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Wiener Morgenzeitung · 1919-10-07 · Heft 257 (7.10.1919) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 257 (7.10.1919)
Date
1919-10-07
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 257 .Wien, Dienstag 7. Oktober 1219 Seile s - ■■■«- .... - - r - . - - - ■■ — ------* - - - -—- bk Hofkamarilla benötigen, ebensowenig brauchen wir die Inden kamarilln (frenetischer Beifall). Merken Sie sich, O as ich sage, denn ein deutscher Priester spricht hu Ihnen,(brausende. Heilrufe). Hassen,Sie allen Kampf gegen die. „Pfaffen", der so viele deutsche Jünglinge vom TAologiestudium abschrectte und das Deutschtum schädigte (Zustimmung). Wir alle haben ja die wahre Religion lm- Herzen und den Kampf zwischen Uns schüren nur die Fremdrassigen, die Juden. (Ungeheurer Beifall.) Fest und einig zusammenstehen für das praktische Christentum Und Unsere deutsche Kultur. Auch die Sozialdemokraten sind unsere Brüder (großer Beifall)- auch sie gehören uns, zum armen beMschen. Volke. Wenn.ihr Sozialdemokraten wider alle Iuden hinLUsgeschmissen haben werdet, dann, Etliches Oesterreich, dann werden wir alle einig sein und alle wahre soziale Arbeit leisten. Heil dem deutsch-- arischen Volkei (Langer, tosender Beifall, stiirmische Heil- ♦-;». Der Kooperator von St. Rochus bürste es nach dieser .TMntprobe noch weit bringen — auf der Stufenleiter des pua.ktisuchen Christentums zumindest. Das theoretische lCWstentum scheint ihm allerdings weniger'zugängig. Doch Was-tut das? Die Herren Ur sin und Orel suchen in .ihren.. Werbeanfrufen nur ,,hand.feste" Paladine« Aom . Kopfe reflektieren sie nur auf den Murrd. - - Das Ansehen Oesterreichs im Ausland, . -Die Vorgänge des Sonntag, die Versammlungen vor bepu. Rathause und . die sich daran qnschließenden Kundgebungen auf der .Straße haben in den Kreisen der Wiener MIstonen, bereu Pertreter sich durch persönlichen. Augenschein poch .dem Verlaufe'der Demonstrationen überzeugten, einen peinlichen Eindruck gemacht. Dies um so mehr, als veMrstge, Kundgebungen sich ln der letzten Zeit wiederholten und die Gefahr mit sich bringen, daß die Ruhe und Ordnung in^Oesterrei^ .gestört werden könnten. .i'^. Die Wiener Missionen. vertreten den Standpunkt der Gnkente, die in keinem Falle religiöse Unduld» s am k e it.u'n d. Glaubens der folg um gen unter rassenpläßigen oder wirtschaftlichen Vorwänden Zulassen wird. Änlaßlich ähnlicher Vorgänge, die sich am 25. SepteMe^ abspielteu,. ließen die Wiener Missionen die maßgeben* '.den. Behörden keineswegs im Zweifel darüber, daß eine MirWrung solcher' Versammlungen uud Straßendemonstrw« itiMn. für die Wiener Bevölkerung von nachteiligen .Folgen bMektet,. sein Mrde. ' ' ' . Gegenwärtig' sind Bemühungen im Zuge, für das sck)w erbedrckte Wien zur Linderung der bevörstKsendest H un ger katastrop h e in Amerika einen O'tz'<e.,d i-L (:v o n se h r ansehnlicher Höhe zu erreichen. \ k. Die Mis siv neu, und ganz besonders die amierikk.wrzi i s ch e, haben bei den maßgebende,: Wiener Behörden fiegdü'dle Ausschreitungen und deren Tendenz nachdrücklich Vo rst e l l u n g e n erhoben, Es wurde darauf hingDsesen, daß derartige Meetings die Bestrebungen, für Hesierrchch finanzielle Hilfe in den Ententeländern und besoMers( in A merika zu bekommen^ vereiteln würden. Si^seien geeignet, die gute Meinung und das Mitgefühl, das zinAr.': namentlich in Amerika für die Bewohner und die Lage Lchtexreichs empfinde, zu zerstören'und die bereits