Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 824 (13.5.1921)
- Date
- 1921-05-13
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 85% known words query
- IRI
…/2979076-2979773-2979903--07567-2993630- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Sft. 824 Wien. Fn-Uüg. ... der Akademie, in loelche er hätte kandidiert werden, sollen, niemand sich gefunden hat, der gewillt geweien wäre, die Kandidatur Kmoskos mit icmem Namen zu decken. Einer schob die zweifelhafte Ehre dein anderen Zn'und'keiner wollte sich dazu hergebcn. Aber oul) die Akademie der Wissenschaften in ' Budapest sieht heule schon aus tiefem^ Kursniveau und so kam es, daß der Borstand der ■ 1. Klasse; die Kandidatur Kmoskos dem Plenum unterbreitete. Vielleicht — und dies fei zur Entschuldigung vorgebracht — wurde zu diesem in der Geschichte der Akademie noch nicht dagewesenen Auskunft^ mittel gegriffen, weil man wußte, daß sich im Plenum keme Majorität für bte Wahl eines solchen skrupellosen Bierbank-- politikers finden werde. Tatsächlich ist Kmosko bei der Wahl dnrchgefallen. Dkan schämte sich, dem Pseudogelehrten, der mit der Wissenschaft Mißbrauch, treibt, die Eichung als ernstem Gelehrten auszustellen. Kmosko muß sich daher . auch weiterhin härmt begnügen, von R i e h l, O 111, Ierzabek und Hejjas anerkannt zu werden. . Große Diebstähle bei Spediteuren. Die Polizeidirektron führt eine umfangreiche Untersuchung gegen eine Anzahl Kutscher und Aufleger sowie gegen zwei Fuhrwerksbesitzer, dir seit Monaten sich'an den ihnen auver-- n unten Gütern vergriffen. Der Schaden trifft zwei groß^ E x p o r t u n t e r n e h m u n g e n, die ihre Fuhren zu und von den Bahnhöfen durch die betreffenden Fuhrwerker besorgt» ließen. Kutscher und Aufleger benützten nun vielfach die Gelegenheit, «m mit den Sendungen statt unmittelbar zum Babnhof zu fahren, sie an irgendeinen Ort zu bringen, Kisten und Kolli gewaltsam zu öffnen und teilweise zu b e r a u b e n. Das durch die Plünderung entstandene.Gwichtsmanko wurde daun iü; der Regel durch das Hmeinlegen von Steinen, ausgeglichen. ES wuiden dreizehn Personen, Kutscher und Aufleger, und der Fuhrwcrker Gottlieb Schick, U., Scherzergasse 24, und Leopold t e. i n e r verhaftet. D;r Schade geht in die Hnnderttausende- Die Geheimnisse des Tabakschleichhandels. Wie berichtet, hat das Kriegswucheramt seit einiger Zeit energlsihe Maßnahmen getroffen, um dem Schleichhandel fuit Rauchwaren nach Möglichkeit ein Ende zu bereiten. Das Barchen des Kriegswucheramtes erstreckt sich nicht mir auffdie kleinen Schleichhändler in Caf6s und anderwärts, die Wären direkt dem Verbraucher brachten, sondern suchte auch die Quellen des Schleichhandels zu verstopfen. Die langwierige Aktion des Kriegswucheramtes ist nunmehr größtenteils abgeschlossen und e§ wurden folgende zwölf Personen wegen Verdautes des Verbrechens der Preistreiberei und des Kettenhandels' mit Rauchwaren der Staatsanwaltschaft angezeigt und dem Landesgericht eingeliefert: __ Oalomon. R e i ß, i a m a n t. S. W11 ß m a n u, B. W o h"l man n, M. Tu ch m an«,' B. G ü n z b e r g,. Ehi l b e r, M. Kamme r.l i n g, S. Spargel« £v, Gr ü n er, B. Aschkcu a s y, M. S e ftel. 