlt sich, wie das Blatt versichert, jeder wahrhaft Deutschbewußte derzeit w;'i;e im Ausland. :••-■' Diese Feststellung ist für uns deshalb sehr inter? essant, weil sich aus ihr die scheinbar paradoxe, in Wirklichkeit von manchem Tieferblickenden schon längst erkannte Tatsache ergibt, daß all die .verflossenen und noch »aktiven" Stützen des deutschen Radikalismus im alten Oesterreich keine wahrhaft deütschbewußten Männer sind. Das zeigte sich bei einem Bankett, das dieser Tage anläßlich des 60. Geburtstages des Herrn K. H. W olf%n Wiener „Riedhof“ veranstaltet wurde. Bei dieser. .Op!* legenfieit stellte sich heraus, daß sowohl, der .Gefeierte als auch alle seine engeren Gesinnungsgenossen Jp Wien weilen. Der edle Judenhetzer S t r a n s'.ky" tauchte da aus der ‘Versenkung auf, in die er seit dem Umsturz geraten, Dr. M ü h! w e r t hielt einen Speech, Dr. Julius R oller vertrat die Pra g er Burschenschaft Ghibellinia, kurz die Liste der Anwesenden, die die „Deutschösterreichische Tageszeitung“ gewissenhaft veröffentlicht, gleicht einer Totentafel politisch längst Abgeschiedener, die sich zu tollem nächtlichen Spuk zu? sammengefunden haben — ausgerechnet in Wien, wo sich, wie gesagt, jeder deutschbewußte Mann wie im Ausland fühlen muß, besonders wenn er in Kattowitz* und Umgebung heimatberechtigt ist, nicht bloß, weil dort deutsch gesprochen und deutsch gefühlt-wird, .sondern einfach wegen der banalen Tatsache, daß er von dort her. ist. Nur die parlamentarische Pflicht hat die Herfen angeblich dereinst nach Wien geführt. Heute müßte sie diese Pflicht in ihrer engeren Sudetenheimät festhaften, zumal dort ihre Volksgenossen wirklich mutiger und opferfreudiger Führer dringend bedürfen. Was mag also die „Unentwegten“ in die freiwillige Verbannung aus ihrer angestammten Heimat in ein Land, wo sich Deutschbewußte auf jeden Fall wie im Auslande fühlen, getrieben haben? Vielleicht gibt hierüber der Fall Baera.n Aufschluß. Dieser Herr, hat im Prager Paria? ment eine Stinkbombe geworfen, mußte aber die Erfahrünginachen, daß man ihm das gewaltig übel nahm, und ist auf und davon. Interessanterweise ist nun auch er in — Wiem aufgetaucht, wo man zwar angeblich nicht so deutsch fühlt, wie in Kattowitz, das geistige Argument der Stinkbombe aber offenbar immer noch höher in Ehren hält als jenseits der „willkürlich gezogenen Staatsgrenzen“ ... Es besteht auch keine Gefahr, daß sich Herr Baeran durch die „Fremdstämmigen“, deren „Herrschaft“ nach der „Deutschester? reichischen Tageszeitung“ Wien jedem Deutschbewußten zur Fremde macht, den hiesigen Aufenthalt verleiden lassen wird. Demi sein erster Besuch galt hier der „Neuen Freien Presse“. . . - Der ausgekniffene „Miesbacher“. München» 31. Jänner. (Intel.). Der noch immer fn der Festung Niederschönenfeld in Haft befindliche Dichter Ernst Tollor hatte gegen den „Miesbacher Anzeiger“ den Strafantrag gestellt, weil dieses Blatt ihn einen „rotgefärbten Judenbuben“ genannt und gleichzeitig behauptet hatte, er gehöre zu den „venerisch Erkrankten der Räterepublik“. Vor Gericht erklärte der verantwortliche Leiter des „Miesbacher An? zeigers“. Eck, daß er den Wahrheitsbeweis nicht _ari? treten könne. Er wurde zu dem geringen Betrag von 300 Mark Geldstrafe verurteilt Wie man sieht, ist das Verleumden von Juden eine Volksbelustigung, die von der, allgemeinen Preissteigerung aller Vergnügungen’ unberührt geblieben ist. Der Raubmord bei Venedig —' eine Mystifikation. Der von uns wie allen übrigen Zeitungen gelneidete