eingebetteten Versuche eines großzügigen Kredits zunichte zu machen, ßlüs..diesem Grunde würde das Verbot aller Straßenkund^ tzebüzrgen verfügt. . _; Heimkehr der rumänischen Staatsbürger. Die r u m a n i s ch e V e r t r e t u n g in Wien, teilt miti Menach Rumänien (Siebenbürgen und die angrenzenden GebierMHeimatszuständigen, welche bisher in Deutschosterreich doMillerten und zur H e i m des ö r d er u n g ihrer Familien mit Effekten und Möbeln die Heimkehrerzüge zu benutzen beabsichtigen, mögen dies, umgehend dem rumänischen Hermkehrerdureau Wien, I., Uramastraße 4, schriftlich oder persönlich anmeldtn, woselbst auch täglich von 9 bis 12 Mr Auskünfte erteilt werden. .Unbedingt emzuscndm sind folgende Daten: Anzahl der reisenden Personen. Gesamtgewicht des Gepäcks, b^iehungsweise ob fin oder mehrere Waggons erforderlich, und Emlagerungsfiation.'Gesamtfahrt wird kreditiert. Zur Benützung der Heimkebrerzüge sind nur die Besitzer von hierzu vorgeschriebenen amtliches Zertistkatcn oder von Reisepässen, welche speziell die Heimkchrerkläüsel enthalten, berechrigt. .Behufs Ausstellung der Reisepässe smdHeünatscheine, Tauf-- oder Geburtsscheine vorzulegen. - Mit dem Aufträge, die Hermkehreraktiouzu beschleunigen und noch i m Oktober zum Abschluß zm dringen, ist, seitens des rumänischen Negierungsrates in Her-mannstadt ein Spezialdelegierter in Wim emgetroffen. Km eigenen Interesse der Heimkehrer ist es gekegen, bis längstens 1ö. d, -Dt alle A nmeldunge n vorzulegen, damit noch...die notwendigen Hcimkehrertransporte fichergestellc werden können...Dre nächsten Transporte werden von Wien kbrollen zwischen den 10. und 11. d. M-, die letzten zwischen den 18. und 25, f>., M. _ ^Professor Jakob Guttmann grftorbe«. Im Alter von , -.71 Jahren ist in Breslau der erste Rabbiner der dortigen jüdischen Gemeinde, Professor Dr. JakobGutt mann, Vorsitzender des Nabdinerverbandes Deutschlands und der Gesellschaft zur Forderung der Wissenschaft des Judentums, nach kurzer Krankheit gestorben. Dr. Guttniann, der aus Beuthen in Ober- Schlesien stammte und seit vielen Jahrm in der Breslauer Gemeinde wirkte,, zählte zu den bedeutendsten und fruchtbarsten Mischen . Gelehrten der Gegenwart. Eine Reihe wertvoller Werke über, jüdische Geschichte unb Rcligionsphilosophle stind aus seiner Feder hervorgegangen; darunter Monographien über dre Religionsphilösophle des San d i a und des S a l t m o n t b u Gabirol, über das Verhältnis des Thomas von Aquino zum Judentum uud zur jüdischen Literatur, über die Scholastik des 13, Jahrhunderts in ihren Beziehungen zum Judenlmn, über den Einfluß des Maimonides auf die Philosophie des christlichen Abendlandes ufw. Za seinem 70. Geburtstag wurde ihm eine umfangreiche Festschrift gewidmet.! * Ausschlrrtz der Politik aus de« Pefter Schule«. AuS B u d ave st ' wird gemeldet: Der Leiter des Unternchtsressorts des hauptstädtischen Magistrates Hai ein Rundschreiben an sämtliche Lehrpersonen der Hauptstadt erlassen, in welchem er sämtlichen Lehrern und Lehrerinnen strengstens jedepolitische Betäigung in der Schule untersagt. Der, Erlaß' hebt hervor, daß von dm Kommunisten die Polrtrk in die Schulen verpflanzt worden sei, daß dieselbe aber von dort umgehend verschwinden müsse. Jene Lehrperson» welche Politik in den Unterricht bringt, vergeht sich,schwerstenS sowohl gegen die elementarsten Grundsätze der Pädagogik als auch, gepen jede gesunde Unterrichtsmoral und hat unnachfichtlich ihre Erhebung vom Schuldienste zu gewärtigen. Unter