Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 51 (1907)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Zur Redaktion der Mischna
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 299 (sequence 9)
- Language
- German
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Zur Redaktion der Mischna. 299 Sämtliche hier zitierten ״■Stellen sind in unserer Mischna nicht zu finden und also aus einer andern, jedenfalls älteren Halacha-Sammlung angeführt. Daß es sich hier tatsächlich um Zitate von M i s ch׳ na •Stellen" und' nicht etwa um Hinweise auf einzelne alte Halachoth handelt, ist namentlich aus Stellen, wie Pesachim I, l1) und Para I, 1 (wo die Halachoth nur elliptisch zitiert sind), Abodä sara II, 5 und Sabim V, 3י) ü. a. deutlich ersichtlich. Aus den Kontroversen, die sich bisweilen an diese Zitate knüpfen, wie andererseits aus dem Umstand, daß die Tannaim, die sie anführen, einer frühen Zeit angehören, ergibt sich zugleich der Schluß, daß es sich in diesen Fällen um Zitate aus sehr alten Mischna-Ordnungen handelt. So sehen wir, daß in Pesachim I, 1 die Interpretation der dort zitierten Halacha bereits eine Kontroverse zwischen den beiden Schulen Schammais und Hilleis gebildet hat; ebenso finden sich unter den Kontroversanten Kelim XVII, 5 auch R. Akiba und Jochanan b.'Nuri. Daß Moed katon III, 5 aus der Zeit des Tempelbestandes herrührt, ergiebt sich aus M. 6 daselbst. In Terumoth XI, 2 ist es R. Josua, der sich auf die angeführte Stelle beruft, in Aboda sara R. Ismael und in Bechoroth III, I R. Akiba oder nach Tosefta (II, 12) gar R. Josua. Bisweilen finden sich die Stellen, auf welche Bezug genommen wird, in unserer Mischna selbst. So bezieht sich Schebuoth VII, 7 כשם שאמרו הפוגמת ובו׳ auf M. Kethubboth *) Die Ellipse!שתי שורות במרתף■ kann jedenfalls n u r als Anfangsworle einer aus der Mischna bekannten und geläufigen Stelle aufgefaßt werden. In der Tat hat dann auch, wie wir nachträglich zu unserer Freude bemerken, bereits R. Akiba Eger in seinen Glossen zur Mischna diese Stelle als ein Citat aus einer älteren Mischna- Ordnung (ושם ד,יו שונים שתי שורות במרתף) richtig erkannt. a) Form und Wortlaut des Citats in Abodar sara II, 5, lassen keinen Zweifel darüber, daß es sich hier um eine wörtlich angeführte Mischna-Stelle handelt; das gleiche ergibt sich auch aus dem Wortlaut in Sabim I, 3.