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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1928-01-01 · Heft 1 · p. Seite 12

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
72 (1928)
Issue
Heft 1
Article
Aus ostjüdischer Geschichte [Rezension]
Date
1928-01-01
Page
Seite 12 (sequence 7)
Language
German
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12 Gegenteil: ״Posnanienses ipsum repetere volunt“1 2. Welche Bewandtnis es mit der Aeußerung R. Naftalis in seinem Testament habe 8־־מדעשנעשו לי ש-ד [שפיכות דם] בפוונא, bleibt freilich ungeklärt. Ueber das wissenschaftliche Niveau des Ostens vomEnde des 16. bis zum 18. Jahrhundert wird folgendermaßen geurteilt (II 156): ,,In der durch die Mystik völlig beherrschten Gedankenwelt der Ostjudenheit konnte der Sinn für weltliche Wissenschaften nicht gedeihen. ... Eine rühmliche Ausnahme bildete die Medizin“. Aber eine Autorität wie Steinschneider spricht von ,,den vielseitig gebildeten Gelehrten Polens jener Zeit“ (1612) und nennt zahlreiche ,,Kenner der Chronologie, Astronomie und Kosmographie“ sowie der Mathematik jener Epoche3. Auch Grammatik und aristotelische Philosophie wurden gepflegt4. _ Für die Zeit nach dem siebzehnten. Jahrhundert und vor dem Auftreten R. Elia Wilnas bietet der Verfasser folgende Uebersicht (III 108): ,,Alle die Leistungen waren arm, geistlos, auf Haarspaltereien, Spitzfindigkeiten und Blendwerk ausgehend“. Greifen wir einige Beispiele aus jener Zeit heraus. Von R. Jakob Josua (1718 ,(פני יהושע Rabbiner in Lemberg, bis etwa 1731 in Polen lebend, sagt Chajim Natan Dembitzer, einer der kompetentesten Beurteiler: ,,Sein kostbares Werk פני יהישע (ed. princeps 1739) erleuchtete die Augen der Weisen durch die neue, gute und nützliche Methode des ,,Lernens“, durch die Gedankentiefe der Forschung, durch die gerade Vernunft, die zur Wahrhaftigkeit der Gotteslehre führte ... die vier Teile des פני יהושע, die sich verbreiteten und bei allen Zerstreuten der Diaspora angenommen wurden“. R. Naftali Cohen (st. 1718) wird von Markus Horovitz, dem hervorragenden Kenner des Rabbinisinus, ,,in der Gelehrtenwelt als der größten einer“ gekennzeichnet, R. Zebi Aschkenasi (חכם צכי st. als Rabbiner in Lemberg 1718) von Dembitzer als ,,der Gaon der Gaonen und Lehrer aller Kinder des Galuth“, beide zusammen von keinem geringeren als David Kaufmann als ״Heroen des Talmudstudiums“ und R. Zebi als ״ein hohes Beispiel stolzen Selbstbewußtseins und selbstloser Uneigennützigkeit“. R. Chajim Jona Theomim (st. 1728) ist nach Kaufmann ״trotz spärlicher literarischer Hinterlassenschaft unvergessen in der mündlichen Ueberlieferung des Talmudstudiums ob seines glänzenden Scharfsinnes und hervorragend durch Gaben des Geistes“5 * *. Das sind denn doch Urteile,, die dem des Verfassers schnurstracks entgegengesetzt sind! 1 Monatsschrift 1897 S. 359 aus Wolf IEI 846. 2 צוואות מוהר״ר נפתל״ הכהן, Fürth 1787 (S. 19a). 3 Monatsschrift 1905 S. 193 Simsen b. Bezalel, dessen zwei Brüder R. Chajim und R. Liwa aus Posen stammten, 195—199, 202, 30,9 [Chajut in Schidlow u. Wilnas. Friedberg, לוחות זכרין S. 12 Anm.], 490 f., 495 f. [Elies. Spiro b. Natan, alle drei Namen in Polen, s. Lewin, Deutsche Einwand, in poln. Ghetti, Frankf. a. M. 1907, S. 93 ff.], das. אור־ב Ozarow in Kleinpolen, 581 ff., 589, 601 f., 726 ff., 730, 732, 736 ff., 741 ff., 1906 S. 100 ff., 104. 4 Lewin, Landessynode S. 10, Horodetzky S. 126, Monatsschrift 1903 a. a. O. 5 Monatsschrift 1910 S. 608, 1897 S. 365, 368, 1898 3. 322, 327, Dembitzer I 91a, 110b ff., Horovitz, Frankf. Rabbinen II, Frankf. a. M. 1883, S. 66. Vgl. Lewin, Gesch.d.isr. Krankenverpfl.-Anst. zu Breslau [Brest. 1926], S: 13 f., Landshuth, תולדות אנשי ד,שם, Berlin 1884, S. 27.

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