Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1884-01-01 · Heft 7 · p. Seite 306

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
33 (1884)
Issue
Heft 7
Article
Der synagogale Ritus
Date
1884-01-01
Page
Seite 306 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2829132-2829584-2829592-2874926--22320-2874952
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

306 Der synagogale Ritus. Osten zuzuwenden. Das Bußgebet, welches der Chronist de n Könige Hiskia in den Mund legt, enthält auch folgende Wort,: ״Unsere Väter haben sich vergangen, und haben gethan, was böse ist in den Augen des Ewigen unseres Gottes, und vecließen ihn, und wandten ihr Angesicht von der Wobnung des Ewigen und kehrten ihr den Rücken zu (2 Chron. 29,6)" Die in der Beschaffenheit des Tempelgebäudes wurzelnde! Sitte wollten die Schriftgelehrten auch in den Synagogen bei behalten wissen. Als nämlich der gemeinsame Cultus in die Synagoge einzog, hielt auch die Thora ihren Einzug daselbst^ Zum Behufs der öffentlichen Vorlesungen wurde in einer trag baren Lade eine ThoraroÜe aufbewahrt. Dieser Lade sollte attj der Westseite der Synagoge ein Platz einqeräumt werden. Da hin sollte die von der Ostseite eintretende Gemeinde ihr Angesich! richten. Als Vorbild wird nicht der jerusalemische Tempel, sonj dern die mosaische Stiftshütte aufgestellt (Toff. Megillah m. 227, 15 ed. Zuäerm.). Dies geschieht nicht nur wege ihres höheren Alters, sondern auch wegen ihres einzigen Eins ganges. In den Raum des Tempelberges führten fünf, in bei der Halle der Israeliten gar sieben Thore. Für die verhältniß! mäßig viel engere Räumlichkeit der Synagogen konnte dis Mehls heit der Eingänge nicht mustergiltig erscheinen. Diese in der Tosfefta enthaltenen Vorschriften sind!ebo fromme Wünsche geblieben. In den Gemaren werden sie wed«! besprochen, noch überhaupt angeführt. Allem Anscheine nach was es ausschließlich die Opportunität, welche in der talmudisch«! Zeit die Lage der zu errichtenden Synagogen bestimmte. A eine bestimmte Norm wurde dabei nicht reflektirt. Anders im Mittelalter. Das Verhältniß des Synagoge! gebäudes zu den Weltgegenden erhielt eine festgesetzte Norm In den europäischen Gemeinden wurde es Gesetz, die Synagoge! so zu erbauen, daß die Seite, wo die Thorarollen aufbervah

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.