Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 74 (1930)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Neuerscheinungen zur Geschichte der Philosophie der Neuzeit [Rezension]
- Date
- 1930-01-01
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
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7 Maimonides vollzieht sich auf vier verschiedenen Argumentationsebenen: 1. auf dem Boden der Wissenschaft Maimunis als Kritik an der inneren Haltbarkeit dieser Wissenschaft; 2. auf dem Boden des Wortsinnes der Schrift als Kritik an dem Offenbarungsbegriff Maimunis; 3. auf dem Boden der Historie als Kritik an der Offenbartheit der Thora; 4. auf dem Boden der Philosophie als Kritik .an der Möglichkeit von Offenbarung überhaupt... Der Schwerpunkt der Kritik liegt in der philosophischen Kritik an der Möglichkeit von Offenbarung überhaupt.“ (S. 161, 162.) Zwischen Maimonides und Spinoza steht der moderne Naturbegriff. Spinozas Kritik an Maimuni ist Kritik an der scholastischen Philosophie. Der Religion gegenüber vertritt Spinoza die Autonomie der Erkenntnis. Gleichgültig, unangewiesen, unbekümmert, seines Geistes sicher, steht Spinoza der Schrift gegenüber. Die Schrift ist ein menschliches Buch. Mit diesem Satz ist die Möglichkeit psychologisch-historischer Kritik gegeben. Leider unterläßt es Strauß, in einer systematischen Untersuchung die philosophische Berechtigung des spinozistischen Rationalismus und seiner Ueberwindung der Offenbarungsreligion durch Metaphysik zu prüfen. Von den zum Mendelssohn-Jubiläum erschienenen Schriften über Mendelssohn heben, wir hervor: Gedenkbuch für Moses Mendelssohn. Herausgegeben vom Verbände der Vereine für jüdische Geschichte und Literatur in Deutschland. Verlag M. Poppelauer, Berlin 1929. Mit Beiträgen von I. E 1 b o g e n: Zum Geleit; Max Freudenthal: Aus der Heimat Moses Mendelssohns; Franz Muncker: Moses Mendelssohn und die deutsche Literatur; Paul Michaelis: Moses Mendelssohn im Urteil der Franzosen; Hanns Reißner: Moses Mendelssohns Einfluß auf das große Weltgeschehen seiner Zeit; A. Lewkowitz: Die Philosophie der Aufklärung in ihrem Einfluß auf Mendelssohns Anschauung vom Wesen des Judentums; Franz Rosenzweig: Der Ewige. Mendelssohn und der Gottesname; Leopold Hirschberg: Moses Mendelssohns Psalmen in der klassischen Musik; S. Bernfeld: Moses Mendelssohns kulturgeschichtliche Bedeutung; I. Bergmann: Moses Mendelssohn und wir. Encyclopaedia Judaica : Moses Mendelssohn. Mit Beiträgen von Bruno Strauß: Moses Mendelssohn;Ernst Cassirer: Die Philosophie Moses Mendelssohns; SimonBernfeld: Moses Mendelssohns Wirken im Judentum; Hermann Meyer: Mendelssohn-Literatur. Zeitschrift ,,Der Morgen“, Jahrgang 5, Heft 3, Philo-Verlag, Berlin, mit Beiträgen von: Albert Lewkowitz: Moses Mendelssohn; Ludwig Goldstein: Moses Mendelssohn und seine Zeitgenossen; Ludwig Goldstein: Aus Moses Mendelssohns gesammelten Schriften; Bertha Badt-Strauß: Moses Men- •delssohns Tochter Dorothea. Festnummer des Gemeindeblattes der jüdischen Gemeinde zu Berlin, 19. Jahrgang, Nr. 9, mit Beiträgen: I. Elb o gen: Moses Mendelssohn; J. Bergmann: Moses Mendelssohn und die Berliner Jüdische Gemeinde; Ismar.