die gleiche Beurwilung fallt jede Lehrperson, welche,sich irgendwie gegen die Best mmungen über die a e g e nseitig.e religiöse Duldsamkeit vergeht. # Hilswer strebt eine Revision feines Prozesses au» AuS Prag wcrd uns gemeldet: H i l s n e r ist hrcr, aas W i, r n ' a u s;z,e w i e s e n, emgetroffen. Er will sich angeblich an den Präsidenten M a s a r y k wendiu, um eine .Revision Wes PxyMA zu.erlauüW- . * Achttausend Fremde haben Ende September Wien verlassen. Die Poli^ckorrespondcnz meldet: Auf Grund der Verordnung der niedewsierreichischen Landesregierung betreffend die Ll b r e i s e n d m a ch u n g derFremderr sind nach den Wahrnehmungen der Polizeidlrektion und der Pollzcünspektionen auf den Wiener Bahnhöfen in den letzten Tagen des September insgesamt ungefähr a ch t t a u s e n d P e r s o n e,n teils einzeln, teils in eigens zusammengestellteu Zügen abgereist. Die Aktion wird, so weil es dre gegenwärtigen Berkchrsschwiengkeiten gestatten, mit aller Konsequenz durchgeführt, und es sind bereits für die nächsten Tage neuerlich Evakurerungszüge bereitgcftellt. * Die Streikbewegung der Berstcherungsangestellten. Zu dem Konflikt zwrschen den Angestellten und den Versicherungsanstalten teilt uns der Verein der Versicherungsangestellten mit, daß er sich an das Staatsamt des Innern um V ermiltlung gewendet habe. Das Staatßamt des Innern hat nun die Intervention des zuständigen Staatsamtes für soziale Verwaltung angerufen, in dessen Vertretung sich Bezirkshauptmann W i l c z e k mit der Otganisation der Angestellten zwecks Wiederaufnahme der abgebrochenen Verhandlungen m>t dem Vcrhandluugskomitee der Versicherungsanstalten in Verbindung gesetzt hat. .Düse werden voraussichtlich schon heute oder längstens morgen ausgenommen werden. Zu einem günstigen Ergebnis können sie nur dann führen, wenn die Auftaltslcitungeu ihren ablehnenden Standpunkt gegenüber den Forderungen, der Angestellten ausgeben. Die Orgamsationslestung wird Mittwoch den 8. Oktober in einer von ihr in die Volkshalle des Rathauses emberusenen Massenversammlung der Wiener Bersicherungsangestellten über den bisherigen Verlauf der Verhandlungen mit dem Komitee der Anstalten Bericht erstatten, worauf die Versammlung Beschlüsse über die weiteren notwendige« Schritte fassen wird. * Unsere Gefangenen in Serbien. In Angelegenheit der Entlassung der . noch in Serbien - befindlichen deutschösterreichischen Kriegsgefangenen wurde erneuert am 4. d. M. vom Präsidenten ■ der deutschösterreichischen Staatskommissivn für Kriegsgefangenen- und Zivllintennertenangelegenheiten Hofrat Dr. Aemillan Schöpfer und Vizepräsidenten Avgeordneten Paul Richter im Beisein des Oberrechmmgsrairs Hauser als Obmann und des Revrdenten Herzog als Mitglied des „Vereines der Angehörigen von Kriegsgefangenen in Serbien und den übrigen Balkanstaaten" beim Wiener jugoslawischen Gesandten R. v. Pogacmk und beim serbischen Bevollmächtigten» General Marinovic. interveniert. Die beiden Funktionäre erklärten, daß die Rücksendung der ans den Kärntner Kämpfen stammenden und noch nicht heirngrkehrten Kriegsgefangenen wohl als nnmittclbar bevorstehend angesehen werden kann und sich der für dm 30. d. M. vereinbarte Austausch nur durch verkehrstechnische Schwierigkeiten verzögere. Was jedoch die übrigen in Serbien bestndlicheu Kriegsgefangenen anlangt, könne deren Hecmsendung erst erfolgen, bts von Seite des Obersten Rates in Paris eine Weisung nach Belgrad eingelangt sein wird. General Marinovic versprach