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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1920-01-01 · Heft 4 · p. Seite 270

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
64 (1920)
Issue
Heft 4
Article
Jakob Guttmann
Date
1920-01-01
Page
Seite 270 (sequence 21)
Language
German
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0ל2 Jakob Guttmann. bischen Quellen; und wiewohl er für die Deutung der arabischen Texte auf die stets bereite Hilfe seines Schwagers Simonsen angewiesen war, löste er die exegetischen Aufgaben stets mit solcher Gründlichkeit, daß sie auch bei Arabisten volle Anerkennung fanden1). Diese Fülle von. Kenntnis stellte aber Jakob Guttmann in den Dienst einer völligen Unparteilichkeit und Gerechtigkeit. Nicht nur, daß er ,,den Kleinen wie den Großen hörte“, die Verdienste der Geringeren wie die Schwächen der Allergrößten anerkannte; vor allem war er stets bestrebt, bei aller Treue zur eigenen Religion auch der fremden Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. ,,Ich bin mir stets bewußt,“ schrieb er in der Vorrede zu seinem Buche über die Scholastik, ,,fern von jeder einseitigen apologetischen Tendenz den Standpunkt wissenschaftlicher Objektivität im Auge zu haben“. In der Tat hat er den Einfluß Gabirols auf das Christentum zwar in vollem Umfang dargestellt, aber ausdrücklich vor einer Überschätzung gewarnt, deren sich ein von ihm hochverehrter Vorgänger ״in der ersten Überraschung“2) schuldig machte; aber auch bereits als Jüngling hatte er in der Besprechung eines verdienten apologetischen Werkes gerügt, daß der Verfasser Gefahr laufe, ״den! Judentum zuliebe die Schattenseiten des Christentums noch dunkler zu zeichnen, als sie in Wahrheit sein mögen“3 *). Weil das treue Bekenntnis zur eigenen Religion aus tiefstem Wahrheitsdrang quoll, konnte und mußte er gerecht sein gegen die fremde; so bewährte sich bei ihm das Wort, das von dem Friedensherrscher der messianischen Zukunft gesprochen ist: die Gerechtigkeit ist der Gürtel seiner Lenden und die Treue der Gürtel seiner Hüften. 1J Vgl. z. B. Goldzihers Besprechung des ״Israeli'6 und des ״Abravanel“, Deutsche Literaturzeitung 1912, 21 und 1916, 1040. 2) Scholastik des 13. Jahrhunderts 11. 3) MS 1870, 367 mit Bezug auf Herzbergs ״jüdische Familienpapiereet.

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