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Der Morgen · 1929-08-01 · Heft 3 (August 1929) · p. 300

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Journal
Der Morgen
Volume
5 (1929-1930)
Issue
Heft 3 (August 1929)
Article
Von allerlei Büchern [Rezension]
Date
1929-08-01
Page
300 (sequence 7)
Language
German
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Max Dienemann unterscheiden zwischen der Thora an sich und der Wortgeformtheit der Thora; hinter dem Gewände des Wortes stehe das Geheimnis der Thora an sich, und wehe dem Unberufenen, der daran rührt. „Nicht das Wort bestimmt das Geheimnis sondern das Geheimnis das Wort." „Ein gefährliches Wort!" So sprach einst auch die Gnosis, so war der Weg der Kabbalah. Und heißt das, daß das Wert der Thora nun nicht mehr allein maßgebend sei, oder heißt das, daß weil der Sinn mit Geheimnis umgeben sei, das Wort allein maßgebend sei? Es ist nie und nirgend leicht, des Verfassers Gedankengang zu erschöpfen. Aber mag manches nicht zu verstehen sein, viel Schönes ist darin, und bezwingend ist Tendenz und Schluß des Ganzen, daß alles irdische Sterben überdeckt wird von der geistigen Schöpfung, die Eltern am Kind geübt, daß Kündschaft Verbundenheit mit dem geistigen Wollen der Eltern ist und eigene Elternschaft an solcher Kindschaft gerichtet sein muß. Zu Moritz Schäfers 70. Geburtstag haben seine Freunde und Schüler eine Festschrift1) herausgegeben. Zu Ehren dieses um die Wohlfahrtsarbeit im D. J. G. B. hochverdienten Manne, den die Jugend eindrücke aus seiner oberschlesischen Heimat zu jüdisch-religiösem und sozialem Wirken in der Großstadt beflügelt haben, sind eine Anzahl von Aufsätzen aus den mannigfachsten Stoffgebieten vereinigt. Ohne irgendeinen der Beiträge damit zurückzusetzen, sei im besonderen Walter Breslauers Aufsatz „Zum Recht der Eheschließung und Ehescheidung der in Deutschland wohnenden ausländischen Juden" herhorgehoben, obgleich er, was die Ehescheidung polnischer Staatsangehöriger anlangt, inzwischen durch die neueste Gesetzgebung überholt ist. Eine Jubiläumsfestschrift zu Josef Wohlgemuths2) 60. Geburtstag vereinigt eine Reihe von deutschen und hebräischen Aufsätzen. Auch hier ist es nicht möglich, die Beiträge im Einzelnen zu würdigen; hervorgehoben seien im besonderen die Aufsätze von S. Klein über „Galiläa von der Makkabäerzeit bis 67" und von A. Marmorstein über die „Nachahmung Gottes in der Agada". Von dem Ringen jüdischer Akademiker gibt ein vom Bund jüdischerAkademiker herausgegebenes Sammelheft3) Kunde. Der Bund ist die Organisation der gesetzestreuen Akademiker. Man liest in dem Hefte neben Mitteilungen über die äußere Form der Arbeit im Bunde allerhand Referate, die auf den Vereinsabenden gehalten wurden; sie sind in ihrer Knappheit und dem Suchen nach Erkenntnis ein schöner Beweis des im Bunde herrschenden Strebens. Ein einleitender Aufsatz von S. Breuer „Weltbild und Weltsinn", schwer geschrieben, zirkelt um die Anerkennung des Wunders und verwebt schon die neue eben im Werden begriffene Erkenntnis, daß das Kausalitäts-Prinzip ins Wanken geraten ist. Nach wie vor fesselt die Erscheinung des Chassidismus. In einer Studie gibt *) Festschrift zum 70. Geburtstag von Moritz Schäfer 1927. Philo-Verlag, Berlin. 273 S. 10 Mk. 2) Jüdische Studien 1928. J. Kauffmann Verlag. 10 Mk. 3) Unser Weg. Jüdisch-Akademische Blätter, Heft 1. Selbstverlag, Berlin. 74 S. 300

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