aber, sich neuerlich an fcutc Regierung in Belgrad zu wenden, um vielleicht auf diesem Wege die sofortige He>msendung zu ermöglichen. Weiters intervenierten beide Präsidenten der Staatskommissivn aen selben Tage beim Leiter der italienischen Mllrtärnrission, General Segrö, in Angelegenhert der in der letzten Zeit emgetretenen Stockung im Rücktransport unserer Kriegsgefangenen aus Italien. General Segre versprach, sich erneuert an die itrlrenische Regierung zu wenden und seinen ganzen Einfluß aufzubieten, daß dre vereinbarungsgemäß versprochenen drei Züge täglich über Innsbruck und Vrllach tatsächlich dort eintreffen. * Der Wohnungsmarkt im August. Die Lage auf dem Wohnungsmarkt hat im August d. I. gegenüber dem Vormonate keine w e s e n t l r ch e A e n i> e^r u n g erfahren. Die Zahl der vermietbaren nnmöbkrerten Wohnungen ist von 139 im Juli auf 120 Ende August zurückgegangen, wovon im August 105 und im Juli 126 leerstehend waren. Von den leerstehenden Wohnungen entfielen auf Kleinwohnungen 73, auf kleinere Mittelwohnungen 16, auf größere Mrttelwohnungen 8 und. auf groß« Wohnungen Z. Die ZM der vermietbaren möblierten Wohnungen und Zimmer ist im August um 10, gegen den Juli auf 18H z u r ü ck g e g a n g e n. Die Zahl der vermietbaren Geschäftslokale betrug 181, darunter 169 leerstehende. * Allgemeine Besichtigung der Zeremonien- und sonstigen Appartements in der Hofburg. Die Besichtigung der Zeremonien- und sonstigen Appartements in der Hofburg ist von nun an jeden Mittwoch und Freitag von 9 bis halb 12 Uhr vormittags und von 2 bis halb 5 Uhr nachmittags, an! Sonn- und Feiertagen von 9 bis halb 12 Uhr vormittags bei trockener Witterung gestattet. Zur Besichtigung gelangen: das Zeremonien-, das große Fremden-, das Radetzky-, das Stephan-Appartement, der große Audienzsaat, das Appartement des verstorbenen Kaisers Franz Josef, das Kaiserin Elisabeth-Appartement und da-s Alexander-Appartement. Die Eintrittskarten — an Wochentagen zu 3 Kronen, an Sonn- und Feiertagen zu 2 Kronen — werben nur am Tage der Besichtigung ausgegeben; ein Vorverkauf der Karten, findet nicht statt. Kinder unter zehn Jahren in Begleitung Erwachsener benötigen keine Eintrittskarte; ebenso haben unentgeltlichen Eintritt Schüler von Volks- und Mittelschulen, sowie der gleichgehaltenen Lehranstalten bei karporativem Besuch in Begleitung von Lehrpersonen, wenn paS korporative Erscheinen spätestens zwei Tage vor der Besichtigung bei der Burghauptmannschaft Wien angemeldet wurde. Sonstige Ansuchen um Begünstigung sind an die Bewilligung der Verwaltung des Hvfärars, Abteilung I (Hofburg) gebunden und daher bei dieser schriftlich einzubringen. Der Zugang in die Zeremonien- Und sonstigen Appartements^ findet über die Stiege unter dem Rittersaals durch die Halle der Botschafterstiege statt, wo auch die Eintrittskarten verkauft werten. Der Einlaß erfolgt gruppenweise unter Führung und Begleitung Angestellter der Burghauptmannschaft und wird bei Regenwetter sistiert. Die Mitnahme von Paketen, Taschen und dergleichen ist nicht gestattet. Die erste Besichtigung findet Mittwoch den 8. Oktober l. I. statt. * Palästßna-Gsrogim. Die vom Wiener Palästmaamt direkt aus Palästina bezogenen Esrogim und Lulawim sind eingelroffen und gelangen im Lokale des Vereines „Iisckiuw Erez Israel", H., Praterstraße 9, 1. Stock, zum Verkaufe. Duselbcn werden en detack und en grvs au Interessenten abgegeben. Wiederverkäuser genießen Rabatt. Der Reinertrag wird zur Schaffung eines