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Der Morgen · 1926-04-01 · Heft 1 (April 1926) · p. 58

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Morgen
Volume
2 (1926-1927)
Issue
Heft 1 (April 1926)
Article
Judentum und jüdische Religionsphilosophie im Urteil heutiger Katholiken
Date
1926-04-01
Page
58 (sequence 2)
Language
German
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Max Dienemann Literatur eben erfährt, und es wäre nur wünschenswert, wenn sie auch in jüdischen Kreisen so tief ins Bewußtsein eingedrungen wäre. Die Ausführungen sind getragen von einem hohen Maße von Achtung und Respekt; der Verfasser steht dem religiösen Ringen, das in der jüdischen Religionsphilosophie unserer Tage sich auswirkt, mit dem sichtbaren Bemühen um eindringende Vertiefung und deutlicher Anerkennung, wenn auch nicht des Ergebnisses so doch des in ihm nach Ausdruck suchenden Willensernstes, gegenüber. Er hat sich in Bäck, Cohen, Franz Rosenzweig, Buber, Brpd hineingelesen und sich sichtlich bemüht, das was den Heutigen jüdische Religiosität und Bedeutung des Judentums ist, zu ergründen und zu erkennen. So sehr man sich über diesen Willen zur Gründlichkeit und zur Erkenntnis und über manches anerkennende Wort freuen mag, es ist trotzdem notwendig, sich nun unsererseits mit dem Aufsatz auseinanderzusetzen, und zwar nicht deshalb, weil der Verfasser am Schlüsse seiner Ausführungen der Überzeugung Ausdruck gibt, daß nur das Christentum imstande ist, die Spannungen auszugleichen, die die verschiedenen Menschenarten auseinanderreißen, daß das Christentum mit seinem Gottesbegriff die Brücke ist, die einzige, auf der Ost und West sich begegnen können, — wie sollte er als katholischer Christ anders denken können, — sondern weil Przywara gerade an entscheidenden Stellen die Stimme der modernen jüdischen Religionsphilosophie nicht verstanden oder falsch gedeutet hat Diese Auseinandersetzung soll nur nicht in der Weise vollzogen werden, daß Schritt für Schritt die Irrtümer seiner Darstellung aufgezeigt werden und jeder falschen These nachgegangen wird, dazu müßte sein ganzer Artikel hier wiederholt werden, und das würde zu weit führen, wäre schließlich eine Art Religionsgespräch, das nur im intimsten Kreise möglich und fruchtbar wäre. Es sollen hier nur die weganweisenden Punkte beleuchtet werden, an denen ihm ein Irrtum in dem Verständnis der jüdischen Religionsphilosophie der Gegenwart unterlaufen ist, ein Irrtum, der geeignet wäre, das Judentum in seiner religiösen Geltung stark herabzusetzen. Die Aufhellung dieser Punkte wird so zugleich zu einer Art Interpretation des Sinnes der Ausdrucksweise heutiger jüdische Religionsphilosophie und zu einer Beseitigung von Mißverständnissen. Worin gipfeln Pater Przywaras Ausführungen und worauf gründen sie sich? Er findet, daß die jüdische Religionsphilosophie den persönlichen Gotl verloren habe und den Menschen durch die ihm zugeschriebene Aktivität zum vollendeten Herrn der Welt gemacht habe. Repräsentanten der angeblich so gerichteten jüdischen Denkweise sind ihm Bäck, Cohen, Buber, Brod, Franz 58

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