'Gegen 11 weitere Person«: wird die 'gerichtliche Untersuchung aus gleichem Anlässe auf freiem Fuß geführt, und zwar: Gegen die BäckergehilienSgattin F. W e r m » t h, die Bedienerin E. Stammler, P. T r i e g e r, den GeschLftsdiener F. Uns«r, die postenlose D. Kramer, den Kellner K. G r oßheim, den Juwelier I. K r iz, den Branntweinschänkcr I. B i r n b a « m, den Schneidermeister M! Scher, dm Mechaniker D. K e r t e s z, den Vertreter G. 8 o i m e den Möbelpacker W. W e b r r, den Kellner Th. K u s fei t k. den postcnlosen M. K r a m c r und den Buchbindergehilfen M. G ü n s b e r g. Wertere Mitschnldige, der Kompagnon' des Reiß, der gewesene Hilfsarbeiter K r e m t e r, und der Schwager des Reiß, der gewesene Taglöhner Bernhard Spergel, die gleichfalls deS Kettenhandels und der Preistreiberei schuldig sind, haben dix Flucht ergriffen und ihre Ausforschung wurde eingeleitet. Auch sie wurden der Staatsanwaltschaft angezeigt. Salomon Reiß und Ärmster haben sich auch des Betruges schuldig gemacht. Sie häbm nämlich zollfrei eingesührte Rohware unter der vereinbarten Bedingung übernommen, bte sertiggestellten Produkte wieder in das Ausland zu führen. Sie haben sich aber an die Bedingung nicht.gehalten, sondern die Rauchware zum größten Teil im Inland wieder in den Schleichhandel gebracht. Fast alle angezeigtrn Personen habe» im Gebäude der Tabakregie die Ranchmaterialim im Kompensationsweg erhalten, sie den Subabnehmern abgegeben, die sie dann im Schleichhandel, manchmal auch a« Schmuggler wetterverkauften. Aber auch rin Teil der von Reiß und Kentner im sogenannten „Veredlungsverkehrin staatlichen Betrieben hergestellte Exportware wurde durch den Schwager deS den gewesenen Taglöhner Bernhard Spergel, in Berkehr g/etzt. Die Kompagnie setzte auch die. jeweiligen Preise für Schleichhandelsware fest. Sie wechselten je nach dem Angebot und der Nachfrage und wiesen manchmal im, gleichen Tage der. schiedenc Höhen auf. - Ger Möbelpackcr Wilhelm Weber wurde auch wegen Erpressung angezeigt. Er gehört einer Partie von Leuten an, welche die Tabakfchleichhändler nach Verlasse» deS Regregebäudes anhielten und ihnen unter der Drohung,, sie der Poltzei zu übergebe», RauÄmaterial ahnahm oder sich mit Geld absinden. ließe». Die Kompensattousware kam jedoch nicht allein in der Tabakregle,, sondern auch m den Fabriken Ottakring «nd Renuweg zur Ausgabe, weshalb noch gegen eine größere Anzahl von Personen die polizeilichen Erhebungen im Zuge sind. t In einzelnen Fällen bei größeren Geschäftsabschlüssen habe« es-.die Verkäu'ev den Käufern wohl zur Pflicht gemacht, die Ware in das Ausland zu bringe«. Ob das aber wirklich geschah, darum haben sich weder Reiß, »och seine Konsorten gekümmert. W»e «mfcnlgreich der Schmuggel mit Nonchware» war, geht daraus hervor, daß beim Ettüchreitm, dis Knegswucher- _Wiener Morgerrzeitrmg Mitteilungen aus dem Publikum Herrn Israel 6öl6telck xratulieren zu seinem Geburtstage herzlichst Familie Ampel und MoriU Hoffenberg {RlS»LAli?EN, Perlen, Oold.Silber, Platin n.Uhren kauft und verkauft 776 ETTER Rotenturmstr. 23, Mariahilferatr. 98 Grösster und bester Käufer Wiens mo Brillanten, Perlen Juwelen, Edelsteinhändler Rabino witsch, Juwelier I. MaximiJianstrassa 5 II. Stephaniestrasse 3, nur Nr. 3 (jetzige Mahieretrasse) (Jetzige Hollandstrasse) Tel. 8541 und 45146 im eigenen Hanse Hsltestello Vpsrurivx, Zog. Kämteeretr. .. ■ ■ , ' ■ samstas sMohiossaa. Horen Sie weh unsere Preise Anzug von K S20V HEINRICH WEINBERGER, ].. Sinneratrass« Nr. 6 Mittlerer Konzerthans*Saal Samstag, 14. Hai, abends 7 Uhr Jüdischer Liederabend Mitwirkend: Marco ko 1dln (Klavier) Karten sind zu haben: An den Konzertbauskassen. 