Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 240 (19.9.1919)
- Date
- 1919-09-19
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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Seite 4 Wien, FrettaA Wiener MorgenzeitunK 19. September 1919 Nr. 240 Die polnischen Arbeiter für den Wiederaufbau in Frankreich. Lyon, 18. September. (Funkspruch.') Der Vertrag zwischen »er französischen Regienmg und Polen wegen Beistellung von Arbeitern ist fertiggestellt werden. Die Gesamtzahl &et Arbeiter wird argen lOO.OCO betragen; es worden größtenicils Erdarbeiter, Grubenarbeiter und Maurer sein. Die Arbeiter werden in Partien von je 3000 Mann nach Frankreich geschafft verden. BanKenzrrsamrnerrschlutz in Polen. Warschau, 18. September. (Tel. der „Wr. Morgenleitung".) Die Polnische Bank für Handel und Industrie erhöbt ihr Kapital von 5 auf 10 Millionen stubel. Sie hat die hiesige Filiale der Wiener Allgemeinen Depositenbank wie auch 'drei galizische Niederlas s u n g e n des genannten Instituts erworben. Aus der polnischen Petroleumindustrie. Mahr.-Ostrarr» 18. September. (Korr.-Dur.) Unter dem tM „Polska Nasza" hat sich dieser Tage m Warschau erne Aesellschast gebildet, welche die polnische Petrolmmmduftrie, »auptsächlich durch den Ankauf aus deutschen und österreichischen Händen, nationalisieren soll. Ihr Stammkapital beträgt fünf Nillionen Kronen. - »Gon'rcc Krakowski" bemerkt dazu, daß in Warschau ein iesondereZ nrterulinisterielles Amt für die Naphtha-Produktion in Ostgalizieir errichtet werden soll. Autonomie für Oberschlefierr. Berlin» 18. September. Ueber den RegierungZentwurf, vonach Oberschlesien als selb ständige Provinz errichtet werden soll, wird der „B. am Mittag" berichtet: Es loll zunächst ein obcrichlesisches Landcsamt geschaffen werden, der rorlänng ans allen obcrschlesischen Mitglredern aller Parteien des preußischen Landesversammlüng und der deutschen Nationalversammlung bestehen soll. Durch Kooptierung soll auch Polen in einer dem Stimmenverhältnis bei den Wahlen zu den verfassunggebenden Versammlungen entsprechenden Zahl in den Landesrat ausgenommen werden. Der Landesrat wird einen aus Vrct Männern bestehenden Staatsrat aus sich heraus wählen, der »re Verwaltung der Provinz führen soll. Das Artei! im Prozeß gegen die Münchner Geiselmorder. München, 18. September. Das Urteil des Geiselmorddrozesses wurde heute vormittags gefällt. Es lautet gegen Fritz Seidel, Scb ickelhofer sowie vier andere Angeklagte ms Todesstrafe. Neun Angeklagte erhalten Zuchthausstrafen bis zur Höhe von 15 Jahren. Ein Angeklagter, der Student Peter Mayer, wurde f r e i g ej p rochen.. Die Todesurteile bedürfen noch der Bestätigung des bayrischen Gesauttministermms. Wenn dieses seine Zustimmung krteilt, muffen sie innerhalb 84 S t u n d e n vollstreckt sein. Im Oktober findet noch ein Nachtragsprozeß statt, in dem bic der Mittäterschaft am Geiselmorde verdächtigten Personen abgmrteilr werden. Die Deutschen Grotzrumämens. Bukarest, 18. September. (Tel.-Komp.) Das Rumänische ilfteßburrau meldet aus Hermannftadt: Jüngst fand in Temesvar eine TagungderDeuischen Großrumänrens statt. Von den einzelnen Rednern wurde als unumgängliche Notwendigkeit hervorgelioben, daß das Banat nicht zerrissen, sondern im kulturellen und wirtschaftlichen Interesse aller seiner Bewohner rinheitlich unter die Oberhoheit Rumäniens komme. In diesem Sinne wurde unter lebhafter Zustimmung einstimmig' eine Resolution angenommen.