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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1884-01-01 · Heft 7 · p. Seite 307

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
33 (1884)
Issue
Heft 7
Article
Der synagogale Ritus
Date
1884-01-01
Page
Seite 307 (sequence 3)
Language
German
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Der synagogale Ritus. SV? wurden, gegen Osten und der Eingang gegen Westen lag. Als natürliche Folge dieser Einrichtung ergab sich, daß die Andäch- Ligen ihr Gesicht beim Gebete nicht, wie ihre Väter in der Stiftshütte und im Tempel, nach der West-, sondern nach der Ostseite wendeten.- Was einst als Zeichen des Abfalls und der Abtrünnigkeit erschien, galt nunmehr als Signatur orthodoxer Frömmigkeit. Wie ging es zu, daß Anschauung und Satzung, Brauch und Sitte in ihren Gegensatz umschlugen? — Die Quellen geben hierüber befriedigenden Aufschluß. Die Betrachtung derselben geht von dem Einweihungsgebete Salomo's aus, um vorläufig bei den Bescheiden R. Moses Sofer's zum Abschlüsse zu gelangen. Als das Gebet Salomo's vefaßt oder amplistcirt wurde, war bereits die Sitte verbreitet, das Gesicht beim Gebete nach dem Tempel oder doch nach dem h. Lande zu richten: nach jenem, wenn sich die Betenden im Inlands, nach diesem, wenn sie sich im Auslande befanden., (l. Kön. 8, 33. 44. 48. 2 Chrom 6, 34. 38). Das Salomonische Weihegebet setzt nur eine einzige öffentliche Cultusstätte in Israel voraus: den Tempel zu Je» rusalem. Es kann daher die etwaige Lage anderer Cultusstätten zu dem jerusalemischen Tempel nicht berühren. Aber auch die jüngsten biblischen und dis talmudischen Quellen, denen bereits Synagogen bekannt sind, lassen dieselbe unberührt. lieber die Richtung des Einzelnen beim Gebete enthalten sie folgende Andeutungen und Vorschriften. Die Fenster des Obergemaches, in welchem Daniel betete, sind nicht nur gen Palästina, sondern speciell gen Jerusalem gerichtet. Die Sage hält es für selbstverständlich, daß man in Daniel's Zeit die geographische Lage Babylon's gegen Jerusalem >ereits gekannt habe. Die Geschichte nennt Hlpparch von Nicäa, den Schöpfer der wissenschaftlichen Astronomie und den größten 20*

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