Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 21 (1901)
- Issue
- Heft 10 (1.10.1901)
- Date
- 1901-10-01
- Page
- Seite 231 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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231 Heidentum von der Halacha beurteilt, — der Gegenstand ist sehr wichtig, denn am Ende muß unsere Zeit sich klar werden über die anderen Religionen. — Ueber Kreis-Rabbiner Wiesner in Nachod schreibt Wessely: Er ist einer der wissenschaftlich gebildetsten Rabbiner Böhmens, bis zur Selbstverleugnung bescheiden und ein großer Schlemiehl. — Jellinek schreibt am 7. Dezember 1860 : Aus den Zeitungen ersehe ich, daß Ihr Schoßberger nach Grau geladen wurde. In dem guten jüdischen Oesterreich dominiert noch immer der Geldsack.-Auch sollten Sie anregen, daß man Jost Nachrufe auf den Kanzeln halten soll. Es gilt die Wissenschaft gegenüber der Geldaristokratie zu heben. — Ueber Rapvport schreibt Jellinek am 11. Dezember 1860: Dieser Rapvport, ein Apostat seiner selbst, will durchaus R. Ezechiel Landau sein und moralisiert jedermann. — Ferner schreibt er: Das Predigen nimmt mich hier sehr in Anspruch, der Wiener ist ein Gourmand des Geistes. — Raphael Kirchheim schreibt: Weiter möchte ich Sie bitten» A. (das ist der frühere Rabbiner vr. Auerbach in Darmstadt) nicht in der Gesellschaft eines Rapvport und Kaempf zu nennen. Der Name dieses von der öffentlichen Meinung gebrandmarkten Wucherers darf nicht neben diesen Ehrenmännern stehen. Jellinek schreibt am 28. Januar 1861: Den Grundsatz, daß es im Judentum weder Orthodoxie noch Reform giebt, den ich gleich bei meinem Antritte hier aussprach halte ich nicht bloß für historisch richtig, sondern auch für praktisch wichtige Ich sage Orthodoxie und Reform passen nur auf Judentum und Christentum. Ersteres ist orthodox, letzteres ist die versuchte Reform des Judentums. — L. Duckes schreibt aus London am 1. Juli 1861: Im heutigen Judentum ist nicht viel Geistiges. Man darf nicht viel geistiges Kapital hineinlegen, es bringt nur geistigen Ruin Von hier will ich nicht reden, hier ist alles tief verächtlich und nicht wert, ein Wort darüber zn reden. — Mit dem „Ben Chananja" ist hier wenig zu machen, wie mit allen litterarischen Werken. Es ruht allenthalben der Fluch auf allem Jüdisch-Litterarischen. Wenn ich einen Sohn hätte, würde er nicht über hebräische Litteratur schreiben. — Wessely schreibt: In Berlin langte ich gerade an dem Tage an, da Holdheim begraben wurde und seine Ruhestätte unter denen fand, die er im Leben oft beunruhigte und die ihm sicherlich seine Ruhestätte neben sich nicht vergönnen würden. Welche Erbitterung die Affäre hervorgerufen, besonders bei einer gewissen Klasse nnd selbst bei solchen, die dem jüdischen Leben fernstehen und keiner Koterie angehören, sowie die Resignation Sachs' als deren unmittelbare Folge ist Ihnen gewiß bekannt. Ganz unrecht hat Sachs nicht. Dem Vorwurf der Taktlosigkeit mindestens kann die Gemeinde nicht entgehen. In Berlin sind die jüdischen Zustände überhaupt sehr faul und Sachsens Stellung nichts weniger als erfreulich. — Zunz ist der alte Demokrat durch und durch, aber ein Philosoph im wahren Sinne des Wortes. R. Kirchheim schreibt am 14. Dezember 1861 von Frankfurt a. M.: Für die Verbreitung der „Ben Chananja" ist hier nichts zu thun. Das Materielle