^ Aus der tschechischen Nationalversammlung. Prag, 18. September. (Tschecho-slow. Prcßbur.) Die Delegierten St o d o! a und Genossen richteten an den Minister Srobar eine Anfrage, worin cs unter anderem heißt: Ist es wahr, daß bei der Errichtung der Preßbnrger Universität Fehler und Uebergnsse zu Ungunsten der Rechte der magyarischen Bevölkerung geschehen sind? Ist es wahr, daß alle magyarischen mW deutschm Lehrer und Mittelschullehrer in Preßburg,- Kaschau mrd anderen Städten der Slowakei entlassen wurden? Ist es wahr, daß der Schulreserent alle Lehrer „in der Zrps gewaltsam slowakisiert und tschechisiert, alle katholischen und evangelischen ■ Schulen verstaatlicht und so das autonome Recht der Kirche in der Slowakei verletzt hat? Ist es wahr. daß die j ü d i s ch e n Schnleik und Lehrer der Vergewaltigun g a u s g e s e tz r s i n d und daß in der Slowakei überhaupt alle Schulen tschechisiert werden? Berlin zu empfangen nud Ihnen den ' Ausdruck der innigen Hochachtung mündlich' zu erneuern,'die Ihren schönen früheren wisscnichastlichen WstrebungLn gebührt. . ' ■;; Euer WMlgeboren gehorsamster i' .Alexander v. Humboldt', .Potsdam, den >12. September .1858. M Aus der ersten Zeit der Bekanntschaft' Slonimskis Mit Humboldt verdient eine lustige Episode mitgeteilt aU. werden. Alexander v. Humboldt, der bekanntlich der Intimus Friedrich Wilhelms IV. war, wußte den König für den jüdischen Gelehrten dermaßen zu interessieren, daß der Monarch! ihn zu einer Privataudienz entbot. Humboldt benachrichtigte hiervon Slonimski und gab ihm den Zeitpunkt an, an dem er ihn Leim König einführen werde. Slommski trug damals dre polnischjüdische Tracht; da er nur vorübergehend in Deutschland weilte, sah er sich nicht veranlaßt, die „'traditionelle" Kleidung mit eurer modern-europäischen zu vertauschen. Allein vor dem König mochte er doch nicht so erscheinen. Er verschaffte sich' daher schleunigst einen schwarzen 'Gehrock, weiße Binde und alles andere, was zum „Modemenschen" gehört. Zur bestimmten Zeit erschien er Lei Humboldt; dieser war nicht wenig erstaunt, einen völlig umgewanüelten Slonimski vor sich zu sehen. „Aber lieber Herr Slonimski," sagte er lächelnd, „was fällt Ihnen denn tzin, sich zn maskieren. Der König ist gerade auf den Forscher im Kaftan neugierig." Slonimski mußte nachhause eilen, den neuen „Modemenschen" auSmb den alten „Kaftanjuden" wieder an ziehen. So wurde vielleicht zum ersten Mal cm Kastanjud? von einem preußischen König in Privatcrudien; Empfang der diplomatischen und mttitürifchen Missionen bei Staatskanzler Dr. Renner. Gestern fand beim Staatskamler Dr. Renner in feiner Eigenschaft als Staatssekretär des Aeußern zum erstenmale ein Empfang der diplomatischen und militärischen Missionen in Wien statt. Es waren sowohl die Vertreter der freundlichen Staaten als auch die der alliierten und assoziierten Mächte wie der Nachfolgestaaten erschienen/ Der Staatskauzler empfing folgende Herren: Den Obersten .C u n n i n g h a m e (England), ' in' Vertretung des Generals Scgrä den Obersten C a m p a n a und den Politischen Kommisiar M a c ck> i o r o (Italien), den Generalkonsul H a l st e a d (Amerika), den Obersten H o t t a (Japan), den.päpstlichen NünziuS Grafen B a l s r 6 di B o ns o. den französischen Gesandten Monsieur Alliz 6 und den General Hallte r, den deutschen Geschäftsträger Prinzen S t o l b e rg, den bayrischen Geschäftsträger Baron H o f f m a n n, den sächsischen Geschäftsträger Dr. Benndorf, den Geschäftsträger des. souveränen Malibrscrord'cns von B e r z e v r c z