Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 12 (1936-1937)
- Issue
- Heft 3 (Juni 1936)
- Article
- Hollekreisch
- Date
- 1936-06-01
- Page
- 129 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Schriften um Maimuni „Der böse Blick", „Streit", Lippe der Unreinheit, Benemerin und „Gift". Gift heißt ja eines der fünf Glieder der Welt der Finsternis bei den Manichäern. Von ihnen dürften alle diese Lilithbeschwörungen herstammen. Lilith wird auch als „Königin von Samarkand" bezeichnet und mit der Königin von Saba identifiziert, die nach dem Vorbilde der babylonischen Sabitu als „wilde Frau" und Männerverführerin durch den deutsch-jüdischen Volksglauben spukt. Es ist also eine recht ausgiebige Rundreise, die uns das Suchen nach dem Sinn des „Hollekreisch" von Deutschland aus bis in den fernsten und ältesten Orient und von dort nach Deutschland zurück führt. Schriften um Maimuni Leo Strauß, Philosophie und Gesetz Alexander Altmann, Des Rabbi Mosdie ben Maimon More Newudiim im Grundriß. Schocken-Verlag Die drei — mit der einem eigenen Problem gewidmeten Einleitung sind es vier — von Strauß in dem Bande veröffentlichten Abhandlungen werden, mehr noch als durch aneinandergrenzende Fragen, durch eine einheitliche Blickrichtung des Verfassers zusammengehalten: es ist die Ratio, die autonome Vernunft, die in ihrer Leistung, ihrer Bewährung und ihrem Versagen mit bestimmten philosophischen bezw. religionsphilosophischen Gedankengängen konfrontiert wird. Es sind eigentümlich verschlungene Bahnen von der Art, wie sie das Buch über Spinozas Religionskritik schon kenntlich gemacht hat. Wenn die einen weiteren Leserkreis vielleicht am meisten interessierende Einleitung von dem Gegensatzpaar Orthodoxie und Aufklärung und deren Fortsetzung im religiösen Liberalismus spricht, so hat Strauß unstreitig recht, daß die sogenannte .,Verinnerlichung" häufig nur eine Kulisse darstelle, hinter der allerhand (nicht einmal erheuchelte und eingeredete) Gefühle den verlorengegangenen Glauben nicht zu ersetzen vermögen. Ob freilich der letzte Sinn der Alternative Orthodoxie oder Aufklärung in der Alternative Orthodoxie oder Atheismus liegt, möchte ich bezweifeln, — nicht aus der Innerlichkeit liberaler Frömmigkeit heraus, sondern weil mir der hier durchschimmernde Religionsbegriff zu einfach an einer alles Traditionelle en bloc schluckenden Orthodoxie orientiert erscheint. Aber das ist ein weites Feld. Das zweite Kapitel bringt an der Hand von Bemerkungen zu Julius Guttmanns ...Philosophie des Judentums" eine Auseinandersetzung über Alte und Neuere in der Philosophie des Judentums. Es leitet zu zwei Problemen des mittelalterlichen Denkens 129