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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1920-01-01 · Heft 4 · p. Seite 269

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
64 (1920)
Issue
Heft 4
Article
Jakob Guttmann
Date
1920-01-01
Page
Seite 269 (sequence 20)
Language
German
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IRI
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Jakob Guttmann. 269 der Gedankengebäude versucht1). Aber in der Hauptsache bleibt der Frage nach Quellen und Auswirkung der Systeme sein Interesse zugewandt. In seinen Beiträgen zu dem zweibändigen Sammelwerk über Maimonides2) versucht •er einerseits das Verhältnis des größten jüdischen Religionsphilosophen zu seinen jüdischen Vorgängern, an־־ dererseits seine Wirkung auf das christliche Abendland zu bestimmen; seine jüngsten Arbeiten betreffen z. B. Isaak Israeli, den Zeitgenossen Saadias, der gleichfalls stärk auf Christen gewirkt hat, oder sie behandeln die letzten Denker des ausgehenden Mittelalters, in welchen das philosophische Streben ihrer großen Vorgänger nachwirkt und ausklingt3). So fern es uns liegen muß, eine annähernd vollständige Übersicht über Jakob Guttmanns wissenschaftliche Leistungen zu geben, so wichtig ist es für uns, zu erkennen, wie jenes Streben des praktischen Theologen nach Klarheit, nach Gründlichkeit und nach Wahrhaftigkeit, auch bei seinen wissenschaftlicher! Arbeiten eigenartig zutage tritt. Wie seine Predigt alles geistvoll Blendende vermied, so kennzeichnete auch seine Untersuchungen jener Zug, den er dem unvergeßlichen Leopold Cohn4) nachrühmte: ,,jener ernste Wahrheitssinn des Forschers, der, auf blendende Einfälle verzichtend, den ihn beschäftigenden Fragen bis auf den Grund ging und das nur gelten ließ, was er nach allseitiger Prüfung glaubte als das Richtige erkannt zu haben“. Daraus ergab sich die Pflicht sorgfältigsten Studiums der Texte, gelehrte Versenkung in die griechischen und ara- ב) Zu dieser Form der Behandlung nötigte der Stand des Materials bei Isaak ben Salomo Israeli (Baumkers Beiträge 1911), der Guttmann auch wesentlich wegen seines Einflusses auf christliche Denker interessierte, und in der Schrift: Die religionsphilosophischen Lehren des Isaak Abravanel, Breslau 1916. Die quellenkritische Behandlung leidet darunter nicht. 2) 1908 bezw. 1914. 3) Außer der erwähnten Arbeit über Abravanel ist zu nennen: ״Die Familie Schemtob in ihren Beziehungen zur Philosophie“, MS 1918. 4) Trauerrede auf Leopold Cohn, Breslau 1915, S. 4.

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