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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1932-01-01 · Heft 1 · p. Seite 26

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
76 (1932)
Issue
Heft 1
Article
Zur vergleichenden Märchenkunde
Date
1932-01-01
Page
Seite 26 (sequence 11)
Language
German
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26 Max Grunwald Landsberger und die oben erwähnten, also auch Heller selbst, aus Einzeluntersuchungen über jüdische Fabeln und Märchen an Ergebnissen gewonnen, wird hier übersichtlich dargeboten und durch den Wald des jüdischen Märchens gleichsam ein Promenadenweg gelegt. Während noch in der Jewish Encyclopedia die einschlägigen Gegenstände, meist in Jacobs sorgfältiger Dar- Stellung, weit auseinanderliegen, ist hier alles bequem zur Hand1. In je einem besonderen Abschnitt behandelt Heller ״das Märchen in Talmud und Midrasch“, ,,Sammlungen von bekannten Verfassern“, und zwar vermutlich von Rabbenu Nissim, ibn Sabara, Berekja hanakdan (miäle §u'alim) und ibn Sahula (m’äal ha-kadmoni), — ״pseudonyme Sammlungen“, zu denen das Alphabet des Ben Sira und die (angeblich von Abr. b. Maimon verfaßte) Geschichte von einem Mann aus Jerusalem gehören, — die von Isr. Levi veröffentlichte anonyme Sammlung, — einzelnes aus Jellineks Beth hamidrasch, jetzt bei Eisenstein, u. a., — ״Übersetzungen ins Hebr.“, darunter Kalila w’dimna, MiSle Sindabar, Bärlaam und Joasaph, ein Henochbuch und Isopet (wie V. Kurrein in einer vorläufig noch handschriftlich vorliegenden Abhandlung nachgewiesen hat, eine getreue Übertragung der lateinischen sog. Romulus-Fabeln •bei Hervieux). Es konnte Heller hierbei nicht auf Erschöpfung des Stoffes ankommen. Sonst wäre noch auf eine Unzahl charakteristischer Volkserzählungen in Talmud und Midrasch, z. B. die von den ״faulen Fischen und Schlägen dazu“ (Tanch. Besallach, vgl. Joh. Hertel, Indische Märchen 59), hinzuweisen gewesen, ferner auf einige weitere Fabeln ibn Sahulas wie die vom Hunde, der die Kuh um die bessere Behandlung beneidet und sie verleitet, ins Wasser zu gehen, wobei sich beide ihrer vornehmen Herkunft rühmen, — die sehr verbreitete Fabel aus ,,Prinz und Derwisch“, wie der Hahn den Hausherrn seine Frau bändigen lehrt (vgl. 1001 Nacht; Wesselski, Märchen des Mittelalters 220, K. "Stroebe, Nordische Märchen I Nr. 35) usw. Vor allem hätte H. dann sicherlich noch Schriften erwähnt, wie etwa Isak, ‘Ezratnasim, — Kalonymos ben Kalonymos, Iggeret ba‘äle chajjim (z. B. II10: Der Frosch ist zum Friedensrichter berufen, er hat sich Israel mehrfach zu Dank verpflichtet, II 15 Hunde und Katzen versklavte ihre Freßgier dem Menschen), — Tossefata ‘atikata, — den Sohar (Abrahams Wunderbaum, die Wirkungen der Sterne usw.), — die von Ginsberg herausgegebenen Agadot ketuot,— 1 Eine Zusammenstellung allgemein jüdischer, nicht nur hebr. Märchenmotive gedenke ich anderen Ortes zu bieten.

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