y; den türkischen Geschäftsträger R e sch a d B l a c q u e B e i, den "svamschen Geschäftsträger de A l v ' l a, den persischen Geschäftsträger i s M o h ä m e d Khan, .den bulgarischen Geschäftsträger Minis ches.f, den brasilianischen Geschäftsträger M a r t i n s, : den .. ungarischen Geschäftsträger M a rs ü v §z ky, ' dm Gesandten der demokratischen Republik der Ukraine . von P o letyka, den niederländischen Gesandten van W eed e, den argentinischen Gesandten Dr. P e r e z. Len Schweizer Gesandten Dr. B o u r c a r t, den Gesandten des' Königreiches der Kroaten, Serben und Slowenen von P o gä'cn i k, den.Liechtmstemschen Gesandten Prinzen Eduard Liechten ft. c i n. und den dänckchen Ministerresidenten de Lerch e. Der Vertreter der Bevollmächtigten der tschecho-slowakischen Republik Dr. Röster F l r e d e r und der Vertreter der polnischen Republik Dr, S z a r o t a hatten sich bereis gestern beim Staatskanzler zum Empfange eingesundcn. Der Staatskauzler wies gegenüber den Vertretern der alliierten und assoziierten Mächte daraus hin, daß nach der Geleitnote zum FnedenZvertrage die freundschaftlichen Beziehunaen zur Republik schon vom Tage, -er Ilnterzeichnnng des Friedens in Sainl-Germain wiederhergestellt werden könnm und daß die Republik in der allernächste» Zeit an jede einzelne der Mächte eine Note mit dem Ersuchen . richten werde,, den geordneten diplomatischen Verkehr mit der Republik wiederauftunehmen. Die Vertreter dieser. Mächte erklärten, daß nach ihrer Affassung kein Hindernis dagegen obwalte und die meisten Vertreter waren in der Lage nutznteilen, daß der von ihnen vertretene Staat in Wim eine Gesandtschaft zu errichten die Absicht, habe. Sie bewiesen die lebhafteste Teilnahme an der gegenwärtigen Lage und der Zukunft Dcutichösterrerchs., Die Vertreter Englands, Frankreichs, der Vereinigten Staaten' und Jtalrlns teilten mit, daß sie wegen der e i n ge t r etcnc.u/ Kohle ukriseinWienn ach Par i.s:b e r i ch t e n würde n. Der Staatskanzler nahm die Gelegenheit wahr.. bei Eiörternng dieser Frage auch auf die der Stadt Wun für dev kommenden Winter drohenden Gefahren hlnzumeisen ' und die Hrlse aller Kultursiaaten für das. gefährdete Land anzurnsen. Er dankte sodann den Vertretern aller jener Mächte, welche-sich in der schweren Zeit vom Waffenstillstände bis zum Friedensschlüsse, für unser Land bemüht hatten, auf das Wärmste. Mit dem deutschen Geschäftsträger Prinzen Stolberg 6e* -: sprach der Staatskanzler gleichfalls die Kohlensituation in Wien und die bevorstehenden parlamentarischen Arbeiten. Für die Angelegenheit Westungarn bezeugten die Vertreter der Beheimaten Staaten von Amerika, Englands und Italiens. besonderes Interesse. Gegenüber den Vertretern der Türkei, Bulgariens, der Ukraine und Persiens kam die Stellung Wiens als eines. Kulturzentrums für den Osten zur Sprache, das bisher an dey Hochschulen und der Konsularalädemte bic Sprachen und die ' Kultur des Orieuts besonders gepflegt hat und auch in Hinkunft weiter pflegen wird. Das Gespräch, mit den Vertretern der Sukzessionsstaateu bewegte sich um die Herstellung freundschaftlicher Beziehungen und die Wiederaufnahme des wirtschaftlichen Verkehres. - Die Vertreter der freniden Missionen beglückwünschten all-- gemein die Republik Oesterreich zum Friedensschlüsse,! iu welchem sie einen diplomatischen Erfolg erblicken. Der Empfang denn Staatskauzler dauerte drei Stunden. . Der bulgarische Friedensvertrag. Paris, 18. September. (Kon.