Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 1049 (31.12.1921)
- Date
- 1921-12-31
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 Men» Samstag WflßtfER MORGENTZEITUNÖ 31, Dezember 192m 1040 Letzte Nachrichten. Die Pariser Wirtschaftskonferenz. Paris, 30. Dezember. (Haväs.) Dje der Sitzung des Obersten Rates in Cannes' vorhergehende W i r tschaftskonferenz hat heute ihre Beratungen begonnen. Die englischen und französischen Finanz* * und Industriesachverständigen waren über ei :en Plan eiyig, der als Grundlage des Wiederaufbaues Europas dienen soll. Dieser Plan wurde sodann den italienischen und belgischen Delegierten mitgeteilt. Die Konferenz wird demnächst eine Erklärung veröffentlichen, die die Bedingungen der Wiederaufnahme der Handelsbeziehungen mit verschiedenen Ländern, insbesondere Rußland, festsetzt. Die Bedingungen sollen insbesondere Forderungen bezüglich Achtung' des Privateigentums, enthalten. Paris, 30. Dezember. Dem »Echo de Paris« Verde der von den englischen Delegierten vorbereitete Plan zur wirtschaftlichen Wiederherstellung Europas von Sir Robert Klnder«sley aiu.seinandergesetzt werden. Die Grundgedanken ©eien folgende:1 Man werde an die Errichtung einer internationalen Gesellschaft , oder .Vereinigung schreiten, deren Mitglieder die industriellen, finanziellen und Handelsinteressen Englands, Frankreichs, Belgiens, Italiens, Rumäniens, vielleicht auch Polens, Griechenlands, Oesterreichs und D e u-1 s c h 1 a n d s vertreten., Diese Organisation hätte die Aufgabe, den internationalen Warenaustausch durch Erhöhung der Nachfrage nach Rohstoffen und Manu-fakturwaren z.u erleichr lern. Da die Staaten mit entwerteter Valuta ■Kredite zur Erweiterung ihrer Produktion sowie ihrer Auslandskäufe anspreohen dürften, werde vorgeschlagen werden, daß die nötigen Mittel [von den Interessenten dieser europäischen Kompagnie zur Verfügung gestellt werde*], die dann eine gewisse Kontrolle über die Verwendung der vor geschossenen Beträge ausüben würden. Pasitsch über die Ereignisse. Graz, 30. Dezember, Die »Tagespost« meldet Kuy Belgrad: In der heutigen Sitzung der ISäcupschtina beantwortete Ministerpräsident P a-- sitsch eine Interpellation, betreffend die Easzisteuiausschreitungen im Ktistehr fand. Er erklärte, die jugoslawische Regierung habe schon wiederholt in Rom Schritte in dieser Angelegenheit unternommen,' worauf die italienische Regierung die Vorfälle zwar bedauert, jedoch mit der infolge einzelner Ereignisse in Jugoslawien herrschenden Erregung der Faszisten entschuldigt liabe. .Pasitsdh betonte, Italien halbe bis heute die. Bestimmungen des Vertrages von Ramallo noch nicht duncihg-eführt. Auch wegen der letzten Aus, schneitutngen der Faszisten im Triest gegen die Slowenen habe ' die jugoslawische Regierung in Rom eine Note überreicht und den Schutz für das sltowemische Element verlangt. Wenn die ita'laemiscfne Regierung nicht alles Notwendige Mim Schutze der Slowenen tue, werde die jugoslawische Regierung genötigt sein, andere Schritte einzufeiten. ' Hochverratsklage gegen einen jugoslawischen Gesandten. Belgrad, 30. Dezember. Die Regierung hat gegen Sdem gewesenen Gesandten in Berlin Dr. Bogicevic den Prozeß wegen H‘o chverrats eLngeleitet, da der Gesandte von seinem neuen Posten in Kairo nach der Schweiz geflüchtet ist und dort seine Hrm'neuuimgen unter dem Titel slCriegsurrsachenc henausgegetben hat. __ Einwanderungssperre in Amerika? New York, 30. Dezember. (Tel-Komp.) Das Ein-? Wanderungskomitee wird einen Gesetzentwurf ei. - bringen, wonach die Einwan erung nach den Vereinigten Staaten vollständig unterbunden werden soll. Der Präsident des Komitees hat erklärt, daß der Senat diesem Plan s,e i n e Zustimmung erteilen würde. * Neue österreichische Postwertzeichen. Im Laufe des Monats Jänner werden von der Postverwaltung neue Postwertzeichen ausgegeben, die von Maler Dachauer entworfen sind. * Die Heiiukehrerverordnuhg. Eine Regierungsr Verordnung vertilgt die Verlängerung der Geltungsdauer der Vollzugsanweisung vom 28. November 1919' (Heimkehrerverordnung) für die dem A n ge s t e-1 ft e ngesetz unterliegenden Dienstverhältnis se, soweit sie in den Geltungsbereich des Handlungsgehilfengesetzes einbezogen waren, bis $1, Dezember 1922. Für Dienstnehmer, die nach Wirksamkeitsbeginn der gegenwärtigen Verordnung den Dienst rechtzeitig wieder angetreten haben, gilt folgende Bestimmung: Der Dienstnehmer hat nach Wiederantritt des Dienstes Anspruch auf das Entgelt, das nach den für dieses Dienstverhältnis etwa geltenden Bestimmungen eines Kollektivvertrages pder einer Satzung gebührt. Außer diesem Falle gebührt ihm eine angemessene Erhöhung des vereinbarten Entgelts auf den Betrag des für Dienstverhältnisse der gleichen Art am selben Orte üblichen Entgelts. * Frankreichs Bevölkerung. Nach dem amtlichen Ergebnis der allgemeinen Volkszählung für :92t beträgt die Bevölkerung Fracrkreiohs mit Einschluß Elsaß- LofahtriiniEens 2.0,402.7.19 Personen, darunter 1,550.443 Bezugsbedingungen ab I. Jänner 1922: Abonnement für Wien (zum Abholen im Expedit oder in der Verschleäßstellen) monatlich .......... K 1000.— Oesterreich monatlich 1000.— Tschecho-Slowakei monatlich . tschech K 20.- Polen monatlich . . . poln. Mark 600.— Jugoslawien monatlich . . . Dinar 18.— Deutschland monatlich . 25.- Rumänien, monatlich . . 35.- Bulgarien monatlich . . 35.— Holland monatlich . . . . . holl. fl. 1.50 Italien monatlich . . . 6.— Schweiz monatlich. . . Schweiz. Frcs. 3.— Frankreich monatlich - . . . . Frcs. 6.- Belgien monatlich . . . belg. Frcs. 6.— England monatlich. . . . . . . . Sh. 3.— Amerika monatlich. . . . . . Dollar 0.50 Einzelnummer für Wien K 40.— Montagsnunimer . .» . K 30.- Die Verwaltung der „Wiener Morgenzeitung“ Wien,!!., Taborstraße 1—3 Telephon 44.038, 43.319. Auisllander. Die VotozäMuirag des Jaihres igu hatte 39,604.992 Personen ergeben, darunter 1,132.696 Ausländer. * Wiedereröffnung der MHchtrinklialien Soziale Hilfsgemeinschaft Anitta Müller. Die durch die gewaltwaltsaipe Delogierung unserer Zentralküche unterbrochene Tätigkeit unserer Mi lcht rinkhallen, wird am 3. Jänner J92H vorläufig in den Stellen, II, Malzgasse, II., Schöngasse,' XX., Kluckygasse, wieder a u f gekommen. pr die tägliche Milchabgabe ist mit Rücksicht auf die ■unverhältnismäßig hohen Betriebsspesen ein Regiebeitrag von monatlich K 20 per Kind zu entrichten. * Ein böser Irrtum eines Kassiers, ln einem hiesigen Geldinstitut im I. Bezirk ist am 26. d. M. ein böser Irrtum vorgekommen. Eine öfters am Schalter er» scheinende Partei ließ sich wie gewöhnlich Geld wechseln. Dabei hat ihr der Kassier statt eines Päckchens Tausender zu 100 Stück ein Päckchen Zehntausender zu 100 Stück aus Versehen ausgefolgt. Erst viel zu spät wurde er des Irrtums gewahr. Der ersatzpflichtige