Raubmord an einem Korvettenkapitän Adreas Medicus Freihern von Mainburg, erweist sich, wie die Person des angeblich Ermordeten selbst, als reine Erfindung einer Frau Marie Gelier, die sich als Zieji- ' tochter des Kapitäns ausgegeben hatte und in dieser Eigenschaft der Wiener Polizei Mitteilungen machen; wollte, die zur Verfolgung der Täter beitragen könnten,: dabei jedoch den Verdacht des Chefs des Sicherheitsbureaus Hofrat Dr. Schultz erweckte und schließlich als Lügnerin entlarvt wurde, die mit ihrer abenteuerliehen Erfindung den Behörden viele Mühe und Zeit gekostet hat. Die Geschichte begann damit, daß Herr Frömmel, dem die Approvisionierung von Vöslau obliegt, aus der Bekanntschaft mit einer Ziehtochter eines in Rumänien begüterten Kapitäns — als solche hatte sie sich ihm gegenüber ausgegeben — Vorteile zu ziehen hoffte. Frau Geller vermittelte nun unter Mißbrauch einer Freundin in Hermannstadt eine Korrespondenz mit dem fingierten und gar nicht existierenden Zieh? vater. Aus dieser merkwürdigen Korrespondenz ergab sich das Resultat, daß der Approvisionator von Vöslau sich mit dem Rumänen assozieren wollte. Als es nun galt, die beiden Männer persönlich miteinander bekannt zu machen, hat Frau Geller, um sich aus der Klemme zu ziehen, das Märchen von dem Raubmord erfunden. Sic wird sich wegen Irreführung der Behörden zu veraniwprten haben* 1 ..Ai üm Kr. 1031 * Marschall Yamagata liegt im Sterben. Er ist 85 Jahre alt. * Professor Dr. Rosanes gestorben. Der Ordinarius für Mathematik an der Universität Breslau, Professor Rosanes, ist dieser Tage begraben worden. Rosanes war in Brody geboren und war ein Enkel des berühmten Rabbis Akiba Eger. * Nach Amerika (Nord- und Südamerika) fährt man am raschesten und bequemsten über Bremen. Auskünfte erteilt Norddeutscher Lloyd,Kärtnerring 13 (Grand Hotel), IV., Wiednergürtel 10. (Siehe heutiges Inserat.) * Begräbnisse am heutigen Täge: Alter Friedhof: 9 Uhr Israel Chbje Beile, 10 Uhr Löwe nh e r z Rosa, 10 Uhr 30 Min. Kann Therese. — Neuer Eriedho f: 9 Uhr Abraham Moses, 9 Uhr 30 Min. Rector. Josef, 10 Uhr Dr. Lichtenstern Otto, 10 Uhr 30 Min. H i I f r e i c h Leopold, 11 Uhr 30 Min. K o h n David. * Die Gemeinde Wien und die Anberbrot-Fabrik. Der gemeinderätliche Ausschuß und der Stadtsenat haben einer Vorlage zugestimmt, wonach die Gemeinde Wien an der Ankerbrot-Fabrik Fritz und Heinrich Men dl, die gegenwärtig in eine Aktiengesellschaft umgewandelt wird, Interesse nimmt. Die Gemeinde erwirbt 30.000 Stück Aktien und wird dadurch Mitbesitzerin des Unter u e hm e n s. Die -Quote der Gemeind«* Wien beträgt, ein Zwanzigstel. Es ist weiter vergehen, daß die Gemeinde bei der nächsten Kapitals Vermehrung noch eine höhere Quote zugewieseu erhalt; ' * Schnee. Gestern herrschte in Wien starker Schneefall, der den Verkehr stark behinderte. Von einer Säuberung der Straßen ist nichts zu merken. * Die Preisgrenzen für die Luxuswarenabgabe. Der .Stadtsenat hat die Preisgrenzen nach demLuxuswarenabgäbegesetz , mit Gültigkeit vom 1. Februar abgeändert. Danach gelten als Luxuswaren: Taschenuhren über K 20.000, Kunstwerke über K 5000, Lorgnons über K 5000, Spielsachen über K 5000, Zuckerwaren über K 1700, Rum über K 1400, „Grabkränze über K 1500, Grabbukette über K 500, Grabsteine über K 50.000, Haarwässer über K 500, „Brillantine| ““über K 300, Hauspflegemittel über K 2000, Toiletteseife^über K 400, Seidenstoffe über K 10.000, Regenschirme, über K 10.000, Stöcke über K 1200, .Herrenhüte über K 9000, Damenhüte