Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 21 (1901)
- Issue
- Heft 6 (1.6.1901)
- Date
- 1901-06-01
- Page
- Seite 131 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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131 holländischen Künstlern herrührend, ferner über 200 Porträts von historisch denkwürdigen und berühmten Juden, und die meisten dieser Darstellungen besitzen auch besonderen Wert durch den Kiinstler, von welchem sie verfertigt wurden. Hieran reiht sich eine Anzahl von Büsten und Porträt-Medaillons von jüdischen Künstlern, Dichtern uud Gelehrten. Unter den Gegenständen für den rituellen Gebrauch befinden sich mehrere Kunstwerke, welche ihre Entstehung jüdischen Künstlern verdanken. Redner weist auf Seder-Schüsseln aus Majolika und Fayence hin, von welchen mehrere von Mitgliedern der Familie Azulai, und zwar zu ganz verschiedenen Zeiten (1530 bis 1730) und an verschiedenen Orten Italiens (Padua, Pesaro, Faenza) verfertigt wurden. Zu diesen Kategorien gehören die zahlreichen Menora's aus Bronze und Silber, die Sederschüsieln aus Zinn, getrieben und reichverziert, die Gewürzbüchsen aus edlen Metallen, Schofar mit reicher Ornamentierung u. a. m. Ein reicher Silberpokal, eine Widmung des Cultusvorstandes an den verewigten Prediger I. N. Mannheimer, welcher dem Museum erst vor wenigen Tagen durch den Wiener Juwelier, Herrn Adolph Jonas, zum Geschenk gemacht wurde, erregte die Bewunderung der Versammlung. Die Gesellschaft war in der glücklichen Lage, die Herausgabe der berühmten Hagada von Serajevo zu subventionieren. Sie besitzt außerdem künstlerische Reproduktionen von zahlreichen Illustrationen aus diesem Kunstwerke, die von der Künstlerhand Fleischers angefertigt, von dem kunstsinnigen Kultusvorsteher, Herr Salo Cohn erworben und sodann dem Museum zum Geschenke gemacht wurden. Auch diese zur Ausstellung gebrachten Tableaus fanden lebhaften Beifall bei den Anwesenden. Das Museum bewahrt in pietätvoller Weise Handschriften, Korrespondenzen, Reliquien von berühmten Persönlichkeiten auf; zu diesen Männern zählen: L. A. Frankl, Adolf Jellinek, I. N. Mannheimer, Salomon Sulzer in Wien, Löw in Szegedin, Schwab in Budapest u. a. Die Sammlungen sind in steter erfreulicher Zunahme, aus allen Teilen der Welt kommen dem Museum Geschenke, vielfach von anonymen Gebern, zu. Schon lange sind die Räumlichkeiten nicht mehr ausreichend zur Unterbringung der vielen Kunftschätze und zur Aufnahme der überaus zahlreichen Besucher, welche sich allwöchentlich daselbst einfinden. Als weitere Aufgaben der Gesellschaft bezeichnet Redner die Herausgabe eines neuen Kataloges der bereits gegen 2000 Nummern umfassenden Sammlungen, wenn möglich, mit Illustrationen versehen; ferner die Verfassung und Evidenzhaltung einer Statistik der Juden, die Errichtung einer Lesehalle, und die bereits in das erste Programm der Gesellschaft aufgenommene Erforschung des Heiligen Landes. Dazu sind aber vor allem größere Geldmittel erforderlich, als sie heute der Gesellschaft zur Verfügung stehen. Dankend erwähnt Redner der Subvention und der moralischen Unterstützung, deren sich die Gesellschaft