Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 72 (1928)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Aus ostjüdischer Geschichte [Rezension]
- Date
- 1928-01-01
- Page
- Seite 11 (sequence 6)
- Language
- German
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11 führtauch gegenüber anderen Autoren eine ähnliche Sprache1. Daß R. Benjamin auch ״von vielen als oberflächlich bekämpft wurde“, steht nicht im Einklang mit dem Urteil eines kritischen Kenners der polnischen Gelehrtengeschichte wie Chajim Natan Dembitzer, der ihn ,,den großen Gaon“ nennt und ihn zu ״den großen und ausgezeichneten Schülern“ des R. Mose Xsserles zählt. Man kann ferner das Fazit R. Benjamins über die Annahme der Entscheidungen des R. Mose Isserles und des R. Mordechai Jaffe (לבוש), das die gesamte Diaspora ihm folgend gezogen hat, fast prophetisch nennen, aber nicht oberflächlich. Auch stellt Dembitzer fest, daß ,,er zu den großen Dezisoren gehöre, aus dessen Quelle wir trinken, daß die späteren Gaonen auf sein kostbares und geehrtes Buch (משל את בנימין) sich in bezug auf Halacha und religiöse Praxis verließen“, und daß auch ״die anderen Gaonen und Weisen seiner Zeit ihm in Halacha und religiöser Praxis zustimmten“. Das gleiche Bild bietet die spätere Zeit. Nennt man dies ״von vielen als oberflächlich bekämpft“? Sieht man die an ihn gerichteten RGA *\QV שארית Nr. 47—49 und des R. Meir Lublin Nr. 110 und 112 an, so ist von ״Bekämpfung als oberflächlich“ keine Spur, sondern von hoher Anerkennung, Respekt und Liebe. Sein jüngster Biograph M. Brann betont im Gegenteil, daß R. Benjamin, ״schon bei seinen Zeitgenossen ein hohes Ansehen genossen hat ... und auch bei der Nachwelt Ehre und Anerkennung gefunden habe“. ״Was er sonst . .. schrieb, scheint aber recht unbedeutend gewesen 2u sein“, urteilt Meisl. Anders M. Brann: ״Der Theorie und Praxis der Kalenderkunde widmete er eingehende Studien. Das Buch, das er darüber geschrieben hat, ist leider nicht erhalten“2. Meisl sagt (I 319): ״Einer jener freimütigen und unabhängigen Geister, die auch in Polen gedeihen, verfaßte eine polemische Schrift gegen den genannten Rabbiner Aron [Landesrabbiner von Großpolen], .. Freilich passieren auch ihm manche Schnitzer, und seine Talmudzitate sind zum Teile nicht richtig.... Wie es scheint, ist niemand anderes der Autor der Streitschrift als Abraham b. Sabbatai Horowitz, der Verfasser des ״Chessed le-Abraham“. Philipp Bloch, der Herausgeber der Flugschrift, urteilt über ihn: ״Der Verfasser erweist sich als vorzüglicher Kenner des rabbinischen Schrifttums ... neben seiner großen Belesenheit im Talmud.... Der Verfasser zitiert selten wörtlich.... Eine heilige Entrüstung ... ein ehrlicher Zorn führt ihm die Feder ... ein leidenschaftlich heftiger Polemiker .. . als hörte man den heißen und erregten Pulsschlag heraus ... eine leidenschaftliche Parteinahme“3. Seine ״Schnitzer“ und ״nicht riehtigen Talmudzitate“ lassen sich nach dem Gesagten wohl eher als Zitate aus dem Gedächtnisse erklären. Von R. Naftali Cohen heißt es (XI 156): ״Die Gelehrten und die Gemeinde [Posen] wollten ihn nicht mehr anerkennen, und er mußte die Gemeinde verlassen“. Ein christlicher Zeitgenosse berichtet das 1 שיך zu 13 ,87;6 ,87;9 ,83;10 ,81;1 ,76 חו״מ. 2 Dembitzer, כ״י I 7b Anm., 12 ff. Anm., 21a ff. Anm., Braun, Gesch. der Juden in Schlesien, Breslau 1896 ff., S. 191 Anm. 4, 196, Lamperonti פחד יצחק, Schlagwort הפטדה ודיניה. 3 Monatsschrift 1903 S. 153 ff.