Reisefonds für arme Pajästina-Emigranten verwendet. * Politischer Zionismus. Der Verein jüdischer Epportakademiker veranstaltet heute nachmittags um 6 Uhr in fernen Räumen, ll., Tadorstraße 1/3, einen DrskMstonsabend, m wklchem Herr Hernrich M a r g u l i e s über die „Entwicklung des politischen Zionismus" referieren wrrd. Gäste willkommen. * Wirtschaftsgemeinschaft jüdischer Festbsfoldeter „Wif". Weitere Vormerkungen für den Bezug von Schuhen werden im Sekretariate, II., Obere Donauflraße 65, entgegen* genommen, wo auch Musterschuhe zur Besichtigung aulliegm. Die Batistchiffone sind bereits einqelangt und können daieidst ab Mittwoch den 8. d. M. von den vorgcnie'.lkcn Paitcien abgeholl werden. Parteirnveriebr: täglich von t) bis 11 Uhr vormittüüs. bei Schreibmaschinenreparatnren Telephon Ni4. 4078/8 iaterupba». Mt, F| WerhslStte 7Sr Feinmechanik u. 8TOÄ Maschinenbau, E.jBSIberstraßed * Technische Vorarbeiten für eine Lokalbahn' Baden—Attand—Nenlengbach. Das Staatsamt flir; Verkehrswesen hat bet Oesterreichlschcn Bahnbau- und Industrie-' Gesellschaft m. b. H. in Wien im Vereine mit dem Baumeister^ Franz H. Schmidt in Baden . die Bewilligung zu techniscßeü'! Vorarbeiten sür eine Lokalbahn von der Endstation der Linie' . Baden—Rauhenstein der Aktiengesellschaft der Wiener Lokal- ' bahnen über Wand und Klansen-Leopoldsdorf bis zür Staats- ' bahnstation Neulengbach auf die Dauer eines Jahres erteilt. * Städtifchss Notgeld — 2S-Heller-Scheine. Der' sich immer mehr fühlbar machende Mangel an Kleingeld, derfior allem auf der Straßenbahn zu Tage tritt, hat die Gemeinde Wien veranlaßt, zur Erleichterung des Geldverkchres Notgelds ch e i n e in Umlauf zu bringen. Die Herstellung der städtischen Papier-Notgeldscheine surfte dieser Tage beendet sein, so daß gegen Endeder Woche das Notgeld bereits in den Verkehr gebracht sein wird. Zur Arrsgabe gelangen 20 - H e l l e r - S ch e i n e. Eine Ausgabe von 10-Hcller- Schemen erfolgt nicht. * Verkauf des Hotels de l'Europe. Wie mitgeteflt wird, ist tn der vorigen Woche das Hotel de l'E u r o p e in der Asperubri'lckcngasse an eine Naphthagrubengesellschaft verkauft worden, die in dem Hanse ihre Bureaus und Magazine unterbringen wird. Etwa 120 Wohnparteien, teils Fremde, teils Monatsgäste, wurden gekündigt und müssen am 10. d. M. die Zinrmer räumen. Die Delogierung so vieler Parteien kann die herrschende Wohnungsnot nur verschärfen und es ist zu erwarten, daß der Magistrat und das städtische Mietamt zu dieser Frage Stellung nehmen werden. * Die Diebin tut Seidenkleid. Am 13. v. M. entriß eine junge Frauensperson mit schwarzem Haar und blauen Augen, ohne Hut und mit braunem Seidenkleid, in der Friedmangasfc der achtjährigen, Ella W a n e k, 9. Bez., Alscrstraße 12, wohn-, hatt, eure Rohleinentasche mit 20 Eiern, einen weißen Porzellantopf, ein braunes Lcinenkleid, ein Paket Lunabinben und 1 Kilogramm Maisgries, zusanrmen 800 Kronen wert. *• Ein SMM on enuntersch leis. Nach iiner der hiesigen Polizeidirektion zugekommenen Mitteilung' aus Mailand ist der 35jährige Kaufmann Alberto S a m en g o nach Veruntreuung einer Summe von einer M i l l i o n L i r e und 200.000 M a r k von Hort geflüchtet. Samengo hatte die bedeutende Sunuue von einer Bank entgegevgrnommen, unr sie umwechseln zu lassen. . * GeschäfLscinbriiche. Am 5. b. M. wurde das'Geschäft' ,' des Kaufmannes Bernhard Ko hn, Landstraße Hauptstraße 6o,';‘. erbrochen. Gestohlen wurden zwei Stadtvelze im Werte von' 15.000 Kronen und andere