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Wiener Morgenzeitung · 1919-09-19 · Heft 240 (19.9.1919) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 240 (19.9.1919)
Date
1919-09-19
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Wien, FreitaH Wiener MorgenzeuunA Seite 2 19. September 1919 Skr. 240 Die Epigone«. Zu den widerlichsten Nachwirkungen der „großen Zeit" gehören die zahllosen Pamphlete, in welchen , jetzt nusvangierte Heerführer und Minister versuchen, alle Schuld von sich fort auf irgendwelche seinerzeitigL Rivalenzu wälzen. Der unerfreulichen Diskussion um die Verdrerrste oder Unterlassungen C-onMdH, Fälkenliayns rurd Ludendorffs reiht sich würdig eine zweite Disputation zu Toledo au; zwischen Bethylann-HolLtpeg und Fürst Bülow. Bethmapn hat irrseinen „Betrachtün- - ge>r 3 um Weltkrieg" die Situation so darzustellen der* sinü-. als ob er im Hahre 1909 die Geschäfte unter /-rerts hoffnungslos verfahrenen Umständen von seinen: /Vorgänger Bülow übernommen hätte- Letzterer / micbenim setzt sich nunmehr im „Hamburger Frettchenblatt" zur Wehr, aber ^die Art und Weise, in welcher er es tut und in welcher er sich zu kleinlichen, persönlichen Gehässigkeiten verleiten läßt, ist gewiß nicht ^geeignet, seinern ohnedies nicht allzusehr erfreulichen Andenken zum Vorteil zu gereichen. „Auch mein - Amtsnachfolger", heißt es an einer StM, „hat, wie ich gern anerkenne, sich redlich bemüht, den Frieden zu erhalten. Aber die Politik ist eine Kunst und von ihr gilt das Wort eines großen Philosophen, daß der tzute Wille, der in der Moral alles ist, in der Kunst nicht ausreicht, denn da kommt es auf das Können an/V ' - Je mehr man die Entwicklung der Dinge der letzten ^wei Jahrzehnte in ihrem Zusammenhang überblickt, um so ungünstiger wird das Urteil, welches man sich über die Rolle Bülows innerhalb derselben bilden muß. Er hat sich stets viel auf jene Politik zugute gehalten, die er die Politik der freien Hand nannte.- Darunter verstand er, baß Deutschland sich durch nichts verleiten ließ, sich entweder für'England oder aber für Rußland zu entscheiden. In der diplomatischen Praxis ist eine solche Politik gleichbedeutend mit Seiltänzertum. Lilles hängt in ihr vor der Jongleurgeschicklichleit des betreffenden Diplomaten ah/ Daß Bübstv diese besaß, mag nicht bestritten werden. Aber er vergaß oder vermochte es nicht zu erfassen, daß die Weltgeschichte sich auf die Dauer nicht mit Zirkus kunststucken regieren läßt. Ein Staatsmann kann eine gewisse Heile-lavieren, wenn sich aber darin seine ganze Begabung erschöpft, so erkennt man ihn^bqld als Clown und schreitet über ihn hinweg. Jedem ernsthaften Politiker mußte es seit zwanzig Jahren völlig klar sein, daß Deutschland sich endlich nach der einen oder der anderen Richtung hin würde entscheiden müssen, wenn es nicht riskieren wollte, daß England und Rußland, der ewigen Kunststücke müde, trotz ihrer tiefgreifenden Gegensätze zu einer Verständigung untereinander gelangten. Nur Bülow versperrte sich dieser Einsicht, er gleitet mit einem Witzwort über den Glauben an die Fatalitätstheorie hinweg und er-' innert an jenen französischen General, der seine Niederlage vor Napoleon mit den Worten entschuldigte: „La fatalite, Sire“, worauf ihm der große Korse antwortete: „La fatalite, l’excuse des maladroits et des incapables!