Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 74 (1930)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Neuerscheinungen zur Geschichte der Philosophie der Neuzeit [Rezension]
- Date
- 1930-01-01
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
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Freund: Die Mendelssohnsclie Bibelübersetzung; Thöra-Abschnitte in der Uebersetzuiig von Moses Mendelssohn; Psalm 118, übersetzt von Moses Mendelssohn; Proben rabbinischer Weisheit von Moses Mendelssohn; Simon Rawidowicz: Moses Mendelssohn, der Verteidiger des Judentums; Julius Guttmann: Mendelssohn als Philosoph; Bertha Badt-Strauß: Möses Mendelssohn als ״Führer der Verirrten“; Max Birnbaum: Moses Mendelssohii, der Seidenfabrikant; Leopold Hirschberg: Eine poetische Mendelssohn-Biographie; Hermann Meyer: Anekdoteh über Möses Mendelssohn. Aus der Fülle dieser Abhandlungen ergibt sich ein umfassendes und doch einheitliches Bild der religiösen, philosophischen und kulturgeschichtlichen Bedeutung Moses Mendelssohns. Max Freuderithal: Zum 200 jährigen Geburtstag Moses Mendelssohns. Vier Abhandlungen. Philo- Verlag, Berlin 1929. In dankenswerter Weise faßt Freudenthal in dieser Schrift vier Abhandlungen zusammen, die anläßlich des 200 jährigen Geburtstages Moses Mendelssohns in verschiedenen Festschriften aus seiner Feder erschienen sind: 1. Moses Mendelssohn und wir; 2. Aus der Heimat Moses Mendelssohns; 3. Gedenkrede bei der Gedenkfeier in der Haüptsynagoge zu Nürnberg; 4. Die. Mutter Moses Mendelssohns. Sind Abhandlungen 2 und 4 külturgeschichtlich und biographisch bedeutsam, so entwickeln die Abhändluhgen i und 3 das Gesamtbild der Persönlichkeit mit besonderer Hfefvorhebuhg der Bedeutung Mendelssohns für die Synthese von Deutschtum und Judentum. Fritz Bamberger: Die geistige Gestalt Moses Mendelssohns. Schriften der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums. Nr. 36. Gegenüber der Vielheit der Richtungen, iii die Mendelssohns Werk auseinander geht, erhebt sich das Problem von Mendelssohns geistiger Gestalt, der Einheit seines Wesens. B. rechtfertigt Mendelssohii vor dem Vorwurf Hamanns, der Erzgeist der Abstraktion zu sein, weil er durch Sonderung der menschlichen Tätigkeiten die Einheit des Lebens zerstöre. Vielmehr gehe Mendelssohn über die Aufklärung grade dadurch hinaus, daß er die Eigenart der menschlicheü Verhaltungsweisen insbesondere der künstlerischen Autonomie erschlossen habe. Hingegen sieht B. mit Hamann in Mendelssohhs Jerusalem den Riß zwischen dem Philosophen und gläubigen Juden. ״Tatsächlich hat die Charakterisierung des Judentums, die in dem zweiten Teil gegeben wird, nicht die dem ersten Teil zugrunde liegenden philosophischen Anschauungen Mendelssohns zur Voraussetzung.“ (S. 12.) ,,Die Tatsache der Offenbarung״ und ein Teil der in ihm gegebenen Gesetze bleiben außerhalb aller philosophischen Begründung.“ (S. 13.) ״Aber sein Gesamtdasein ist deshalb nicht auseinander gefallen; weil er beides nicht vereinigt hat, hat er es zusammengebracht — in der ihm selbstverständlichen Ueberzeügung, daß beides nebeneinander stehen kann.“ (S, 14.) Diese Anschauung der geistigen Gestalt Mendelssohns übersieht, daß Öffenbarungsglaube und Vernunftreligion iri gleicher