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Wiener Morgenzeitung · 1919-09-19 · Heft 240 (19.9.1919) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 240 (19.9.1919)
Date
1919-09-19
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Sk. 240 ÄZien. Freitaß, Wiener MorgenzeitunK 19. September 1918 Seite 3 Telegramme. Aus dem Friedrichschen Ungarn. Pogrome und Ausschreitungen in Transdanubien. > Steinamanger, 18. September. Am 9. und 10. d. M. Landen in T a p o l e s a und in D-iszellv Pogrome und Ausschreitungen gegen die Juden statt. In TapolcSa wurden drei Personen getötet, ZO schwer verwundet und 80 Geschäfte ansneplündert. Der amtlich festgestellte Schaden beträgt 40 Millionen Kronen. I n D i 8 z e l l p w u r d e n s ä m t l i ch e I n d e n ermordet — und auch zweiLehrer, die bet Juden wohnten und fürJuden gehalten wurden. Dann wurde geplündert. Die Plünderungen waren organisiert. In allen benachbarten Orten wurden am Abend Fuhren berritgehalten und sämtliche Plünderer wurden uonden dortigen militärischen K o m m a n d e n m i t Handgranaten versehen. Die dort zur Aufrecht- «Haltung der Ordnung kommandierten Soldaten nahmen an den Ausschreitungen teil. Ara f S igray hat von Amts wegen eine Untersuchung eingelciret. Bis jetzt wurden 92 Personen-verbastet, ferner die Kommandanten der dortigen Detachements Oberleutnant Bajda und Oberleutnant S t e f e n e k. Oberleutnant Vaida gab seiner Abteilung den Befehl, das Elektrizitätswerk in Tapolcsa zu besetzen und zwang den Wertsöhrer, den Betrieb die ganze Nacht aufrechtzuerhalten. — Unter den Ermordeten befindet -s'-i ch auch e i n W i e n e r, der znm Besuche seines SchnDgerß, des Lehrers G a t e n z a u n. am selben Tage in Diszellt" eingetroffc« war. Die dortige jüdische Bcvölketuug wurde auf das grausamste massakriert, 14jährige Mädchen wurden vergewaltigt. Zwei Mädchen stürzten sich, um der Schandung zu entgehen, in den Brunnen. Friedrich für den Obersten Rat erledigt. . Belmar, 18. September. (Funki'pruch.1 „New Dark Aerald" schreibt zur ungarischen Frage, . daß die rumänischen Truppen in kürzester Zeit Budapest verlassen werden, jedoch in ddr Hoffnung/in Kürze von den Alliierten aufgefordert zu werden, g«ttt Ordnungmachen neuerdings einzurücken. Die Rumänen haben alles nicht Niet- und Nagelfeste abtransportiert und erschweren -er interalliierten Milltärmrssion mit allen Mitteln die mühsame Arbeit der Schaffung einer eigenen Polizeitruppe. Die Rumänen rechnen damit, daß nach ihren Abzug Unruhen ausbrechcn werden, deren die Regierung nicht Herr werden würde. Der Oberste Rat erstrebe mit großer Besorgnis die Bildung einer festen Regiernng, «m dieser bie Friedensbedingungen übermitteln zu können. Bon Friedrich sei in K o n fe r eu z kr e is en ii b er* hau p t n i ch t m eh r d i e R e d e. Eine Prämie für Spione. SteirramtMge», 18. September.. Die Lokalreg,'erung von Stemamänger hat eine Prämie von K. 1000 für denjenigen ausgescht, der zur Anzeige, bringt, ob.jemandgegeu die Regierung agitiere oder Personen vom M i l i t 8 r d i e n st a b r e d e t. Dieses Preisausschreiben hat zu vielen Denunziationen und zahlreichen nutzlosen Verhaftungen geführt. Gleich am ersten Tage wurde-der Oberrabbiner Dr. H o r omi tz verhaftet, der - von einem Manne beschuldigt wurde, ihm % 400 versprochen zu haben, wenn er desertiere. Er wurde von einer 16 Mann starken Patrouille abgeholt, durch die ganze Stadt geführt und erst über direktes Einschrerten des Obersten 8 e h a r, der sich persoulich von der Unschuld des Oberrabbmers überzeugt batte, auf freien Fuß gesetzt. ' t> Der Bauerrrsuhrer