über K 12.000, Hutformen über K 8000, Krawatten über K 2200, Rahmen über K 5000, Hänge- oder Stehuhreh über K 30.000 und Beleuchtungsartikel über K 10.000. Bei Klavieren werden künftig die ersten K 40.000 ohne Rücksicht auf den Preis als abgabefrei behandelt, bei allen anderen Instrumenten die ersten K 4000,'bei Pfändposten die ersten K 20.000. * Die Verpflegsgebühr und die besonderen Gebühren in den Krankenanstalten; Der Staidlüsenat als LamdesregieihiLg* hat ‘die -Verpfie-gsgebühir im samt, 'liehen Sjpitälern'Wiens-ab 6. Februar'mit"E iooo.pro Tag festgesetzt. . Auch dieser Betrag.-reirfht".natürlich aiidhit hin,, die wjriÄhen Ausgaben za •(lechen. Es wird also das Betriebsdiefirit cler Spitäler ncch immer anderweitig gedeckt*:-\verden müssen; — Auch die foesoaiideren Gebühren.für'Sachtauifwämid ußvöi AenzteHomörare bei den sogenannten Kla'ssenipatäenitah der Fomds&nstalten wurden vom Stadltseinat genehmigt. Der M*äig!iistratt 'hiat gleddizeitig ecirien'Erlaß uiker'hreitet, welcher sich mit der Regelung der Besonderheiten beschäftigt. Die Zahl der für diese Patienten zur Verfügung stehendleih. Betten dairf sechs Prozent .des Gesamtbelages nicht übensahirditen. Einh Reservierung auch dieser Betten für Klassen? (Patienten ist „verboten. -? "Die/verteuerte Eisenbahn. In den beiden letzten Tagen herrschte auf den Eisenbahnen ein wahrer Massenandrang von Reisenden. Jeder, der noch eine wichtige Fahrt, eine Haimster- oder Vergnügungsreise machen wollte,-nützte/die beiden letzten Tage vor der Faihirpreisetihöbumg aus und so 'kam es, daß die Bundesbahnen vielfach genötigt waren, Erfordsrnilsztige eiin'zuschidbem öddr'Zugsverstäricumgen vor zunehmen, iwsbesoiiidere bgr den Schnellzügen der Westbabin. Von heute", an werden 'die'.Bahnen' ziemlich veröden; denn die Zahl derjenigen,'die sich die neuen Fahrpreise leisten; werden 'können, wird sehr klein' werden. ..*■Raubanfall im Durchhause. Vorgestern gegen V<8 Uhr abends wurde im Durchhause, Schönbrunnerstraße 2, die Studentin Stelle Kawalciewa, Mühlgasse 30, von einem etwa 25jährigen Burschen mit längeren Haaren und shlechtenKleidung überfallen. Er raubte ihr eineAlpackahandtasche mit 3000 bulgarische Lewa, 500 deutsche Mark und 500 Kronen. Der UebSrfall erfolgte in der schmalen Sackgasse der Kettenbrückengasse und dem Eingang in das Durchhaus. Die Studentin wollte das Durchhaus passieren, fand aber das Tor versperrt und mußte deßhalb um kehren. Auf; defn Rückwege wurde sie von.öinem Burschen überfallen. Der Täter ist etwa 25 Jahre alt, mittelgroß, hat mageres Gesicht, vermutlich lange Haare und trägt ‘schlechten; längen -Mäntel‘•Die geraubte Handtasche hat einen . Kettenbügel der an beiden Enden beschädigt ist; '* Unbegründeter Verdacht Selinerzeitt wurde hciricbifcet, daß die, Hausgehilfin Framziska W a.g;ii e-r, II., Novarägasse. 26/. unter dem Verdacht yenhaftet yruirde, in Gemein/sdhiäft-mit der Hausgehilfin Marie A <n g e r e r einen Anschlag auf . die;- Mutter dies- Gemeihderates ' Dr. Pia sc likes genant zu bähen. Die U<ntatrsu'dhiuing hat die völlige . S ch ui dl o s i gk e i t der Framzi'ska Wagner ergeben, weshalb sie ‘in Freiheit gesetzt un i das gegen sie anhängige Strafverfahren eingestellt wurde; . ( ' * Eine Perle, die Millionen stiehlt. Wie berichtet, hat am 29. v. M. eine Hausgehilfin, die sich Anna Müller nannte, der Frau Hübner auf der Landstraße Juwelen um drei Millionen gestohlen. Nunmehr wurde ,festgestellt, daß die flüchtige Diebin die am 30. Juli 1888 zu Hennersdorf in Schlesien, geborene Maria Krause ist. Sie ist mittelgroß, hellblond, mit H.aär: von rötlichem Stich, hat drei bis vier Warzen auf jeder.Wange, links oben Goldzähne und vier falsche Schneidezähöe ira Oberkiefer. Vereine, „Vorträge und Versammlungen. J u g e ri d v e rein N e.