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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1898-09-01 · Heft 9 (1.9.1898) · p. Seite 196

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
18 (1898)
Issue
Heft 9 (1.9.1898)
Date
1898-09-01
Page
Seite 196 (sequence 4)
Language
German
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196 Beiträge zur Geschichte der israelitischen Weakschute „Mitanthropin" in Isrankfurt a. W. gegründet 1804. Schüler und Freunde des Philanthropins in Franfurt a. M. und auswärts werden gebeten uns auf die Anstalt sich beziehende Schriftstücke und Drucksachen leihweise zur Verfügung zu stellen. Wir haben die Absicht besonders das Leben und Wirken von Michael Heß, Joseph Johlsohn, Michael Creizenach, I. M. Jost, Dr. Sigismund Stern und Dr. Jacob Auerbach, die auch in der Geschichte der modernen Entwicklung des Judentums eine hervorragende Bedeutung haben, ausführlich zu behandeln. Aus einer Mede, gehalten im Juni 1855 in der Reformgemeinde zu Berlin beim Scheiden Dr. Sigismund Stern's von Dr. Samuel Holdheim. Meine Freunde! Der Mann, der heute aus unserer Mitte scheidet, war einst der Vorkämpfer, der Fahnenträger dieser Gemeinde. Er hat zuerst die Fahne des Fortschrittes, das Banner der Reform in der hiesigen Gemeinde eingepflanzt. Es war keine neue Lehre, die er Ihnen brachte. Was die starken Geister auf dem Felde der Wissenschaft des Judentums zu Tage gefördert, was die Forschenden und Suchenden aus dem Schooße der Berge hervorgegraben, das hat er in edler Form und leichtem Gewände Ihnen vor die Augen und an's Herz gelegt. Ja, das edle Metall und das gediegene Erz, das sie mühsam gewonnen und das eben wegen seines hohen Wertes nicht leicht verwertet werden konnte, das hat er für Sie in gangbare Münze umgeprägt und dem Volke zugänglich gemacht. Und so gelang es ihm für den Gedanken einer Reform des Judentums, welcher das Herz der deutschen Judenheit schon damals durchzitterte und dem gerade die Wege und Zugänge zur hiesigen Gemeinde verschlossen blieben, die eisernen Thore zu sprengen und in sehr vielen edlen Geistern und Herzen eine Begeisterungsflamme anzuzünden, die noch heute brennt und gehörig gespeist und genährt, nimmer erlöschen wird. Es ist wahr, es scharten sich um ihn Männer von gleicher Geisteskraft und Seelenstärke und es entstand ein fester Bund einer Lebensgemeinschaft, der zu großen Hoffnungen berechtigte, so daß er als Berg unter den Bergen, nicht mehr wie einst im Thale hervorragen konnte. Aber das war eben sein Verdienst, daß er mit solchen Kräften zu gemeinsamem Wirken sich verband, und auch dann noch blieb er, wo nicht die Seele und der Mittelpunkt, doch das wirksamste Organ, der auf festen Grundlagen neugegründe«

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