Woltinger ueuerdirrgs verhaftet. Steinamanger, 18. September. Der Bauerrssührer Wollinger aus Heillgenkreuz wurde vorigen Freilag von der Grenzqendarmene verhastet und nach Steinamanger eingeliefert. Den Anlaß dazu boten angeblich zwei Briese aus Graz und Wien, die ihm durch Boten zugestellt worden wären und ihn kompromittierten. Er wurde nach dreitägiger Hast wieder entlassen. In Steinamanger befinden sich noch bis jetzt sieben deutsche Bauernführer in Hast, deren Enthaftung dem steirischen Landeshauptmann Rintelen zugesagt wurde. Ein polnisch-tschechlschep Handelsvertrag. . Paris, 18. September. »Berits" meldet aus W.a r s ch a u, daß dort zwischen P o lv-n und T s>ch e ch e n em Handelsvertrag abgeschlossen worden sei. Die Ds ch echo-Slowakei wird Essen, chemische Produkte. Mplosivstoffe, landwirtschaftliche Maschinen, Glas, Papier uub Zündhölzer in Tausch gegen Petroleum und Naphthaprodukte liefern. Alexander v. Humboldt und der „Gelehrte im Kaftan". (Aus Anlaß des 150. Geburtstages Alexander v. Humboldt.) Bon Samuel Weisels. Es dürft« nur wenigen bekannt fein, daß,, unter den vielen Gelehrten und Forschern, die sich, des Wohlwollens und der Frenndschaft Alexander v. Humboldts rühmen durften, sich auch ein „Gelehrter im Kaftan" wü8 Polen befand. Dieser Auserlesene war Chaim Selig Slonimski, ein gewiegter Mathematiker und Astronom, dessen fachwissenschaftlichen Arbeiten sowohl die Gelehrtenkreise Rußlands. wie Deutschlands Lob und -Anerkennung zollten. Im Jahre 1844 kam Slonimski noch Berlin, um hier eine seiner physikalischen -Erfindungen zu verwerten. In der preußischen Hauptstadt war es ihm' vergönnt, mit den namhaftesten deutschen Forschern auf dem Gebiete der Mathematik und Astronömie, wie Bessel, Ereile, Enke, Jdeler, Jacoby, .persönlich bekannt zu werden. Jdeler machte ihn mit Alexander v. Humboldt bekannt, der an dem kenntnisreichen polnisch-jüdischen Gelehrten außerordentlich Gefallen fand. Er zeichnete ihn. bald durch sein besonderes Wohlwollen aus; Slonimski durfte öfter sein Haus besuchen und ihm seine Forschungsergebnisse.Mitteilen. Diese Bekanntschaft, zählte Slonimski zu den schönsten Errungenschaften seines Lebens und.er war dem Schicksal dankbar, das ihn mit dem -Nestor der Naturwissenschaften zusammenführte. Bon diesem Dankgefühl legt eine in hebräischer Sprache abgefaßte Schrift Slsnimskis: „Alexander v. Humboldt.. Eine biographische Skizze. Dem Nestor des Wissens gewidmet Zu seinem achtundachtzigsten Geburtstag von S. Slonimski" (Mrlizt..1M7T beredtes. üeMNis ab. DM. Buch Die AASVeisAng der Fremden Ein amtliches Kommentar. Hinsichtlich der Geltung und Durchführung der Verordnung der niederösterreichischsn Landrsre.zwmng vom 9. September 1919 betreffend die Abreise der Fremden sind Zweifel aufgetaucht. Es wird daher in Erinnerung gebracht, .daß, wie schon .in der Kundmachnrfg ausdrücklich erwähnt ist, diese Maßnahme auf Personen, welche die beutschösterreichische Staatsbürgerschaft'besitzett, keine Anwen düng findet, gleichgültig, wo sie heimatsberüchtigt ind.. Bezüglich der Personen, welche in hem unserem Staate, im Staatsvertrag .von (Haint-Germain zngesprochenen Gebiete West Ungarns zuständig sind, wird.d.ie Kundmachung nicht gehandhabt.werden. Auch Studierende der Hoch- und Mittelschulen sind aus genommen. Bezüglich der übrigen Ausnahmen wird neuerlich, auf die Kundmachung .verwiesen. Jnsolange über ein eingebrachtes Gesuch, um eine Aufenthaltsbewilligung nicht entschieden .ist, bleibt dem Gesuchsteller der weitere Aufenthalt ünv e r w e h' r t.' Intervention in Sachen der Flüchtlingsausweismrg. Der Pressedienst der