ß -Zi0 n a h, II., Kleine Zufahrtsstraße; \60, Cäfö zur Sennerin. Heute, 7 Uhr abends, Mitgliederversammlung.- Tagesordnung: 1. Lokalfrage; 2. Programm;. 3. Eventuelles. — Ju n g - J u d a b u 11 d. Die Generalversammlung wählte folgende Leitung : Alfred Tysser, Präsident; Süß, Schriftführer; Hermann, Kassier; Torten, Großmänn, Silberstein, Goldberg, Torczyner, Sipser, Beisitzer. Mittwoch, 7a7 Uhr abends, im Bundesheim Hebräischkurs. Donnerstag, 6 Uhr, Führerkurs. Samstag, 6 Uhr, Heimabend. — Jugend verein Ahawath Zion, II., Kleine Zufahrtsstraße 160. Heute, Va8 Uhr abends, Vortrag, känd. P. Silberherz. Thema : Die Anfänge der jüdischen Literatur. E 11 e r n s c h u 1 e. Heute, pünktlich 747 Uhr abends, findet ein Vortr; g des Pro.,..—ors Dr. Robert M ö c k e 1 über Berufs wahlund Berufsberatung im Anatomischen Institut, IX., Währingerstraße 13, statt. Der Kostenbeitrag beträgt K HO. Urania. Meute, V»3 Uhr (Großer Saal) Schülervortrag : Die Wunder des Himmels. Die. P.axajfic...— 5Uhr-. (Großer Saal) Indien. — 7,6 Uhr (Kleiner Saal) Akademische^ Maler Christian Ludwig Martin: Das wesen und die verschiedenen Techniken der Originalradierung, III. — 796 Uhr (Kurssaal) Ilse Arlt: Wärmewirtschaft, Kräftewirtschaft und Abfallverwertung im Haushalt, V. — 7S6 Uhr (Klubsaal) Leo E r h a r t: Paul Wertheimer. — 7,8 Uhr (Großer-Saal) Richard Wagner. — 7-8 Uhr (Kleiner Saal) Marie Therese H e m m e r : Neu-Seeiand und Tasmanien. — 7a8' Uhr (Kurssaal) Otto Sauer:, Die nutzbaren Mineralien Deutschösterreichs, 1L — 7-8 Uhr (Klubsaal) Liederabend Gertrud K a hau 6 - R e i n i s c h. Ernährung. Der Marktbericht. Trotz der neuerlichen Erhöhung der Preise auf denk Lebendviehmarkt in Marx mußten gestern im Großhandel die Preise für einzelne Gattungen herabgesetzt werden, da das Angebot überaus groß und der Absatz ins Stocken: geraten ist. Im Engrosvörkehr wurden gestern die Preise fiir mindere Sorten von Rindfleisch bis um K 70, für Primasorien um Iv 20, für Ziegen um K 200, für Schweinefleisch m ermäßigt, dagegen wurden Schafe um. K lpO und äefleisch um IC 50 per Kiliograrahi teurer. Im Detailverk^^; keine Aenderung der Preise eingetreten, doch dürften,"sich, der Absatz nicht bessert, auch hier Preisermf/ßlgüh&e^ Eintreten. Gestern sind<mit: der Bahn vier Waggons mit 19t1 Tonnen Rindfleisch und 5\Tonncn Schweinefleisch aus Ungarn; angekommen, aus, dem/Lagerhaus , war ein Waggon mij 3*1 Tonnen;Schweinefleisch zugeführt worden. Trotz des in den späteren Vormittagsstunden einsetzenden lebhafteren Absatzes blieben große Mengen Fleisch unverkauft. > Auf den Grünwarenmäilkten waren die Gemüsezii* fuhren nicht ausreichend; Aja.Kartoffeln herrscht nach witz vor Mangel. Wegen des,Frostes kommen Kartoffeln nur ii\ ganz; geringen Mengen na<;:h Wien. Die Preise zeigen weiter anziehende Tendenz., Kohl hat sich wohl etwas ermäßigt, dagegen wurde Zwiebel um K 100 per Kilogramm teurer, rote Rüben um K 90. Frische Eier -stehen in geringen Mengen zum Stückpreis von K 135 bis 140 zur Verfügung. Der Verkehr gestaltete sich heute etwas lebhafter als in den letzten lagern Das Brot wird teurer? Die Bäckergehilfen haben die Forderung nach Erhöhung der Löhne um 30 Prozent gestellt, . auch die Unternehmer haben