°Bur.) Ueber den bulgarischen Vertrag, dev Freitag übergeben werden soü, erfahren die Blätter, daß er jenen von Versailles und Saint-Germain gleiche. Die allgemeine Wehrpflicht werde aufgehoben und eine bewaffnete Polizei mit 20.000 Mann festgesetzt; hierzu kämen noch 10.000 Mann Zollwächter und Gendarmen. Die Kriegsentschädigung betragt 2*/* Milliarden, die in längstens 37 Jahren bezahlt sein müssen. Es wird eine aus Engländern, Franzosen, Italienern, Griechen, Rumänen und Serben bestehende Untersuchungs- und Ko ntrollkom- Mission eingesetzt werden. — Dem „Journal" Zufolge bleibt die Frage des wirtschaftliche» Zuganges zum Aegäischen Meer in Schwebe. Vorbereitrrngen zu einer A^sgleichsaktion in dLU Tschecho-SlowaKer^ , Prag, , 18. SHstmiber? „Narodnä Politika" meldet, das die Negierung einen Gesetzentwurf übest' 'die Kreisversaffung, ein Sprachengesetz und . .ent Gesetz über .den Schutz der nationalen Minderheiten, vorbereije, wodurch den Deutschen vollste Gleichberechtigung nud Freiheit garantcert wird. Ob den Deutschen schon vor der Vorlage dieser Gesetze eine Erklärung gegeberr wrrd, ist noch nicht entschieden. . - . . . , Stribrny Obmann des nationalsozralen Klubs. Prag, 18. September.'(Tel. der „Wr. Morgenztg.") Zum Obmann des nationalsozialistlschen .Klubs wurde an Stelle des zum Eisenbahn minister ernannten Abgeordneten Emst Franke der frühere Eisenbahnministcr Stribrny gewählt. Das Schulwesen m der Slowakei. Prag, 18. September. Am Schluffe der heutigen Sitzitng .der Nationalversannnlung erklärte der Minister für die Slowakei, für die 30.000 Deutschen in der Zips würden mit Beginn dieses Schuljahres 1 Gymnasium,^ 3 Bürgerschulen und alle Bolksschüleu mit deutscher Unterrichtssprache eröffnet werden, für die Magyaren 3 Gymnasien, Parallelklassen in 7 Städten und alle Bolksschulcn, die von magyarischen Kmdern besucht würden. Die Sabotierung der tschechischen Anleihe. Prag, 18. September. (Tel.-Komp.) „Ceske Slovo" bringt heute infolge der geringen Zeichnungen auf die Staatsanleihe zu deren Gunsten einen Werbcausruf und bemerkt unter anderem: „Wir wvllm sehen, wie unsere kapitalistischen Schichten bei der Zeichnung vertreten sein werden. Wir sagen das nicht deshalb, weil wir bitten wollen, denn wir vertreten den Grundsatz, daß der Staat das Recht habe. ' sich das was er braucht, zu nehmen, und zwar auf dem Wege zu nehmen, den er für richtig hält Wenn daher unsere Kapitalisten den Weg der Anleihe nicht für den richtigen halten, ivird der Staat gezwungen sein, einen anderen Weg ßit betreten, sie mögen dann schm,' ob ihnen dies mehr oder weniger paßt. „Pravo Lrdu" schreibt im Zusammenhänge mit der Besprechung der finanziellen Lage in der tschecho-stowakrschen Republik: In verschiedenen Gegenden unserer Revublik find unsinnige Gerüchte' darüber verbreitet, daß unser Staat nahe vor dem Bankerott stehe. Die Landleute kaufen daher für ihr erspartes Geld alle möglichen Sachen zusammen, die sie gar nicht gebrauchen könnm, nur um aus dem drohenden Staatsbankerott noch zu retten was zu retten ist.. Wir könnet den ängstlichen Seelen mitteilen, daß keine Gefahr eines Staatsbankerotts für unsere Republik besteht, im Gegenteil die Finanzen des Staates werden fortgesetzt besser." Das tschecho-sLowalüfche Preßbrrreau wird verpachtet. Prag, 18. September. (Tel. der „Wr. Morgenztg?) Das Amtsblatt „Prazske Noviny" meldet, daß der Ministerrat beschlossm habe, das tschecho-slowakrsche Preßbureau an eine Privatgesellschaft zu verpackten. Der Vertrag soll bereits unterschrieben worden sein. Durch Berminliing des Außenministers Dr. Benesch beteiligen sich auch französische Kreise an dem neum Unternehmen, das mit einem Kapital von 10 Millionen Kronen gegründet wird. Der Nachricktmdicnst, der derzeit sehr viel zu wünschen übrig läßt, soll großzügig ansgestaltet werden. Sp artakiftennnruh cn in Braunschweig. ~ « Berlin, 18. September. (Tel.