Delegation des jüdischen Nationalrates für Ostgalizien meldet: Die Delegation des Jüdischen Nationalrates für Ostgali^ien interveniert am 16^ und 17. b. bei den in Betracht kommenden Gesandtschaften und kompetenten Faktoren in Sachen der Flüchtlingsausweisung und ersuchte sie, bei der deutschösterrerchischen Regierung Schritte zu unternehmen, daß. i. der Ausweisungstermin für jene Flüchtlinge, die in ihre Heimat zurückkehren. können, angesichts der. herrnnahenden jüdischen. Feiertage bis Ende Oktober 1919 verschoben, 2. den in ihre Heimat zucuckkehrenden Flüchtlingen die Mitnahme ihres gesamten beweglichen Hab und Gu es ermöglicht und sichergeftellt, 3. allen Flüchtlingen die Mitnahme ihres Vermögens an Geld, Wertpapieren und anderen Effekten zugesichert werben,. 4. den Flüchtlingen aus Ostgalizien, wo die meisten Wohnorte infolge des Krieges ganz zerstört oder nur noch dem' Namen nach existieren, wie zum Beispiel Husiatyn, Zborow, Belz, Bobrka, Brody, Kozlow, Bnrsztyn, Brzezany und viele andere, der Weiterverbleib in Deutschösterreich bis zum Frühling 1920. gestattet werden soll, 5. Maßnahmen zu treffen, daß die Flüchtlinge gegen Schikanen' geschützt werden. Die Vertreter d e r- G e s a n d t s ch a. f t e.n. erklärten, daß ihre Gesandtschasten diesen Wünschen der Delegation Entgegenkommen und bei den maßgebenden' Faktoren' deutschösterreichischen Regierung die nötigen Schritte unternehmen werden. Der Vertreter der p o l nischenGesandtschaft erklärte, daß es der polnischen Gesandtschaft aus verkehrstechnischen. Gründen nicht möglich sei, mehr als sechstausend Leute, "worunter vor allem die aus der Gefangenschaft zurückkehrenden Heimkehrer in Betracht kommen, in' die Heimat abzuschieben. Entgegenkommen für die Tschechen in Wien. Prag, 18. September. (Tel.-Komp.) Wie die .„Boheinia" erfährt,' ' hat der deütsch österreichische "Bevollmäch tigte'in Prag" über' die Ausweisung von Ausländern' aus Deutschösterreich eine Erklärung an das Ministerium für .auswärtige Angelegenheiten gerichtet, in dev er ausdrücklich betont, daß keineswegs . politische Gründe, . sondern die drohende Hungersnot und die schwere wirtschaftliche Depression der deutschösterreichischen Republik es sind, die die beutschösterreichische Regierung zu der Maßnahme der strengen Ausweisung gezwungen haben. Die deutschösterreichische Regierung ist jedoch bereit, bei der Durchführung der Maßnahmen jedes gewünschte Entgegenkommen zu beweisen und bittet, derartige Wünsche rechtzeitig bekanntzu- ' geben. Sie ist auch bereit, ehestens in Verhandlungen über ' die Gewährung von Ausnahmen tschecho-siowakischen Staatsangehörigen gegenüber einzutreten,, welche bezwecken sollen, einerseits den deutschösterreichischen Staatsangehörigen in der Tschecho-Slowakei, andererseits den tschechö-slowakischen 'Staatsangehörigen in Deutfchösterreich nach Tunlichkeit den weiteren? Aufenthalt in den bisherigen Wohnorten zu ermöglichen. Der deutschösterreichische Bevollmächtigte weist schließlich daraufhin, daß die im eigenen Staate vorhandenen Lebensmittel zur Versorgung der eigenen Bevölkerung unzulänglich sind und daß! die Wohnungsnot eine sehr große ist, welche Uebel noch dadurch erhöht werden, daß die Kriegsgefangenen nunmehtz heimkehren. # Jene.Hoch schüler, welche vorn Erlaß der ALreisendma'chung der Fremdländer betroffen sind, und noch nicht rhre Gesuche? beim Jüdischen Hochschulausschuß eingebracht haben, mögen. I sie heute von 8 bis 1 und 3 bis 5 Uhr, letzter %a,g^lnters!