111., Lothringerstrasse 20; in der „Wiener Morgenzeitung“, 11., Taborstrasse 1/3; in den Tbeaterkartonbureans des Oesterr. Bühnen Vereines, I., Franz Josefs-Kai 66; „Aida“, II., Taborstrasse 5; Spieltnann,. IL, Praterstrasse 14, Schreier, IX.. Porzellan gasse 32; Schnitzer, XX., Wallen- 8teirisfcrasse2'i;; BuchhandlungLchvil. f.,Rotenturmshas9c22 ksso amtes folgende Mengen m Kompensations-Nauchmglcrial sicher- - gestellt wurden : 93 Säcke Landtabak und 547 Kisten Rauchwaren, meist Zigaretten. Wenn wart in Rechnung zieht, daß eine einzige solche Ktste 30 000^ Zigaretten, b:i ungarischen sogar 4&000 oder 1000 Stück Zigarren en'hält, kann' man sich einen Begriff machen, welche Mengen an Rauchmaterial durch diese Kanäle zmn Schleichhandelspieis ins Publikum gelangt sind. Ein DoppelselbstmordVersUch im Gerichtssaal. Eine aufregende Szene spielte sich gestern im BerhandlnngSsaal des Bezirksgerichtes Döbltng ab. Die'Feuerwehrmannsgattin Josefa Grundböck war von der Privaten Marie Sekawa wegen Ehrenbeleidignug geklagt worden. Da ein Schuldbeweis nicht etbracht werden konnte, sprach der Richter OberlandeZgerichtsrat Dr. Ruziz kn die Beschuldigte frei. Ueber dieses Urieil geriet die Privatklägerin in etnfc solche Aufregung, daß sie ein mit Lysol gefülltes Fläsihchen - aus der Tasche zog und, ehe ste daran, gehindert werden.konnte, von der ätzenden Flüssigkeit trank. Mit rinem lauten Aaischrci stürzte die Frau zu Poden und wand sich in Krämpseu. Während, man sich um die *Frau bemühte, riß plötzlich ihre im Saale anwesende 18jährige Tochter das Lysolfläschchen an sich und versuchte es zu leeren. Sie konnte noch, rechtzeitig an ihrem Vorhaben verhindert.werden und verbrannte sich nur die Bluse. Der verletzten Frau leistete der rasch herbeigeholte Arzt Dr. H e r r n st a d t die erste Hilfe, darauf wurde sie!>urch die Rettungsgesellschaft in das Spital gebracht./ --- Es sei erwähnt, daß es sich bei. der Klage um die Beschuldigung drehte, Frau Grundböck habe, der Privitllägetin die Beschmutzung cineS Türvorlegers mit Menschenkot zum Borinurs gemacht Austritte aus dem Judentum. Beck Philipp, geboren 10. November 1898 Wie», XX!., Pragerstraße 12. — Lang Olga, geboren 13. Juni 1881 Wien, XX., Jägerüraße23. -- S ch e y Stella, geboren 21. No-' vrmber 1894. Nikolsburg, Erzieberi«, IX., Sechsschimmelgaffe. — Lothar Hans, geboren 18. Juni 1900 Grundlsee, Student, 1.. Frecheitsplatz 14. — Lenard Paul, geboren 9. Februar 1900 Wien. — Lax Dr. Gabriel, geboren 37. Jänner 1892 Brzezany, Rechtsanwalt, Rremergaffe 11. — Wilhelm Gertrud, geboren 16. Juli 1898 Wten, XV., Haidmanngaffe 7. — Jdekauer Emanuel, geboren 11. Juli 1863 Prachatitz, 11., Prateistraße 86. -- Hock Marianne, geboren 10. November 1896 Prag, IX., Türkenstraße 25. — Kappel Walter, geboren 20. November 1905 Wien, Praktikant, IX., Altmüttergaffe 3. — I o l l e s geb. Nedwied Hermine, geboren 16. August 1893 Wtr», IL. Hofenedergaffe 6. — W i l dh o l z Dr. Siegmund. geboren 22. Angust 1899 Brodh, Beamter. XIX., Belleomstraße 12 a. — T u r « h e r m Lea, geboren 31. Oktober 1885 Lemberg. XIX., Pyrkergaffe 38. — Gernaroß Paul» aedoreu 12. Februar 1880 Wien, Kaufmann. XIX., Brllrothstraße 59 —Gerngroß geb. Lonna Warta Hedwig, geboren 17. November 1884 Wren, XIX., Billrothstraße 58. — Leovoldseder, geb. Kunz, Marie, geboren 22. Mai 1900 Wien, IX.. Spiltelauerlände 13. — ReguiS geb. Semo Irene, geborm 27. Juni 1867 Wien, l..Kolo«rattma10. — ReguiS Dr. Robert, geboren 16. May 1889 Wie». Beamter, I., Solowratring lo. — W e i s > Hugo, geboren 3. August 1869 