Kassier erleidet einen Schaden von K 900.000. Er bittet dringend um eheste Rückstellung. Bisher' hat sich die Partei nicht gemeldet. * Verschobener Semesterbeginn. Der Rektor der Universität Wien gibt bekannt, daß der Beginn der Vorlesungen im Hauptgebäude der Universität mit Rücksicht auf den Mangel an Heizmaterialien fiir den 17. Jänner 1922 anberaumt wurde. . * Wetterbericht. In Oesterreich und Deutschland ist es kühler geworden. Die Temperatur hält sich jedoch in den Niederungen, noch über Null Grad, ln Oesterreich war es> mittags meist heiter. Norddeutschland hatte trübes, regnerisches Wetter bei starken westlichen Winden. Voraussage: Wechselnd wolkig, leichte Niederschläge nicht ausgeschlossen, Temperatur wenig verändert, starke westliche Winde; * Pelzdiebstahl. DemJ. Fa gut, IL, Hollandstraße 12, wurde am 30. d. M. ein schwarzer Herrenpelz mit Sealskink’ragen,. innen mit Bisamfeil gefüttert, . K 400.000 wert, gestohlen. * Wagendiebstahl. Von einem Wagen wurde auf dem Wege vom Lagerhaus bis zur Liechtensteinstraße gestern dem Kaufmann Abraham Z i m m e r 1, Liechtensteinstraße 56, eine Kiste mit 70 kg russischem Tees in Paketen zu l/a kg im-Werte von K 170.000 gestohlen. — Von einem Wagen wurden der Firma Deutsch <L R e i s m a n fl, Färbergasse 6, vorgestern 31 Gros Galalithknöpfe im Werte von K 400.000 entwendet. * Gefälschte Straßenbahnfahrscheine. Gestern wurde der beschäftigungslose Buchdruckeigehilfe Eduard Dunkler verhaftet, weil er Straßenbahnfahrscheine gefälscht und zirka 2000 Stück in den Verkehr gebracht bat. * Nachschau in‘Stundenhotels. Am 29. & M. halben Organe das polizeiüiiioluen Sittenamites in Stundenhotetis des ersten Bezirkes eine Nadrs-chaiu a'bgeihalten. Zwölf Mädclhen wurden angdbaltem, Füwf, die gesohlcehtsilcfluituk wairen, wurden d)em Franien spital übergeben. Unter den Anigöhiailtenen waren zWeiJ unendliche, von demeji eine gesöMieohtsikrapik war. * * Nach de* Sperrstunde im »Pan«. Dem Staiditkonnmitjsariiait 'kam die vertrauliche Mitteilung zu, daß im Etablissement »Patn«, I., Räemerga«se n^nächtjic'he Zechgelage albgehajiten werden. Am 10, d. M. um %3 Uhr früh wurde, eine Nachschau albgehalten und in -dler Bar etwa zwanzig Gäste bei Wein und Oham- ■paginieir zechend aiugetroffen. Der verantwortliche Ger scihäfttifülurer ctes Etablissements, der 42jährige Alexander Kotter, wurde zu, ein*er Geldstrafe -von K. ro.ooo, eventuell acht Tagen Anrests, verurteilt. * FamiHetidrama, Aus G r a z wird berichtet: Der Rechtsanwalt Dr. Hugo R i h a feuerte in einem Anfalle von Geistesverwirrung auf seine Frau, die ihrer baldigen Niederkunft entgegensieht,' zwei Schüsse ab, welche die Frau an der Brust und am Halse verletzten. Pr. Rlba entleibte sich hierauf selbst. Das Motiv der Tat soll darin gelegen sein, daß Dr. Riha befürchtete, nicht so viel zu verdienen, als er zum Leben brauche. Vereine, Vorträge und Versammlungen. Jugengverein Neß Zionali. Heute, 3 Uhr nachmittags, im Cafö Berlin, H., Wolfgang-Schmälzlgasse 10, dringende Ausschußsitzung. Auch Nichtausschußmitglieder haben Zutritt. — Senioren-Verband d e r Z, M. V. Heute, */»4 Uhr nachmittags, IX., Nußdorferstraße 61. — Palästina -Sektion des Akademischen Vereines jüdischer.Med iz i n e r, IX., Liechtensteinstraße 11. Hebräischer Konversationskurs: Heute, Va3 bis lL4 Uhr, Medizinisch-hebräische Terminologie, M. U, C. E. Rabinovici. */*4 bis V»5Uirr Palästina-Geographie, M. U. C. H. Silbermann. — Die zionistische Frauenorganisation für die westlichen Bezirke veranstaltet Sonntag den 1. Jänner tim 3 Uhr nachmittags im neuen Heim, VIII., Bennoplatz 1, eine große Kinder-Chanukaf e i e 1 mit Jause. — Bukowinaer-Zentralverband in Wien, II., Rembrandtstraße 1/5. Sonntag den 1. Jänner 1922, 10 Uhr vormittags, im Ga.