/Beilegen eines Universitätsdokumentes übergeben. ‘ Wilson dev Ungekrönte Monarch. Scharfe Angriffe gegen den Friedonsvertrag. Haag, 18. September. Wie der „Nlemve Courant" aus Washington meldet, hat sich die Debatte über den Friedensvertrag deftig gestaltet. Senator Bora h, der! eine Rundresse durch Amerika machte, um gegen den Vertrag zu wirken, wurde zu einer wichtigen Konferenz der Republikaner nach Washington zurückberufen. Die Republikaner haben die Verhandlungen über den Vertrag dadurch noch mehr in die Länge gezogen, daß sie ihre Erklärung bis zur nächsten Woche' hmausschvbcsi. Die Demokraten protestierten heftig und wollten mit Gewalt die Republikaner zu einer schnelleren Aktion bewegen. Senator Sherman nannte Wilson „einen ungekrönten Monarchen Über die westliche Halblügest'. Er fügte hinzu, Wissou schände sein Präsidentenamt dadurch,. daß er keiner, frenspen Regierung. ,deren Hauvrstadt Genf sei, Treue schwöre und. der erste Präsident des Völkerbundes sein wolle; -w gy-- -/' ■ Amsterdsm, 38. September. „Älgemeen Handelsblad" meldet aus London : Der Llovd George -nahestehende ^Dailh Chronicle" schreibt zu den Erklärungen Büllits, die gegen Wilson, L a n s i n g und H o u s e gerrchtett Erklärung zeige Bullit als einen Mann, der^keinerlci Ehr«' und Verantworilichkeitsgefübl besitze. Bullit habe eme Indiskretion und einen Vertraucnsbruch begangen. Wre der „Nieuwe Conrant" aus Washington erfährt, habe Bullit zu den Mitteilungen- Lloyd Georges, daß seine Enthüllungen eine Läge gewesen seien, erklärt: Beide Aussagen sind in dem offiziellen Berichte erschienen und stimmen in jeder Emzelheit mit dctt Tatsachen überem.; Todesstrafe gegen Pogromlsten in der Aüraine. Der ukrainische Ministerrat ■ hat auf Antrag des Ministers für jüdische Angelegenheiten beschlossen, die T o d e s st r a f e gegen alle der Beteiligung an Judenpogromen Schuldige. zu verhängen. - ' . ' enthält eiwe ausführliche Lebenrbeschötzibuttg Humboldts sowie «eineeingehende Besprechung der non ihm in französischer und deutscher Sprache eLsch enenen Werke. Mit welchem Beifall das Erscheinen der Humboldt- Biographie vom hebräischen Lesepublikum aufZewommen wurde, beweist der Umstand, paß sie'drei"Auflagen erlebte was bei hebräischen Büchern,, zumal Biographien, s-elteit vorkommt. Da das Hörwort zu dieser biographischen Skizze in kurzen Umrissen' eine Charakteristik der Persönlichkeit Humboldts entwirft, so möge es hier in einer möglichst' wortgetreuen Uebertragung wiedergegeben sein. Slonimski schreibt-' „Die Lebensschicksale dieses hervorragenden Mannes 'sind -mit dev Entwicklungsgeschichte der Wissenschaften, sich sn den letzten siebzig 'Jahren verbreitetßch 'eng verknüpft; all die Werke und Leistlingen, die dieser Große während seines ganzen Lebens mit Mühe und Fleiß vollbrachte, sind mit den muesten ' ForschstnM der Naturtvissenschaft verwoben und verziveigL. UnL^w-o ist der Mann, der am'den Pforten der Weisheit wücht, um das Große und. Wunderbare zu schauen, und seine Lippen überstromtem nicht'von Dank und ^oh' füt diesen' großen Forscher? Deshalb. fand ich es für nützlich, auch den Kindernmeines,-Volkes die/Lebensgeschichte dieses bedeutenden Mannes in der ihnen lieb gewordenen hebräischen Sprache zu erzählen.. Ich beabsichtige, in dieser Schrift eine? seitS auf den Dissensrcichtum unserer Tage und auf die unentwegtem Mühen und Strebungen der. Forscher in die Tiefen der'Erkenntnis einzildringen und die Wahrheit ans Licht zu fördern, hinzuweisen, andererseits -dem Nestor, des Wissens ein ewigesDenknral a'nf de:: hebräischen Gefilden zu errichten. Groß wie seine Weisheit ist seifte Biederkeit und sein' Gerechtig- . keMfilN,' Er hat nrehr alZ..kMn-al. Mr dev. A>Mv der. Das unglückliche Kiew. Kamenetz-Podolski, 