Budapest, Kaufmann, XVIII., Dchulgaffe SS. — Z e h » a n » geb. Aufwerber Anna, geboren 87. Mai 1888 Straöuitz. V« Schöubruuuerstraße 58. Ernst Rodert, ge- 13. War 1^21 boren 1. Juli 1881 Wien, Buchhalter/ XII., Echönbrnnner> straße 164. ' . , Autzerordeutliche ziourftifche P^rteiftenex.. An außerordentlicher Parteisteuer sind beim Zion i stisch tk Land e s k o n, i tee weiter folgende Beträge eingelangt: Durck Herrn Oskar R o S n e r K 57.500, Leo Wechsle r K 2000. Jakob NowakK 700, Oskar Guttmann, Fauni G'u 1 tmann je K 480, Gemeinderat Doktor E h r li ch,. Ost«' L a n g s a m je K 300. Josef Budesko, Erna B « d i k c je K 250, David Tabak, MarkuS .Helfe r. ' Davit Rubinfeld. Jakob 8 r i e d m a n n je K 200. Dokto» Hermann Ebner K 150, Strumberg, Rotb. Oskar Reich, Emil Nimhäuser. Hugo G rü n, Dr. S. B o « d i Franz T i n d e r je K 100, I. A. B. B a r - G i o r a» Awram P a p o, Leon P e r i c, Samuel A « o d a y, Jofei K o n f o r t y, Lewi Salomon, Samuel B a r u ch, Miwle S. a l » m. Dr. Apte, Dav'd P i n t o, B e h a » je K 8v, Moritz R e r ch,S f e l d, Adolf S ch w a r z. Robert G r ü n b e r g, Fneda B r o d a t y, Otto Zwei g, M. B r a u n Oskar W e iureb. Max T i.ch o, Jacques U r i, Wolf S e i s je K 50, zusammen K 65.410, bisher auSgewiesen K 102.950 Gesamtsumme K 168 260. (Zahlungen sind zu leisten an das Ziouistffche Landeskomitee, 11^ Zirkusgaffe 38.) * Aus de« österreichische» Fremdwörterbuch. Dir folgende S;ene schreibt kl. V. aus Wien im .Prager Tagblatt" nieder: Intelligenz. Gespräch im Eisenbahnkoup4. Ein ziemlich hoher Beamter der hohen Bundesrepublik Deutsch- Österreich, Slaatsbahnrat. in fürchterlich vertretenen Schuhen, mit fürchterlich zerfransten Hosen, sehr erregt: »Also, wenn.unser Geld nur mehr die Papierln sind, dann sollend die Papierln halt drucken und druckm, bis ste g'nug haben, daß sie . uns ordentlich bezahlen können." Ein Aufgeklärter : „Dann käuntcn Sie für Ihr Geld noch weniger kaufen." Der StautGahnratDer Aufgeklärte (milleidig): „No ja. weil dann der Notenzettel noch weniger wert wäre." Der Staatsbahnrat (hartnäckig): „Das versteh' ich nicht." Der Aufgetlärte (lächelnd): „Untere Valuta würde tm Auslande noch weiter sinken." Der Slaatsbahnrat (triumphierend; hat das Ei des Kolumbus gesunden) : „Ja, muß man das gleich auch „diesem^? Ausland sagen? Müssen das gleich die Preßinden in der Welt heru«' telegraphieren? Einfach einsperren sollt' man's, die Leret'. .Damr war' Ruh'.' , . ' * Dante »nd der Papst. D un t e Ali g h i e r i, deffe» sechshundertster Tgdestag jetzt. ur ganz Italien durch Gedenkfeiernbegangen wird, war bekauntltch auf. die Päpste und auf die kirchliche Dogmatik überhaupt nicht gut zu sprechen. Er stand daher guf dem Inder und gut kathoüsche Lehrer und Gelehrte behandelten Dante höchstens als verwertl'chen Ki'.chenfeind. Berechtigtes Aussehen erregt dahcr^ eine Enzyklika des Papstes an die Lehrer und Schüler der katholischen Universitäten und Lehranstalten, in der Pavst Beyedikt den Nachweis führt/ daß nabezn sämtliche Werke DanteS e ip.,t Verherrlichun g d e r k a t h o! is ch e n Religion und der k at h o li sche n Lehr s'ä tz r enthalten. Seine gegen die Pavste- und die kirchliche Dogmatik gerichteten Angriffe schreibt der Papst den schmerzliche» Schicksalsschlägen, denen,der Dichter ausgcsetzt war, den Mißvetständmssrn und den damaligen Verhältnissen des öffentlichen Lebens überhaupt zu.