“ Zweifellos, er, dem jede eindeutige Linie fehlte, der keinerlei geraden Weg zu verfolgen und kein klares Ziel zu erstreben vermochte und der sich nur über Wasser halten konnte, solange er seine auf Mätzchenpolitik eingestellte Begabung zur Entfaltung bringen durste, er kann nicht anders urteilen. Aber man braucht wahrhaftig nicht Fatalist zu sein, um zu erkennen, daß es in der Geschichte gewisse Entwicklungsgesetze gibt, die stärker sind als der Mensch. Aufgabe des Politikers ist es, diese Gesetze zu erkennen und sich ihnen rechtzeitig anzupassen. Dazu hat Bülows Begabung nicht gereicht. Darum verschwand er von der Bildfläche in jenem Moment, in welchem die von ihm ausgeworfenen Netze sich hoffnungslos zu verstricken drohten, er zog den Kopf listig aus der Schlinge und überließ es seinem Nachfolger, einen Ausweg zu finden. Ja, er selbst wählte Bethmänn-Heltweg aus, von dem er jetzt mW scheinbar nicht mit Unrecht behauptet, daß feine^ Politik zu einfach, primitiv und geradeheraus gewesen sei. Tatsächlich hat man bei Bethmänn den Eindruck eines biederen Deutschen, der unter dem Zwang einer allerdings willkürlich zurechtgelegten Vorstellung des sittlichen Imperativs das Bedürfnis hat, aus einer allzu künstlich und allzu listig zusammengefügten Konstruktion einen mannhaft ehrlichen Ausweg zu finde». Daß er mit solchen Mitteln die Entwirrung des Problems nicht zu erwirken vermochte, kann man ihm nicht zum Vorwurf machen. Dazu war es zu spät. Ter gordische Knoten, den Bülow geknüpft hatte, bedurfte entweder eines übermenschlich Begabten, der ihn zu lösen verstand, oder aber eines Alexander, der ihn mit dem Schwert durchhieb. Wer nicht zu ersterem berufen ist, gerät leicht in die Versuchung, letzteres nachzuahmen. Casarischer Größenwahn des Hohenzollern stärkte in Bethmänn diese Neigung. Schuld an der Katastrophe im höheren Sinne aber war zweifellos nicht er, der nur Instrument und Werkzeug war, schuld waren nur jene, die die Dinge vorbereiteten. Vor dem Schiedsgericht der Weltgeschichte wird Bülows Versuch, seine untilgbare Schuld auf Bethmänn abzuwälzen, schmählich versagen. '_ nt, Der polnische Vertreter in Belgrad. Belgrad, 18. September. Der neuernannte Gesandte der dokmschen Republik. Herr Pilz, hat gestern demReaenten Ä l ex a n d e r sein Beglaubigungsschreiben überreicht, wobei herzliche Amprachen gewechselt wurden. Vor dem Abmarsch der Die Juden in Ungarn sind jetzt um eine drücke,rde Sorge-reicher geworden. Die R u m ä n e n treffen bereits ihre PorbtzrtzitungM zum Abzug aus Budapest und nun entsttztzt die kritische Frage, wer künftighin für hiq Ochnpugüm Lande Sorge tragen soll. Allerdings verhaichtzjn die Gnthntemissiönen bereits mit Funktionären haßÜNgaptschml Krtzgäministerinms über die Ausstellung einer' n af io u a iCa-jt Gendarmerie. Wenn man aber bedenkt, daßjn deren Reihen auch die weihen Terroroffiziere Aufnahme finden sollen, so muß jedem Kenner der Sachlage um die Zukunft banger sein denn je. Die Juden würden der, Rumänen gewiß keine 'Träne nachweinen, denn auch sie haben Hand in. Hand mit'der" Budapesker Polizei auf Grund'grundloser Anzeigen- -„erwachender Magyaren" Jude» - in die Gefängnisse geschleppt und sie dabei lieblos behandelt, ihnen die Bärte abgeschnitten und. sie geprügelt, mitunter ftigar in die weit weg von Budapest gelegenen Konzentrationslager überführt'. - Aber ein Mann war wenigstens an der Spitze der rumänischen Soldateska, der sich der unterdrückten Juden annahm, wenn man ihm gar zu schwerwiegende Beweise vorlegte. Es ist dies der Stadtkomnrm,dant von Budapest, General H ölst a», hem es die Juden m Budapest zu