ä Silier,!., Franz-Josefs-Kai, I. Stock rechts, Massenversammlung. Tagesordnung: i. Bericht über die absolvierte Deputation Kinder-Chanukaieier Samstag den 31. Dezember, halb 4 Uhr nachmittags, im Währlnger Rathaus, XVIII., Martinstraße 100 (Ecke Währingerstrasse). — Eintritt frei, bei der österreichischen Regierung und allen Behörden. 2. Wirtschaftliche Diskussion. 3. Neuaufnahme von Mitgliedern gegen Vorlage von Geburts- und Heimatscheinen. — J.ü di sc heVolksbibliothekZion. Heute, l/a5 Uhr nachmittags, Ausschußsitfcung. Jüdische Toynbe*e - Halle, XX., Den! s* g a s s e 33- Sonntag den 1, Jänner um 4 Uhr nachmittags Vorlesung Regierungsrat Prof. Dr. Ludwig Singer aus Werken Anzengrubers undKomperts „Der ungetreue Ohm“. Mittwoch den 4. Jänner um 7 Uhr abends Vortrag Rabbiner Dr. D. -Fenchtwang „Spinoza“. Das fünfundzwanzig) ährige Jubiläum des Vereinsbethauses Mikdosch M’at findet, verbunden mit einem Festgottesdienst im Bethause, II., Franz« Hochedlingergasse (Kleine Sc.hiffgasse) 8, am 8. Jänner um '/,5 Uhr nachmittags statt. Redner Rabbiner Dr. Max Grunwald und Rabbiner Dr. M. J. Bach. Hebräischer Fort b i 1 d u n g s k U r s. Der . Jüdische Schulverein (1J., Taberstraße 20a) eröffnet im Jänner 1922 im Lehrsaale des Theologischen Seminars, II., Tempelgasse 5, einen hebräischen Fortbildungskurs, an dem die Absolventen der vorjährigen Hebräischkurse des Jüdischen Schulvereines sowie überhaupt Hebräischlernende mit' entsprechender Vorbildung, > die ihre Kenntnisse in Sprache und Literatur zu vervollkommnen wünschen, teilnehmen können. In dem Unterricht, der in vier Wochenstunden von 7 bis 8 Uhr abends erteilt werden.soll, teilen sich die Hebräischiehrer des Jüdischen Realgymnasiums die Herren Zimchony-Buchnjanai, Gelernter und Kästenbaum, Kursbeitrag K 3Q0 monatlich. Einschreibungen täglich von 12 bis 2 Uhr mittags im Sekretariat des Jüdischen Schulvereines, II., Taborstraße 20 a. Das erste reinhebräische Kinderfest findet Montag den 2. Jänner um 5 Uhr nachmittags im Lokal der Scholle, II., Lilienbrunngasse 3/als Fest der Heimstätte» fei-» 4 er des Vereines Mische Kinderfreunde, II., Obere Donaustraße 91, statt. Zwei hebräische Kinderstücke und hebräische Reigen bilden das Programm. Einige Karten für hebräischsprechende Er? wachsene werden an der Kasse ausgegebgn. Außerdem finden noch Heimstättenfeste des Vereines Jüdische Kinderfreunde am Sonntag den t. Jänner fiir die Heimstätten des VI. und X. Bezirks* Montag den 2. Jänner im Prater beim „Einsiedler“ statt, wo die Frauengruppe des Unterstützungsvereines E s r a mit der täglichen Ausgabe einer Jause für die Heimstättenkinder des Praters beginnt. Urania. Heute, Samstag, 1li3 Uhr (Großer Saal) Schüle'rvortrag: Columbus. Das Märchen von Reinald und den drei Schwestern*• 5 Uhr (Großer Saal): Per Kampf mit dem Berge, I. In Sturm und Eis. 786 Uhr (Kleiner Saal) Karl Feßler: Winter in den Bergen. 