-Komp.) In Vraunschweig Mid gestern nachts spmtakistische Ulixrchen auZacbrocheu. die sich gegen dje MMjFMippenMten.' . Tagesbericht. Ein Aufruf an die jüdifchen Handelss angesteLLen und PrivatbeLMteu. Der Verband jüdischer Handelsangestellter ün8 Krivatbeamter Deutschösterreichs versendet einen Anstnfg dem wir nachstehendes entnehmen:; „Dis allgemeine' Stellung desjüdischen' Volkes', welches überall als: Mmorltät in das kompakte Ganze . samer Wirtsvölker ein gesprengt lebt, bedingt eine ganz' eigene Wirtschaftslage, welche gesteigert, und verschärft durch dis antijüdischen Strömungen unserer Umgebung und bereit? Betätigung sich zu dem ausgestaltet hat, was. wir. heute, iu . atUfeinen verschiedenen Formen kurz die JudLnfrage, nennen. ' ....?! Wir, jüdische HandelsangestesltL und Privatlieamte, erlennen die Zusammenhänge zivischen unserer'eigenen Lag«; und der Lago unseres Volles, als dessen Teil wir. unÄ! suhlen und stehen daher aus dem Standpunkt, daß unsere, wirtschaftliche Sonderstellung auch, nach separaten. 'Abhilfs-. Uiitteln schreit. . i; , Gibt es einen jüdischen Angestellten, dem ans den-- Stellen suche nicht schon öfters die Türe. ..vorder Nase. Angeschlagen ivurde, bloß, weil er Jude war? Wir jüdische^, Angestellten wissen ganz genau, daß unser EriverbZ» gebiet ein eingeschränktes'ist und daß für Uns, phn^ Rücksicht auf die Qualitäten, nur eine um .50 Prozent ge-> kürzte Existenzmöglichkeit besteht. Gegen diesen unser Erwerbsleben schwer schädigendtti' Boykott gibt. es nur eine Waffe: die Organisation! Es ist aber ni^t genug, das Wahre für sich allein! erkannt zu haben! Eme'Partei, die noch numerisch schwach ist, eine Beivegirng, die noch in den Anfangsstadien Iteht,^ die noch-den Kampf um ihre Existenz führt, muß vrpr. ihren Anhängern' mehr als die bloße Zugehörigkest verlangen. ' '.'s 'Kollegen und Kollegümen! An 70 Prozent der Juden im Westen sind als Angestellte, Beamte und Arbeiter! tätig: Unsere Klasse bildet denmach die Mehrheit. des! erwerbenden Teiles unseres Polles und die Arbeitskrafü ist es, .dze das Natioualvermögen jedes Volkes bildet. - Wir jüdische. Angestellte.üi Handel und Industrie, wlp, 'im Vereine nkrt der indischen Arbeiterschaft, ssind denmach! 'das. wirtschaftlich^ Rückgrat unseres Volkes. . .!? Dieses gesund und Wisch zu erhalten ist ^uuserL' "Pflicht, .sollen nicht unausbesserliche Schäden an ünfdreür-' *PolkZkö'rper entstehen!'.Zu. dieser Arbeit rufen wir erüh,. sind erwarten, daß ihr sie als klassenbewußte .Angestellte und aufrechte Juden leisten werdet." 'j Wir fügen hinzu, daß der Jüdische Hmrdlungsgehilfenverband („I. H'. V.") schon zwei Jahrzehnte besteht und vor dem Kriege eine achtunggebietende, . weitverzweigte, national-gewerkschaftliche Organisation darstellde. Nun hat er in Deutschösterreich unmittelbar nach dem Umsturz seine Tätigkeit neu ausgenommen die natürlich während der Kriegszeit sehr stark behindert war, zumal der größte Teil der Mitglieder. Militärs dienst leistete. Er gewährt seinen Mitgliedern bei Stellenlosigkeit Unterstützungen, unterhält eine Stellen-' Vermittlung und stellt den Mitgliedern eine Lesehalle mb BetBtoiaM. .Ek -v-r-