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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1928-01-01 · Heft 1 · p. Seite 13

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
72 (1928)
Issue
Heft 1
Article
Aus ostjüdischer Geschichte [Rezension]
Date
1928-01-01
Page
Seite 13 (sequence 8)
Language
German
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13 Das ausgehende 18. und das beginnende 19. Jahrhundert wird geistesgeschichtlich folgendermaßen charakterisiert (III 190): ״Ungezählte Kommentare, Superkommentare, Responsen, Predigtsammlungen und Erbauungsbücher wurden auf den Markt geworfen und ... in weiteren Schichten der jüdischen Bevölkerung mit Interesse gelesen. Und doch war diese Periode von trostloser Sterilität“. Wie aber, wenn beispielsweise außerdem noch gepflegt wurden grammatische und sprachliche Studien1, Dichtung2, Medizin3, Naturkunde4, Arithmetik5, Astronomie und Meteorologie6, Geschichte7, Methodologie desTalmud8, Midrasch9, Briefstil10, Biographie und Gelegenheitsrede11, Kabbala12, Bibliographie13 (sogar eine Uebersetzung aus dem russisehen ist bezeugt)14, Beispiele, die nicht im mindesten erschöpfend sind? Meisl glaubt (III 374), daß ,,es den Anschein hatte, daß [R. Israel] Salanter ernsthaft den Plan einer Sonderbewegung gegen alle überkommenen Richtungen innerhalb der Judenheit hegte“. Das steht nicht nur im Widerspruch mit des Verfassers einige Zeilen später stehenden Worten, daß er [R. Israel] ,,den Zusammenhang mit der Gesamt judenheit zu wahren“ bestrebt war, sondern auch mit R. Israels eigensten Worten ,,der Mensch darf nicht isoliert leben“15 und mit den Darlegungen I. Weinbergs, eines wohlunterrichteten Kenners der Salanterschen Schule, der mitteilt15: ,,so war R. Israel fast der erste, dem es gelang, Talmudisten und die Menge um sich zu scharen und sie zu e i n e r Hörerschaft zu vereinigen, ein Umstand, der die gegenseitige Annäherung zwischen der Aristokratie und den sozial niederen Volksteilen sehr förderte“16. Auch von anderen, gleichfalls mit den Verhältnissen vertrauten, werden grade seine einigenden und versöhnenden Tendenzen hervorgehoben17. Einem Briefe Meisls vom 17. 3. 27 entnehme ich, daß er, seinen Quellen folgend, unter dieser ״Sonderbewegung“ folgendes verstanden wissen will: ״Salanter hat weder ganz der rabbinischen noch der chassidischen Richtung, ge-׳ schweige denn der Aufklärung, deren ausgesprochener Gegner er war, zugestimmt“. Die Charakteristik Meisls besagt ferner (das.): ״Gegen Ende seines Lebens wurde seine [R. Israels] Stimmung immer pessimistischer und verdrängte alle anderen Seiten seiner Doktrin“., In 1 Benjakob, Thesaurus, א Nr. 243, י Nr. 33, ü Nr. 1612, ת Nr. 992, Fürst, Literaturblatt des Orients, Leipzig 1846, S. 579, 1848 S. 785!.,Wiener, Bibliotheca Friellandiana, Petersburg 1893 ff., Nr. 3131. 2 Benjak. א Nr. 269, ש Nr. 590. 3 Das. ז Nr. 104 [wo ed. Nowydwor 1801 fehlt], D Nr. 31, ר Nr. 236, 233. 4 Das. א Nr. 536, ש Nr. 245. 5 Literaturbl. d. Or. 1847 S. 228 f., Benjak. מ Nr. 1263, ע Nr. 218. 6 Monatssciir. 1906 S. 100, 104, 105, Benjak. כ Nr. 56. 7 Monatsschr. 1906 S. 108, Beniak. ם Nr. 157, ש Nr. 791. 8 Benjak. צ Nr. 5. 9 Benjak. מ Nr. 553, פ Nr. 972, Literaturbl. d. Or. 1851 S. 451. 10 Benjak. כ Nr. 340. 11 Literaturbl. d. Or. 1848 S. 672, Benjak. די Nr. 264. 12 Benjak. ג Nr. 193. ״ מNr. 1787, Literaturbl. d. Or. 1851 S. 451. 13 Benjak. ש Nr. 1238. 14 Literaturbl. d. Or. 1850 S. 593. 15 Wohlgemuth. Jeschurun VII 599. 36 Das. VIII 53 f. 37 Maggi!-Steinschneider. געיד וויל;א Wilna 1900. S. 131, Jewish Encyclopedia VIII 961.

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