Erhöhungen der Sachausgaben angemeldet. Wie verlautet, dürfte es zu einer Erhöhung des Brotpreises um K 40 pro Laib kommen. Abbau der Lebensmittelzuschüsse; Die Ausgabe der Gutscheine für'den Monat Februar und die künftigen Monate an die zuschußberechtigteri Personen wird durch die zuständigen Wiener Brotkommissionen erfolgen. F r eIe jftdische Volksbühne Gastspiel im'Lustspieltheater. SondervorstollunB — - - Schauspiel in 3 Akte» Vs8Uhr abends:’JsjB€8BB«ffl w» BSTo von F. Bim ko Da s T, Ji eater ist geheizt! "Ng 4280 Böhne und Kunst. Maler David Kohn gestorben. J Nach Isidor Kaufmann ist nun auch David Kohn» der ausgezeichnete Maler und Zeichner, gestorben. Das Lebenswerk dieses jüdischen Künstlers bleibt eingehender Würdigung Vorbehalten. Heute sei nur festgehalten, daß David Kohn, der strenggläubige Jude, ein vornehmer und gütiger Mensch war, dem schon seine uneigennützige Wirksamkeit als Lehrer des Volks heim s ein Denkmal setzt. — ln frischer.Erinnerung ist noch die Artikelserie, die der Dahingeschiedene, der auch eine. treffliche Feder führte, über, die blutigen Vorgänge in D r o h 0b y c? anläßlich der Reichsratswahlen 1911 veröffentlichte. Kohn, der die traurigen Szenen vom Balkon seines Hotelzimmers mitansah, hat durch seine Darstellung den wahren Sachverhalt enthüllt. David Kohn, ein gebürtiger Wiener, hat seine Ausbildung an der Wiener und Münchner Akademie genossen. Schon seine erste Beteiligung an einer großen Ausstellung, der Internationalen Jubiläumsausstellung in München, brachte ihm einen großen Erfolg. Zwei seiner Genrebilder wurden für die Verlosung angekauft. Ganz besonders pflegte er das Pastell und hat auf dem Gebiete dieser Kunstgattung Hervorragendes geleistet. Maler David Kohn erreichte ein Alter von 61 Jahren. Die Leiche des Malers David Kohn wird heute utn 10 Uhr vormittags vom Trauerhause, VIII., Blindengasse 42, nach-dem Zentralfriedhöf (1U. Tor) überführt, wo um 7.12. Uhr vormittags die Beisetzung erfolgt. Reklamekunst. Aus Frank f u r t wird uns geschrieben: Eine zeitgemäße und sehenswerte Ausstellung ist jetzt in Frankfurt von Fachleuten und Kunstfreunden stark besucht. Sie gilt der E isenbahnreklam c. Bekanntlich hat das Reklapiewesen gegenwärtig für die Eisenbahn schon deshalb große Bedeutung, weil die Einkünfte aus solchen Anzeigen manchen Abgang in: den Eisenbahtieinkünften wettmachen können. Das Ausstellungsprögramm enthält eine technische, ästhetische und reklamepsychologische Behandlung der Eisenbahnreklame, die vom künstlerischen Standpunkt sehr bemerkenswert ist. Besonders die Entwürfe des Malers Johannes M 0 1 z a hm sind durchaus eigenartig und gelungen. Wertvoll sind die Schriftplakate von Klara May e r-Ye z i n und von Joachim B e h r e n d. Auch die Plakate des Bühnenmalers G u d e r i a n machen Eindruck., Das Papierplakat tritt in den Hintergrund. Andere Materialien, wie zum Beispiel Glasmosaik, Emaille, Majolika, erscheinen sehr geschmackvoll und in. schönen Farbenwirkungen verwendet. Schließlich sei erwähnt und zur Nachahmung empfohlen, daß der deutsche Fiskus mit der deutschen Eisenbahn-Reklanje-Gesellscbaft in ein Vertragsverhältnis (r-* ^len ist, um unter Hinzuziehung der maßgebenden und Kulturverbände das Reklamewesen JmGebic.' * Rdchseiseribahn neu aufleben zu lassen. Man sieht an dieseri Ausstellung,, daß in Deutschland nicht nur wieder gearbeitet wird, sondern daß auch gegenüber anderen minder erfreulichen Erscheinungen auf manchen» Gebiet Arbeit und Kultur Hand in Hand gehen* 5