Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 81 (1937)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Der Dichter Salomo ben Meschullam Dapiera und die Frage seines Glaubenswechsels
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 494 (sequence 14)
- Language
- German
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m ,Salomon Samuel Sprecher auf der Disputation), Maestro Astruk Rimoch, späterem Täufling, zu dessen 80. Geburtstage er noch ein Gedicht von 80 Versen verfaßte; En Schaltiel Gracian (philosophischem Ausleger der Schrift); Don Astruk Kreskas von Solsona; Don Noa Chinillo; Don Salomo b. Bechai el Kostantini; an den frohen und ernsten Ereignissen in ihren Familien nahm er teil. Endlich gab es da einen Kreis von jüngeren Dichtern, die in Dapiera den Meister ehrten: En Mose ibn Äbbas von Saragossa; Don Schealtiel (Vidal) ibn Labi Bonafoux; En Samuel Bonastruk von Monzon; die Brüder Don Samuel und Don Vidal al-Rabbi; Joseph b. Mose Messija. Es herrschte kein sehr ernster Ton zwischen ihnen; den Ereignissen von 1391 und 1413/14 standen sie ziemlich hilf« und verständnislos gegenüber. Nur Salomo Bonfed fand ernste Worte für die Matten und Lauen; die Verbindung mit Con« versos löste auch er nicht gänzlich. Einen besonderen Rang im Leben Dapieras nahm die Familie Labi de la Caballeria ein. Den Namen führt Baer darauf zurück, daß sie einer Be- Sitzung des Ritterordens der Templer angehört haben. Wir kennen drei Generationen: Salomo, Benveniste (hebr. Jehuda), Vidal (Joseph). Der Name Benveniste war bei ihnen Vorname; sie haben nichts zu tun mit der andern, weitverzweigten Familie Benveniste, deren Genealogie noch nicht völlig geklärt ist; s. Steinschn. a. a. O., Graetz 83, Anm. 3, und die Encyklopädien. Über Benveniste b. Salomo und sein ausgedehntes Mäzenatentum unterrichtet gut Jew. Enc. B. III, Sp. 42, ohne jedoch Dapieras zu gedenken, der in seinemi Hause den ,Imre noasch“ schrieb, und den Söhnen als Mentor diente. Hier ward eifrig studiert, übersetzt, gedichtet; hier trieb man fremde Sprachen, korrespondierte mit gelehrten Nichtjuden. Welch Gefühl beschleicht uns aber, wenn der begabteste der Söhne, Don Vidal, knapp 2 Jahre nach dem Tode des Vaters zur Taufe schreitet! Er, der Zögling und Freund Dapieras! Wie mag es in Vidals Kopfe ausgesehen haben (und nicht allein in seinem), wenn wir ihm noch im Jahre 1412 als Verfasser des קדש קדשים begegnen (vorhanden im Wiener Ms. Abr. Epstein Nr. 102), einer Widerlegung des ,Sefer Ha-Pikkurim“, einer Streitschrift des Hieronymus de S. Fe (als Jude R. Josua Lorqui) gegen den Talmud, die mit Genehmigung des Papstes den Erörterungen von Tortosa zugrunde gelegt wurde! Die Tatsache ist so verwirrend, daß z. B. Michael im Or hachajim Nr. 804 und 808 Mühe hat, zweierlei Don Vidal (s. u.) auseinanderzuhalten und Jew. Enc. unsern Don Vidal zweimal aufführt, unter den Benvenistes und als ״Labi, Joseph'“. Auch über das Auftreten unseres Don Vidal zu Beginn der Disputation schwanken die Quellen. Dem Schebet Jehuda zufolge wäre Don Vidal (nicht identisch mit R. Ferrer, wie Is. Loeb gegen Graetz RfiJ Bd. 21 gezeigt hat) am 8., 9., 10., 11. und 13. Febr. 1413 Sprecher der Juden gewesen; nach Baers ״Untersuchungen'“ war er auch zu Beginn kein Ver״ treter der Juden, die lateinischen Protokolle kennen ihn trotz seines guten Lateins erst bei seiner Taufe als Gondisalvus, olim judaeus vocatus Vitalis. Mit den Bne Labi hatte Dapiera die Weite des Geistes und des Verkehrs gemein; er korrespondierte lateinisch mit dem christlichen Gelehrten