18. September. Der ^Ukrainische Pressedienst" meldet: Die Krewer Zeitnng „Weczcrnej Ognig* schreibt im Leitartikel: Es gibt m Kiew kein Brot, auch an anderen Lebensmitteln kehlt es völlig. Die Preise sind Merschwinglich hoch. Die Stadt ist von der Umgebung abgeschlossen. Die Arreste sind überfüllt. Die erste Aufgabe der Offiziere D e n i k i « s nach der Räumung Kiews durch die Truppen P e t l j u r a s^, die in die westlichen und südlichen Vororte gezogen sind, war btc Jagd ans Bolschewiken. Tausende von Leuten werden festgenommen, hunderte täglich erschossen oder zu Tode gemartert. Unter den Verhafteten befinden sich nicht nur K o m m u n i st e n, fondem auch viele Menschewiken, darunter Semkowskyj. Die Stadt ist dem Hungertode nahe. Die ukrainische Truppen haben die L e b e n s m i 1 t e l z u s ch ü b e, die zwei Tage lang von Fastlw aus im Gang waren, wieder eingestellt. Die Bauern bringen nichts in die Stadt. Raub und Mord sind auch bei Tage im Gange. Hunderte Uniformierte hausen, plündern in der Stadt und ziehen auch in die Dörfer, wo es zu regelrechten Gefechten kommt. Auch im Rücken der Truppen Denikins sind Aufstände aegen die großrussische Soldateska ausgebrochen. Bei Schypylowka haben die Aufständischen die Schienen aufgenssen und einen Zug zum Entgleisen gebracht. Mehr als hundert Denikm-Soldaten kamen dabei ums Leben. R a k o w s k i und die Sowietregienmg sind »ach H o m e l, 200 Kilomet r nördlich Kiew, geflüchtet. Der sogenannte „Austro-Sowiet", die -osschewikische Organisation von O e st e r r e i ch e r n und U n g a r n, ist aus Kiew nach B r i a n s k verlegt worden, die bolschewikischen Kommissariate der außerordentlichen Untersnchnngskommsssion nach Orcl. Große Streiks im Elsaß. Metz, -18. September. 10.000 Bergleute der Kohlenbergwerke von Pelit-Roselle sind in den Ausstand getreten. Nationen eine Lanze für das Volk Israel gebrochen. Jeder Jude, der Liebe zu seinem Volke empfindet, wird voll des Lobes und des Dankes sein für diesen Weiseii, dcssen Name ewig leuchten und dessen Gerechtigkertssinn ewigen Bestand haben wird." , Als Slonimski im Jahre 1857 zum zweiten Ma^ in Berlin weilte, überreichte er dem greisen Forscher die biographische Skizze nebst einem Begleitschreiben von dem Orientalisten Dr. Michael Sachs. Darauf er-- hielt Slonimski von Humboldt den folgenden Dankesbrief: Derehrtefter Herr Slonimski!' Ich bin tief in Ihrer Schuld durch so lange Verzögerung des Dankes für eine Ehre, die Euer Wohlgeboren mir so wohlwollend bereitet haben. Die unruhige Lage,-in der ich lebe, in einer politisch-und gesellschaftlich so.bewegten Zeit, kann mich kaumrechtfertigen. . Eine Empfehlung von zwei berühmten, mir so teuren Freunden wie Bessel und Jacoby läßt einen dauernden Eindruck. Der hebräischen Literatur leider entfremdet, - aber von früher Jugend an mit dem edelsten Ihre« Glaubensgenossen innigst verbunden, ein lebhafter und ausdauernder Verfechter der Ihnen gebührenden und so vielfach noch „immer entzogenen Rechte, bin ich nicht ' gleichgültig für die Ehre, die Sie mir erwiesen haben. Das Zeugnis eines tiefen, orientalischen Sprachkenners, des vortrefflichen, so mannigfach ausgebildeten Doktor | Michael Sachs, kann eine solche Auszeichnung nur erhöhen. ES: ist für den biographisch Belobten fast ein-Ä Beruhigung, der Ursprache nicht mächtig zu sein. Ich werde von Dienstag an einige Wochen wieder in Berlin wohnen, und von Dienstag an wird jeden Tag zwischen;- 1. und 2 eö mir eine Freude sein, Herrn Slonimski^, falls er nicht schon nach WarlchM LNrücküsüMt

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