Klerdungsstücke im Werte von' 10.000 Kronen. In der nämlichen Nacht wurde das Geschäfts es Kaufmannes Josef Tancrnsky, 18. Bez., Gvmnasimnsftaßr Nr. 13, erbrochen. Gestohlen wurden Kleider, Herren-, Damen- und Bettwäsche im Werte von 15.000 Kronen. * Blattern «nd Flechtyphus in Dentschöfterreich. In der Woche vom 21. bis 2k. v. M. wurde beim Volksgesundheitsamt des Staatsamtes für soziale Verwaltung keine. Neuerkrankung an Blattern und ein Flecktyphusfall in Linz angemeldet. t Dersinsnachrichten. (NachrichtenvonVereinen erschei ne n a n ZnahmslosnnramTagederBeranstaltung.) Heute: Zionistische - Bezirk ssektron Alse rg r u n d : Heute findet um 7 Uhr abends im eigenen Lokal (IX.. Licchtcnsteinstraße 11/13) die erste Lektion des hebräischen Kurses statt. Anmeldungen für den hebräischen Kurs ftir Vorgeschrittene sowie sür den sür Kmder (7 bis 14 Jahre) werden täglich von 4 bis 6 Uhr nachmittags ebenda entgegengenommen-' Die zionistische Frankngruppe unter der Leitung der Frau Lotte K e m p l e r setzt Samstag den 11. d. M. um 7 Uhr abends im Lokale der zionistischen Bezirkssektion Alsergrund die Vortrags-' reihe fort. Thema: Gesundheitspflege und Körperhygiene der Frau. Referent: Dr. Alfred Löwy. Gäste willkommen. — Die feierliche Eröffnung des B e z i r k s h e i ni e s der zionistischen Sektion für die w e st l ich e u Bezirke Wiens, VI., Amerlingstraße 19, Mariahilfer-' straße 75. findet heute, 8 Uhr abends statt, Die Teflnehnrer. werden ersucht, in Festkleidung zu crschemell. — Zi o nisti? s ch e , S e k t i o n Ottakring -Hern a l s, Heute, V28 Uhr abends, findet im Cafs Hindenbnrg, -VH!., Alsersträße 71> eine Vollversammlung der Sellionsnutglieder statt- Tagesordnung: 1. Die Wahlen in die Kultttsgeme'mde, 2. Francuorgmiifation. — Z i o n i st i s ch e B e z i r k s s e k t i b itfXX. Dienstag den 14. d. M. erste definitive Generalversammlung im Brigittasaal. Abgeordneter Stricker wird über, den jetzigen Stand der zionistischen Bewegung sprechen. Die Mitglieder werden aufmerksam gemacht, daß. sie den Mügliedsbeitrag, insofern sie dies nicht schon vorher in den fusionierten Vereinen oder im Ziolsiftischen Frauenbund taten, im Sekretariat der Sektion/oder auch vor der Generalversammlung im Saale miudcsteus für das dritte Jahrcsviertel den Betrag von X 3.— cingezahlt habere müssen, ansoustrrr sie zur Teilnahme an dieser Geucrnlversawm-. lung wie an der Wahl zum nächsten Parteitage nicht berccht'.gt wären. — DerBerernsürGeschrchtederStadt Wien veranstaltet in den nächsten Wochen, urrd zwar cur Freitagen im Saale des Ingenieur- und ÄrchitcktenveremeS. I., Eschenbachgaffe Nr. 9 (Kartenvorverkauf der Hugo Heller, I., Bauernmarkt), Vorträge über Wiens Geschichte und Krmsr. Die Reihe eröffnet a>n 10. d. M. der - Wiener .Universitäts- Professor Dr. A. D « v s ch; er spricht über „Wiens Beöelürmg in der europäischen Kultur." Mitteilungen aus dem Publikum. Beim Zionistischen Landestomr t.e e filfc Deutschösterreich, II., Zirkus gaffe 33, sind folgende Briese tm*' gelangt: Für S. L ern er, Wien, von Chaim Lern er c. v- Maires Saltzmann, 222 Moore Str., Brooklyn, 9tew-Nork. Für Fräulein Mirjam A l t h e i m. Wen. von Eisig Altheim, Jcrusalcnr. Die Briefe sind im genannten Bureau in Len Amtsstundcn von 9 bis 12 Uhr vormittags und von 3 bis 6 Uhr nachnrittags, zu beheben. __ Briefkasten der Redaktion. Llj. D:c Adresse des BlaittL lautet: Warschau, Ttrztmla voezr. 156. -ich: •v'i5lt!<

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