Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 21 (1901)
- Issue
- Heft 6 (1.6.1901)
- Date
- 1901-06-01
- Page
- Seite 130 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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und Exodus, als Synonym von Sinai gebraucht wird, kann von einer Wurzel, welche „Höhle" bedeutet, abgeleitet werden. Diese Ableitung bringt den Namen in Zusammenhang mit den Troglodyten oder Höhlenbewohnern von Jdumäa. Paran hat dieselbe Bedeutung Kadesch ist an einem andern Orte, Gen. 14, 6, 7, En- Mishpat. d. h. Quelle des Gerichtes, genannt. Dieses kann uns den Ursprung des Namens „Kadesch" „heilig" erklären helfen. Der Berg war so genannt, weil er der Ort der göttlichen Erscheinung und ein Platz des göttlichen Gerichtes war. Schließlich identifiziert dieser Gelehrte die Quelle des Gerichtes mit dem modernen Ain Musa in der Stadt Petra. Mit Berufung auf das Onomastikon des Eusebius wurde schließlich gezeigt, daß bis zum 4. Jahrhundert unter den Kirchenvätern die Meinung vorherrschte, der Horeb liege in Midian, d. i. in der Nähe Jdumäas. Die Bibel jedoch zeigt uns an keiner Stelle, wo der Berg Sinai lag. So steht es uns frei, uns an diejenige geographische Ansicht zu halten, die uns am besten im Einklang mit den Ueberlieferungen der heiligen Schrift zu sein scheint. Aas jüdische Museum in Wien. Jüngst hielt der Präsident der Gesellschaft für Sammlung und Conservierung von Kunst- und historischen Denkmälern des Judentums in Wien, Herr Baurath Stiassny, in einer Versammlung der Oesterr.-Jsrael. Union daselbst, vor einem zahlreichen, erlesenen Publikum einen Vortrag über die Sammlungen dieser Gesellschaft, über das „Jüdische Museum". In neuerer Zeit besteht die Tendenz, Museen für spezielle wissenschaftliche Fächer, für höhere Kunst (Malerei, Plastik), oder für das Kunstgewerbe anzulegen. Dem gegenüber hat das Museum schon bei seiner Gründung einen universellen Charakter erhalten. Es soll eine Vereinigung von Produkten des gesammten geistigen und künstlerischen Schaffens der Juden und des Judentums von alten Zeiten bis auf die Gegenwart werden. Dieser Anforderung entsprechen, wenn auch noch in bescheidenen Grenzen, die Sammlungen des „Jüdischen Museums" bereits gegenwärtig. Nachdem Redner eine kurze Darstellung der auf das Jahr 1892 zurückgreifenden Entstehungsgeschichte her Gesellschaft gegeben, beschrieb er die Hauptkategorien der gesammelten Objekte. In erster Linie sind es Gegenstände der Kunst und des Kunstgewerbes. Das Museum besitzt eine große Anzahl von künstlerischen Darstellungen nach der heiligen Schrift in Kupferstichen, Radierungen und in anderen Reproduktionsmethoden, welche an sich künstlerischen Wert besitzen und dem Beschauer Anregungen der verschiedensten Art gewähren, sodann eine große Anzahl von Darstellungen aus dem religiösen und bürgerlichen Leben der Juden, von französischen, deutschen und