Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 76 (1932)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Zur vergleichenden Märchenkunde
- Date
- 1932-01-01
- Page
- Seite 25 (sequence 10)
- Language
- German
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Zur vergleichenden Märchenkunde 25 hundert) wurden ,,Flandrenser“ genannt, da vorzüglich zu dieser Arbeit Leute aus Flandern herbeigezogen wurden, weil sie in der Metallmischung und Prägung besonders geschickt waren (H. Pörner, Alt-Wien 36); Flamen waren auch die Begründer der Wiener Hofburgkapelle; flämische Künstler in Spanien: de Arfe, Campana, Egas, de Flandes (Flamenco), Juan de Holanda u. a.; Schanderdebander aus Gend’armes und Panduren, Kruzitürken aus Kuruzzen und Türken; wegen der üblen Nebenbedeutung von ,,Jude “legten die Juden Italiens Wert darauf, als ,,ebrei“, die Deutschlands als ,,Israeliten“ bezeichnet zu werden; bei den Golden wird das Wort Tungusen mit ,,Schweine“ oder ,,Schweineesser“ übersetzt (Wiener Beiträge zur Völkerkunde I, 1931, S. 127); ,,Turanier“ war bei den Iraniern gleichbedeutend mit ,,Räuber“; ,,nemzikos“ (spaniolisch: nemzisko) bedeutet auch im Neugriech., niemssa, im Arab. ,,Deutscher“; ,,Kabale“ aus ,,Kabbala“; Laienburger; Dutch consolation, Dutch luck, im allgemeinen s. R. Köhler, Kl. Schriften III 615 (Appellativnamen); ein Perchtoldus Wisendus Flamin ck begegnet uns in einer Wiener Urkunde aus dem Jahre 1257 (bei Schlager, Wiener Skizzen, Ausg. Köhler S. 138); das Recht des Hanse- (später Hans-) Grafen, des vom Landesherrn bestellten Vorstehers einer kaufmännischen Genossenschaft, später der Kaufmanns- Innung, zugleich Richters in Innungssachen, verpflanzte sich von Flandern nach Wien (das. S. 181); Flamingin Frankfurt a. M. s. Kracauer, Urkundenbuch, Register. — Zu IV 171: Das Motiv der Überlieferung ,,Drei Mann und ein Roßkopf“ (Maassebuch) findet sich auch im ,,Markolf“ und in französischer Variante (R. Köhler, Kleinere Schriften 84, 151). — Zu III 305, IV 141: das des Kindes, das anscheinend weniger Kindesliebe empfindet und doch die Geschwister darin übertrifft, in dem Vogelmärchen bei Glückei Hameln (Kaufmann f. 15), ähnlich in dem jüdisch-galizischen König Lear-Märchen, das ich anderer Stelle behandle, — das von der Mutter, die dem Feuer entrückt eine Gans braten will und so ihren Sohn rettet, in L. Weisel, ,,Die Eishöhle“ (in Brandete’ Sippurim), auch einem spaniolischen Märchen bei Mejuchas (s. unten, ,,S’ne bacale harib“, deutsch von E. Garlebach im Isr. Familienblatt 1931, S. 2555: angeln wollen, wo kein Wasser). Vgl. Purim taka (Frankl, Nach Jerusalem II 475). — Zu Zauberkleinodien IV 167 s. Kantorowicz, Kaiser Friedrich II 298, 626, das. 178 Jahreskönig und 320 die Tötung des Falken, der einen Adler, seinen König, angegriffen hatte, zur Warnung für die Höflinge (Maassebuch); Friedrich II. ist wahrscheinlich der König Fendrik (oder Fernandik, so im Maassebuch) in der letzten der ,,Allerlei Geschichten“. Von ganz besonderem Werte für die jüdische Wissenschaft sind im vierten Bande (Zur Geschichte der Märchen, 1—8, unter Mitwirkung von Elis. Kutzer und Bernh. Heller) die beiden Beiträge, in denen B. Heller eingehend und mit musterhafter Klarheit das hebräische und das diesem vielfach nahestehende arabische Märchen behandelt. Was Back,