5 Uhr (Kurssaal) Regierungsrat Ingenieur Josef Löwy; Per. nichtstationäre elektrische Strom, 11. — V-6 Uhr (Klubsaal) Dr. Felix R ösenthai: System der Technik und Aesthetik des Klavierspiels; IV. — Va8 Uhr (Großer Saal) Das schöne Land Salzburg. — V«8 Uhr (Kleiner Saal) Gitarristischer Hausmusik-Abend. — VsS Uhr (Kurssaal) Heiterer Wiener Abend. — . l/88 Uhr (KlubsaaJ) Professor Dr. Oswald R 0 s s i: Sexualpädagogik, V. Ernährung. Die Fleischpreise ziehen wieder an. Die Freude über die Verbilligung des Fleisches scheint nur von kurzer Dauer zu sein, denn gestern haben bereits im Großhandel die Preise für einzelne Sorten wieder angezogen. Erklärt wird diese Erscheinung damit, daß die heimischen Produzenten auf die Nachricht von dem in Wien erfolgten Preissturz des Fleisches mit ihren Sehdurigen zurückhalten und eine bessere Konjunktur abwarten, bis die von den großen Anschaffungen zu den Feiertagen noch erübrigten Restbestände ausverkauft sind. Immerhin waren die Vorräte gestern noch ausreichend und es entwickelte sich in den frühesten Morgenstunden schon ein Verkehr, wie er seit Wochen selbst an Samstagen und zu den Feiertagen in der Großmarkthalle nicht beobachtet würde. Besonders stark war der 1 Andrang bei den Verkaufsständen, bei denen billigere Rindffeischsorten. zu haben waren. Die Nachfrage war so groß, daß die minderen Sorten zu K 400 bis 600 per Kilogramm fast vollständig ausverkauft sind und heute . nicht, mehr zu haben sein dürften. Von auswärts sind drei Waggons mft Rindfleisch und Kälbern aus Ungarn und Jugoslawien angekommen. Infolge der erwähnten Umstände verteuerten sich heute im Großhandel Rindfleisch wieder um K 100 bis 120, Kälber um K 50, Speck um K 130 per Kilogramm* Die Detailpreise bliebeü. in der Großmarkthalle unverändert,'doch ist zu befürchten, daß sich das Anziehen der Preise 4m Großhandel auch bald wieder im Detailverkauf äußern wird. Ent- . sprechend den an sie ergangenen Weisungen üben die Organe dtzr Marktämter und des Kriegswucheramtes sowohl auf den Märkten als auch in den Bezirken eine strenge Kontrolle aus, damit Preisüberschreitungesi vermieden werden, und* es wurden auch mehrfache diesbezügliche Anzeigen erstattet. Auf den Grünwarenmärkten sind die Gemüsezufuhreii im allgemeinen ausreichend, an Kraut und guten Kartoffeln heimischer Herkunft ist jedoch Mangel zu beobachten, da sich der Schleichhandel wieder der Kartoffeln auf dem Lande zu bemächtigen scheint. Kipflerkartoffeln kommen in größeren Mengen auf die Märkte, die ausländischen Zufuhren haben momentan ausgesetzt. 'Auf dem Naschniarkt waren außer polnischen Kalkeiern, zu K 66 per Stück auch frische Eier aus Westungarn zu haben, die jedoch bei einem Stückpreis ' von K 120 bis 125 nur geringer Nachfrage begegnetem - _________ Die neuen Brot-, Mehl- und Fettpreise. In der gestrigen Pressekonferenz setzten Ministerialrat Dr. B u r e 8 c h und Sektionsrat W-*e r n e r auseinarider, wie sich nach dem Inkrafttreten des Abbaugesetzes die Preise der rationierten Lebensmittel stellen werden. Auf Basis der Gestehungskosten vom 1. d. M. stellt sich nach dem 8i Jänner der Preis des Brotmehles auf K 342^ der des Verschleißmehles auf K 45jp per Kilogramm. Brot- und' Mehlkosten bleiben bis auf weiteres bestehen, weil der Staat, solange ei Zuschüse leistet, eine Kontrolle üben muß. Bei dem Verschleißmehl wird voraussichtlich bald eine Aenderung eintreten, da schon heute das Mehl im freien Handel bil'iger zu erstellen Ist, so daß die Ausgabe des sogenannten Plusmehls von selbst aufhören wird.