- Der Papst eiiert schließ!'ch zum eingehenden Studium der Werke Dantes an, was gerade jetzt sehr notwendig sei, da die christliche Denkungsart aus den Schulen verdräng! werde. - 7 : * Todesfall.. Herr Rabbinatsverweser Religionsproseffvr Markus' Alexänder L a n d a n in Wtener-NeustadL hat eine» schweren Verlust erütten; Seine Gattin, Frau Sophie' L.aM d ä u gebotene Dobsckötz ist ihm vorige Woche plötzlich durch Hm Tod culnssen worken. / Frau Landau, tim allgemein geachtete Dame, war eine Enkelin des Gelehrten Abraham ' Hwsch Chajes in Brody. Das Leichenbegängnis war tiu>: imposante Kundgebung der ganzen Gemeinde. - * Englische Matrose« für die streikeuden Bergleute. Ans London wtrd berichtet: Ein 1000 Mann starkes Bataillon von Marinerelcrvisten. welches tn das Bcrgwerksgebiet geschickt wurde, hat den Dienst verweigert mtt der Begründung,. daß es sich nnt den Streikenden völlig s 0 l i d a r i'sch fühle. Das Bataillon mußte nach Portsmouth zurückbefördert werden, wo es im Kasernenhose entwaffnet wurde. Es kam zu tleinen Unruhen, da etliche Akatrosen versuchten, eine rote Fahne,zu hlssen. Gegenwärtig ist das Bataillon ans fünf Schlachtschiffe ausgcleckt worden.' Eine Untersuchung des Falles -wurde/eingeleite. Eine neue Avokatenordnuvg, in der Tschechow Slowakei. Ans Prag wird gemeldet: Die Regierung hat dem Senat den Entwnri'einer neuen Advokatenordnung vorgelegt, die unter anderem die Vorberestlmgszeit von 7 auf 5 Jahre tzerabsetzl- ' * Die Sommerzeit i« Wie«. I» Rathaus fand gestern vormittags unter Vorsitz des Bürgermeisters Reumann die angekünd'gte Besprechung der Jntereffententenvertreter übet die Emführuug der Sommerzeit in Wien . statt. Fast alle Vertreter sprachen sich dafür aus. so daß die Wiener Landesregierung voraussichtlich im eigenen Wirkungskreis entsprechende Verfügungen treffen wird. * Die Rückgabe des Sfterreichifche« Privateigentums i« Frankreich. Gestern fand der Austausch der' Ratlstkationen des franwfisch-Ssterrelchischen Abkommens über die Vorkricgsschulden und die Behandlmtg österretchtschen Eigentums in Frankrcrch statt. Von diesem Zeitpunkt angesangen werden nach Artckel 12 der Konvention Möbel, Wohnungseinrichtungen nn» alle persönlichen Effekten österreichischer Staatsangehöriger in Frantreich vorbehaltlos wieder zur Verfügung ihrer Eigenttimer gestellt werden. Erdbeben im Semmeringgebiet. Die Apparate der Zentralanstalt für Meteorologie vrrzetchneten am 11. d. M. um 1 Uhr 59 Minuten 0 Sekunden morgens ein Erdbeben v»u ziemlicher Intensität in einer Entfernung von 70 bis 100 km, wahrscheinlich Semmeringgediet. * Arbeitsnachweis des GewerdefördernngsamteS des Jüdische» Natio«alrdttes für Oesterreich. Ban-' und G a 1 a n t eriesp 8« g ler habe« sich zu melden im unentgeltlichen Arbeitsnachweis, H., Taborstraße 59, von S bis 12 uhr vormittags und S diS 6 Uhr nachmittags. * ZugSsarkehr Wien-West «ach Amftettv«. Ab Freitag den IS. d. M. wird auf der Strecke Wien-West nach Amstetten dar Perfonrruug 11», ab Wien-West 6 Uhr 45 Mm. früh, und in der Gegenrichtung Zug 120, an Mien-Wrst 5 Uhr 5 Mm. früh, geführt. * Wetterbericht, ttos Wetter war heute in ganz Oeßecr«ch vorwiegend heiter, diff Temperatur sing üb« 80". I» der. Umaebung Wiens gab es nachmittags Gewitter. In der Gtadr selbst siel leichter Rege». Voraussage: Wettucharatter wenig 9t& ändert, verstärkte Retgung zu Gewitter. 4 9 Dienstag schulfrei. Der BezirkSschul^t veckukt«^ daß »ege» Vornahme der notwendigen NeinrguitgSorbejt» ~ de» Schnlgebänden der Unterricht an de» -sU8» fchnlen am DieuStgg .