wiederholten Malen zu verdanken hatten, daß wenigstens dort ein Massenpogrom unterblieben ist. Roch hat die Kette der Brutalitäten und Morde der weißen Terrors ffiziere in Transdanubien nicht ihr Ende gefunden, noch werden, wie uns ans Berichten gerade der letzten Tage bekannt ist, Handgranaten gegen jüdische Frauen und Kinder geworfen. Da muß wohl jedem einleuchten, in welcher Art diese weiße Terrorbande die ' „Hüterin der Ordnung" werden soll. Da die Ententemissionen doch das furchtbare Tatsachenmaterial über hie blutigen. Vorfälle in Trans? daunbien kennen, so ist wohl zu erwarten, daß sie alß die Vertreter jener Mächte, hie die kleinen Völker unter ihren Schütz gestellt haben, erst eine gründliche Untersuchung über die Judenmorde durchführen werden, ehe sie es zulasse», baß die Horthh-Bande auch an der Organisation her nationalen Gendarmerie teilnimmt. Noch ist jene lang erwartete Antwortnote Clemenceaus an Friedrich bezüglich der Anerkennung des Kabinetts Friedrich diesem nicht zugekommen. Friedrich jedoch läßt kein Mittel unversucht, 1 in» in Wien durch gewisse mehr oder minder an- Rrrmänek aus Budapest. rüchige Zwischenträger Mchrichtrn zu lancieren, die von einer bevorstehenden Einleitung von Varhandlurrgen der Entente mit Friedrich wissen wollen. Die öffentliche Meinung Europas wird diesen Nachrichten wohl keinen Glauben schenken, da sie ganz genau weiß, daß hinter diesem Getriebe sich ebenso wie. in Budapest auch in Wen jene' Kräfte regen, die besonders innige Beziehungen zur Ha b s b» r g e r c l i g n e vevr-aten. Erzherzog Josef sitzt noch immer in seinenr Palais:in Budapest und erfreut sich gar nicht selten des Besuches jener Männer, die heute gegen den Willen der breitesten Schichten der ungarischen Bevölkerung an der Spitzp des Landes stehen. Man braucht nur den Standpunkt des Führers der ungarischen Sozialdemokraten, Julius Peidel, zu kennen, der nach wie vor jede Zusammenarbeit mit Friedrich ablehnt, man braucht'nur die scharfe Ablehnung her gegenwärtigen ungarischen Regierung i» den Kreisen des Bürgertums zu beachten, um zu wissen, daß Friedrich ganz und gar nicht der Mann ist, der die für den Wiederaufbau Ungarns notwendige Ordnung herstecken kann. Trotz aller Quertreibereien halten Bürgerschaft uui> Arbeiterschaft daran fest, daß ein Köalitionskabinett der Ordnung nur durch Lovaszy gebildet werden kann, her allein nicht nur das Vertrauen der anständigen ungarischen Bevölkerung, sondern auch der Entente besitzt. An Lovaszy wird man Hann, wenn das hier durchgeführte Vorverfahren die Berechtigung der Anklagen bestätigen wird« auch Bela Kun und die anderen Kommunistenführer, die in Niederösterreich! interniert sind, ausliesern, da man die Gewißheit haben wird, daß die Schuldigen nur die verdiente Strafe des Gesetzes erleiden werden- Friedrich, her einen sonst schuldlosen Journalisten wegen eines harmlosen Artikels gegen die Bourgeoisie zu einem Jahr Kerker verurteilen läßt, hat bisher nicht den Beweis dafür erbracht, daß man ihm ein Urteil über Leben und Tod von Menschen znmüten kann. Er selbst und viele seiner engste» Anhänger haben zu Heu Bolschewiken Beziehunge n unterhalten, die, wie der Sozialistenführer Preuß behauptet, mehr als kompromittierend find. Vor einem solchen Menschen muß sich die Entench in acht nehmen, dessen Charakterlosigkeit so weit geht, daß er. der Sohn eines Tschechen, sich ans den Ultradeutschen hinaus spielt' und im Ausland um dir Gunst der Entente buhlt, über die