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Der Morgen · 1936-06-01 · Heft 3 (Juni 1936) · p. 128

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Journal
Der Morgen
Volume
12 (1936-1937)
Issue
Heft 3 (Juni 1936)
Article
Hollekreisch
Date
1936-06-01
Page
128 (sequence 3)
Language
German
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Max Grunwald: Hollekreisch nios erkannt, der sich in ähnlichen Amuletten in rumänischer und anderen Sprachen findet und in dem wir den dämonenbekämpfenden persischen Messias Saoschyant erkennen dürfen. Sisinnios wird in griechischen Beschwörungen unserer Kategorie von einem „Synidor" begleitet, der wohl aus Alexander (Sander), dem Bekämpfer der Amazonen, und weiter in unserem Amulett zu Snwj verstümmelt ist. Smnglf, das uns nur in den jüdischen Varianten dieser Beschwörung begegnet, enthält offenbar als zweiten Teil den Namen der in den griechischen Amuletten die Lilith vertretenden Gelov, und der erste Bestandteil „Smn" ist wohl aus griechischem Symmigny (bekämpfen) verkürzt, so daß das Ganze eine Bildung wie „Alexandras" (Männer-Abwehr) darstellt und „Bekämpfer der Gelov", also Helfer gegen einen weiblichen Dämon bedeutet. Hier sind somit griechische Elemente und ein persisches in jüdische Kreise geraten. Die Beziehung zu Persien überrascht uns nicht. Ist doch auch Lilith nach jüdischen Texten Mutter des Ormuzd und des Ahriman. Zaraduscht und Peroz aber finden sich nicht nur als der Dämonenkönig Birsef und sein Vesir Firuz in dem bekannten »Iggeret baale chajjim", sondern als Zarzif oder Zartuk und Firuz neben Mastemas auch in hebräischen Beschwörungsformeln. Griechisches Sprachgut liegt ferner in einigen vielumstrittenen Namen in einem synagogalen Gebet nach dem Priestersegen vor. Noch in älteren Ausgaben unseres Machsors findet man nämlich folgende Reihe: A.n.q.th.m. — Ph.s.th.m. — Ph.s.ph.s.j. m. — D. j.v.n.s. j. m. Einen Anhalt zu ihrer Entzifferung bietet uns die folgende Planetenverbindung bei Ptolemaeus: Anaktores, Demeter, Kore, Dionysos. Anaktores und Dionysos sind in unserer Reihe sofort zu erkennen. Kore ist Artemis mit dem Beinamen Phosphoros, den wir in unserem Ph.s.ph. s. j.m. wiederfinden. Wer aber ist unser Ph.s.th.m.? In einer griechischen Aufzählung der auf die einzelnen Monatstage entfallenden denkwürdigen Daten finden wir, den Kalenderheiligen ähnlich, eine Reihe von Götternamen. Neben Phosphoros, Dionysos und anderen steht Hephaistos, dessen Geburt auf den 15. des Monats verlegt wird. Er ist unser Ph. s. th. m. Aber als hebräische Engelnamen erscheinen auch Demeter, Aphrodite und Diana (mit dem Zusatz „bethula", d.i. Jungfrau, wenn nicht etwa „Dina bath Lea" zu lesen ist); ferner Hermes-Merkur (Caducifer), Luna, Plutos (als Plustos), Tartaros, Poseidon (als Pstln), Dike, Symmetria, Agathodemon (als Abidemon) und Astrabe (Blitz). Astrabe ist zur „Astribu" geworden, die als Kinderfeindin in hebräischen und jüdischdeutschen Zaubertexten erscheint, ebenso wie Lilith, Obyzuth (Amazone), was unsere oben versuchte Lösung Snwj als „Alexander" bestätigt, oder Mare, Brusche (spanisch bruja „Hexe"), 128

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