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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1901-09-01 · Heft 9 (1.9.1901) · p. Seite 201

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
21 (1901)
Issue
Heft 9 (1.9.1901)
Date
1901-09-01
Page
Seite 201 (sequence 9)
Language
German
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201 auffordert „Ich zweifle nicht daran," schreibt er, „daß dieses Institut mit der Zeit eine große und heilsame Bedeutung gewinnen wird, aber freilich ist dazu auch die Beteiligung aller Wackeren nötig." F a s s e l, der auch eine Einladung von Geiger erhielt, schreibt am 8. Juni 1846 aus Proßuitz an Low, daß er nicht nach Breslau gehe und sich „von der Frankelschen Versammlung viel mehr praktischen Nutzen verspreche." Am 25. Juni 1846 schreibt H o l d h e i m von Berlin an Löw, daß er ihm „nicht diejenige gründliche talmudische Gelehrsamkeit zutraute", welche dessen ungarischen Briefe charakterisieren. Er schreibt ferner: „Auch muß ich gestehen, daß ich es nicht begreife, wie Sie bei Ihrer objektiven Kenntnis des Talmuds den Beschlüssen der Pariser Syntedrin einen anderen Wert beilegen können, als allenfalls den, um an ihnen die Unzulänglichkeit des halben Standpunktes evident nachzuweisen." Hochinteressant ist der Brief von Dr. H. Graetz aus Nicolsburg, 22. August 1850. Er schreibt: „Männer von entschiedener prinzipieller Gesinnung, die ihre Ueberzeugung nicht aus dem faden Gebräu romantischen Fusels (er weilte damals bei Rabbiner Dr. Samson Raphael Hirsch in Nicolsburg) sondern an der frischen Quelle geläuterter Wissenschaft schöpfen, sind zu selten, als daß eine solche Erscheinung nicht ein andauerndes Interesse erwecken sollte, und man gewinnt sie um so lieber, je niehr sie gelehrte wie ungelehrten Alltagsmenschen verketzern und verfolgen. Sie können überzeugt sein, daß dies nicht ein Weihrauchstreuen meinerseits ist und wenn es dieses wäre, so sehe es einer Selbstvergötterung ähnlich; denn auch ich fühle den Drang in mir, die Wissenschaft als einzige Gottheit hinznstellen, der alles übrige zum Opfer fallen müsse." — Er bat Löw, ihn als Rabbiner in Kaniza in Vorschlag zu bringen, da er in Breslau die Stelle als Direktor der Religionsschnle verloren und die Aussicht auf eine Professur an dem projektierten Rabbinerseminar in Mähren sich zu sehr in die Länge ziehe. Er besaß eine Hatoro (Autorisation) von Frankel, ein Promotionsdiplom und ein Zeugnis als Rektor für höhere Schulen. Die Stelle-in Kaniza erhielt Fasset, der am 16. Juni 1851 von dort an Löw schreibt, dem er seinen Geburtstag 21. August 1802 angiebt und die Namen seiner Lehrer: R. Eleasar in Trisch, Herr Dentschmann und Herr Moses Sofer in Preßburg. Am 26. Juni 1851 schreibt Leopold Stein über die Berufung des Landrabbiners S. R. Hirsch nach Frankfurt a. M.: Er verspricht sich von dieler Berufung viel Gutes, indem dadurch Leben und Regsamkeit in das hiesige (Frankfurter) stagnierende religiöse Gemeinwesen kommen wird. Geiger schließt einen Brief vom 17. Oktober 1855: „Und so wollen wir denn rüstig auf litterarischem Gebiete wirken, die Früchte für's Leben werden nicht ausbleiben." Gotthold Salomon schreibt am 11. Januar 1856: „Wie Sie aus einliegendem Blättchen sehen, schriftstellere ich nach wie vor und predige in die Welt,

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