er sich in den vier Wänden seines Regierungszirnmers schon so oft lustig gemacht hat.! ' . i Die Bestimmungen für den Post- und Telegrammverkehv, sowie für, tteberweisung von Geld an Kriegsgefangene in Sibirien« 1. Wie aus zahlreichen Anfragen an das Kriegsgefangenen-- und Zivilmterniertenamt hervorgcht, bestehen m der Oeffenll'chkeit manmgsache Zweckel darüber, ob und in welcher Weise Korrespondenzen an Kriegsgefangene abgesandt werden kennen. Es wich deshalb darauf hmgewiesen. daß der regelmäßige Post- und Telegrammverkehr mit den Gefangenen Sibiriens und der Postverkehr mit dem nicht bolschewikischen Turkesta« von dev Alliierten schon lange bewilligt ist und bezüglich Sibiriens den Verhältnissen entsprechend funktioniert. Hingegen besteht gegenwärtig mit Sowie trußland keinPost- und kern Telrgrapheuverkehr. und auch die Entente ist nicht imstande,, in dieser Sache einen Einfluß auszuüben. 2. Es können an Gefangene einfache Korrespondenckarten (Rote Kreuz-Karten) und Briefe (offen aufgegeben) abgrsendet weiden. Die Korrespondenzen an Gefangene sind gleich jeder anderen Korrespondenz in den Postkasten zu geben. Die Korrespondenzen werden sodann im Wege der Post weiter befördert. 3. Dem Kriegsgefangenen- und Zivilimerniertenamte sind in den letzten Tagen vom Amerikanischen Roten Kreuze die Postvorschriflen für Amerika und Sibirien zugekommen. Diese beinhalten folgendes: a) Die Driewost geht direkt rm Wege deS regulären Postdienstes an ihren Bestimmungsort ab. Briefe an Kriegsgefangene soll man nicht an das Amerikanische Rote Kreuz senden. d) Dre Briefe sollen nicht langer als zwei Seite» fein und soll das Papier nur aas einer Seite beschrieben werden. Der Brief ist Nicht zu schließe». c) Muster eines Briefumschlages: krioovvr ok war mail (Kriegsgefangenm-Posy Nr. PoBtage (Portofrei) An N. N. Regiment, Nationalität Stadt (Lager) Land. Auf der Rückseite des Briefes soll der volle Name und die Adresse deS Absenders stehen. ä) Ueber Kriegsereigniffe oder irgendwelche Regierungsangelegenheiten soll in den Korrespondenzen nichts erwähnt werde». s) Um die Arbeit der ausländischen Briefzensur zu beschleunigen. dürfen Briefe nicht verstgelt werden. 4. Telegrammverkehr: Gegenwärtig besteht die Möglichkeit, von Bern auS nach den größeren Städten Sibiriens Telegramme abzuseude». E>ne Erfahrung. ob die Telegramme ankommen, besteht noch nicht. Dre Telegramme werden selbstverständlich auf eigene Gefahr des Absenders anfgegebeu. Em Wort kostet 6.10 Schweizer Franken. Der zu erlegende Betrag für daS Telegramm sowie daß diesbezügliche Blankelt m«t dem Texte des Telegramms sind der AuskunsEgruvpe deS Kriegsgefangenen- und Zivilinterniertenamles, Wien, VI., Gumpendorferstraße 1. Mannschaftstrakt, H. Stock. Zimmer 44. zur weiteren Veranlassung zu übergeben, beziehungsweise zu übersenden. 5. Ueberweisung von Geldbeträgen au Gefangene in Sibinev: Im Einvernehmen m>t dem Dänischen Roten Kreuze können Geldbeträge für Kriegsgefangene m Sibirien übermittelt werden. Das Kriegsgefangenen- und Zivilintermerteuamt, Wien, VI., Gumpendorferstraße 1, wird vom 15. September 1619 an durch die Auskunstsstelle: Mannschafrstralt. ll. Stock. Tür 44, von den Packern» die für die Absendung bestimmten Geldbeträge m Kronenwäbruna übernehmen und sorat für dre Beschaffung der Kübeln mm offiziellen Kurse am Tage der Beschaffung. Ber der tlmwech'lung entstehende Restbeträge werden der Kriegsgefangenen* iürsorge zugewendet werden. Das Knegsgcfangmenamt sendet dir Felder mit Namevslisten und nach Lagern geordnet nach Kopenmgeu, von wo ste nach Wladiwostok an dre dänischen, mit der skriegsgefangenenfürsorge betrauten Stellen zur Zustellung geangen. Ä. ' Es empfiehlt sich. Geld nur au lene Kriegsgefangene zu 'enden, deren Aufenthalt in den Lagern aus den bisher vor-- äegenden Listen sestgestellt ist. Irgendeine G a r a n t i e für die üchtige und rechtzeitige Zustellung kann bei den wechselnde» politischen BerhÄtniffen nicht Übernommen werde». 6. L i e b e s p a k e t e an die Gefangenen in Sibirien: Inter Mitwirkung des Dänischen Roten Kreuzes ist beabsichtigt, Liebesgaben an Kriegsgefangene in Sibirien zu senden. In Velrächt kommen nur Bekleidungssorten, Wäsche, Kälteschutznittel. Eßwaren sind ausaeschloffen. Zur Verpackung dürfen keine Tlstchen verwendet werden. Große der Pakete 50:20 : 30 Zentineter, in Lernwand gut vernäht. Abgesendet werden' diese Pakete n dm ersten Tagen des Oktober. Garantie für , die sichere Zulellung kann »rcht übernommen werden. Um die Jahreswende »ürften die Pakete m Wladiwostok emlangen. Die Pakete der-, enigen, die nicht ermerbar sind, werden an Deutschosterreicher in >en betreffenden Lagern verteilt. ' Seitens der deutschösterreichischen Generalpostdrremon verdeu die näheren Angaben über Ort und Zeit der Uebernahm« »ieler Pakete verlautbart werden. Es muß dam» gerechnet werden, wird« 7. Sobald die Entsendung eigener Mckstonen in einzelne Teile Rußlands möglich sein wird, wird dies unverzüglich von hier aus verlautbart werden, damit die Angehörrgen diese Gelegenheit zu Sendungen von Briefpost benützen können. Konferenz der Handslskammeru. Am 15. und 16. d. M. hat in S a l z b u r g eint Prasthialbesprechang der deutschösterreichischen H a n d e l s - und Gewerbekammern stattgesnnden, bei der alle deutschösterreichischen Kammern vertreten waren. In die Lertung der Verhandlungen teilten sich dre Präsidenten der Leobener und der Salzburger Kammer Bengg und Giebel. Gegenstand der Beratungen bildeten vor allem die Festsetzung der Tagesordnung und die Aufteilung der Reterate auf die ewzclneu Kammern für den Ende Oktober d. I. tn Wien st at 1 fi nd en d en deutsch österreichische« Kammertag. Auf du Tagesordnung dieses Kammertages wurdm als Berhandlungsgegenstände gestellt:Abbauder Zwangswrrtschash unsere HandelSbeziehung.ev zum Ausland e; unsere D e^v is enp o l itik; die Neuordnung der G ewerbeförberuug. Im Zuge der Beratungen wurden alle dryse Fragen einer eingehende» Besprechung unterzogen, so unter anderem dre Probleme der Sozialisierung, der Kohlend ers orgung^ der Neuordnung unserer öffentlichen Finanzen, der Beschaffung von Krediten sürdenWiederaufbauuusere« Wirtschaft und insbesondere auch alle durch den FrredenSvertrag in den Vordergrund gedrängten Wirtschaflsfragen« Auch mit der Frage der Errichtung von Auslandskamme r u beschäftigte sich die Prästdralkvickerenz. Das zu erwartend« Kammer g« setz bildete gleichfalls Gegenstand der Ber-, Handlungen. Der einmütige Wunsch aller Kammerverlreter ging dahin, daß dieses Gesetz möglichst bald von.der Nationalversammlung erledigt werden und an dem bewährten Grundtatze der Einheitlichkeck der Kammem bei Selbständigkeit der einzelnen Sektionen in allen dre Sekiionen betreffenden Fragen fcstgchalten werden soll. In der Debatte und in den Abstrmmungerr ergab sich vollkommene Einheit und Geschlossenheit aller österreichrschen Kammern.

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